WENN GOTT VERWUN- DERT ActionVIVRE baut im Norden Guineas Kindergär- ten auf. So entstehen Beziehungen, in denen Freud und Leid geteilt werden. Dazu gehören auch Kran- kenbesuche, die in dieser Kultur sehr wichtig sind. Da die Gesundheitsversorgung schlecht ist, kann aber oft nur auf ein Wunder gehofft werden. Letztes Jahr blieben unsere Kindergärten aufgrund der Corona-Pandemie und der Präsidentschaftswahlen über Monate geschlossen. Es kam uns zu Ohren, dass eines unserer Kindergartenmädchen aus dem Dorf während dieser Zeit sehr krank wurde. Fünf Monate lag Dian- kemba im Bett und konnte schliesslich nicht mehr auf- stehen und laufen. Meine Teamkollegin Elian und ich entschieden, uns selber ein Bild zu machen und fuhren ins Dorf. Das Mädchen sah verloren und trostlos aus. Es konnte nur vornüber gebeugt sitzen und verzog bei jeder Bewegung das Gesicht. Das war nicht mehr das fröhliche Mädchen, das ich vom Kindergarten kannte. Kaum sassen wir, bat uns ein Zauberdoktor des Dorfes, für sie zu beten, was wir natürlich gerne taten. Wird sie überleben? Anschliessend setzte ich mich mit einer Mitarbeiterin aus einer anderen Stadt in Verbindung, die Erfahrung mit Physiotherapie hat. Sie machte mir keine grossen Hoff- nungen in Bezug auf Heilung und meinte, es könne bis zu einer Besserung sehr lange dauern. Wir zweifelten, ob das Mädchen überhaupt überleben würde. Ich ent- schloss, der Familie die Bewegungsübungen trotzdem zu zeigen. Dies, um dem Mädchen wenigstens das Gefühl zu geben, dass sich jemand um sie kümmert. Eine Woche später war ich ganz verwundert, dass Dian- kemba bereits besser aussah. Konnte das sein oder bil- dete ich mir das nur ein? Mit jeder Woche die verging, staunte ich mehr über die riesigen Fortschritte, die sie machte. Als sie mir nach etwa einemMonat – zwar noch etwas wackelig – entgegenlief, war ich überzeugt, dass Gott ein Wunder getan hat. WENN GOTT VERWUNDERT
VERTRAUEN, TROTZ ALLEM Wir waren als Familie nach Guinea ausgereist, um den Men- schen mit unseren Fähigkeiten und unserem Wissen zu die- nen. Die Liebe Gottes wollten wir ganz praktisch weitergeben und bei Interesse der Einheimischen von Gott erzählen. Wir erlebten sehr viele Aufs und Abs, machten erfreuliche Erleb- nisse, hatten aber auch mit grossen Schwierigkeiten zu kämp- fen. Es war uns zu jeder Zeit bewusst, dass dies keine von Gott gestellten Herausforderungen waren. Gott war und ist unsere Hoffnung und unser Versorger. Da war einerseits die Gefahr durch giftige Tiere wie Schlangen und Skorpione, was besonders mit kleinen Kindern ziemlich beängstigend war. Dann gab es auch Einbrüche im Hof, Unruhen in der Stadt, aber auch Todesfälle in der Heimat, die aus der Entfernung nicht leich- ter handzuhaben waren. Und schliesslich wurden die Kinder mehr und mehr krank, bis unsere anderthalbjährige Tochter während ei- ner langen Krankheitsphase nur noch sechs Kilogramm wog! Trotz allem hielten wir an Gott und an seinem Wort fest und vertrauten darauf, dass er treu ist. So kann es nicht weitergehen Dann wurde ich mehr und mehr krank. Unerklärliche Symptome liessen mich nicht mehr schlafen und ich bekam auch tagsüber star- ke Atembeschwerden, die mich kaum aus dem Haus gehen liessen. In einer Nacht dachte ich, ich müsse sterben. Mein Kopf drohte zu zerplatzen und ich bekam kaum noch Luft. Normalerweise bin ich keine Frau, die schnell aus der Fassung gerät, aber in dieser Nacht weckte ich meinen Mann und bat ihn, für mich zu beten. Am nächs- ten Morgen schrieb mir eine Freundin aus der Schweiz, die regelmäs- sig für mich betet und fragte, ob alles in Ordnung sei. Sie war in der Nacht aufgewacht und hatte sich gedrängt gefühlt, für mich im Ge- bet einzustehen. Zwar haben wir die Nacht irgendwie überstanden, aber die Symptome verschwanden nicht. Trotzdem wusste ich: Jesus ist mein guter Hirte, er erhört Gebete! Aber nun war ein Punkt er- reicht, an dem wir nicht mehr wussten, wie wir unsere Aufgabe in Guinea weiter wahrnehmen konnten. So entschieden wir uns schwe- ren Herzens, in die Schweiz zurückzukehren. In der Heimat verschwanden die Symptome zu Beginn fast vollstän- dig, kehrten dann aber von Zeit zu Zeit abgeschwächt wieder zurück. Die Ärzte waren ratlos. Es geht weiter Nun leben wir schon seit einiger Zeit wieder in der Schweiz und ich bin immer noch auf der Suche nach Antworten. Diese Antworten su- che ich in der Bibel. So gehe ich vorwärts und habe den Mut, Kran- ken die Hände aufzulegen (gemäss Markus 16.18). Ich durfte schon mehrere Heilungen sehen! Auch an mir selbst durfte ich viele Hei- lungen erleben. Und ich will mich auch weiterhin ganz auf Gott und die wunderbaren Zusagen aus seinem Wort verlassen.
Schau dir hier die Entwicklung von Diankemba im Video an:
Naemi S. Kindergarten ActionVIVRE Nord, Guinea
Priska Müller Ehem. in Guinea im Einsatz
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