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Allschwiler Wochenblatt

Freitag, 8. Februar 2019 – Nr. 6

Fasnacht Lange Tradition: Schwellemer Morgesträich

Kolumne Auf den Spuren von Paracelsus

Anfang Januar, ich verbringe ein paar Tage mit meiner Besten in Bad Ragaz, ein Paradies für Leib und Seele. Als «must see» gibt es in dieser Zeit die «Tamina Lu- mina», eine Lichtshow am Ein- gang zur Taminaschlucht. Sie erzählt eine Geschichte über Paracelsus dem «alle Ding’ sind Gift»-Entdecker. Am Anfang verführt ein Stand zum Glühwein. Ich halte mich zurück, denn ich möchte die Eindrücke bewusst erleben. Wir werden auf die Brücke gelas- sen und die Show beginnt. Ein Wasserfall wird mit wechseln- den Farben ausgeleuchtet und der kleine Paracelsus wird auf das Wasser projiziert. Eine Fee, Wassergeistin oder so, erscheint dem Kleinen und er folgt ihr in die Fluten.Wir schlendern durch die kalte Nacht zur nächsten Projektion. Ich beginne mich zu fragen, ob es mit einer Tasse Glühwein – viele der Umstehen- den halten sich an einer solchen fest – nicht eindrücklicher gewe- sen wäre? Es kommt Dramatik auf, die Tamina tritt über die Ufer, virtuell versteht sich, und das alles sehr bunt. «Ist das eine Albert-Hofmann-Biographie», frage ichmich?Wir durchschrei- ten auf dem weiteren Weg die Unterwasserwelt, welche noch farbintensiver projiziert wird. «War Paracelsus doch Erfinder des ersten Trips? Würde eine Tasse Glühwein hier den Hori- zont erweitern?» Es bietet sich die zweite Chance auf eine Tasse voll Stimulanz und wir entschei- den uns dafür. Das Finale der Geschichte ist nach ein paar Schlucken intensiver. Die Farben verschmelzen mit der Musik, die Fassade wankt und der Verstand setzt aus, die Sinne übernehmen. Überwältigt schlendere ich zur Tassenrückgabe und überlege: «Lass ich sie gleich nochmals befüllen?» Da setzt der Verstand ein undmahnt mich an die Lehre des Paracelsus. Von Andi Signer

Laternen, die in den letzten Jahren am Allschwiler Morgenstreich zu sehen waren. Fotomontage Bernadette Schoeffel

Der Allschwiler Morgesträich ist etwas Eigenartiges, etwas ganz anderes. Man kann ihn weder mit Basels berühmtemAnlass noch mit einer der üblichen «Chesslete» an- derer Landgemeinden vergleichen. Blättert man in der Geschichte der hiesigen Dorffasnacht ins letzte Jahrhundert zurück, so kann man zur Überraschung feststellen, dass bereits um1880 herum inAllschwil ein «Buebemorgesträich» durchge- führt wurde. Nach einem Unter- bruch, bedingt durch den ersten Weltkrieg, erhielt derMorgesträich anfangs derZwanzigerjahrewieder neuenAuftrieb.DochderAusbruch des Zweiten Weltkriegs unterbrach erneut diesen Volksbrauch. 1946 führte die Allschwiler Dorfjugend den erstenNachkriegs- Morgästreich durch. Mit Lärmins-

Als Denise Tinguely bei der Allschwiler Frauenwagenclique Rue du Bœuf-Rueche einstieg, war für sie klar: Eine Clique ohne Teilnahme am Morgesträich, das ist keine rich- tige Fasnacht, und zum Morge- sträichgehört eineLaterne.Dankder Initiative der Rue du Boeuf-Rueche werdenander kommendenFasnacht erstmals bereits am Fasnachtsmon- tag ab 19 Uhr die Laternen im Be- reich Dorfplatz zu sehen sein. Am Dienstagabend ab 21 Uhr werden die Laternen mitten in der Tramschlaufe der Linie 6 zu bewun- dern sein. Programmgemäss um 22 Uhr werden die Allschwiler Guggenmusigen den Sternmarsch durchführen und samt Fans auf dem Dorfplatz eintreffen. d Chrutstorze, Wildviertel-Clique Allschwil

trumenten aller Art wurde der Brauch so bis Ende der Vierziger- jahre aufrechterhalten. Nach einem rund 20-jährigen Unterbruch er- griff im Jahre 1974 die Wildviertel- Clique die Initiative und organi- sierte wieder einen Morgesträich, der auch heute, nach 45 Jahren, noch durchgeführt wird. Am Sonntag, 3. März, ist es also wieder so weit, um 5 Uhr wird mit dem Morgesträich die diesjährige Allschwiler Fasnacht eröffnet.Nach einer langen Vorbereitungszeit und kunstvollem Schaffen werden die kleinen und grossen Laternen vor einer prachtvollen Dorfkulisse der Öffentlichkeit gezeigt. Das WVC- Schpiil und weitere Trommel- und Pfeiferformationen begleiten die schaurig schönen Kunstwerke durch den dunklen Dorfkern.

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Fasnacht Monschtergässle am Sunntig

9.-23. Februar 2019 Volggshuus Basel

Du bist noch voller Energie am Abend des Fasnachtssonntags (3. März)? Du bist «zufällig» im Goschdym und kannst trommeln und pfeifen und hättest Lust, im grossen Pulk im Dorf zu «gässle»? Falls ja, dann heisst es: Yschtoo! Sei dabei beim siebten traditionellen

«Monschtergässle»! Wie immer trifft man sich um 21 Uhr beim Restaurant Landhus, steht dann zusammen ein und «gässlet», so- langeesallenSpassmacht.Natürlich nur mit Märschen, die fast alle können.  Claude Lutz, Obmaa WVC-Schpiil

Für alle, die nach dem Umzug am 3. März noch Energie haben:

Tickets: charivari.ch 061 266 1000

Um 21 Uhr startet das Monschter-

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