Alle weiteren Bebauungspläne werden stetig auf die Möglichkeiten der Innentwicklung überprüft und, wenn möglich, angepasst.
die eine aktive kommunale Bodenpolitik ermöglichen und die zugleich innovatives Planen und Bauen be- fördern. Die angemessene Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum ist ein vorrangiges Anliegen der Landesregierung Baden-Württemberg. Sie hat zu diesem Zweck die Wohnraumoffensive BW ins Leben gerufen und hierzu die finanzielle Grundlage geschaf - fen, um Städte und Gemeinden bei der Verwirklichung dieses Ziels zu unterstützen. Zur Verwirklichung dieser Zielsetzung hat der Ge- meinderat am 30.11.2021 beschlossen, sich des Themas der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum anzunehmen. Hierfür sollen Impulse zur Entwicklung geeigneter Flächen und die Initiierung bedarfsgerech- ter Umsetzungskonzepte mit einem auf die örtlichen Gegebenheiten zugeschnittenen und an sozialen Maß- stäben orientierten Wohnungsmix gesetzt werden. Konkrete Umsetzungsschritte sollen - unterstützt durch das Kompetenzzentrum Wohnen BW - eingelei- tet werden.
c) Schranken der Innenentwicklung
Jedoch bietet die Innenentwicklung nicht nur Vorteile, sondern birgt auch Konflikte in sich und setzt deutliche Schranken. • Eine Nachverdichtung im Innenbereich ist stets mit einer Zunahme von Lärm verbunden. Eine hohe Lärm- belastung stellt immer ein Risiko für die Gesundheit und die Umwelt dar. • Die Luftqualität kann unter der Nachverdichtung leiden, ebenso die innerörtlichen klimatischen Bedingungen durch die zunehmende Versiegelung (Stichwort „Hitze“). • Die Qualität und die Quantität von Grün- und Frei- raumflächen sowie ihre vielfältige Bedeutung gehen verloren. Durch den Wegfall von Frei- und Grünflächen leidet auch die Aufenthaltsqualität im Ort. • Der innerörtliche Verkehr nimmt zu. Bereits heute stößt die Gemeinde an vielen Stellen an ihre Belas- tungsgrenzen, was den Parkraum in den gewachsenen Wohngebieten betrifft. Parkraumkonzepte verdrängen den ruhenden Verkehr, können aber die Zunahme von Fahrzeugen nur bedingt beeinflussen. • Hirschberg investiert seit Jahren enorme Summen in die Erweiterung und die Sanierung des Kanalnetzes. Die zunehmenden Starkregenereignisse zeigen jedoch, dass das Kanalnetz (trotz Erweiterungen) an seine Grenzen stößt. Eine Nachverdichtung wird die Situa- tion noch verschärfen. • Viele Bürgerinnen und Bürger, Vereine und sonstige Institutionen (z.B. das Forum für Ortsbildgestaltung) setzen sich seit vielen Jahren für den Erhalt des Orts- bildes beider Ortsteile ein. Eine Nachverdichtung von Wohnraum kann das Ortsbild beeinträchtigen und auf Dauer nachhaltig verändern.
4. Erstellung einer Potenzialanalyse
Im Rahmen der Wohnraumoffensive Baden-Württem - berg wurde eine gesamtkommunale Analyse des Wohn- raumbedarfs in Hirschberg (Potenzialanalyse) erstellt, welche die Grundlage für weitere Handlungen bilden sollte. Mit der Ausarbeitung der Potenzialanalyse wurde ein Unternehmen als Dienstleister beauftragt, das seit über vier Jahrzehnten Städte und Gemeinden bei Stadt- entwicklungsprojekten begleitet. Die Ergebnisse dieser Potenzialanalyse wurden in einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 20.07.2023 vorgestellt. Die Informationsveranstaltung legte den Schwer- punkt auf die demografische Entwicklung in Hirsch- berg und die sich daraus ergebende Notwendigkeit zum Handeln. Die Metropolregion Rhein-Neckar gehört nach wie vor zu den stark wachsenden Regionen in Deutschland. Der begrenzten Verfügbarkeit von Wohnraum steht eine große Nachfrage gegenüber. Dies führt dazu, dass be- zahlbarer Wohnraum für weite Teile der Bevölkerung knapp wird. Daher müssen auch in Hirschberg neue Ansätze zur Gemeindeentwicklung in Betracht gezogen werden. In Hirschberg herrscht aufgrund seiner Lage an der Bergstraße und seiner Attraktivität eine gesteigerte Nachfrage an Wohnraum. Demgegenüber steht ein äu- ßerst knappes Angebot und dies auf einem überdurch- schnittlich hohen Preisniveau. Vor allem für Personen
3. Kommunalfonds Wohnraumoffensive Baden-Württemberg
Mit dem Programm „Kommunalfonds Wohnraumof- fensive Baden-Württemberg“ verfolgt das Land Ba- den-Württemberg seit 2019 das Ziel, Kommunen neue Impulse zu geben, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Es werden Möglichkeiten geboten, diejenigen Kom- munen des Landes auf dem Weg zu mehr bezahlba- rem, sozial gemischtem Wohnraum zu unterstützen,
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