IM FOKUS – Armut erkennen, Chancen eröffnen
auf, wir sind ein Teil von ihnen. Unsere Arbeit wird von Generation zu Generation weitergegeben. Meine Mutter ist eine der Gründerinnen und die Vorsitzende, und auch ich engagiere mich aktiv in der Organisation. Inzwischen kommen andere Sozialdienste zu uns, fragen um Rat, wollen von uns lernen und bitten um Unterstützung. Auf diese Weise arbeiten wir inzwischen mit vielen Partnern, ein Netzwerk ist entstanden. Jugendaustausch verändert das Leben beyond: Lasst uns über eure internationale Arbeit sprechen. Wovon profitieren junge Menschen, die an euren Jugendaustauschen teilnehmen am meisten? Bruno Miguel Costa Batista: Unsere jüngsten Eindrücke sind noch frisch. Wir haben gerade einen zweiwöchigen Austausch in Lissabon organisiert. Jetzt legen wir gerade eine kleine Pause ein. Internationalen Austausch machen wir seit 25 Jahren. Am Anfang waren es die Frauen, die unsere Organisation gegründet hatten, die die Botschaft von unserer Lebensweise ins Europäische Parlament tru gen und auch im Ausland etwas lernen wollten. Dann ha ben wir mit dem Jugendaustausch begonnen. 1995 habe
denen wir arbeiten, aus verschiedenen Gründen nicht zugänglich – hohe Preise, eine notwendige regelmäßige Teilnahme, sie sind weit entfernt, die älteren Geschwister müssen sich um die jüngeren kümmern, sodass sie den Stadtteil nicht verlassen können usw.. Wir profitieren ein wenig davon, dass es im Stadtteil kaum andere Freizeit aktivitäten gibt und sich viele Menschen diese ohnehin nicht leisten können. Unsere Straßensozialarbeit hilft uns, mit den Menschen direkt in ihrem eigenen Umfeld, in ihrem eigenen Viertel, in Kontakt zu treten, sodass der Kontakt viel natürlicher zustande kommt, ohne dass sie die Hemmschwelle überwinden müssen, zu einem un bekannten Ort zu kommen. Dennoch gibt es Eltern, die ihren Kindern nicht erlauben, zu uns zu kommen. Das akzeptieren wir. beyond: Bruno, du hast uns gesagt, eure Initiative in Chelas sei selbstorganisiert und sei von den Bewohner*innen des Stadtteils initiiert worden. Ist das Teil eures Erfolges? Bruno Miguel Costa Batista: Ja, auf jeden Fall. Wir kom men nicht von außerhalb, wir leben in der Nachbarschaft und kennen die Menschen. Wir drängen ihnen nichts
Die Möglichkeit, an einem Jugend austausch und der Vorbereitung darauf teilzunehmen, motiviert viele der Jugendlichen, sich aus Schwierigkeiten herauszuhalten.
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