und Familien mit niedrigem bis mittlerem Einkommen wird es zunehmend schwierig, sich in Hirschberg an- zusiedeln. Selbst die erwachsenen Kinder ansässiger Familien sind nicht mehr in der Lage, Wohnraum in ihrer Heimatgemeinde zu finden. Aus der Strukturdatenanalyse geht hervor, dass Hirsch- berg trotz des regionalen Wachstums in seiner Bevölke- rungsstruktur seit 2017 stagniert und die Einwohnerzahl seither um 3,2% gesunken ist (von 9.964 auf 9.644). Dennoch verfügt Hirschberg über das Potenzial zu wachsen. Die Wohnungsbedarfsanalyse beziffert einen Bedarf von bis zu 412 neuen Wohnungen bis zum Jahr 2045. (bitte link zu Analyse)
6. Workshop zur Gebietsfestlegung
Zur Vorbereitung einer Baulandentwicklung, mit dem Ziel, den Wohnraumbedarf in Hirschberg unter Berück- sichtigung eines Anteils an gefördertem Wohnraum, zumindest ansatzweise zu decken, wurde durch den Ausschuss für Technik und Umwelt am 05.12.2023 die Auftragsvergabe von Beratungsleistungen durch das Frankfurter Unternehmen „ProjektStadt“ beschlossen. Das Leistungsspektrum beinhaltete die Erarbeitung von Entwürfen der möglichen Entwicklungsflächen, Begleitung der Gremien in Workshops, mit dem Ziel einer Flächenpriorisierung. Anschließend erfolgte eine Machbarkeitsstudie, in der die Flächen für die unter- schiedlichen Bauformen und Zielgruppen untersucht und eine bodenpolitische Mobilisierungsstrategie incl. einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung erarbeitet wurden. Am Ende wird ein Projektstrukturplan stehen, der u.a. Handlungsempfehlungen für die Umsetzung beinhalten wird. Am 29.01. und am 19.02.2024 fanden zwei Workshops des Gemeinderates statt. Ziel der Workshops war es, Leitthemen für eine Wohnraumentwicklung zu erörtern und eine potenzielle Fläche, die im Rahmen des MORO- Projektes (siehe Kapitel 7) für flächensparendes Bauen weiter untersucht werden soll, auszuwählen. Am Ende der beiden Workshops beschlossen die Teil - nehmenden folgende Priorisierung der nach dem Flä- chennutzungsplan zur Verfügung stehenden Flächen:
https://www.hirschberg-bergstrasse.de/gemeinde/ aktuelles/buergerentscheid
In der Studie wurden mehrere Aspekte der Wohnraum- versorgung näher beleuchtet und die folgenden Hand- lungsempfehlungen gegeben:
• Zielgruppenorientierte Bedarfsdeckung
• Flächensparendes Siedlungskonzept
• Erschließung neuer Baugebiete im Außenbereich
• Schaffung geförderten Wohnraums
• Wohnungspolitischer Beschluss zur Schaffung bezahl - barer Wohnungen, ggf. mit Definition einer Sozialquo - te für Neubauprojekte
1) Rennäcker (südlich Hilfeleistungszentrum)
• Weiterführung der Beratungen im Kompetenzzentrum Wohnen BW
2) Sieben Morgen (westlich der Breslauer Straße)
• Weiterführung und fortlaufende Überprüfung des Innenentwicklungskatasters
3) Auf der Höhe (südlich der Mannheimer Straße)
5. Entwicklung Kinderzahlen
Unabhängig von der Priorisierung hatten sich die Teilnehmenden dafür ausgesprochen, in einem mög - lichen Neubaugebiet den Fokus auf die Wohnnutzung zu legen. Dabei sollte sowohl geförderter als auch bezahlbarer/preisgedämpfter Wohnraum entste- hen. Zielgruppen sollten „Starterhaushalte“, „junge“ Familien sowie Bevölkerungsgruppen mit besonderen Anforderungen an die Wohnraumgestaltung sein. Am 19.03.2024 beschloss der Gemeinderat, die dar- gestellte Priorisierung sowie die Fläche „Rennäcker“ dem MORO-Projekt (Modellvorhaben der Raumordnung - „Regionale Steuerung der Siedlungs- und Freiraument- wicklung“) zur weiteren Untersuchung vorzuschlagen. Außerdem sollten weitere Leitthemen beachtet bzw. für eine Beschlussfassung durch den Gemeinderat erarbei- tet werden:
Sinkende Geburtenzahlen beeinflussen maßgeblich die demografische Entwicklung in Hirschberg. Im Zuge der jährlichen Bedarfsplanung für die benötigte Anzahl von Betreuungsplätzen in der Kinderbetreu- ung wird deutlich, dass die Kinderzahlen rückläufig sind. Dies hat bereits in den Jahren 2024 und 2025 dazu geführt, dass sowohl eine Krippe geschlossen und in einer Einrichtung zwei Kindergartengrup- pen reduziert wurden. Auch in den nächsten Jahren können weitere Reduzierungen nicht ausgeschlossen werden, da das Angebot immer noch größer ist, als die prognostizierte Nachfrage. Dies wird sich zeitver- setzt auch auf die Schulen und vermutlich die Vereine etc. auswirken. Durch die Schaffung von geeigneten Wohnungsangeboten für junge Familien könnte der Entwicklung entgegengesteuert werden.
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