ZOLL- UND AUSSENWIRTSCHAFTSRECHT
Die USA setzen auf Protektionismus. Hohe Zusatzzölle für Importe fallen an. Auf die Beam- ten der U.S. Customs and Border Protection (CBP) kommt viel Arbeit zu – wie etwa hier im Hafen von Savannah, Georgia.
Was ändert sich alles 2026?
Zum Jahreswechsel gibt es wieder zahlreiche Änderungen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht, die Unternehmen im Auslandsgeschäft beachten müssen. Wir haben die wichtigsten für Sie zusammengestellt.
Meilenstein der Digitalisierung: Volldigitales Ursprungszeugnis für den Außenhandel Die Digitalisierung hat einen weiteren zentralen Ge- schäftsprozess im Außenhandel erreicht: Mit dem volldigi- talen Ursprungszeugnis (dUZ) steht deutschen Unterneh- men erstmals eine vollständig digitale öffentliche Urkunde, das Ursprungszeugnis, zur Verfügung. Nach erfolgreicher Testphase ging das System am 15. September 2025 bun- desweit in den Realbetrieb – ein bedeutender Fortschritt für die Effizienz und Modernisierung des internationalen Warenverkehrs. Mit dem dUZ wird erstmals eine solche Urkunde vollständig digital ausgestellt – rechtsverbindlich und international verifizierbar. Jedes digitale Ursprungs- zeugnis ist mit einer eindeutigen Seriennummer und einem Verifizierungscode ausgestattet. Behörden, Banken oder Handelspartner im In- und Ausland können die Echt- heit online überprüfen.
Oliver Falk, IHK Rhein-Neckar
Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen leidet unter hohen Kosten, strukturellen Schwächen und politi- schen Maßnahmen. Der Welthandel wird durch die Zoll- politik von US-Präsident Trump maßgeblich beeinflusst, wodurch der regelbasierte Welthandel auf Basis von WTO- Vereinbarungen auf dem Prüfstand steht. Der Druck in den globalen Lieferketten wächst weiter und die geopolitischen Herausforderungen nehmen zu. Die zahlreichen Gesetz- gebungen zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette (CBAM, entwaldungsfreie Lieferketten und andere) werden 2026 starten, allerdings mit spürbaren Erleichterungen. Profitie- ren können die Exporteure und Importeure aber von neuen Freihandelsabkommen mit dem Mercosur und Indonesien. Von verantwortlichen Zollfachkräften wird daher eine hohe Flexibilität und tiefgreifende Kenntnisse im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht abverlangt.
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IHK Global Business 11/2025
ihk.de/rhein-neckar
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