IHK-Magazin Ausgabe 8/2025

TITELTHEMA | DIGITALE TRANSFORMATION

IHK-ANGEBOT „Neues wagen und Erfahrungen sammeln“

Maximilian Keller und Martin Preil sind Technologietransfermanager bei der IHK Rhein- Neckar. Ein Interview über Trends, Herausforderungen und exotische Anwendungen.

nar-Reihe. Und unser KI-Frühstück stellt einzelne Themenbereiche wie etwa die Ge- fahren durch KI-Betrug in den Mittelpunkt. Wir wollen aufzuzeigen, dass ein KI-Projekt nicht sofort erfolgreich sein muss. Viele dieser Projekte, etwa 80 Prozent, scheitern sogar. Manche Projekte resultieren aber auch in sehr erfolgreichen Ausgründun- gen. Deshalb wollen wir grundsätzlich Mut machen, Neues zu wagen und Erfahrungen zu sammeln. Wichtig sind auch technische Fragen. Unsere Empfehlung lautet, zunächst den Einsatz von Standardlösungen zu prüfen, gegebenenfalls aber auch einen eigenen KI-Agenten im Unternehmen abge- kapselt zu betreiben. KI benötigt dann eine entsprechende Infrastruktur mit Sharing- Konzepten und Cloud-Lösungen. Schließlich gilt es rechtliche Fragen zu beachten. Dies betrifft etwa den AI-Data-Act, KI-Patente sowie grundsätzlich ethische Fragen beim KI-Einsatz. Keller: Die verantwortlichen Unternehmer und Angestellte wollen hauptsächlich Kalku- lationssicherheit: Welche Anwendungsfelder gibt es? Welche Lösungen sind möglich? Welche Kosten entstehen? Welche Risiken gibt es? Wer kann mich unterstützen? Als Tech- nologietransfermanager wollen wir Hemm- schwellen abbauen und den Unternehmen dabei helfen, Antworten sowie Partner für Digitalisierungs- und KI-Projekte zu finden. Welche KI-Anwendungen begegnen Ihnen denn in der Beratung? Keller: Seit ungefähr zwei Jahren beschäfti- gen sich die Unternehmen aktiv mit KI und wollen die Technologie in ihren Betrieben einsetzen. Heute steckt KI bereits im ‚Unter- bau‘ vieler Anwendungen. KI ist nicht nur bei der Erstellung von Texten und Bildern dominierend, sondern auch in Produktions- prozessen und bei der Personaleinstellung, in der Logistik, bei der Prozessoptimierung und bei der Wartungsoptimierung.

Herr Keller, wie steht es um die Entwicklung digitaler Technologien und Geschäftsmodelle in unserer Region? Und stimmt das Umfeld? Maximilian Keller: Ich bin vor kurzem in die Region gekommen, um meine Stelle als Techno- logietransfermanager bei der IHK anzutreten. Mich hat die charakteristische Eigendynamik, der Digitalisierungs- und KI-Drive angenehm überrascht: Hier gibt es viele digitalaffine Kon- zerne, Start-ups, Beratungsinstitutionen und Hochschulen, die untereinander sehr gut ver- netzt sind. Etablierte Unternehmen können in diesem Ökosystem ihre Digitalisierungsprojekte erfolgreich initiieren und durchführen. Ist die Digitalisierung bei den Unternehmen angekommen? Keller: Definitiv. Das betrifft die Produktion und das gesamte betriebswirtschaftliche Umfeld, also Enterprise Resource Planning-Systeme, mit denen Unternehmen alltägliche Geschäftsaktivitäten planen, steuern und verwalten. Customer Rela- tionship Management-Systeme für die Gestaltung der Kundenbeziehungen, Warenwirtschafts- und Shopsysteme, aber auch exotischere Anwendungen wie 3D-Scanner und 3D-Drucker. Bei den Unter- nehmen, die wir beraten, sind alle Größen dabei: Vom Einmannbetrieb über Gründer bis zum klassi- schen Mittelstand und größere Unternehmen. Herr Preil, wie unterstützt die IHK Betriebe in Sachen Digitalisierung? Martin Preil: Gerade in der frühen Phase ist es wichtig, sich einen fundierten Überblick zu verschaffen. Deshalb bieten wir mit unseren Digitalisierungs-Sprechtagen eine neutrale, unverbindliche und kostenfreie Beratung an. Im IHK-Netzwerk ‚Wirtschaft Digital‘ finden Unter- nehmer eine Plattform, um sich regelmäßig mit anderen Führungskräften aus unterschiedlichen Branchen auszutauschen. Und beim Thema KI? Preil: Den betrieblichen Anwendungsmöglich- keiten von KI widmet sich eine ganze Webi-

300 UNTERNEHMER haben 2024 an IHK-Veranstal- tungen zu digitaler Transformation teilgenommen QUELLE: IHK

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IHK Magazin Rhein-Neckar 08 | 2025

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