Bürgerentscheid Hirschberg 2025_ebook

Verkehr

Wirtschaftlichkeit

Das neue Baugebiet wird für ca. 550 neue Einwohner geplant, was vermutlich rund 300 zusätzliche Fahrzeuge bedeutet. Im Plan werden die Galgenstraße und die Görlitzer Straße als wichtigste Verbindungen nach außen ausge- wiesen. Die Galgenstraße wird voraussichtlich vollständig ausgebaut werden, um eine schnelle Verbindung von der Autobahn ins neue Wohngebiet zu schaffen. Sie würde dann jedoch auch von Autofahrern aus Leuters- hausen und Umgebung genutzt, die den Umweg über Großsachsen vermeiden wollen. Die geplante Bebauung und die fehlende Infrastruk- tur führt zwangsläufig zu einer starken Zunahme des Verkehrsaufkommens. Insbesondere die Heddes- heimer Straße wird erheblich stärker belastet. Für die Bewohner bedeutet das eine massive Einschränkung der Lebensqualität durch Lärm, Stau und Abgase. Noch gravierender ist jedoch die Gefahr für Kinder, Fußgänger und Radfahrer, die im Umfeld des neuen Bauge- biets künftig erheblichen Risiken ausgesetzt sein werden. Fazit: Mit den bestehenden Verkehrswegen und der örtlichen Struktur macht das geplante Neubaugebiet keinen Sinn. Daher lehnen wir dieses Vorhaben ab.

Ein häufiges Argument der Gemeinde für ein Neubauge - biet ist die Hoffnung auf höhere Einnahmen durch neue Einwohner.

Doch dieser Ansatz greift zu kurz – und ist wirt - schaftlich nicht tragfähig.

Eine erste Analyse zeigt: Das geplante Neubaugebiet auf 6 Hektar Fläche könnte in den nächsten 25 Jahren ein Defizit von rund 9 Millionen Euro verursachen. Ähnliche Warnungen gab es bereits beim Baugebiet Sterzwinkel, dort fehlen bis heute ca. 1 Million Euro an Rücklagen für den Erhalt der Infrastruktur. Das hat die Gemeinde selber errechnet, verschweigt es aber bis heute. Neubaugebiete rechnen sich nicht, der Haus- halt ist nachweislich durch die Flächenexpansion nicht besser geworden. Die größten Kosten entstehen durch zusätzliche Verwal- tung, Umlagen sowie laufende Unterhalts- und Rückstel- lungspflichten für Straßen, Wege und Kanäle. Der tatsächliche finanzielle Nutzen durch neue Einkom - mensteuerzahler wird oft überschätzt; nach Abzug aller Kosten bleiben der Gemeinde im besten Fall rund 240 Euro Einnahmen pro Einwohner im Jahr. Bei realistischer Annahme (ca. 70 % Steuerzahleranteil) ergibt sich ein Plus von deutlich weniger als 80.000 Euro jährlich in dem Baugebiet, viel zu wenig, um Folgekosten auszugleichen. Fazit: Dieses Modell ist weder nachhaltig noch ge - recht. Es braucht verantwortungsvolle Alternativen, nicht teure Illusionen.

1. Einnahmen aus kommunalen Finanzausgleich: höherer An- teil an Steuern, da mehr Einwohner; evtl. Verkauf Grund- stücke 2. Ausgaben: Reduktion beim kommunalen Finanzausgleich (Schlüsselzuweisung, da höhere Steuerkraftsumme); evtl. Ankauf der Grundstücke 3. Folgekosten: Unterhalt der Infrastruktur, höhere Verwal- tungskosten, Rückstellung für den zukünftigen Erhalt der Infrastruktur

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