AUS DEN UNTERNEHMEN
HELISEVEN Keine Luftschlösser
Aus der Faszination fürs Fliegen entstand für Thomas Dräger eine neue Berufung: Zusammen mit seiner Frau bietet er Ausbildung, Rundflüge und Einsätze aus der Luft an.
Aus der Not machten die Drägers eine Tugend und bau- ten den Betrieb schrittweise und eigenfinanziert auf. Mitt- lerweile übernimmt das Team von drei Standorten – Mann- heim, Stuttgart und Augsburg – aus regelmäßig Flüge durch ganz Deutschland, bei denen es mit Wärmebildkamera oder Laser Leitungen abfliegt. Oft kommen die Hubschrauber auch zum Einsatz, um spekta- kuläre Filmaufnahmen aus der Luft zu drehen. „Wir fliegen auch Prominente, aber am schönsten ist es, Menschen, die zum ersten Mal Helikopter fliegen, bei Rundflügen die Städte von oben zu zeigen. Die Begeisterung beim ersten Flug ist ganz besonders“, erzählt Thomas Dräger. Der wichtigste Geschäfts- bereich von HeliSeven ist nach wie vor die Flugschule. „Fliegen ist nicht frei von Risiko. Deshalb ist Sicherheit unverhandelbar. Man muss aufmerksam sein, Gefahren richtig einschätzen“, erklärt Dräger, um zu verdeutlichen, weshalb eine gute Ausbildung das A und O ist. „Pilot zu sein bedeutet mehr als nur einen Hubschrauber zu steuern – es ist eine Einstellung und ver- ändert das ganze Leben.“ Wer das testen möchte, könne dies bei einem Schnupperkurs: Als „Pilot 4 A Day“ könne man in Begleitung eines erfahrenen Fluglehrers selbst das Steuer eines Helikopters überneh- men. Ze
ihn zum Umdenken, erklärt er. „Ich habe mich aus mei- nem eigenen Unternehmen fast komplett wegrationali- siert.“ Wohin nun also mit der freien Zeit? Freunde gaben den Impuls: Dräger absolvier- te die Ausbildung zum Berufs- piloten, kaufte sich einen Helikopter und flog zunächst privat. Aber das Ziel des gelernten Kaufmanns war schnell, die Maschine gewerblich anzu- melden. Auf der Suche nach einem Partner stieß Dräger auf HeliSeven in Stuttgart. Parallel flog er freiberuflich für verschiedene Unternehmen, kontrollierte beispielsweise Öl- und Gas-Piplines aus der Luft. „So habe ich schnell viele Flugstunden sammeln können“, sagt Dräger. „Bei der näheren Zusammen- arbeit kam heraus, dass Heli- Seven samt Flugschule zum Verkauf stand“, meint Dräger. 2013 übernahm das Ehepaar Dräger die Firma „zu einem unschlagbaren Preis“. „Wir wussten nicht, was auf uns zukommt – sonst hätten wir es ehrlich gesagt gelassen“, fügt er hinzu. Denn man brauche viel und gutes Personal. „Wir haben schnell festgestellt, dass wir mindestens acht Hubschrau- ber und viele Flugstunden brauchen, um überhaupt auf eine schwarze Null zu kommen“, ergänzt seine Frau Kathrin. Zu dieser Zeit bestand die Flotte aber aus gerade einmal drei Helikoptern.
M it ruhiger Hand steuert ein HeliSeven-Pilot sei- nen Hubschrauber über die Ruine Falkenstein in der Pfalz. Unter der Airbus-Ma- schine hängen Baumaterialen für die Sanierung der alten Burg. Kein breiter Weg führt hierher – zu steil, zu unzu- gänglich für einen Transport am Boden ist das Gelände. Thomas Dräger und sein Team sind es gewohnt, an Orte zu fliegen, die für andere schwer erreichbar sind, während seine Ehefrau Kathrin mit ihrer Boden-Crew für die Sicherheit und den gesamten Flugbetrieb verantwortlich ist. HeliSeven hat seinen Hauptsitz in Mann- heim und bietet Pilotenaus- bildungen, Arbeits- sowie Rundflüge an. Ursprünglich hatte Thomas Dräger ein Medizintechnik- Unternehmen. Das Buch „Die 4-Stunden Woche“ brachte
In der Luft: ein Pilot von HeliSeven bei der Arbeit
ZAHLEN UND FAKTEN 2013 gegründet 24 Mitarbeiter (davon 11 Piloten)
heliseven-group.de
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IHK Magazin Rhein-Neckar 08 | 2025
ihk.de/rhein-neckar
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