EUROPA
DÄNEMARK Schlüsselprojekt der Offshore-Wind-Strategie
Ab 2030 soll die Ostseeinsel Bornholm als Sammel- punkt für bis zu 3 Gigawatt Strom aus Offshore- Windparks dienen, die rund 15 Kilometer vor der Küste errichtet werden. Diese Verbindung ist Teil eines grenz- überschreitenden Energieverbunds, der die Versorgungs- sicherheit in der Ostseeregion stärken und den europäi- schen Strommarkt enger verzahnen soll. Die Kooperation mit Deutschland wurde im Rahmen des Baltic Sea Energy Security Summit 2022 beschlossen. Mit der Bornholm Energy Island möchte Dänemark seine installierte Offshore-Windkapazität nahezu verdoppeln. Die wirtschaftliche Bedeutung ist enorm: Neben dem Bau der Offshore-Windparks entstehen auf Bornholm und in Seeland umfangreiche elektrotechnische Anlagen, die zu den größten Infrastrukturprojekten in der dänischen Ge- schichte zählen. Die Ausschreibungen und der Bau werden von der dänischen Energieagentur und dem Netzbetreiber Energinet koordiniert. Die Investitionen sind Teil einer dänischen Industrie- strategie, die auf Export und internationale Partner- schaften setzt. Die Windbranche schafft zehntausende Jobs und erzielt Milliardenumsätze – vor allem durch den Export von Technologie und Know-how. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit Deutschland, die als Strom- drehscheiben auch deutsche Netze stabilisieren sollen. Gemeinsame Ausschreibungen und Forschungsprojekte vertiefen diese Kooperation und stärken die europäische Energieintegration. GTAI/IHK
Vorreiter bei grüner Energie: 58 Prozent des dänischen Stroms wird bereits mit Windkraft erzeugt. Im Bild: Der Middelgrunden Offshore- Windpark im Øresund vor Kopenhagen.
RUSSLAND Erhöhung der Mehrwertsteuer
kompensieren, und gleichzei- tig die wachsenden Haushalts- ausgaben im Krieg gegen die Ukraine weiter zu finanzieren. Die Erhöhung der Mehrwert- steuer kann weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft des Landes haben. Höhere Preise wirken sich direkt auf die allgemeine Kauf- kraft aus. Dadurch könnten Konsumverhalten und Nach- frage im Inland weiter einge- schränkt werden, insbesondere bei importierten Gütern und nicht lebensnotwendigen Produkten. Gerade die priva- ten Haushalte werden durch
Am 24. September 2025 gab das russische
die höheren Preise stärker belastet, was sich in einer Verringerung der verfügbaren Mittel für andere Ausgaben niederschlägt. Ob die geplante Steuererhö- hung tatsächlich zur Stabi- lisierung der Staatsfinanzen beiträgt oder lediglich die Wirtschaft weiter belastet, bleibt abzuwarten. Unter- nehmen mit internationalen Verflechtungen sollten die Entwicklungen aufmerk- sam verfolgen und mögliche indirekte Effekte auf ihre Ge- schäftsaktivitäten frühzeitig berücksichtigen. minfin.gov.ru/IHK
Finanzministerium bekannt, dass die Mehrwertsteuer zu Beginn des kommenden Jahres um 2 Prozentpunkte von derzeit 20 auf 22 Prozent angehoben werden soll. Der ermäßigte Satz von 10 Prozent, der für gesellschaftlich relevante Güter wie Lebens- mittel, Arzneimittel und medizinische Produkte gilt, bleibt unverändert. Die russische Regierung versucht mit dieser Maßnahme die sinkenden Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor zu
23% WENIGER EINNAHMEN aus Öl und Gas im September 2025 im Vergleich zum
Vorjahreswert. QUELLE: REUTERS
11
IHK Global Business 11/2025
ihk.de/rhein-neckar
Made with FlippingBook Learn more on our blog