IHK-Magazin Ausgabe 8/2025

AUS DER IHK

beflächenausweisungen an Autobahnanschlüssen oder bei interkommunalen Gewerbegebieten. Wohnungsbau beschleunigen – jährlich viele tausend neue Wohnungen erforderlich auch zur Gewinnung und Sicherung von Fach- kräften. Energieversorgung stabilisieren: Energiewende braucht viel mehr Umsetzung statt Ankündigung – mit Ausbau aller Netzebenen, neuen Kraftwerkskapazitäten, Techno- logieoffenheit. Wettbewerbsfähige Energiepreise: Einsatz im Bund, Stromsteuer wirklich für alle Unternehmen abzuschaffen und einheitliche Stromgebotszone beizubehalten. Kraftwerksstrategie umsetzen bzw. entschieden be- gleiten: Zügiger Neubau netzdienlicher Anlagen, um Energiesicherheit in Süddeutschland langfristig zu ge- währleisten.

Bildung und Fachkräfte: Lücke wächst – entscheidend sind Bildungspraxis, Aktivierung von

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Fachkräftepotenzialen und Zuwanderung Der BWIHK sieht das Land unter anderem in den folgen- den Handlungsfeldern gefordert: Ausbildungsreife sichern: Einführung eines verbind- lichen Kompetenzrahmens mit klaren Standards für fach- liche, soziale, digitale und methodische Fähigkeiten. Berufsorientierung stärken: Verpflichtende, praxisnahe Berufsorientierung – etwa durch ein zusätzliches Prakti- kum im G9 – sowie gleichwertige Darstellung beruflicher und akademischer Bildungswege an allen Schularten, besonders Gymnasien. 4. Infrastruktur und Energie: Zukunftsfähigkeit braucht Investitionen und Prioritäten Aktionsfelder, welche die Landesregierung entschieden voranbringen muss, sind aus BWIHK-Sicht unter anderem: Verkehrsinfrastruktur modernisieren: Planung, Erhalt und Ausbau von Straßen und Brücken massiv beschleuni- gen. Der prognostizierte, deutliche Zuwachs im Straßen- güterverkehr und auf der Schiene verlangt konsequentes Handeln. Richtige Flächenplanung: Dynamische Landesplanung statt starrer Flächenziele. Ausnahmen vom Anbinde- gebot im Landesentwicklungsplan zulassen, wie Gewer-

Mehr zum BWIHK-Positionspapier:

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INFO: Die IHK Rhein-Neckar wird im Februar Diskussions- veranstaltungen in Heidelberg, Mannheim und Mosbach mit den dortigen Kandidaten für die Landtagswahl durch- führen. Mehr dazu in der kommenden Ausgabe des IHK- Magazins.

ENTWICKLUNGSPOLITIK

BWIHK-UMFRAGE

DIHK für Paradigmenwechsel

Exportgeschäft unter Druck

Deutliche Änderungen in der deutschen Entwick - lungspolitik – hin zu einer konsequenten Verknüpfung mit wirtschaftlichen Interessen – fordert die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK). „Handel und Investitionen sind keine Nebenschauplätze der Ent- wicklungszusammenarbeit, sondern die Schlüssel für gemeinsame Zukunftschancen“, betont DIHK-Außen - wirtschaftschef Volker Treier. Entwicklungsprojekte und wirtschaftliche Chancen müssten demnach zusammen gedacht werden, um den Wohlstand in den Partnerländern zu schaffen und zugleich auch die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Zu - dem plädierte Treier für eine mittelstandsfreundlichere Förderlandschaft in Deutschland. „Vor allem kleinere Firmen brauchen einfachen Zugang zu Finanzierung, Risikoabsicherung und Ausschreibungen. Hier muss die Entwicklungszusammenarbeit praxisnäher wer - den“, fordert er. Die bislang untergeordnete Rolle der Wirtschaft zeigt sich laut DIHK auch bei der Auftrags - vergabe: Nur rund elf Prozent der deutschen Mittel für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit gehen bislang an hiesige Unternehmen – im EU-Durchschnitt liegt die Quote bei gut 30 Prozent.

Die baden-württembergische Industrie blickt mit wachsender Sorge auf das Auslandsgeschäft. Laut IHK-Herbst-Konjunkturumfrage haben sich die Exporterwartungen im Herbst erneut eingetrübt: 28 Prozent der Betriebe rechnen in den kommen- den zwölf Monaten mit rückläufigen Ausfuhren, nur 24 Prozent erwarten ein Plus. Die Stimmung im US-Geschäft bleibt angespannt. Zwar rechnen aktuell 21 Prozent der exportierenden Betriebe mit steigenden Ausfuhren, im Sommer waren es lediglich 14 Prozent. Die Erwartungen haben sich damit zwar leicht verbessert, bleiben jedoch ins - gesamt auf einem niedrigen Niveau. Es überwiegt die Skepsis: 45 Prozent erwarten sinkende Exporte. Aus Unternehmenssicht könnten anhaltende Handelskonflikte, eine unübersichtliche Zollpolitik sowie komplexe Exportverfahren die Entwicklun - gen weiterhin belasten. Trotz des vereinbarten Basiszolls von 15 Prozent zwischen der EU und den USA erschweren zahlreiche Ausnahmen und Nachweispflichten weiterhin den Handel. Mehr zur Konjunktur in der Region auf Seite 20.

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IHK Magazin Rhein-Neckar 08 | 2025

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