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FReitaG, 27.10.2017 96. Jahrgang | Nr. 43 GRoSSauFlaGe

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PSYCHiSCHe GeSundHeit Podium zur Situation pflegender Angehöriger unter dem Motto «Von allen Seiten unter Druck» Zwischen Selbstaufopferung und Überforderung

Viele Menschen leisten viel wertvolle Arbeit, indem sie Angehörige zu Hause pflegen – und merken oft nicht, wenn sie an ihre Grenzen stossen und selber Hilfe nötig hätten. «Tu dir Gutes, dann kannst du auch an- deren Gutes tun!» Auf diesen einfachen Nenner brachte es Hochschulprofessor Pasquale Calabrese zum Schluss einer Podiumsdiskussion über pflegende An- gehörige, zu der am vergangenen Mon- tagabend Gemeinderätin Annemarie Pfeifer eingeladen hatte. Pfeifer hatte den Abend, der imRahmen der Aktions- tage Psychische Gesundheit Basel- Stadt von der Gemeinde Riehen und dem Gesundheitsdepartement Basel- Stadt organisiert worden war, mit viel Einfühlungsvermögen moderiert. Schleichende Überforderung Im Zentrum der Diskussion stand die Tatsache, dass Menschen, die Ange- hörige pflegen, in aller Regel irgend- wann an ihre Grenzen stossen, in ihrer Situation aber oft derart gefangen sind, dass sie es gar nicht bemerken – oder es sich nicht eingestehen wollen bezie- hungsweise können. «Bei mir brauchte es eine Krisenin- tervention aufgrund eines beginnen- denBurnouts, das der Hausarztmeiner Tante erkannt hatte», erzählte Isabelle Stump, eine von zwei Betroffenen, die auf dem Podium zu Wort kamen. «Wenn es Ihnen gut geht, geht es auch Ihrer Tante gut», habe der Hausarzt zu ihr gesagt und so kam es, dass sie sich Rolf Spriessler-Brander

können, betonte Calabrese. So müsse eine dauerhafte Vereinbarkeit von Pfle- ge und Beruf gegeben sein, es müssten persönliche Auszeiten von den Pflege- verpflichtungen möglich sein und es brauche im Alltag auch Gesprächspart- ner ausserhalb der Pflegesituation. Kurz: Pflegende müssten in ein Netz- werk eingebunden sein, in welchem sie Vertrauen und Anerkennung fänden und in welchem sie sich Hilfe holen könnten. Persönliche Begleitung Katrin Oehling betonte die wichtige Rolle, die die Hausärzte dabei spielen könnten. Eine enge hausärztliche Be- gleitung auf dem Weg des zunehmen- den Alterns mache es möglich, auf sich ändernde Situationen einzugehen, Be- dürfnisse zu erkennen, Unterstützung zu organisieren und auch Angehörige in die Gespräche einzubinden. Auf das Problem des Datenschutzes angespro- chen, antwortete Katrin Oehling, sie persönlich lege grossen Wert darauf, möglichst früh mit ihren Patientinnen und Patienten auch über ihre Angehöri- gen zu reden und diese nach Möglich- keit einzubinden. Denn der Einbezug von Angehörigen, das sei natürlich auch ihr klar, sei nur dannmöglich, wenn ein Einverständnis vorliege. Fazit des Abends: Die Pflege Ange- höriger zu Hause ist eine wichtige Auf- gabe unserer zunehmend alternden Gesellschaft und die vielen engagierten Personen leisten im Grunde Unermess- liches. Dass sie dies auf Dauer tun können, bedingt, dass es nicht zu Über- forderungen kommt. Um dem entge- genzuwirken, ist es wichtig, sich eigene Belastungen einzugestehen und exter- ne Unterstützung zuzulassen und auch anzunehmen.

Das Podium im Bürgersaal mit den Betroffenen Isabelle Stump und Jan Zbinden, Gemeinderätin Annemarie Pfeifer, Hochschulprofessor Pasquale Calabrese und Hausärztin Katrin Oehling. Foto: Philippe Jaquet

Die Pflege Angehöriger liege heute in unserer Gesellschaft in allererster Linie, nämlich zu mehr als vier Fünf- teln, in den Händen von Frauen mittle- ren Alters, zur Hälfte bei einer Tochter oder Ehefrau, führte Calabrese weiter aus. Dabei drohe diesen «Sandwich- Frauen», die sowohl von der älteren, zu pflegenden Generation, wie vom eige- nen Familienalltag her stark unter Druck stünden, eine Negativspirale. DerMangel anErholung und die zuneh- mende Überforderung führe oft zu so- zialem Rückzug, Traurigkeit, Erschöp- fung. Hier gelte es, die eigenen Bedürfnisse mit den zu leistenden Auf- gaben in Einklang zu bringen. Dauerhaft Hilfe leisten zu können bedeute, selber Hilfe annehmen zu

arbeit, Besuche, Gespräche, bis man soweit komme, dass klar sei, dass es oh- ne Hilfe nicht mehr gehen könne. Phänomene des Alterns Pasquale Calabrese, der an der Uni- versität Basel als Neuropsychologe forscht und lehrt, beschrieb Prozesse des zunehmenden Alterns. Besonders schwierig werde es, wenn sich das Sozialverhalten ändere. Es komme bei zunehmendemAlter oft zu Bewegungs- unruhe, zu völlig verändertem Schlaf- Wach-Rhythmus, oft zu Rückzug oder Aggressivität. Und oft auch zu persönli- chen Konflikten, wenn zum Beispiel plötzlich ein Sohn bei seinem eigenen Vater sozusagen eine Vaterrolle über- nehmen müsse.

in der Pflege ihrer zunehmend an De- menz leidenden Tante Unterstützung holte und sich getraute, selber einmal auszuspannen und in die Ferien zu gehen. Heute habe ihre Tante eine Be- treuerin zur Unterstützung und der gegenseitige Umgang tue beiden gut – auch ihr selbst. Das Verständnis war mit Händen zu greifen im Saal. Immer wieder waren zustimmende Worte im Publikum zu hören, als Beispiele aus dem Alltag ge- nannt wurden. Auch als Jan Zbinden als «selber nicht pflegender Angehöriger», wie er sich selber bezeichnete, schilder- te, wie er vor allem bei seinem Vater auf Abwehr gestossen sei. «Meine Eltern hatten nie einen Hausarzt», erzählte er, und da brauche es viel Überzeugungs- DIE ZAHNÄRZTE.CH DIE KIEFERORTHOPÄDEN.CH ZAHNHASE.CH GRATIS! Das Vorführen bei der MFP BS/BL durch unsere qualifizierten Mechani- ker ist gratis! Ausgenommen sind MFP-Gebühren. Autoreparaturwerkstatt CORTELLINI & MARCHAND AG Rheinfelderstrass 6, 4127 Birsfelden (an der 3er-Tramlinie) Wir übernehmen die Vorbereitung für ein sorgenloses Durchkommen bei der MFP! Dazu gehören die Bereitstellung gemäss MFP-Vorschriften und das Reinigen! MFP-Fahrzeug Vorführen CORTELLINI & MARCHAND AG 061312 40 40 cortellini.ch

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