SPRACHBRÜCKEN
ab und zu sogar eine Übersetzung vom «Schweizer Französisch» ins «Guinea Französisch». Aber es ist uns möglich, relativ leicht mit den Einheimischen zu kommunizieren und zusammenzuarbei- ten. Kulturelle Unterschiede sind vor- handen, aber die Tatsache, dass wir die gleiche Sprache sprechen, bringt uns nä- her zusammen und wir konnten vor Ort ziemlich rasch effizient arbeiten. Mehr als nur Verständigung Persönlich engagieren wir uns in der Ausbildung von Pastoren und Leiten- den, im Unterricht für Jugendliche und Kinder, im Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung, in der Beglei- tung von Ehepaaren und in der Förde- rung von Frauen, damit sie ein eigenes Einkommen erwirtschaften können. In all diesen Bereichen ermöglicht uns das Französisch, unser Wissen und unse- re Erfahrungen leichter zu vermitteln. Wir können zudem didaktisches Mate- rial und Referenzdokumente erstellen – in einem Land, in dem der Zugang zu Büchern oder zum Internet noch sehr begrenzt ist. Die Sprache verbindet Es gibt unzählige Situationen, in de- nen uns das Französisch nützlich ist: bei Begegnungen auf dem Markt, in Gesprächen mit einem Polizisten, ei- nem Schuldirektor, dem Bürgermeis- ter oder dem Imam des Quartiers. Wir können Patient/innen im Krankenhaus unterstützen, Projekte entwickeln und Freundschaften pflegen. Das Franzö- sisch ersetzt nicht das Erlernen einer
Landessprache, aber es erleichtert uns den Alltag sehr. Viele Barrieren fallen, wenn wir uns verständigen, zusammen lachen und uns in unserer Mutterspra- che ausdrücken können. Ein grosser Segen Wir stellen uns das Paradies gerne als einen Ort vor, an dem jeder seine «Her- zenssprache» spricht und wo wir alle Sprachen verstehen können. Davon sind wir mit unserem Französisch in Guinea natürlich weit entfernt! Aber wir denken, dass sich Französischspra- chige, die Gott für einen Einsatz im Ausland beruft, des enormen Segens bewusst sein sollten, den ihre Mutter- sprache zur Erfüllung ihres Auftrages darstellen kann.
Als wir uns für einen Auslandsein- satz entschieden, wurde uns klar, dass Gott uns von Kindheit an ei- nen Vorzug geschenkt hat, den wir bei der Wahl des Einsatzlandes berücksichtigen sollten: die fran- zösische Sprache. Während vie- le Mitarbeitende gezwungen sind, monatelang eine Sprache zu er- lernen, bevor sie ausreisen kön- nen, haben wir das Privileg, eine Sprache zu sprechen, die in vielen Ländern, insbesondere in Afrika, verwendet wird.
Wertvolle Freundschaften
Als Familie sind wir in der Republik Guinea tätig. Es gibt zwar sieben Lan- dessprachen und etwa 40 weitere Spra- chen und Dialekte, aber Französisch ist die offizielle Staatssprache und wird auch in Schulen und Institutionen ver- wendet. Viele Menschen hier sprechen Französisch, manche fliessend, ande- re eher gebrochen. Nur für eine kleine Minderheit der Guineer/innen ist Fran- zösisch die Muttersprache. Aber unser Französisch kann sich ganz schön vom lokalen Französisch unterscheiden! Es braucht manchmal ein wenig Zeit, bis beide Seiten einander verstehen, und
Gaëlle unterhält sich auf dem Markt
Cédric Ch. Förderung und Begleitung von Pastoren Guinea
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