Was bedeutet „Innenentwicklung“?
Unsere Kritik:
Es geht darum, die Potentiale in den bereits erschlossenen Gebieten eines Ortes zu nutzen.
Die Bedarfsanalyse basiert rein auf statistischen Be- rechnungen, nicht aber auf einer Erhebung vor Ort in Hirschberg. Nicht berücksichtigt wurden u.a. Potenziale der Innenentwicklung, ebenso wenig die 600 Hektar Konversionsflächen der US-Kasernen, auf denen bereits tausende Wohnungen entstehen. Somit sind Vorgaben des Regionalplanes nicht berücksichtigt worden. Daher kann das Ergebnis der Analyse angezweifelt werden.
Dazu gehört: • die Bebauung von Baulücken • die intensivere Nutzung von bereits bebauten Grundstücken • die Umnutzung und Reaktivierung von Brachflächen Heute spricht man von „zweifacher Innenentwicklung“: Es geht dabei nicht nur um Nachverdichtung , sondern ebenso um Beibehaltung und Weiterentwicklung von Grünräumen in der Gemeinde, die – vor dem Hinter- grund des Klimawandels – für die Gesundheit der Menschen und das Mikroklima (Hitzeinseln, Luftqualität) unerlässlich sind.
Unterschätztes Potenzial:
Hirschberg verfügt über 137 Baulücken (30 im Sterzwin- kel) und laut Zensus 2022 über 223 leerstehende Woh- nungen. Hier besteht erhebliches Entwicklungspotenzial ohne Flächenverbrauch.
I nnenentwicklung statt Neubau:
Bund und Land fordern „Innenentwicklung vor Außen- entwicklung“ und fördern:
Wohnraumbedarf & Innenentwicklung
Junge Familien, Alleinerziehende, Senioren und Men- schen mit geringem Einkommen finden in Hirschberg nur schwer Wohnraum. Um diesem Bedarf zu begegnen, plant die Gemeinde ein Neubaugebiet.
• die Erstellung eines Gemeinde-Entwicklungskon- zepts zur Innenentwicklung und/oder ein kommuna- les Flächenmanagement. Das Landes-Förderprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ hat seit seiner Einführung 400 Pro- jekte mit rund elf Millionen Euro bezuschusst.
Zur Begründung des Neubaugebiets hat die Gemeinde:
• eine Erhebung zu Baulücken und Leerständen durch- geführt (Ergebnis: geringe Rückmeldungen, Thema nicht weiterverfolgt).
Förderschwerpunkt ist die Schaffung von bezahlba - rem Wohnraum.
• eine Wohnraumbedarfsanalyse in Auftrag gegeben (Ergebnis: großer Bedarf für ein Neubaugebiet).
• die Aktivierung leerstehenden Wohnraums (durch Programme wie „Raumteiler“, „Wiedervermietungs- prämie“). Viele Nachbargemeinden (Schriesheim, Heddesheim, Weinheim) nutzen diese Programme bereits. Die Stadt Mannheim bietet außerdem eine kostenlose Beratung für „Wohnraum im Bestand“ an. Fazit: In Hirschberg werden diese innerörtlichen Mög- lichkeiten nicht ausgeschöpft. Stattdessen soll wertvol- le Ackerfläche für ein Neubaugebiet geopfert werden.
Baulücke Leutershausen, Foto BI
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