beyond 2|2025
„Ich kann jetzt das Positive im Negativen finden“
Ich hatte gerade mein Abi gemacht und habe meine Mitschüler*innen beneidet, die alle wegfahren konnten. Ich wollte auch was Schönes erleben.
beyond: Was hat sich durch den Auslandsaufenthalt für euch geändert?
beyond: Wie war es in Italien?
Fentje: Es war eine ziemlich wilde Reise und wir hatten auch noch mit einem Krankheitsausbruch zu kämpfen. Wir haben während des Workcamps in einem kleinen Dorf gelebt und waren eine internationale Gruppe. Ich habe viel über Schildkröten und auch über Italien gelernt. Wir haben an den Stränden den Müll aufgesammelt und haben von den Leuten viel positives Feedback dafür be kommen. Natürlich haben wir danach auch immer das glasklare Wasser genossen. Mit einer Freundin in Paris bin ich immer noch in Kontakt und habe sie dort schon besucht. Angelina: Ich habe ein Highschool-Jahr in Colorado, USA, verbracht – eine Erfahrung, die mein Leben nachhaltig bereichert hat. Mit meinen Gasteltern durfte ich zwei wundervolle Menschen kennenlernen, die mich bis heu te auf meinem Weg unterstützen und mir ein friedliches, familiäres Umfeld geboten haben. Dort habe ich mich zum ersten Mal wirklich frei und unabhängig gefühlt. Na türlich gab es auch Herausforderungen, doch diese wa ren deutlich leichter zu bewältigen als jene, die ich zuvor in meinem familiären Umfeld erlebt hatte.
Monique: Einfach alles. Ich habe eine andere Kultur ken nengelernt, es ist für mich einfacher und verständlicher geworden, wie ich mit Menschen mit Beeinträchtigungen zusammen lernen kann, ich kann auf die Gefühle anderer Menschen eingehen. Ich kann jetzt das Positive im Nega tiven finden – das habe ich früher nie geschafft. Ich habe gelernt, dass ich sein kann, wie ich bin und dass ich mich auf andere verlassen kann. Meine ganze Sichtweise hat sich geändert. Fentje: Bei mir war es ein Kurzaufenthalt, das ist etwas anderes, als für ein Jahr wegzugehen. Aber ich glaube trotzdem, dass es ein Meilenstein in meinem Leben war. Als Careleaverin kann man ja auch negative Erfahrungen machen. Das war bei mir nicht der Fall und das liegt auch an der Kreuzberger Kinderstiftung. Von den Mitarbeite rinnen habe ich mich immer ernst genommen gefühlt. Die Begleitung war auf meine Bedürfnisse abgestimmt. Das hat mir geholfen, trotz des Krankheitsausbruchs die ganze restliche Reise genießen zu können.
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