beyond 02|2025

Teilhabe gelingt, wenn Fachkräfte langfristig begleiten, verlässlich sind und Vertrauen aufbauen.

› Partizipation: Jugendliche an Planung und Gestaltung beteiligen. › Niedrigschwellige Formate als Einstieg – etwa Kurzreisen oder virtuelle Begegnungen. Solche Ansätze fördern nicht nur die Teilhabe Einzelner, sondern verändern langfristig die Haltung innerhalb von Organisationen: Weg von Defizitorientierung, hin zu echter sozialer Öffnung. Lernen über Armut – als Reflexionsraum für Fachkräfte Internationale Jugendarbeit kann auch für Fachkräfte ein Lernraum sein – besonders, wenn sie mit Jugendlichen arbeiten, die von Armut betroffen sind. Wer Austausch ­ projekte begleitet, erlebt unmittelbar, welche Hürden Jugendliche überwinden müssen, um überhaupt teil­ nehmen zu können. Diese Erfahrungen eröffnen einen Reflexionsraum für die eigene Praxis: Sie machen sicht ­ bar, wie tief Armut in alltägliche Entscheidungen ein­ greift – und wie leicht pädagogische Angebote ungewollt ausschließend wirken.

Wenn Fachkräfte Armut als gesellschaftliche Struktur und nicht als individuelles Defizit begreifen, verändert das ihr Handeln. Internationale Jugendarbeit wird zu einem pädagogischen Resonanzraum, in dem Fachkräfte soziale Ungleichheit in Deutschland differenzierter ver ­ stehen und ihre Arbeit darauf ausrichten. Fazit Armut ist keine Randbedingung, sondern eine Realität, die den Zugang zu Internationaler Jugendarbeit prägt. Sie wirkt leise, durch Unsicherheit, Scham und die Sorge, nicht dazuzugehören. Fachkräfte können diese Hürden sichtbar machen und ihnen aktiv begegnen. Internatio­ nale Jugendarbeit wird so zu einem Ort, an dem nicht nur Ländergrenzen, sondern auch soziale Grenzen in Bewegung geraten.

Kontakt Mareike Ketelaar

IJAB / Geschäftsbereichsleiterin Qualifizierung und Weiterentwicklung der Internationalen Jugendarbeit Mail: Ketelaar@ijab.de

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