IHK-Magazin Ausgabe 8/2025

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MODEHAUS HENSCHEL Jung geblieben Das Modehaus hat in Heidelberg eine sehr junge Zielgruppe, darunter viele Jura-Studenten, geht aber nicht jeden Trend mit.

sich Koppers zunächst um die Personalplanung. Regelmäßig stehen zudem Gespräche mit den Henschel-Einkäufern auf dem Programm, die in der Henschel-Zentrale in Darm- stadt ihren Sitz haben und neben Heidelberg die Filialen in Darmstadt, Michelstadt, Lübeck und seit einer kürz- lichen Übernahme von zwei Häusern auch in Fulda und Gießen betreuen. Hier geht es um Jahres- und Umsatz- planungen, aber auch um neue Lieferanten und Sortimente. Mit einer Fläche von 5.000 Quadratmetern und einem Team von 75 Mitarbeitern ist Henschel Heidelberg nach dem Flaggschiff in Darmstadt die zweitgröß- te Filiale der Gruppe – mit einem besonders jungen Profil. „Trendbereiche sind bei uns deutlich größer als bei unseren Schwesterhäu- sern und bestimmte Marken funktionieren nur bei uns“, so Koppers. „Ein besonders gutes Beispiel ist die britische Marke Barbour, mit ihrer be- rühmten Wachsjacke, Symbol für englische Gentlemen und deshalb bei den Heidelberger Jurastudenten sehr beliebt.“ Dass diese Zielgruppe ver- stärkt auf den Preis schaue, sei natürlich eine gewisse Herausforderung, doch damit komme man zurecht. Schon beim großen Umbau des Hauses im Jahre 2018 wurde mit der Eingliederung des benachbarten s.Oliver- Shops der jungen Mode eine größere Fläche eingeräumt.

Im Zuge dieser Neueröffnung konzentrierte sich das Einzel- handelsunternehmen zudem auf das Kerngeschäft für Da- men- und Herren-Oberbeklei- dung, baute diese aus, verzich- tete dafür auf andere Bereiche wie die Kinderabteilung, die Outdoor- und Sportabteilung sowie den Bereich Damen- wäsche – und firmierte von „Modehaus Kraus“ auf „Mode- haus Henschel“ um, obwohl die Gruppe das Haus schon 1976 übernommen hatte. Aloys Kraus hatte im Jahr 1935 den Standort von der Familie Rothschild übernommen, die das Modehaus 1856 gegründet und ins Handelsregister ein- getragen hatte. Bei solch einer langen Ge- schichte kann das Heidelber- ger Modehaus auf eine treue Stammkundschaft bauen, die zwischen 65 und 70 Prozent ausmacht. Diese bindet Henschel mit zahlreichen Events und unterschiedlichen Kundenkarten, die mit Preis- ermäßigungen, Gutscheinen und dem kostenlosen Besuch der Kaffeebar locken. Die Treue hielt Henschel auch seiner Belegschaft über die gesamte Coronazeit – auch mithilfe des Online-Handels, der zu dieser Zeit eingeführt wurde. „Vor einem Jahr haben wir uns jedoch entschieden, unseren Online-Shop aufzugeben“, berichtet Koppers. „Wir wollen ein stationärer Einzelhandel sein und all unsere Kräfte dar- auf konzentrieren.“ uc

S ich auf den neuesten Koppers, der das Modehaus Henschel gemeinsam mit Catiana Wessely führt, jeden Arbeitstag zuerst auf dem Programm. Zuerst gilt sein Besuch den Abteilungen, die bereits vor der offiziellen Er- öffnung um 10 Uhr mit der Arbeit beginnen, unter ande- rem die Bereiche Dekoration und Warenabwicklung. Dann geht es durch die Verkaufs- abteilungen, den Blick fest gerichtet auf die Menge der noch einzuräumenden Ware und die Abwicklung verschie- dener Umbauten. In seinem Büro angekommen, kümmert Stand bringen: Das steht bei Geschäftsleiter Peter

Die Geschäfts- leitung: Peter Koppers und Catiana Wessely

Wir wollen ein statio- närer Einzel- handel sein und all unsere Kräfte dar- auf konzent- rieren.

Peter Koppers

henschel-heidelberg.de

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IHK Magazin Rhein-Neckar 08 | 2025

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