STANDORT
sammeln können, wurde von Magnetchip auf QR-Code umgestellt. So kann die neue Karte zusätzlich im Wallet des Smartphones abgespeichert werden und funktioniert auch digital. Und es gibt noch einen Zusatz: Unternehmen können die „Partnercard“ ihren Mitarbeitern als zusätz- lichen Bonus innerhalb des Steuerfreibetrages mitgeben und so die lokalen Betriebe unterstützen. Mit der Karte soll mehr vorhandene Kaufkraft vor Ort aus- gegeben werden: Beim Einzelhandelsumsatz je Einwohner und bei der Kaufkraftbindungsquote gehört das Mittelzen- trum im Neckar-Odenwald-Kreis laut IHK-Kaufkraftanaly- se zu den Top 3-Kommunen, gleichauf mit Hockenheim. Während dort die Umsätze allerdings hauptsächlich in den Fachmarktzentren in Talhaus gemacht werden, ist in Mosbach die Innenstadt ein zentraler Anziehungspunkt. Da kommt die neue Karte gerade richtig: „Der Rücklauf zur Partnercard ist positiv, sie wird von den Betrieben gut an- genommen. Vor allem die Kollegen im Bekleidungsbereich spüren einen Effekt. Uns war wichtig, dass die Karte das vielfältige Angebot in Mosbach abbildet, weshalb beispiels- weise auch eine Tankstelle, Apotheken oder ein Friseur mit dabei sind“, sagt Unternehmerin Krück-Mellert, die auch zweite Vorsitzende des Mosbacher Gewerbevereins ist: MB
Fußgängerzone nicht geeignet. Es fehlt ein Frequenzbringer wie beispielsweise ein Drogeriemarkt. Ich hatte während der Testphase drastische Umsatzrückgänge, mein Laden könnte auf Dauer nicht weiterexistieren.“ Beide Geschäfts- inhaber sind sich indes einig, dass eine weitere Verkehrsbe- ruhigung in Hockenheims City wichtig und richtig wäre. Timo Cyriax bewertet Hockenheims Bereitschaft Dinge auszuprobieren, als positiv: „Testphasen wie diese bringen eine viel diskutierte Idee immer voran und die Einschät- zungen sind je nach Betroffenheit ganz unterschiedlich. Es können eine oder mehrere Varianten ausprobiert und hie- raus wertvolle Erkenntnisse gezogen werden. Auch wenn eine Probezeit mit temporären Elementen nur zum Teil eine vollständige neue Gestaltung abbilden und weniger Wirkung entfalten kann, zeigt sie weitere Handlungsmög- lichkeiten auf und ermöglicht einen guten weiteren Dialog in der Stadtgesellschaft.“ Hockenheim kann die Daten des Versuchs nutzen, um Rückschlüsse auf die Verkehrs- führung bei zukünftigen Baustellensituationen zu ziehen. Und: Der Gemeinderat kann die Erkenntnisse kann bei weiteren Beratungen aufgreifen. Hinzu kommt: Gleichzeitig zum Test startete in Hocken- heim nach einem IHK-Tipp der Feierabendmarkt, und zwar erfolgreich: Nachdem der Wochenmarkt nicht angenom- men wurde, gestaltete man das Format zeitgemäßer. Heißt: Deutlich mehr Eventcharakter, ein kleines Streetfoodan- gebot und vor allem Öffnungszeiten, die mehr zur Lebens- wirklichkeit vieler Berufstätiger passen. Der Feierabend- markt auf dem Zehntscheunenplatz findet nun zweimal im Monat statt. Ein kleines, feines Event mitten in der Ferienzeit – diesen Versuch hat man indes in Mosbach in diesem Jahr gestar- tet. Beim Mosbacher Sommer fand mitten in der Stadt das Mini-Festival „Mosbach liest“ statt, initiiert von Kindlers Buchhandlung. Zwei Tage lang gab es auf dem historischen Marktplatz Lesungen, Signier- und Vorlesestunde und ei- nen Bücherflohmarkt für alle. „Die Idee für ‚Mosbach liest‘ kam uns, weil im Rahmen der Innenstadtberatung das Thema ‚Stadtlesen‘ vorgestellt wurde. In Kooperation mit dem Kulturamt und dem ortsansässigen Buchclub konnten wir sehr schnell in die Umsetzung gehen“, erklärt Christine Krück-Mellert, Geschäftsführerin der Buchhandlung. Die Erstauflage war so erfolgreich, dass man bereits für 2027 plant, denn die Veranstaltung soll nun alle zwei Jah- re stattfinden. Das nächste Mal vielleicht vor den Sommer- ferien, um noch mehr Schulen miteinbeziehen zu können. Die Aktion fügt sich nahtlos in die Reihe zahlreicher Events wie das Erntefest, einige Spezialmärkte, Mittelalter- oder Frühlingsfest ein. In Mosbach nutzt man die histo- rische Kulisse und den malerischen Innenstadtkern mit drei Kilometern Fußgängerzone zum Feiern und Erleben. Dazu kommt mit „Mosbach aktiv“ ein gut aufgestellter Gewerbeverein. Mit diesem zusammen haben die IHK-In- nenstadtberater beim Thema Kundenansprache angesetzt. Die bereits vorhandene „Citycard“, mit der Kunden Punkte
Innenstadtwirtschaft
Sechs IHK-Tipps für Unternehmen
1. Lokale Werbung: Umfragen zeigen, dass Bürger Angebote nach wie vor über lokale Zeitungen, Plakate und Radiosender wahrnehmen. Die Sichtbarkeit des eigenen Geschäfts lässt sich hierdurch gut erhöhen. 2. Online-Präsenz: Die Bedeutung von Social Media für die Sichtbarkeit des eigenen Betriebs wächst weiter. Ob die Wahl auf Facebook, TikTok, Instagram oder andere Kanäle fällt, hängt von der Zielgruppe ab. 3. Service: Der Kontakt zu einer realen Person ist oftmals das entscheidende Kriterium für den Offline-Einkauf. Herzlicher Empfang und individuelle Beratung sind daher wichtige Erfolgsfaktoren. 4. Suchmaschinenoptimierung (SEO): Die eigene Website sollte für Suchmaschinen optimiert und das Google-Unternehmensprofil immer aktuell sein. 5. Bewertungen: Die eigene Website sollte für Suchma - schinen optimiert und das Google-Unternehmens- profil immer aktuell sein. 6. Schaufenstergestaltung: Wer vor einem attraktiven und gut ausgeleuchteten Schaufenster stehen bleibt und schaut, betritt infolge mit höherer Wahrschein- lichkeit das Geschäft. Mehr Tipps speziell fürs Weihnachtsgeschäft gibt es auf der folgenden Seite.
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IHK Magazin Rhein-Neckar 08 | 2025
ihk.de/rhein-neckar
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