AUS DEN UNTERNEHMEN
ANTIOCHIA Heimat in der Nase Exklusive und natürliche Gewürze und Kosmetika – mit dieser Geschäftsidee haben sich Meric Yoldas und Zozan Insan selbstständig gemacht.
gewünschten Artikel aus den Regalen. Keine zwei Minuten später ist der Kunde wieder draußen – strafzettelfrei. „Ein Stammkunde“, berichtet Yoldas. Der 31-Jährige hat das Gewürzhaus Antiochia im Juli 2024 gegründet, gemeinsam mit Zozan Insan. Und seither sei die Zahl der Stammkunden ordentlich gewachsen. „Wer einmal bei uns war, kommt wieder“, sagt die 30-Jährige. Neben Service können die Kunden vor allem gute Be- ratung erwarten. Und ein sehr hochwertiges Ambiente. Die Gründer haben das Objekt, vorher war hier jahrzehntelang ein Nähmaschinen-Geschäft zu Hause, aufwendig umge- baut, Boden, Decken und Wän- de erneuert, Möbel aus Holz angefertigt. Einen niedrigen sechsstelligen Betrag haben sie dafür investiert. Dominiert wird der Raum von einer Theke, auf der große Glasbehälter stehen, davor kleine Miniaturfläschchen zur Geruchsprobe. Ihr Inhalt: Wei- ßer und schwarzer
„Zaathar ist ein Klassiker der arabischen Küche, ein rich- tiger Allrounder. Es passt zu Fleischgerichten genauso wie für Vegetarisches oder Brot- aufstriche“, erklärt Yoldas. In modernen Kochbüchern sei das Gewürz gerade sehr angesagt, beispielsweise in denen des israelischen Kochs Yotam Ottolenghi. „Wir haben Kunden, die sind nur dank dieses Gewürzes auf uns ge- stoßen“, sagt Insan. Ebenfalls stark nachgefragt sei Sumach, das aus einer Essigpflanze ge- wonnen wird und einen leicht säuerlichen Geschmack habe. Das Riechen an scheinbar unbekannten Gewürzen habe manchen Kunden schon Über- raschungen beschert. „Wir hatten Kundinnen, die riechen an einem Gewürz oder einer Gewürzmischung, dessen Namen sie nicht kennen und rufen dann aus: Genau so hat es bei meiner Oma immer gerochen!“, erzählt Insan mit einem Leuchten in den Augen. Denn neben dem geschäftli- chen Erfolg gehe es den beiden Gründern auch darum: mit
M ontagabend, kurz nach sechs. Meric Yoldas hat gerade sein Geschäft in der Mannheimer Kunststra- ße geschlossen, da klopft ein Kunde an die Ladentür. „Ich hab’s eilig, stehe im Parkverbot. Kannst du mir noch Deo mit Teebaumöl, Zahnpasta und eine Seife mit schwarzer Orchi- dee einpacken?“ Klar kann er! Während seine Partnerin Zozan Insan schon die Waren in die Kasse eingibt, holt Yoldas die 1.001 Gerüche: Zozan Insan (links) und Meric Yoldas in ihrem Gewürz- und Kosmetikladen in der Mannhei- mer Kunststraße.
Pfeffer, Curry, Estragon oder Majoran bei- spielsweise. Aber auch we- niger bekann- te Gewürze wie Galgant, Sumach oder Zaatar. Gerade letzteres sei einer der meistverkauf- ten Produkte.
Antiochia ein Stück Heimat nach Mann-
4.800 JAHRE ALT ist die Seifen- produktion, zu- mindest datieren die ältesten Rezepte auf 2.800 v. Chr. QUELLE: WIKIPEDIA
heim zu bringen.
Insan kam mit einem Jahr aus der Türkei nach
Deutsch- land. Ihre Eltern
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IHK Magazin Rhein-Neckar 08 | 2025
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