08 | 2025 IHK Magazin
IHK-Magazin digital lesen: ihk.de/ rhein-neckar/ magazin
DIGITALE TRANSFORMATION
Mind Generation: Ärzte und App-Entwickler SEITE 12
Weihnachten und Co.
Wie Betriebe rechtssicher feiern SEITE 38
AUS DEN UNTERNEHMEN Manfred Schwing: Der Festival-Fred SEITE 29
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ Bilden Sie sich mit der IHK weiter SEITE 46
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STANDPUNKT
Für die gleiche Sache kämpfen
D as Jahr 2025 neigt sich dem Ende entgegen. Die wirtschaftspolitische Bilanz fällt mau aus. Uns droht das dritte Rezessionsjahr in Folge. Das liegt weniger an den Unternehmen als an den strukturellen Problemen unseres Standorts. Welche das sind? Deutschland hat besondere Schwächen in den Berei- chen Kosten – insbesondere bei Arbeit und Energie -, Regulatorik, Steuern und Abga- ben sowie Reformfähigkeit. Letzteres zeigt sich besonders bei den Sozialsystemen. Die neue Bundesregierung bemüht sich erkennbar um eine bessere Europapolitik, um Fortschritte bei der Digitalisierung und eine Migrationspolitik, die zu mehr Akzeptanz führt. Sie adressiert aber nicht konsequent die Schmerzpunkte unserer Volkswirtschaft. Manche Maßnahmen sind sogar völlig kontraproduktiv; beispiels- weise das Tariftreuegesetz, das zusätzliche Regulatorik bringt, insbesondere für kleine
allem sind die Steuerentlastungen sehr teuer. Sachgerecht und viel einfacher wäre es, die bestehenden Subventionierungen für einen frühen Renteneintritt abzu- schaffen. Die geltenden Rentenabschläge sind versicherungsmathematisch viel zu niedrig angesetzt. Aber hier wie in den anderen Zweigen der Sozialversicherun- gen gilt: Mutige Reformschritte sind nicht absehbar. Dafür tagen Expertenkommis- sionen. Wir haben mittlerweile eine Situation, in der die Wettbewerbsfähigkeit der Unter- nehmen wirklich in Frage gestellt wird. Mein Ziel für unsere IHK ist daher klar: Wir wollen unseren Beitrag dafür leisten, dass wir auf allen politischen Ebenen verlorengegangene Wettbewerbsfähigkeit wiedergewinnen. Dafür braucht es ein Verständnis dafür, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Bevöl- kerung und Wirtschaft in einem Boot sitzen und keine Gegner sind. Dass wir für die gleiche Sache kämpfen müssen, also
Mehr zur konjunktu- rellen Entwicklung: Seite 20 und unter
ihk.de/rhein-neckar/ konjunktur
und mittlere Unternehmen. Andere Vorhaben sind gut ge- meint, aber schlecht gemacht. Beispiel „Aktivrente“: Das Ziel ist richtig, mehr Ältere in Arbeit zu halten. Doch
Leistungsfähigkeit zurückzuge- winnen, auch um das soziale Gleichgewicht bewahren zu können. Wir müssen das Ideal der sozialen Markt- wirtschaft wiederbeleben.
Wir müssen das Ideal der sozialen Markt- wirtschaft wieder- beleben.
benachteiligt werden Selbstständige und vor
Manfred Schnabel Präsident der IHK Rhein-Neckar
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IHK Magazin Rhein-Neckar 08 | 2025
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INHALT
IHK Magazin 08 | 2025
KOMPAKT
6 Wirtschaft und Region im Überblick
TITELTHEMA | INDUSTRIE
12 Mind Generation Ärzte entwickeln App
13 In fünf Schritten … in die digitale Welt
14 KI und Co. Tipps von den IHK-Experten
16 Service So unterstützt die IHK bei der Digitalisierung
20 Sorgenvoll Die konjunkturelle Flaute hält an, mit Auswirkungen auf viele Unternehmen.
AUS DER IHK
18 Vor der Landtagswahl IHK-Organisation fordert Wirtschaftswende
STANDORT
20 Konjunktur Keine Trendwende in Sicht
22 Innenstadtberatung Cities blühen mit IHK-Hilfe auf
30 Gemeinsam
AUS DEN UNTERNEHMEN
26 Antiochia Gewürze und Kosmetika aus aller Welt 27 Drei Fragen an …. Heydelberger-Gründer Dr. Raphael Murswieck
Verkaufen Dichtungen in die ganze Welt: Die Berger S2B-Geschäftsführer Simon Treiber (links) und Karl-Friedrich Berger
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IHK-Magazin digital lesen:
28 HeliSeven Das Ehepaar Dräger und seine Flugschule
32 H&C Stader Mannheimer machen Unternehmensgeschichte(n) lebendig
34 Modehaus Henschel Heidelberger fokussieren sich auf junge Zielgruppen
35 Parfümerie Godel Früher Schmierseife, heute Chanel
36 Computer Vertriebs Seit 1985 im Start-up-Modus
TIPPS
22 Aufblühen Innenstadtbetriebe profitieren von Events, die Besucher in die Cities locken. Tipps dafür gibt es von der IHK.
38 Recht & Steuern 40 Innovation 41 Umwelt & Energie 42 Ausbildung 44 International 45 Unternehmensführung 46 Weiterbildung
IHK-SERVICE
9 Impressum 48 IHK-Börse 49 Jubiläen
40 Tipps: Innovation
SO LADE ICH MEINEN AKKU AUF
Geld für Digitalisierungsprojekte: Das Land Baden-Württemberg hat sein Förderangebot neu aufgestellt.
50 Lass‘ dich nicht hängen Nicoletta Hilger berät Menschen in Krisensituationen. Doch wer oder besser gesagt was gibt ihr Halt?
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KOMPAKT
Pretix-Geschäftsführer Raphael Michel ent- wickelt mit seinem Team digitale Einlasssysteme.
PRETIX Schluss mit Papiertickets
anstalter mit einem Gesamtpaket aus Online- Shop, Kassensystem, Einlasskontrolle und dazugehöriger Hardware. Für die Messe Berlin wurde in Kooperation mit der Eberbacher krauth technology GmbH zusätzlich eine neue Drehkreuz-Lösung entwickelt. „Mit dieser kann gleichzeitig das Ticket gescannt und das Namensschild für den Fachmesse-Besucher ausgedruckt werden“, so Michel. „Diesen Prototyp wollen wir weiterentwickeln und uns zusätzlich im Geschäftsfeld Museen weiter positionieren“. MB
RAPHAEL MICHEL DENKT GERNE IN LÖSUNGEN. Wenn dem Heidelberger ein Verfahren nicht gefällt, kitzelt es ihn, das bestehende Ange- bot zu verbessern und weiterzuentwickeln. Ein solches Problem bewog Michel 2014, die pretix GmbH zu gründen. „Ich war über einen Verein bei der Durchführung von Veranstal- tungen involviert. Die Ticketlösungen waren allesamt unbefriedigend. Langsam, umständ- lich – ich wollte mit einer eigenen Software ein besseres Angebot schaffen“, erzählt der studierte Physiker. Gesagt, getan: Zunächst waren Kongresse und Tagungen im Fokus, inzwischen versorgen 25 Mitarbeiter auch Stadtparks, Messen, Museen und Kulturver-
Ich wollte mit einer eigenen Software ein besseres Angebot für Ticketlösungen schaffen.
Raphael Michel
pretix.eu
? Wie bringe ich mein Unternehmen sicher durch die Krise? FRAGE DES MONATS
ZAHL DES MONATS
Insolvenz des Geschäftspartners, Erkrankung des Inhabers, Brand in der Produktion: Eine Krise kommt leider schneller, als man denkt. Sie brauchen Hilfe? ihk.de/rhein-neckar/ unternehmenssicherung
werden 2025 eine KI-Weiterbildung bei der IHK Rhein-Neckar besucht haben. Mehr auf Seite 46. QUELLE: IHK RHEIN-NECKAR
1.030 MENSCHEN
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KOMPAKT
O-TON DES MONATS
Und auch diese Falle vermeide ich: Seminar „Der Aufhebungsvertrag als Alternative zur Kündigung“ am 22. Januar:
TIPPS & TERMINE
Heidelberg ist perfekt, um Technologie zu entwickeln. Die USA sind der beste Ort, sie zu verkaufen.
So übernehme ich einen Betrieb: Die neue Unternehmenswerkstatt Deutschland der IHK- Organisation begleitet Schritt und Schritt. Nutzer erhalten beispielsweise Tipps zu Finanzierung und Vertragsgestaltung.
ihk.de/rhein-neckar/ aufhebungsvertrag
So spare ich Steuern: Seminar „Lohnsteuer intensiv – Aktuelle Rechtsänderungen beim Steuerabzug vom Arbeitslohn zum Jahreswechsel“ am 20. sowie am 22. Januar:
Ameria-Chef Albrecht Metter in der Rhein-Neckar-Zeitung am 31. Oktober
www.uwd.de
So tappe ich in keine Falle: Seminar „Fallstricke bei der Gestaltung von Arbeitsverträgen“ am 25. November.
ihk.de/rhein-neckar/ lohnsteuer
MEIN TOPSELLER
„Venezolanische Pause vom Alltag“ RAPHAEL PULGAR SCHWARTZ: Unser Topseller ist Pabellón Criollo: Reis, gezupftes Rindfleisch, schwarze Bohnen, frittierte Kochbananen und Käse. Wir packen das Na- tionalgericht meines Geburtslandes Venezuela in einen Maisfladen, den Arepa. Alle unsere Gerichte sind gluten- frei. Neben zahlreichen Arepa-Varianten – auch fleischlos! – gibt es Bowls. In Heidelberg wollte ich eigentlich studie- ren, ich neige jedoch eher zum Praktischen. Ich war da- nach Besitzer einer Tanzschule, habe Kinder betreut – und dann gemacht, was insgeheim schon immer mein Plan war: ein Café eröffnen. Viele Familienmitglieder sind mir ins Rada Arepa gefolgt und wir haben zusammen bereits einiges überlebt. Bei uns gibt es die Pause vom Alltag mit dem gewissen Südamerika-Touch: Immer etwas chaotisch, stets sehr herzhaft, mit Musik untermalt – das sind wir!
Und auch diese Steuervergünstigung nehme ich mit: Mehr dazu auf Seite 39.
ihk.de/rhein-neckar/ fallstricke
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Und so werden wir ab Januar 2026 auch im
Erhalten Sie Updates und Veranstaltungshinweise zu:
Café Burkhardt sein. Dort möchten wir ein Café mit Seele, einen Ort der Begegnung schaffen: Gemüt- lich wie ein zweites Wohnzimmer, doch
• Beratungsangeboten u. a. zu Ressourceneffizienz, Fördermitteln, Azubi-Suche oder IT-Sicherheit • Informationen wie Änderungen im Steuer- und Gesellschaftsrecht oder zum Auslandsgeschäft
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mit dem Charakter und der Herzlichkeit
Heidelbergs.
Ru
Raphael Pulgar Schwartz (rechts) führt zusammen seit 2015 mit seiner Mutter Daisy Schwartz und seinem Stiefvater Joel Urbaez das Café Rada Arepa in Heidelberg. Ra steht für Raphael, Da für Daisy.
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KOMPAKT
IHK-REGION Gemeinsam zur Premiere
MANNHEIM Zuwachs: Die Office Mix GmbH, Anbieter von Bürologistik- Dienstleistungen, hat die Wamser GmbH übernommen.
WEINHEIM Gemeinsam: Die Weinheimer Unternehmen Freudenberg, die Volksbank Kurpfalz und die Sparkasse Rhein Neckar Nord sowie die Stadtwerke haben mit der Stadtverwal - tung der Zwei-Burgen-Stadt eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Ihr Ziel: die Kommune bis 2040 klima - neutral zu gestalten.
EBERBACH Auftrag: Die krauth technology GmbH baut in Bad Homburg vor der Höhe ein neues Fahrradparkhaus.
Weinheim
Walldürn
Buchen
Mannheim
Eberbach
Ladenburg
Waldbrunn
Schönbrunn
Heidelberg
Brühl
Schwetzingen
Mosbach
Hockenheim
Walldorf
EVENTS Bis 29. November Wiesloch Blick über den Teller - rand: Ausstellung „Dive into Dawn: Ein offener Blick auf weib - liche Identitäten“ in der Vivere Arte Art Gallery www.viverearte.de 5. bis 7. Dezember Neckargemünd Zeit zum Bummeln: Weihnachtsmarkt in der Neckargemünder Altstadt. Mehr weih - nachtliche Ausflugs- tipps gibt es auf der IHK-Webseite ab Mitte November. ihk.de/rhein-neckar/ weihnachtsmaerkte
Wiesloch
Malsch
Sinsheim
HEIDELBERG Premiere: Auf dem Camp - bell-Konversionsgelände wurde das erste seriell 3D-gedruckte Wohnge - bäude der Öffentlichkeit präsentiert. Bauherr ist die Heidelberger Kraus-Gruppe.
MOSBACH Personalia: Jürgen Petzel hat aus gesundheitlichen Gründen die Geschäfts - führung der MPDV Mikrolab GmbH, Spezialist für Pro - duktions-IT, verlassen.
SINSHEIM Lese-Tipp: Kai Zimmermann, Chef der Zenaga Founda - tion gGmbH, hat das Buch „Nachhaltigkeit, die sich lohnt“ veröffentlicht.
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KOMPAKT
DIE ANALYSE
STECKBRIEF
KALENDERBLATT
Nils Krause: „Gefühl der Wertschätzung“
5. Dezember
Denkanstöße mitgeben kann. Ich freue mich zum Beispiel sehr, wenn ich Schüler später bei einem Praktikum bei uns im Unternehmen wiedersehe. Ru ihk.de/rhein-neckar/
Herr Krause, wie war Ihr erster Einsatz als IHK-Ausbildungsbot- schafter? Daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern, weil es bereits so viele waren. Alle Termine sind immer sehr positiv. Klar sind die Schüler manchmal unru- hig, aber das passt schon. Viele nutzen die Chan - cen, etwas über meinen Ausbildungsberuf zu er - fahren und fragen daher querbeet. Wieviel man verdient, ist der Klassiker. Und ob ich in der Ausbildung auch Schule habe. Und auch wie viele Urlaubstage es gibt. Was kommen denn für Fragen?
Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes gibt es von der IHK ein riesengroßes Dankeschön an alle ehren- amtlich Engagierten. Und auch für Ausbildungsbot - schafter Nils Krause (siehe nebenstehendes Interview).
Dr. Axel Nitschke ist IHK-Haupt- geschäftsführer.
ausbildungsbotschafter
Nils Krause absolviert seit 2023 eine Ausbildung zum Mechatroniker bei der Heidelberger Druck- maschinen AG und ist ehrenamtlicher IHK-Aus - bildungsbotschafter.
Keine Trendwende
Die Konjunktur kommt nicht in Schwung: Von den Entlastungen, die die neue Bundesregierung versprochen hatte, kommt bei unseren Mitgliedsbetrieben bisher wenig an. Es zeichnet sich keine Trendwende ab, der erhoffte gesamtwirtschaftliche Aufschwung bleibt bislang aus. Die Verwerfungen im interna - tionalen Handel, der schwache Konsum sowie die strukturellen Probleme auf dem Heimatmarkt lassen für die kommenden Mo- nate keine Zuversicht aufkom- men. Folge: Die Unternehmen scheuen nach wie vor große Investitionen.
AUS DEN HOCHSCHULEN
Gemeinsam mit dem Karlstorkino wird die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg regelmäßig Filme zum Judentum zeigen, an - schließende Gesprächs - runde inklusive. Start war im November mit „Matchmaking“.
Was nehmen Sie persönlich von den
Einsätzen mit? Ein Gefühl der Wertschätzung, weil ich den Jugendlichen wichtige
www.hfjs.eu
Mehr zum Thema auf Seite 20
IHK Magazin Impressum Herausgeber Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar Redaktion Matthias Schmitt (verantw.; MaS), Tel.: 0621 1709 - 213 Fax.: 0621 1709 - 5213 E-Mail: presse@rhein-neckar.ihk24.de Weitere Autoren Sabine Braun (SB), Marion Brenner (MB), Stefan Burkhardt (Bu), Ulla Cramer (uc), Kira Hinderfeld (KH), Ingo Leipner (Lei), Annegret Rupp (Ru) L1,2, 68161 Mannheim Jörg Runde (JR), Catharina Zelt (Ze) Neuigkeiten über Ihr Unternehmen ihk.de/rhein-neckar/firmennachrichten informiert Sie.
Mitgliederservice Bei nicht gewünschter Zeitschriften- Belieferung, Mehrfachzustellungen oder Adressänderungen wenden Sie sich bitte per E-Mail an: adressupdate@rhein-neckar.ihk24.de Die Zeitschrift ist das offizielle Organ der IHK Rhein-Neckar. Der Bezug der IHK-Zeitschrift erfolgt im Rahmen der grundsätzlichen Beitragspflicht als
Gesamtherstellung, Verlag, Druck, Anzeigenservice Endriß + Prüfer Verlags-GmbH Ooser Bahnhofstr. 16 76532 Baden-Baden Tel. 07221 211917 E-Mail: verlag@endriss-pruefer.com www.endriss-pruefer.com
IHK Rhein-Neckar Haus der Wirtschaft Mannheim L 1, 2
68161 Mannheim Tel.: 0621 1709 - 0 Fax: 0621 1709 - 5511
E-Mail: ihk@rhein-neckar.ihk24.de Haus der Wirtschaft Heidelberg Hans-Böckler-Straße 4 69115 Heidelberg Tel.: 06221 9017 - 0 Haus der Wirtschaft Mosbach Oberer Mühlenweg 1/1 74821 Mosbach Tel.: 06261 9249 - 0 Haus der Berufsbildung Walter-Krause-Straße 11 68163 Mannheim Datenschutzrechtliche Informationen ihk.de/rhein-neckar/datenschutz
Anzeigenleitung Andrea Albecker
Mitglied der IHK. ISSN 1868-7008 Erscheinungsdatum: 21. November 2025
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 47 vom Januar 2025 Satz, Layout .punto design Werbeagentur Bernhard Kück 69469 Weinheim www.puntodesign.de
TITELTHEMA | DIGITALE TRANSFORMATION
In Büros wird noch viel Papier bewegt. Doch die Wirtschaftswelt digitalisiert sich rasant. Was zu tun ist, um im Wettbewerb mitzuhalten. Den Anschluss nicht verlieren
Zeit und Komplexität bereiten Schwierigkeiten Antworten auf die Frage nach den Herausforderungen der Digitalisierung (in Prozent)
Zeit
60
Komplexität
54
Geld
42
Sicherheitsrisiken
34
Fehlende IT-Fachkräfte
32
Akzeptanz und Weiterbildungsbedarf im Unternehmen
31
Rechtliche Unsicherheiten
31
Akzeptanz bei Kunden und Geschäftspartnern
15
0
20
40
60
80
QUELLE: DIHK
TITELTHEMA | DIGITALE TRANSFORMATION
D ie Gretchen-Frage im Jahr 2025: Nun sag, wie hast du‘s mit der Digitalisie- rung? Und in der erweiter- ten Fassung: Wie hast du’s mit künstlicher Intelligenz? Stellt man diese Fragen Unternehmen in Deutschland, scheint es noch Luft nach oben zu geben: Ihren eigenen Digitalisierungsgrad bewerten die Betriebe laut DIHK-Digitalisierungs- umfrage im Durchschnitt nur als befriedigend, konkret mit der Note 2,8. Dieser Wert hat im Vergleich zum Vorjahr nicht zugenommen. Die Gründe für die Stagnation: Die Digitalisierung ist für viele Unter- nehmen kein Innovationsmotor, um neue Produkte, Geschäftsmodelle oder disruptive Innovationen zu entwickeln. Vielmehr steht für die Betriebe die Bewältigung aktueller Herausforderungen wie Flexibili- sierung des Arbeitens (65 Prozent der Unternehmen nennen dieses Hauptmotiv für die Digitalisierung), Kostenersparnis (65 Prozent) und Qualitätsverbesserung (63 Prozent) im Vordergrund. Ähnliches zeigt sich bei der Nutzung künstlicher Intelligenz: 38 Prozent der Unternehmen verwenden KI bereits, 32 Prozent planen deren Einsatz in den nächs- ten drei Jahren. Im Einsatz sind KI-Technologien jedoch weiterhin vor allem bei der Erzeugung von Inhalten wie Texte und Bilder für die Kundenansprache und den Support. Die Industrie verwendet KI vor allem bei der Prozessüberwachung. Hier sind weitere Anwendungen denkbar, um das transformative Potenzial voll zu aktivieren. Die IHK gibt Tipps, wie Unternehmen neue digitale Technologien einsetzen können und berät bei der Suche nach Netzwerk- partnern sowie Fördermöglichkeiten (siehe Seiten 14 und 16). Ebenso wichtig bei der digitalen Transformation: Sicherheitsaspekte nicht aus dem Blick zu verlieren. 2024 waren 50 Prozent der Unter- nehmen ab 1.000 Mitarbeitern
durch einen erheblichen Cybersi- cherheitsvorfall betroffen. Auch hier steht die IHK den Betrieben mit Rat und Tat zur Seite (siehe Seite 16). Cybersicherheit spielt ebenfalls eine Rolle im vielfältigen IHK-Weiterbil- dungsangebot (siehe Seite 17). Und nicht zu vergessen: die rechtliche Seite. Mit dem Cyber Resilience Act verpflichtet die EU Hersteller digitaler Produkte zu mehr Cyber- sicherheit. Ab 2027 gelten für neue Produkte, neue Regeln für Software und Hardware. Betroffene Unter- nehmen müssen bereits im kom- menden Jahr aktiv werden (siehe Seite 16). Allen Schwierigkeiten zum Trotz: Es gibt sie, die Unternehmen, die bei ihrem Geschäftsmodell voll auf Digitalisierung setzen. Wie ein Start-up aus Heidelberg, das eine Erste-Hilfe-App für die Beratung zu Essstörungen auf den Markt gebracht hat (siehe Seite 12). Oder die Unternehmen, die mit Hilfe von KI neue Produkte entwickeln oder bestehende umrüsten. Der digitale Weg: Er ist nicht immer so steinig, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheint. Alle Texte: Bu
NOTE 2,8 Durchschnittliche Bewertung des Standes der Digitalisierung im eigenen Unternehmen QUELLE: DIHK
Im Titel 12 Mind Generation Ärzte entwickeln App 13 In fünf Schritten … in die digitale Welt
14 KI und Co. Tipps von den IHK-Experten
16 Service So unterstützt die IHK bei der Digitalisierung
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TITELTHEMA | DIGITALE TRANSFORMATION
MIND GENERATION Digitale Hilfe gibt Halt im Alltag Essstörungen stellen Jugendliche vor große Herausforderungen. Eine von Ärzten entwickelte App begleitet sie im Alltag und unterstützt zwischen Therapiephasen.
N ach mehreren Monaten Klinikaufenthalt sitzt die 15-jährige Laura wieder zu Hause. Der Kühlschrank ist voll, doch jeder Bissen ist ein Kampf. Die letzte Therapie- stunde liegt Wochen zurück – und ein Anschlussplatz nach der Klinik? Frühestens in einem halben Jahr. Für viele Jugendliche mit Essstörungen ist diese Realität Alltag: lange Wartezeiten, Versorgungslü- cken, Rückfallgefahr. Aus ihrer Tätigkeit als Ärz- tinnen in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie kennen Larissa Niemeyer und Szarah Sanchez Roman diese Situati- on. In Gruppen- und Einzelthe- rapien begleiteten sie Kinder ab elf Jahren, die überwiegend
an Magersucht, manchmal auch Bulimie, litten. „Wir standen oft vor der Frage: Wie können wir nach dem Klinik- aufenthalt weiter unterstüt- zen?“, erzählt Niemeyer. Aus dieser Erfahrung entstand die Idee für „eatappie“. Die App überträgt therapeutisches Wissen und Übungen in den Alltag der Jugendlichen. Die Gründerinnen von Mind Ge- neration setzen dabei auf ein spielerisches digitales Format. 15 Module, begleitet von fünf virtuellen Charakteren, führen durch Themen wie Ernährung, Selbstwahrnehmung, soziale Medien oder familiäre Dy- namiken. Punkte, Medaillen und Sammelobjekte machen den Therapieweg erlebbar. Ein
Mahlzeitenplan mit Protokoll- und Motivationsfunktionen unterstützt zusätzlich. „Rund ein Drittel psychischer Erkrankungen beginnen im Jugendalter, doch speziell für Jugendliche mit Essstörungen gab es keine einzige digitale Anwendung“, erklärt Szarah Sanchez Roman. Technische Unterstützung bekamen sie von Victor Saase, Arzt am Deutschen Krebsforschungs- zentrum. Er entwickelte die passende Software. Was zu- nächst als Feierabendprojekt begann, wurde 2023 zum Voll- zeit-Start-up: Über die Trans- feragentur hei_INNOVATION der Universität Heidelberg erhielten Niemeyer, Sanchez Roman und Saase ein Stipen- dium, kündigten ihre Jobs und widmeten sich ganz dem Aufbau der Mind Generation GmbH mit Sitz in Heidelberg. Ein erster Prototyp der App existierte bereits, doch bis zur marktreifen Anwendung sollte es noch ein langer Weg werden. Zu dritt entwickelte das Team ein Design, vertonte die Modu- le, leitete Nutzertests an und feilte an den Inhalten. Par- allel absolvierten die beiden Ärztinnen Fernstudiengänge in BWL und Marketing, um das Start-up auch wirtschaft- lich gut aufzustellen. „Eine Herausforderung, die vor allem viel Zeit brauchte, war die Zertifizierung der App als Medizinprodukt“, berichtet Niemeyer. Derzeit ist eatappie für Jugendliche von zwölf bis 17 Jahre zugelassen. Doch
Digitale An- gebote müssen
sicher sein – aber auch zugänglich.
Larissa Niemeyer
Dr. med. Larissa Niemeyer (links) und Dr. med. Szarah Sanchez Roman haben die Mind Generation GmbH gegründet. Dr. med. Victor Saase ist mit in die Geschäftsführung eingestiegen.
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TITELTHEMA | DIGITALE TRANSFORMATION
mittelfristig soll die Altersgrenze auf 25 Jahre ausgeweitet werden. „Wir wollen junge Menschen nicht ab dem 18. Geburtstag alleine lassen“, sagt Niemeyer. Ein wichtiger Aspekt, den die Gründer betonen: eatappie sei eine wertvolle Unterstützung, ersetze aber keine Therapie. Viele Jugendli- che erhalten nur eine Stunde Unterstützung pro Woche – zu wenig bei einer Erkrankung, die sie täglich begleitet, meint Niemeyer. Die App diene als konstante Begleiterin, etwa zur Überbrückung von Wartezei- ten. Insbesondere in strukturschwachen Regionen ohne ausreichende therapeutische Versorgung könne das digitale Angebot helfen. Nutzer können die App derzeit nach einer Testphase im Abo-Mo- dell erwerben. Das Team führt aber bereits Gespräche über eine mögliche Kostenübernahme mit verschiedenen Krankenkassen. „Wir hoffen auf Verträge, damit eatappie für alle zugänglich wird“, sagt Niemeyer. Trotz positivem Feedback stoßen digitale Gesundheits-Apps in Deutschland laut den Gründern auf strukturelle Hürden: hohe Ent- wicklungskosten, komplexe Datenschutzanforderungen, mühsame Verhandlungen mit den Krankenkassen. Auch der Zugang zur Liste für Digitale Gesundheitsanwendungen ist aufwendig und teuer – für viele junge Unternehmen kaum zu stemmen. „Wir brauchen mehr Verhältnismäßigkeit“, fordert Niemeyer. „Digitale Angebote müssen sicher sein – aber auch zugänglich.“ Nach einer erfolgreichen Pilotstudie plant die Mind Generation GmbH nun eine Studie in Kooperation mit einer Universitätsklinik, um die Wirkung der App systematisch nachzuweisen. Für 2026 ist zudem eine größere Finanzierungsrunde vorgesehen, um das Team auszubauen und weitere Anwendungen – etwa für Depressionen oder Angststörungen – zu entwickeln. Ze
Wie kann KI im Unternehmen eingesetzt werden?
Fünf Beispiele aus der Region Resourcly aus Mannheim analysiert mithilfe von KI ungenutzte Komponenten in Lagerbe- ständen und ermöglicht so die Wiederverwen - dung, bevor Teile neu beschafft werden. Das Unternehmen erhielt 2025 den Mannheimer Gründerpreis MEXI. Das Heidelberger Unternehmen Ameria entwickelt eine neue Geräteklasse der KI- Notebooks, bei der die Machine-Learning- Modelle direkt auf dem Gerät arbeiten. Mosca entwickelt in Waldbrunn intelligente End-of-Line Verpackungs-Systeme. Die Ma- schinen erhalten ihre Informationen über ein Netzwerk, das sämtliche Daten paketsynchron erkennt und übermittelt. Der Heidelberger Dienstleister paretos wid - met sich der KI-gestützten Optimierung von Supply-Chains und logistischen Prozessen. HD Vision bietet Lichtfeld-basierte 2D/3D- Kamerasysteme und passende Software zur KI-basierten Objekterkennung bei metallisch- glänzenden und komplexen Oberflächen an.
INFO
In fünf Schritten in die digitale Welt
für die digitalen Technologien zu ent- wickeln. KI kann sinnvoll eingesetzt helfen, Geschäftsprozesse zu optimie- ren, die Effizienz zu steigern und die Kundenzufriedenheit zu verbessern.
1. Awareness schaffen Mitarbeitern und Führungskräften sollte grundsätzlich bewusst sein, dass Digitalisierungsprozesse Mehrwerte bringen. Sie helfen, Prozesse effizien - ter zu gestalten und Wettbewerbsvor - teile zu erzielen. 2. Analyse durchführen Die Geschäftsführung sollte zunächst analysieren, in welchen Unterneh - mensbereichen eine digitale Transfor- mation Sinn macht. Eine gut durch- dachte Strategie hilft, Ressourcen zielgerichtet einzusetzen, den eige- nen Mitarbeitern Ängste zu nehmen und Chancen aufzuzeigen.
3. Ins Handeln kommen Die Geschäftsführung muss die technischen und rechtlichen Voraus- setzungen für erfolgreiche Digitalisie- rungsprojekte schaffen. Dies betrifft vor allem die IT-Infrastruktur und das Datenmanagement. Daten ermög- lichen fundierte Geschäftsentschei- dungen, die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen sowie die Optimierung der Betriebsabläufe.
Für Cybersecurity und Resilienz der eigenen Systeme sorgen
5.
Ein Verstoß gegen die Datensicher - heit kann schwerwiegende Folgen haben, wie den Verlust von Kunden - vertrauen, finanzielle Einbußen und rechtliche Konsequenzen. Daher ist es wichtig, Digitalisierungsmaßnahmen rechtssicher zu gestalten und darüber hinaus sowohl die Informationssicher - heit als auch die Cybersicherheit zu gewährleisten.
Die digitale Transformation verstetigen und weitertreiben
4.
Mitarbeiter sind dank kontinuierlicher Weiterbildung und Vernetzung in der Lage, selbstständig Einsatzszenarien
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TITELTHEMA | DIGITALE TRANSFORMATION
IHK-ANGEBOT „Neues wagen und Erfahrungen sammeln“
Maximilian Keller und Martin Preil sind Technologietransfermanager bei der IHK Rhein- Neckar. Ein Interview über Trends, Herausforderungen und exotische Anwendungen.
nar-Reihe. Und unser KI-Frühstück stellt einzelne Themenbereiche wie etwa die Ge- fahren durch KI-Betrug in den Mittelpunkt. Wir wollen aufzuzeigen, dass ein KI-Projekt nicht sofort erfolgreich sein muss. Viele dieser Projekte, etwa 80 Prozent, scheitern sogar. Manche Projekte resultieren aber auch in sehr erfolgreichen Ausgründun- gen. Deshalb wollen wir grundsätzlich Mut machen, Neues zu wagen und Erfahrungen zu sammeln. Wichtig sind auch technische Fragen. Unsere Empfehlung lautet, zunächst den Einsatz von Standardlösungen zu prüfen, gegebenenfalls aber auch einen eigenen KI-Agenten im Unternehmen abge- kapselt zu betreiben. KI benötigt dann eine entsprechende Infrastruktur mit Sharing- Konzepten und Cloud-Lösungen. Schließlich gilt es rechtliche Fragen zu beachten. Dies betrifft etwa den AI-Data-Act, KI-Patente sowie grundsätzlich ethische Fragen beim KI-Einsatz. Keller: Die verantwortlichen Unternehmer und Angestellte wollen hauptsächlich Kalku- lationssicherheit: Welche Anwendungsfelder gibt es? Welche Lösungen sind möglich? Welche Kosten entstehen? Welche Risiken gibt es? Wer kann mich unterstützen? Als Tech- nologietransfermanager wollen wir Hemm- schwellen abbauen und den Unternehmen dabei helfen, Antworten sowie Partner für Digitalisierungs- und KI-Projekte zu finden. Welche KI-Anwendungen begegnen Ihnen denn in der Beratung? Keller: Seit ungefähr zwei Jahren beschäfti- gen sich die Unternehmen aktiv mit KI und wollen die Technologie in ihren Betrieben einsetzen. Heute steckt KI bereits im ‚Unter- bau‘ vieler Anwendungen. KI ist nicht nur bei der Erstellung von Texten und Bildern dominierend, sondern auch in Produktions- prozessen und bei der Personaleinstellung, in der Logistik, bei der Prozessoptimierung und bei der Wartungsoptimierung.
Herr Keller, wie steht es um die Entwicklung digitaler Technologien und Geschäftsmodelle in unserer Region? Und stimmt das Umfeld? Maximilian Keller: Ich bin vor kurzem in die Region gekommen, um meine Stelle als Techno- logietransfermanager bei der IHK anzutreten. Mich hat die charakteristische Eigendynamik, der Digitalisierungs- und KI-Drive angenehm überrascht: Hier gibt es viele digitalaffine Kon- zerne, Start-ups, Beratungsinstitutionen und Hochschulen, die untereinander sehr gut ver- netzt sind. Etablierte Unternehmen können in diesem Ökosystem ihre Digitalisierungsprojekte erfolgreich initiieren und durchführen. Ist die Digitalisierung bei den Unternehmen angekommen? Keller: Definitiv. Das betrifft die Produktion und das gesamte betriebswirtschaftliche Umfeld, also Enterprise Resource Planning-Systeme, mit denen Unternehmen alltägliche Geschäftsaktivitäten planen, steuern und verwalten. Customer Rela- tionship Management-Systeme für die Gestaltung der Kundenbeziehungen, Warenwirtschafts- und Shopsysteme, aber auch exotischere Anwendungen wie 3D-Scanner und 3D-Drucker. Bei den Unter- nehmen, die wir beraten, sind alle Größen dabei: Vom Einmannbetrieb über Gründer bis zum klassi- schen Mittelstand und größere Unternehmen. Herr Preil, wie unterstützt die IHK Betriebe in Sachen Digitalisierung? Martin Preil: Gerade in der frühen Phase ist es wichtig, sich einen fundierten Überblick zu verschaffen. Deshalb bieten wir mit unseren Digitalisierungs-Sprechtagen eine neutrale, unverbindliche und kostenfreie Beratung an. Im IHK-Netzwerk ‚Wirtschaft Digital‘ finden Unter- nehmer eine Plattform, um sich regelmäßig mit anderen Führungskräften aus unterschiedlichen Branchen auszutauschen. Und beim Thema KI? Preil: Den betrieblichen Anwendungsmöglich- keiten von KI widmet sich eine ganze Webi-
300 UNTERNEHMER haben 2024 an IHK-Veranstal- tungen zu digitaler Transformation teilgenommen QUELLE: IHK
Der direkte Draht zum IHK-Team: ihk.de/rhein- neckar/tech nologietransfer
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EINE NEUE ÄRA DER FAHRFREUDE.
DER NEUE BMW iX3.
INFO
Digitalisierung und künstliche Intelligenz kurz erklärt Digitalisierung Bezeichnet in ihrer grundlegenden Bedeutung die Umwandlung analoger Daten (wie zum Bei - spiel Papierdokumente) in digitale Formate (zum Beispiel PDF-Dateien). Diese digital verfügbaren Daten sind weitaus effizienter zu verwalten, zu ver - arbeiten und auszutauschen als analoge Formate. Digitale Informationen („verarbeitete Daten“) bieten die Grundlage für die umfassende digitale Transformation von analogen Unternehmenspro- zessen in automatisierte Arbeitsabläufe und für die Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Beispiele: Die Navigation über Google Maps, der Kauf in einem Onlineshop oder die Nutzung von Streaming-Diensten wäre ohne vorange - gangene Digitalisierungsprozesse nicht möglich gewesen. Künstliche Intelligenz Bezeichnet im weitesten Sinne computerba - sierte Systeme, die menschliche Fähigkeiten wie Wahrnehmung, Lernen und logisches Denken imitieren, um bestimmte Aufgaben oder Probleme zu lösen. KI-Systeme verarbeiten große Mengen der durch Digitalisierungsprozesse bereitgestellten digitalen Daten, um automatisiert Muster zu er- kennen, effizient Entscheidungen zu treffen und ihr Verhalten anzupassen. Beispiele: Eingesetzt werden KI-Systeme etwa bei der Bilderkennung, der medizinischen Diag- nostik und der vorausschauenden Wartung von Maschinen, bei der Erzeugung von Texten, Bildern und Videos (generative KI) sowie bei der Kunden - kommunikation durch Chatbots. INFO: Künstliche Intelligenz live erleben: Beim „Businessfrühstück KI4KMU – KI-Praxis“ am 25. November in Mosbach zeigt die IHK, wie smarte Technologien Arbeitsprozesse verändern. ihk.de/rhein-neckar/ki-kmu
Freude am Fahren
74889 Sinsheim I Neulandstr. 26 I Tel. 07261 9251-0 69190 Walldorf I Josef-Reiert-Str. 20 I Tel. 06227 609-0 68766 Hockenheim I Mannheimer Str. 2 I Tel. 06205 9788-0 74821 Mosbach I Hohlweg 22 I Tel. 06261 9750-0 69123 Heidelberg I In der Gabel 12 I Tel. 06221 7366-0 Unsere Marken: BMW, BMW M, MINI Folgen Sie uns auch auf Instagram, Facebook, LinkedIn & YouTube. www.bmw-krauth.de Der neue BMW iX3 bietet mehr als ein neues Design. Er ist eine Vision der Zukunft. Jede Kontur, jede Komponente und jedes Feature versprechen ein dynami- scheres und intuitiveres Fahrerlebnis. Das Herzstück des neuen BMW iX3 ist das Heart of Joy mit BMW Dynamic Performance Control: Die neuartige Hochleistungs-Steuereinheit garantiert höchste Fahrdynamik, Präzision und Effizienz – für ein Fahrge- fühl auf einem neuen Level. Mit bis zu 805 Kilometern vollelektrischer Reichweite (nach WLTP) setzt der neue BMW iX3 Maßstäbe. Seine Proportionen sind auf Anhieb vertraut, doch die Anmutung ist völlig neu – mit präzisen Linien, die die markante Silhouette formen. Der bis ins kleinste Detail durchdachte Innenraum vermittelt eine einladende Atmosphäre von purem Komfort und Innovation. Digitale Highlights wie das innovative BMW Panoramic iDrive definieren Fahrerorientierung neu. BMW iX3 50 xDrive: WLTP Energieverbrauch kombiniert: 17,9–15,1 kWh/100 km; WLTP CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g/km; CO₂-Klasse: A; WLTP Elektrische Reichweite: 679–805 km.
Mehr Infos unter:
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TITELTHEMA | DIGITALE TRANSFORMATION
INFO
Kennen Sie diese Digital- Verordnungen bereits?
Drei Tipps für mehr Cybersicherheit
Cyber Resilience Act (CRA) Neue EU-Verordnung für Cybersicherheit bei digitalen Produkten. Ab Ende 2027 müssen Hersteller nachweisen, dass ihre Software und Hardware sicher ist – mit Konformitätserklärung, Sicherheitsupdates und Meldepflichten. Der CRA gilt für eine breite Palette von Produkten: 1. Hardware: Smartphones, Laptops, Smartwatches, Smarthome-Geräte, Firewalls, Mikroprozessoren, intelligente Zähler 2. Software: Buchhaltungssoftware, Apps, Compu - terspiele B2B- und High-End-Systeme ebenso wie günstige Verbraucherprodukte Selbst-Check 1: Ist mein Unternehmen betroffen? ihk.de/rhein-neckar/cra Die NIS-2-Richtlinie 3. Soll die Cyberresilienz in der EU stärken und harmo - nisieren, um ein hohes gemeinsames Sicherheitsniveau von Netz- und Informationssystemen zu gewährleisten. Diese Regelungen kommen allen Unternehmen zugute. Doch die Anforderungen, um die Meldepflichten er - füllen zu können, sind hoch. Zweite Herausforderung: Unternehmen werden nicht automatisch informiert, ob sie betroffen sind. Sie sind verpflichtet, dies eigenständig zu prüfen! Selbst-Check 2: Ist mein Unternehmen betroffen? ihk.de/rhein-neckar/nis2
1. Sicherheitslücken schließen, Nutzerkonten und Netzübergänge absichern Alle Anwendungen regelmäßig und möglichst auto - matisiert aktualisieren Konten von Administratoren und anderen Nutzern trennen Verbindliche Richtlinie für sichere Passwörter fest - legen und Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen Unternehmensbereiche unterschiedlichen Schutzbe- darfs identifizieren und durch Firewalls bzw. Netzwerk - segmentierung schützen 2. Gefahrenbewusstsein schaffen und Schadprogramme abwehren Regelmäßig über Sicherheitslücken informieren und Erkenntnisse an Mitarbeiter weitergeben Mitarbeiter regelmäßig entsprechend ihrer jeweiligen Aufgabenbereiche schulen Mitarbeiter zur Meldung verdächtiger Wahrnehmun- gen ermutigen Virenschutzprogramme auf allen Geräten installieren und möglichst zentralisiert aktuell halten 3. Datensicherung durchführen und Notfallplan erstellen Regelmäßige und automatische Datensicherungen durchführen und Wiederherstellung testen Notfallpläne regelmäßig einüben ihk.de/rhein-neckar/cyber-sicherheit
Geld für Digital-Projekte
Tätigkeiten im Vorfeld oder für um- setzungsorientierte Forschung- und Entwicklungs-Dienstleistungen ab. Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirt - schaft • Sollte die Digitalisierung bestimm- ter Anlagen und Prozesse mit einer Energie- und Ressourcenoptimierung einhergehen, kann das Modul 4 „Ener- gie- und ressourcenbezogene Opti- mierung von Anlagen und Prozessen“ zur Finanzierung genutzt werden.
Unternehmen mit maximal 500 Millio- nen Euro Gruppenumsatz. Die Finanzierung mittels Darle- hen umfasst bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten von in der Regel 25.000 Euro bis zu fünf Millionen Euro für KMU bzw. bis zu 25 Millionen Euro für Nicht-KMU (siehe auch Seite 40). Innovationsgutscheine Baden- Württemberg • Die Gutscheine decken Kosten bis zu 20.000 Euro für wissenschaftliche
Digitalisierungsfinanzierung (ehem. Digitalisierungsprämie Plus) Das Programm „Digitalisierungs- prämie Plus“ existiert nicht mehr. Die Digitalisierungsförderung wurde unter dem Programm „Digitalisierungsfinan - zierung“ zusammengefasst. Die neue Förderung richtet sich an KMU mit weniger als 250 Mitarbeitern sowie größere mittelständische
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IHK Magazin Rhein-Neckar 08 | 2025
ihk.de/rhein-neckar
TITELTHEMA | DIGITALE TRANSFORMATION
Das IHK-Weiterbildungsangebot für Digitalthemen
Alle Angebote können von Einzelpersonen, Teams oder ganzen Unternehmen gebucht werden. Möglich sind kompakte Workshops, mehrwöchige Lehrgänge und auch Inhouse-Varianten. Grundlagen der digitalen Transformation Die Kurse Digital Change Manager und Digitalisierungs - manager machen Mitarbeiter fit, digitale Projekte selbst - ständig zu planen, Prioritäten zu setzen und Veränderungen vor Ort umzusetzen. Der Kurs Cloud Business Expert vermittelt, wie Cloud-In - frastrukturen Geschäftsmodelle ermöglichen und welche Chancen sich daraus für Unternehmen ergeben können. Daten und digitale Geschäftsmodelle Mit den Kursen Data Analyst und Business Data Analyst erwerben Beschäftigte die Fähigkeit, Daten zu sammeln, auszuwerten und daraus handlungsfähige Entscheidungen abzuleiten.
Für Marketing- und Vertriebsziele bieten die An - gebote Online Marketing Manager und Social Media Manager konkrete Methoden, um Reichweite und Kundengewinnung digital zu steuern. Künstliche Intelligenz Die IHK-Weiterbildungen rund um KI (zum Beispiel KI-Manager, KI-Tool Expert, Prompt Engineering) zeigen, wie KI-Anwendungen produktiv eingesetzt, Prozesse automatisiert und Geschäftsvorteile realisiert werden können (siehe auch Seite 46). Sicherheit Der Cyber Security Advisor hilft, Risiken zu erkennen und zu reduzieren. Der IT-Grundschutz-Praktiker unterstützt Unterneh- men bei der Umsetzung BSI-konformer Maßnahmen. ihk.de/rhein-neckar/weiterbildung
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AUS DER IHK
LANDTAGSWAHL BWIHK fordert Wirtschaftswende Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) hat seine Positionen für die Landtagswahl 2026 vorgestellt.
ein Belastungsmoratorium für neue Büro- kratiepflichten das Prinzip „One in, two out“ bei neuen Regelungen verbindliche Sunset-Klauseln (verpflichtende Befristung) für Rechtsakte mehr Vertrauen in unternehmerische Eigen- verantwortung durch ein Selbsterklärungs- prinzip verbindliche Genehmigungsfristen nach dem Vorbild der Vollständigkeitsfiktion
Industrie und Innovation: Standortstärke sichern – Förderlandschaft konsolidieren
2.
Der BWIHK fordert eine strategische Neuaus- richtung der Förderpolitik, orientiert an den fünf Handlungsempfehlungen des Normenkont- rollrats (NKR) Baden-Württemberg: Förderwesen vereinfachen (NKR-Empfehlun- gen): zentrale Koordinierung über eine Stelle, Standardisierung von Programmen, mehr Trans- parenz im „Förderdschungel“, Förderwesen konsolidieren (weniger, aber sinnvolle, mög- lichst breit angelegte Programme), vollständige Digitalisierung der Verfahren. Bewährte, gut laufende Programme dafür ver- stetigen: Innovationsgutscheine, Invest BW und Digitalisierungsprämie Plus technologieoffen fortführen – dieser „Förderdreiklang“ deckt die unterschiedlichen Bedarfe der Unternehmen gut ab. Digitalisierungsprämie ausbauen: Sie wird von Betrieben gut nachgefragt. Den Wegfall der Zuschussförderung überdenken/rückgängig machen, die reine Kreditförderung ist für viele Betriebe zu bürokratisch und wenig praxisnah. Flexiblere Zugänge: Förderanträge jederzeit möglich machen, „Beginn auf eigenes Risiko“, verbindliche Entscheidungsfrist von drei Mona- ten. Zukunftstechnologien fokussieren, Struk- turen für Digitalisierung, KI und Datenöko- nomie weiterentwickeln: Mit KI-Allianz, Cyber Valley & weiteren Exzellenzzentren verfügt BW über international sichtbare Strukturen, deren Ausbau durch mehr Zusammenarbeit be- schleunigt werden kann. Ziel: ein landesweites KI-Valley.
B WIHK-Präsident Dr. Jan Stefan Roell machte bei der Vorstellung der IHK-Posi- tionen in Stuttgart den Ernst der Lage deutlich: „Wie wir alle wissen, ist Baden-Würt- temberg wirtschaftlich noch stark. Doch der dauerhafte Druck struktureller Probleme zehrt zunehmend an dieser Substanz. Bürokratische Überregulierung, träge Verwaltungsprozesse, zu hohe Standortkosten, Innovationshemmnisse, die demografische Fachkräftelücke und Schwie- rigkeiten bei der Nachwuchsgewinnung belasten die Betriebe – ebenso wie marode Infrastruktur und eine Energiewende, die viele Unternehmen inzwischen eher als Risiko, denn als Chance empfinden. Wir brauchen daher einen Fahr- plan zum klaren ‚Kurs Wirtschaftswende‘“. Die BWIHK-Positionen enthalten die folgenden Handlungsempfehlungen für die Themenfel- der Regulatorik und Verwaltung, Industrie und Innovation, Bildung und Fachkräfte sowie Infra- struktur und Energie:
Zum Verzweifeln: Die Unternehmen im Land kämpfen unverändert mit wachsender Büro - kratie.
Infrastruktur und Energie- versorgung tragen unseren Standort ent- scheidend mit – müssen aber umfassend modernisiert werden. BWIHK- Vizepräsident Manfred Schnabel
Regulatorik und Verwaltung: Bürokratierückbau mit Struktur statt
1.
Symbolik Der BWIHK fordert einen strukturellen Be- freiungsschlag, der die folgenden fünf Punkte beinhalten soll:
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IHK Magazin Rhein-Neckar 08 | 2025
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AUS DER IHK
beflächenausweisungen an Autobahnanschlüssen oder bei interkommunalen Gewerbegebieten. Wohnungsbau beschleunigen – jährlich viele tausend neue Wohnungen erforderlich auch zur Gewinnung und Sicherung von Fach- kräften. Energieversorgung stabilisieren: Energiewende braucht viel mehr Umsetzung statt Ankündigung – mit Ausbau aller Netzebenen, neuen Kraftwerkskapazitäten, Techno- logieoffenheit. Wettbewerbsfähige Energiepreise: Einsatz im Bund, Stromsteuer wirklich für alle Unternehmen abzuschaffen und einheitliche Stromgebotszone beizubehalten. Kraftwerksstrategie umsetzen bzw. entschieden be- gleiten: Zügiger Neubau netzdienlicher Anlagen, um Energiesicherheit in Süddeutschland langfristig zu ge- währleisten.
Bildung und Fachkräfte: Lücke wächst – entscheidend sind Bildungspraxis, Aktivierung von
3.
Fachkräftepotenzialen und Zuwanderung Der BWIHK sieht das Land unter anderem in den folgen- den Handlungsfeldern gefordert: Ausbildungsreife sichern: Einführung eines verbind- lichen Kompetenzrahmens mit klaren Standards für fach- liche, soziale, digitale und methodische Fähigkeiten. Berufsorientierung stärken: Verpflichtende, praxisnahe Berufsorientierung – etwa durch ein zusätzliches Prakti- kum im G9 – sowie gleichwertige Darstellung beruflicher und akademischer Bildungswege an allen Schularten, besonders Gymnasien. 4. Infrastruktur und Energie: Zukunftsfähigkeit braucht Investitionen und Prioritäten Aktionsfelder, welche die Landesregierung entschieden voranbringen muss, sind aus BWIHK-Sicht unter anderem: Verkehrsinfrastruktur modernisieren: Planung, Erhalt und Ausbau von Straßen und Brücken massiv beschleuni- gen. Der prognostizierte, deutliche Zuwachs im Straßen- güterverkehr und auf der Schiene verlangt konsequentes Handeln. Richtige Flächenplanung: Dynamische Landesplanung statt starrer Flächenziele. Ausnahmen vom Anbinde- gebot im Landesentwicklungsplan zulassen, wie Gewer-
Mehr zum BWIHK-Positionspapier:
bw.ihk.de/newsroom/news-presse/publikationen
INFO: Die IHK Rhein-Neckar wird im Februar Diskussions- veranstaltungen in Heidelberg, Mannheim und Mosbach mit den dortigen Kandidaten für die Landtagswahl durch- führen. Mehr dazu in der kommenden Ausgabe des IHK- Magazins.
ENTWICKLUNGSPOLITIK
BWIHK-UMFRAGE
DIHK für Paradigmenwechsel
Exportgeschäft unter Druck
Deutliche Änderungen in der deutschen Entwick - lungspolitik – hin zu einer konsequenten Verknüpfung mit wirtschaftlichen Interessen – fordert die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK). „Handel und Investitionen sind keine Nebenschauplätze der Ent- wicklungszusammenarbeit, sondern die Schlüssel für gemeinsame Zukunftschancen“, betont DIHK-Außen - wirtschaftschef Volker Treier. Entwicklungsprojekte und wirtschaftliche Chancen müssten demnach zusammen gedacht werden, um den Wohlstand in den Partnerländern zu schaffen und zugleich auch die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Zu - dem plädierte Treier für eine mittelstandsfreundlichere Förderlandschaft in Deutschland. „Vor allem kleinere Firmen brauchen einfachen Zugang zu Finanzierung, Risikoabsicherung und Ausschreibungen. Hier muss die Entwicklungszusammenarbeit praxisnäher wer - den“, fordert er. Die bislang untergeordnete Rolle der Wirtschaft zeigt sich laut DIHK auch bei der Auftrags - vergabe: Nur rund elf Prozent der deutschen Mittel für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit gehen bislang an hiesige Unternehmen – im EU-Durchschnitt liegt die Quote bei gut 30 Prozent.
Die baden-württembergische Industrie blickt mit wachsender Sorge auf das Auslandsgeschäft. Laut IHK-Herbst-Konjunkturumfrage haben sich die Exporterwartungen im Herbst erneut eingetrübt: 28 Prozent der Betriebe rechnen in den kommen- den zwölf Monaten mit rückläufigen Ausfuhren, nur 24 Prozent erwarten ein Plus. Die Stimmung im US-Geschäft bleibt angespannt. Zwar rechnen aktuell 21 Prozent der exportierenden Betriebe mit steigenden Ausfuhren, im Sommer waren es lediglich 14 Prozent. Die Erwartungen haben sich damit zwar leicht verbessert, bleiben jedoch ins - gesamt auf einem niedrigen Niveau. Es überwiegt die Skepsis: 45 Prozent erwarten sinkende Exporte. Aus Unternehmenssicht könnten anhaltende Handelskonflikte, eine unübersichtliche Zollpolitik sowie komplexe Exportverfahren die Entwicklun - gen weiterhin belasten. Trotz des vereinbarten Basiszolls von 15 Prozent zwischen der EU und den USA erschweren zahlreiche Ausnahmen und Nachweispflichten weiterhin den Handel. Mehr zur Konjunktur in der Region auf Seite 20.
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