AWB_KW06_2019

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Allschwiler Wochenblatt

Freitag, 8. Februar 2019 – Nr. 6

Allschwiler Sekundarklasse

Sekundarschule

auf Interview-Besuch in Liestal Am 31. Januar besuchte die 2Pd aus Allschwil in Liestal verschiedene kantonale Amtsträger für ein Interviewprojekt.

Von Andrea Schäfer

«Die Idee ist, dass die Schüler sich mit einem politischen Thema aus- einandersetzten», beschreibt Jürg Wiedemann ein Interviewprojekt, das er mit seiner Klasse 2Pd der Sekundarschule Allschwil letzte Woche durchführte. Zu diesem Zweck müssen seine Schülerinne- nen und Schüler am31. Januar früh aufstehen. Eine Dreiergruppe der Klasse muss beispielsweise um 7.30 Uhr im Regierungsgebäude in Liestal sein, um dort ihr Interview zum Thema Bildungspolitik mit Beat Lüthy, Leiter des Amts für Volksschulen, durchzuführen. Auch ihre übrigen Mitschüler reisen für Interviews zu verschiede- nen Themen in den Kantonshaupt- ort. Dabei erhalten die Regierungs- räte Monica Gschwind (Thema: Bildungspolitik), Thomas Weber (Gesundheitspolitik) und Anton Lauber (Finanzpolitik), aber auch Landschreiberin Elisabeth Heer (Arbeit der Landeskanzlei), Kan- tonsgerichtspräsident Roland Hof- mann (Gerichte) und Redaktor Simon Tschopp von der Baselland- schaftlichen Zeitung (Macht der Medien) Allschwiler Besuch. Nach den einstündigen Inter- views besammeln sich die Jugendli- chen imVorraumdes Landratssaals. Die Baselbieter Parlamentarier strömen kurz vor 10 Uhr zur Land- ratssitzung in die gleiche Richtung.

Präsidial begrüsst: Landratspräsident Hannes Schweizer begrüsst vor dem Start der Sitzung Allschwiler Schülerinnen. Fotos Bernadette Schoeffel

Multimedia: Technische Hilfsmit- tel machen das Arbeiten leichter.

Landratspräsident Hannes Schwei- zer lässt es sich vor der Sitzung nicht nehmen, die Jugendlichen zubegrüs- sen, und auch einige Allschwiler

Frage, ob sie nervös gewesen sind, beantworten die Jugendlichen un- terschiedlich; einige geben sich sehr gelassen, andere halten fest, dass sich die Nervosität nach Interview- start bald gelegt habe. Wohl nicht zuletzt dank der de- taillierten Vorbereitung. «Wir haben einen Monat lang vorberei- tet», erzählt Klassenlehrer Wiede- mann, der in Liestal zwischen sei- nen Lehrer- und Landratspflichten hin und her pendelt. «In der Schule haben sie dafür zwischen 15 und 20 Lektionen erhalten.» Federfüh- rend bei dem Projekt, das er alle paar Jahre durchführe, sei das Fach Geografie. Dort stehe die Behand- lung einzelner politischer Themen im Lehrplan. Neben dem Interview müssen die Schüler als Teil ihrer Arbeit auch einen Einleitungstext, eine Biografie und eine eigene Mei- nungsäusserung zum jeweiligen Themenbereich verfassen. Nicht nur der Inhalt, auch die sprachliche

und layouterische Präsentation fliesseindieBewertungein,deshalb seien auch die Fächer Deutsch und Informatik im Projekt involviert, erklärt Wiedemann, der selber In- formatik erteilt. Fürs Interview hätten sie viel recherchiert, hält ein Schüler fest, der Landschreiberin Elisabeth Heer interviewte. Neben dem Internet haben den Schülern auch Zeitungs- artikel undMedienmitteilungenals Informationsquellen gedient beim Erstellen ihrer zahlreichen Inter- viewfragen zu jeweils zwei, drei Unterthemen. AntonLauberwurde beispielsweise zu den Themen Steuern, Leistungslöhne und zum im letzten September bekanntgege- benen Überschuss des Kantons be- fragt. «Er hat alles beantwortet», halten die drei Jugendlichen fest. Lauber zeigt sichnach seinemInter- viewbeeindruckt vondenSchülern. «Siehabenetwas geleistet», sagt der Allschwiler und fügt schmunzelnd an, «sie wollten viel wissen.»

Landräte schauen vorbei. Langsam reden bitte

Zu Beginn der Sitzung begibt sich die 2Pd für zehn Minuten auf die Zuschauertribüne des Landrats, um einen Einblick in das Sitzungs- geschehen zu erhalten. Danach verteilen sich die 21 Jugendlichen wieder im Regierungsgebäude und machen sich an ihren Laptops daran, die Interviews zu verfassen. «Es war eine spannende Erfah- rung», hält ein Schüler fest, der BZ-Redaktor Tschopp interviewte. Das Gespräch sei gut gelaufen, meint die Dreiergruppe. «Wir haben ihm am Anfang gesagt, er soll etwas langsamreden, dann sind wir gut mitgekommen und haben uns Notizen gemacht.» Auch die anderen Grüppchen zeigen sich zufrieden mit ihren Interviews. Die

Allschwiler unter sich: Anton Lauber schaut auf dem Weg in die Land- ratssitzung bei den Jugendlichen vorbei.

Team-Work: Die Dreiergruppen arbeiten am Donnerstagmorgen gemeinsam am zuvor geführten Interview.

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