STANDORT
INNENSTADTBERATUNG So blüht die City auf
Innenstädte zukunftsfähig gestalten: Die Beispiele Hockenheim und Mosbach zeigen, wie das geht. Immer an der Seite der Unternehmen: die IHK-Innenstadtberater
lich eine vierzehntägige Test- phase: Teile der Karlsruher Straße wurden zur Fußgän- gerzone und Aktionsfläche. Dabei half, dass Hockenheim als eine von acht Kommunen beim Landesförderprogramm „The Städt“ ausgewählt wurde. Zentraler Programminhalt: Ein Coaching, bei dem in Work- shops Anwohner, Gewerbetrei- bende und weitere Stakeholder gemeinsam die Bedürfnisse und Verbesserungsmöglichkei- ten der Ortsmitte erarbeiten. Auch temporäre Angebote wie neue Sitzgelegenheiten, zu- sätzliche Pflanzen, eine Tisch- tennisplatte und ein mobiler Spielgeräteverleih gehörten dazu. Für einige Geschäftsinhaber stand allerdings schnell fest, dass eine Fußgängerzone nicht die Lösung ist. Georgios Lois betreibt seit 2012 das Café Lato. Er war ursprünglich für eine autofreie Innenstadt, räumt jetzt aber ein: „Die Test- phase war ein wichtiger Schritt. Ich musste meine Meinung revidieren, dass die Gastro- nomie vor allem im Außen- bereich profitieren könnte. Die Laufkundschaft ist durch die Fußgängerzone deutlich weni- ger geworden. Autos bringen Bewegung, die war vollständig weg.“ Lois ist überzeugt, dass viele Geschäfte schließen wür- den, sollten die Autos komplett aus der Karlsruher Straße verschwinden. Das sieht auch Brigitte Netto vom benachbar- ten „Hosenshop“ so: „Hocken- heim ist aufgrund mangelnder Geschäftsvielfalt für eine
Herbstfest und Kurpfälzer Erntefest: Am zweiten Oktoberwochenende herrschte mit gleich zwei Events bunte Vielfalt in der Mosbacher Innenstadt.
E ine geringe Aufenthalts- qualität: Damit hat die Innenstadt in Hockenheim und mit ihr die Haupteinkaufs- straße seit Jahren zu kämpfen. Die Karlsruher Straße landete bei einer Umfrage zur Wahr- nehmung der Innenstädte Baden-Württembergs sogar auf einem der hinteren Plätze. Schuld daran: ein hohes Ver- kehrsaufkommen, mit Aus- wirkungen auf die Sicherheit für die Passanten und den gewissen Wohlfühlfaktor. Die Kommune war deshalb eine der ersten Städte, die 2022 die Innenstadtberatung der IHK in Anspruch nahmen. „In
vielen Gesprächen, Workshops und letztlich sogar einem Innenstadtforum stellte sich immer wieder die Frage, ob eine Verkehrsberuhigung oder sogar eine Fußgängerzone zur Weiterentwicklung der Innen- stadt beitragen würden. Es gab dazu viele konträre Meinun- gen. Während einige Gastrono- men große Befürworter waren, standen die Einzelhändler der Idee eher kritisch gegenüber“, fasst Projektleiter Timo Cyriax die Arbeit in Hockenheim zu- sammen. Im Frühsommer 2025 startete man in Hockenheim schließ-
Vorträge, Work- shops, Netzwerk- treffen für Innen - stadtbetriebe und Gewerbe- vereine: ihk.de/ rhein-neckar/ programm- haendler
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IHK Magazin Rhein-Neckar 08 | 2025
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