IHK-Global Business Ausgabe 7/2026

MENA/AFRIKA

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE Energiewende trifft auf Versorgungssicherheit

zu stärken. Dennoch bleibt Erdgas mit rund 74 Prozent der installierten Kapazität (33,5 von knapp 48 Gigawatt im Jahr 2024) die wichtigste Erzeugungsquelle zur Absicherung der Grund- last, ergänzt durch 5,6 Gigawatt aus dem Kernkraftwerk Barakah. Der regenerative Mix wird zu über 95 Prozent von der Photovoltaik dominiert. Die Kapazität erneuerbarer Energien stieg zwischen 2019 und 2024 von 1,9 auf 6,8 Gigawatt. Großprojekte wie der Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park in Dubai (aktuell 2.600 Megawatt am Netz, Ziel: 5.000 Megawatt) oder die Anlage Al Dhafra in Abu Dhabi (2.100 Megawatt) bestimmen das Tempo. Zudem investiert das Land massiv in Großspeicher: In Dubai ist für 2026 die Haupt- ausschreibung für ein 1.500-Megawatt-Batterie- speichersystem geplant. Für deutsche Unternehmen bieten sich vor allem Chancen bei der Netzstabilisierung, der Speicherintegration und digitalen Effizienz- technologien. Da anspruchsvolle Kernkompo- nenten wie Schutz- und Regeltechnik, Leis- tungselektronik oder Wasserstoff-Peripherie importiert werden müssen, sind deutsche Anbieter wie Siemens Energy oder Fichtner bereits stark in Projekten verankert. Hürden im Markt bleiben der hohe Preisdruck in staat- lichen IPP-Ausschreibungen (Auktionstarife fielen in Abu Dhabi bereits auf bis zu 1,32 US- Cent pro Kilowattstunde) sowie steigende Anforderungen an die lokale Wertschöpfung (In-Country-Value). GTAI/IHK

Modell des Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park. Hier soll bei Fertig- stellung Energie für bis zu 540.000 Menschen erzeugt werden

13,4 MILLIARDEN US$ beträgt das aktuelle Investitionsvolu - men für insgesamt 20 strategische Wasserstoffprojek- te in den VAE.

Die VAE treiben den staatlich gesteuerten Umbau ihrer Energiewirtschaft voran. Auf Basis der „UAE Energy Strategy 2050“ will das Land bis 2050 klimaneutral werden. Die aktuelle geopolitische Lage beschleunigt den Ausbau von Solarenergie, Speichern und Netzinfrastruktur, um die Versorgungssicherheit

QUELLE: GTAI

ÄGYPTEN VICMED: Per Schiff vom Mittelmeer zum Viktoriasee

2030 und 2042. Vorstudien laufen aber dennoch. Sie sind nun in der zweiten Phase. Ägypten finanziert diese Arbei- ten über einen Kredit der Afrikanischen Entwicklungsbank. Neben der Schaffung von Organisationsstrukturen geht es jetzt vor allem um die Sammlung hydrologischer, topo- graphischer, bathymetrischer und geotechnologischer Daten sowie die Erstellung eines Berichts zu Umwelt- und Sozialef- fekten des Vorhabens. Zu den geplanten Bauten zählen unter anderem 15 Schleusenanlagen und 25 Flusshäfen. GTAI/IHK

Der Nil ist der längste Fluss der Erde. Als Wasserstra- ße wird er jedoch nur abschnittsweise genutzt. Das soll sich ändern. Im Rahmen des Programme for Infras- tructure Development in Africa (PIDA) ist der 3.800 Kilometer lange Schifffahrtsweg vom Lake Victoria to the Mediterranean Sea (VICMED) Teil der Agenda 2063 der Afrikanischen Union. Ägypten erhofft sich dadurch langfristig einen besseren Zugang nach Zentral- und Ostafrika. Angesichts der zahl- reichen Spannungen und Konflikte im Bereich der zehn Nilanrainer ist an eine rasche Verwirklichung des auf 22 Milliarden US-Dollar taxierten Projekts vorerst nicht zu denken. Den Planungen zufolge läge die Bauzeit zwischen

Informationsseite der Afrikanischen Union zu VICMED:

au-pida.org/prospectus/project.php?id=44

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