Bürgerentscheid Hirschberg 2025_ebook

Dieser Zielkonflikt zwischen Bauen und Freiraumschutz stellt gerade im Verdichtungsraum der Metropolregion Rhein-Neckar eine besondere Herausforderung dar. Die Frage der konkreten Umsetzung ist dabei wesentlich von Entscheidungen auf kommunaler Ebene abhängig, wie zum Beispiel bei Beschlüssen zur Ausgestaltung von Bebauungsplänen. Das MORO-Projekt zielt u.a. darauf ab, gemeinsam mit verschiedenen Modellkommunen flächensparende Siedlungskonzepte zu entwickeln. Eines der Elemente ist die Begleitung konkreter Entwicklungsprojekte durch einen „Beirat für flächensparendes Bauen“. Die - ser berät Kommunen bei Wohnungsbauvorhaben und gibt über Testentwürfe und Variantenbetrachtungen Impulse für die Umsetzung flächensparender Sied - lungsstrukturen. In zwei Beiratssitzungen wurden in direkter Zusammen- arbeit mit Vertretern der Gemeinde Hirschberg (Bürger- meister, Verwaltung, ein Vertreter je Gemeinderatsfrak- tion) ein städtebaulicher Test-Entwurf (siehe S. 6) für die Fläche Rennäcker entwickelt.

Wert „Wohneinheiten pro Hektar“ erfasst. Dieser Wert findet in der Regional- und Landesplanung Anwendung und dient der Vergleichbarkeit von Dichten im Städte- bau. Die bauliche Dichte des Testentwurfs liegt bei 70 Wohneinheiten pro Hektar. Der ermittelte Dichtewert ergibt sich aus einem Städtebau, der – wie oben bereits erwähnt – für die hier in Rede stehende Fläche als fach- lich qualitätsvoll anzusehen ist. Neben der baulichen Dichte sind die Erfordernisse im Hinblick auf Wohnquali- täten, grüner Infrastruktur und einem sensiblen Um- gang mit der benachbarten Bebauung gut verankert, so die Fachexpertise.

9. Aufstellungsbeschluss Rennäcker

Der ausgearbeitete MORO-Testentwurf bildet einen wichtigen Denkanstoß für die Aufstellung des Bebau- ungsplans „Rennäcker“. Der Entwurf stellt aber ausdrücklich nicht den Entwurf des späteren Bebauungsplans dar. Er ist quasi das Ergebnis von Ideen und Wünschen der Workshops. Auf Grundlage des langjährigen Verfahrens mit der umfassenden Erarbeitung von Entscheidungsgrund- lagen hat der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans „Rennäcker“ gefasst. Der Aufstel- lungsbeschluss ist quasi der Startschuss für das weitere Verfahren. Im Rahmen der Bauleitplanung werden die umweltbezogenen Belange geprüft und erörtert. Die Fachbehörden (Träger der öffentlichen Belange) sowie die Öffentlichkeit werden an dem 2-stufigen Verfahren frühzeitig und im Rahmen einer weiteren Offenlage einbezogen. Die Möglichkeiten der Stellungnahmen sind dabei gegeben. Weitere Beteiligungsformate werden dies anlassbezogen ergänzen.

8. Flächensparender Wohnungsbau

Der Entwurf enthält, entsprechend der Zielsetzung des MORO-Projektes, Vorschläge für einen flächen - sparenden Wohnungsbau. Im Hinblick auf die städte- bauliche Dichte müssen dabei vielfältige Erfordernisse berücksichtigt werden, damit diese als ortsangepasst und hochwertig wahrgenommen werden können. Die im Testentwurf vorgesehene städtebauliche Struktur nimmt auf das bestehende Siedlungsgefüge Rücksicht und bildet nach Auffassung renommierter Stadtplaner einen harmonischen Übergang zu den Nachbarschaften und zur umgebenden Landschaft aus. Ferner bewerteten die beteiligten Stadtplanerinnen und Stadtplaner, dass darüber hinaus Qualitäten wie öffent - liche und private Grünräume, Kleinklima, Regenwasser- bewirtschaftung und die Energieversorgung geschaffen werden können. Letztlich muss ein qualitativ wertiges Gebiet entstehen, in dem man gerne lebt. Der vorlie- gende Testentwurf setzt diese Anforderungen durch - weg um und weist eine Dichte auf, die mit den weiteren Erfordernissen für gute städtebauliche Qualitäten in Einklang steht. Weitere Beratungen des Gemeinderates, umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit und der Grundstücks - eigentümerinnen und Grundstückseigentümer werden sich zwingend anschließen. Weiter wurde ermittelt, wieviel Wohneinheiten ent- stehen, so dass auch Aussagen über die zu erwartende Siedlungsdichte getroffen werden können. Bei der Be - urteilung städtebaulicher Dichten wird in der Regel der

10. Bisherige Öffentlichkeitsarbeit

Neben der in Kapitel 2 geschilderten Historie wurde das Thema Neubaugebiet bereits bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplans des Nachbarschaftsverban- des Heidelberg-Mannheim diskutiert. Speziell wurden die Entwicklungsflächen auf Hirschberger Gemarkung bewertet und neu festgelegt. Die breite Beteiligung der Öffentlichkeit fand in den Jahren 2018 und 2023 statt. Flankierend hierzu gab es auch die öffentlichen Sitzun - gen der politischen Gremien. Mit dem gemeinsamen Antrag der Fraktionen der Freien Wähler, CDU, SPD und FDP vom 30.06.2020 zur „Aus- arbeitung eines Grundsatzbeschlusses zur Schaffung von preisgünstigem Wohnraum innerhalb eines Neubau- gebietes zu Wohnzwecken unterhalb der B3 in Hirsch- berg-Leutershausen“ hielt das Thema schließlich vollum - fänglich Einzug in Hirschberg. Über den Antrag wurde in öffentlicher Sitzung des Gemeinderates am 29.09.2020 beraten und beschlossen.

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