COLUMBUS Magazin Frühjahr 2026

Entdecken Sie die neuesten COLUMBUS Reisen!

DAS MAGAZIN

FASZINIERENDE BAUWERKE Seit Urzeiten drückt der Mensch mittels spektakulärer Bauten der Erde seinen Stempel auf. Und scha # Orte, mit einer Anziehungskra " , die ihresgleichen sucht. Diesen sind wir in diesem Magazin für Sie gefolgt.

FRANKREICH Wie ein Hochstapler erfolgreich den Ei ! el- turm verkau " e.

ÄGYPTEN Geheimnisse, die die Sphinx bis heute verschweigt.

ARCHITEKTUR Star-Architekt Wolf dPrix im exklusiven Interview.

EDI TORIAL

FASZINIERENDE BAUWERKE

VEREHRTE LESERINNEN UND LESER DES COLUMBUS MAGAZINS, LIEBE KUNDEN!

Die Oper in Sydney. Der Ei ! elturm in Pa- ris. Die Chinesische Mauer. Sofort tauchen dazugehörige Bilder in unseren Köpfen auf. Imposant. Strahlend. Verlockend. Bauwerke wie diese sind weit mehr als nur Beton und Stahl. Sie üben auf uns eine ganz besondere Faszination aus. Selbst aus großer Ferne spü- ren wir die Aura, die sie umgibt. Und fühlen uns von ihr angezogen, wollen sie selbst er- fahren, erleben. Eben deshalb wirken diese großen Bauwerke der Menschheit seit jeher als Tourismusmag- nete. Sie sind es uns wert, weite Reisen auf uns zu nehmen, um sie zu sehen, sie zu bewundern. Der große österreichische Architekt Wolf dPrix ist selbst für einige solcher Objekte ver- antwortlich. Er sagt im Exklusiv-Interview (Seite 16): „Architektur ist das dreidimensio- nale Abbild einer Gesellscha " .“ Damit liefert er wohl nicht nur eine Antwort auf die Frage, was ein Bauwerk besonders macht. Er liefert damit auch eine Antwort auf die Frage, war- um außergewöhnliche Bauten eine so starke Wirkung auf uns haben: Wir erkennen etwa an einem Taj Mahal, an einem Burj Khalifa oder an der Wiener Staatsoper o ! enbar etwas,

das uns neugierig macht – auf das jeweilige Land, die Menschen und ihre Kultur.

Sprich: Wir bereisen ein Land in Wahrheit gar nicht bloß wegen dieses einen oder des anderen Bauwerks, sondern vielmehr auf- grund der Aussage, die dieses Bauwerk tri # . Und die uns eben neugierig macht – auf mehr. Darauf, was dieser Speerspitze einer Gesellscha " zugrunde liegt. Diese Faszination ist mir und unserem Team bei der Arbeit an dieser Ausgabe des COLUMBUS Magazins besonders intensiv bewusst geworden. Mit dementsprechend großer Leidenscha " – und innerer Sehn- sucht – sind daher die Geschichten dieser Ausgabe entstanden. Lassen Sie sich einfach in diese wunderbare Welt der Architektur entführen. Und wenn Ihnen etwas besonders gut gefällt – Sie wissen: Wir sind ein Reisebüro. Wir erö ! nen Ihnen gerne diese Welt!

Viel Freude beim Lesen!

Ihr Mag. Alexander Richard, Geschä ! sführer COLUMBUS Reisen

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FERTIG? VON WEGEN. Die Sagrada Família ist o " ziell die höchste Kirche der Welt und trotzdem ein ungelöstes Rätsel.

LOST PLACES Verlassene Orte, die auf viele Menschen eine besondere Faszination ausüben.

INTERVIEW MIT WOLF d PRIX Architektur ist die dreidimensionale Darstellung einer Gesellscha ! !

WOHIN DIE REISE GEHT ...

GRÖSSER, HÖHER, WEITER Die 5 spektakulärsten Brücken

COLUMBUS NEWS Was sich in unserer COLUMBUS-Welt abspielt

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BILDWELTEN Le Mont-Saint-Michel | Palácio Nacional da Pena | Taj Mahal

DIE FASZINATION STECKT IN DER KUGEL Wie eine Kugel den Taipei 101-Tower schützt

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KURZ EINMAL WEG Rom

HOLLYWOOD-IKONE AUS STAHL Die farbenfrohe Geschichte des Empire State Building

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CHICHÉN ITZÁ – DER CODE DER PYRAMIDE 365 Stufen, wandernde Schatten, sprechender Stein.

SYMPHONIE IN ZWEI AKTEN Der Bau von Sydneys ikoni- scher Oper war von gewaltigen Hürden geprägt.

GENIALE WASSERWUNDER Angkor Wat ist mehr als ein Tempel, es ist eine ganze Welt und eine echte "Smart City".

DER VIELLEICHT VERRÜCKTESTE COUP DER WELT Wie ein Trickbetrüger den Ei # elturm zu Geld machte

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WAS DIE SPHINX VERSCHWEIGT Wer genauer hinsieht, entdeckt hartnäckige Mythen

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JAPANS GESTERN & HEUTE Uralte Tempel zwischen hochmodernen Hochhäusern

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DIE STADT AN DER K(L)IPPE Bonifacio auf Korsika ist nicht für die Ewigkeit gebaut

DIE ABGEFAHRENDSTEN BAHNHÖFE Bahnhöfe sind manchmal mehr als bloße Zwischenstopps

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DIE CHINESISCHE MAUER Ein Bauwerk der Superlative in Zahlen

VORAUS(GE)LESEN Weil jede Reise auch das perfekte Buch braucht

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IMPRESSUM: Medieninhaber & Herausgeber: COLUMBUS Reisen GmbH & Co. KG; Geschä ! sführer: Mag. Alexander Wenzel Richard, Universitätsring 8/24, A-1010 Wien; Kontakt: Telefon +43 1 534 11-0, E-Mail: o # ce@columbus.at; FN 5351w; ATU 10903209; Handelsgericht Wien | Projektleitung COLUMBUS Reisen: Michaela Haipl, Mario Steinwedel | Konzeption & Herstellung: UND Kommunikation GmbH, Pilgramgasse 22/7, A-1050 Wien | Creative Director: Denise Katzensteiner | Chefredaktion: Johannes Stühlinger | Autorinnen: Jenni Koutni, Barbara Seemann, Michi Reichelt | Lektorat: Carola Kilga | Fotos: Shutterstock, iStock, AdobeStock, Alamy, Dan Alka, Markus Pillhofer, COOP HIMMELB(L)AU, Uga Resorts, EVA Airways, Privat beigestellt | Key Account & Consulting: Roland Gölles

202122021

PEFC/06-39-01 PEFC-zertifiziert Dieses Produkt stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern www.pefc.at

COLUMBUS NEWS

Wir lieben es, unseren Kundinnen und Kunden die große weite Welt mittels wunderschöner Reisen zu erö ! en. Was sich aber in unserer eigenen COLUMBUS-Welt abspielt, erfahren Sie hier:

ALLES NEU IM WEB

Mit der neu gestalteten COLUMBUS Website ist unser gesamtes Ange- bots-Portfolio jetzt auf einer zentralen Seite gebündelt: Inhalte und An- gebote aus columbus.at, columbus-reisen.at und reisethek.at wurden zu- sammengeführt, damit Kund:innen schneller und einfacher ! nden, was sie suchen – Urlaub, hochwertige kuratierte Reisen oder Business-Services, alles auf einen Blick. Der neue Au # au setzt auf moderne Technologie und eine optimierte Sei- tenstruktur, wodurch Inhalte rascher geladen werden und die Navigation insgesamt vereinfacht wirkt. Schon auf der Startseite führt die klare Au $ ei- lung direkt zu den zwei Hauptwelten „Urlaub“ und „Business“ – mit einem Klick geht es entweder zu Urlaubsformen (z. B. Fernreisen, Städtereisen, Kreuzfahrten) oder zu den Leistungen für Unternehmen (u. a. Incentives, Kongresse, Geschä $ sreisen, Events, Konzertreisen). Im Urlaubsbereich ist außerdem ein Reise ! nder integriert, der Reiseziele, % emen und Zeiträume gebündelt abbildet und die Suche deutlich ver- einfacht. Viel Freude beim Stöbern!

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COLUMBUS NEWS

SO KLINGT DIE REISETHEK

Die REISETHEK richtet ihren Schwerpunkt kün $ ig noch stärker auf Musikreisen und wird dieses Reiseangebot in den kommenden Monaten gezielt ausbauen. Im Mittelpunkt stehen exzellent kuratierte Reiserouten, die mit außer- gewöhnlichen musikalischen Erlebnissen verbunden werden – von re- nommierten Opernhäusern und Konzertsälen bis zu Au & ührungen in besonderen historischen Kulissen. Fachkundige Reiseleiter:innen sowie zusätzliche Programmpunkte wie Hintergrundgespräche, Probenbesu- che oder exklusive Einblicke hinter die Kulissen machen Musik dabei zu einem kulturellen Gesamterlebnis.

QR-Code scannen und im aktuellen Katalog schmökern!

INSPIRIERENDE VERANSTALTUNGEN

Seit 2025 lädt COLUMBUS ins Haus des Reisens am Universitätsring re- gelmäßig zu Kundenabenden ein. Wir haben unsere Veranstaltungsreihe neu belebt und unterschiedliche Formate etabliert – je nach % ema, Partner und Schwerpunkt. Ein Format sind exklusive % emenabende gemeinsam mit ausgewählten Partnern. So standen im vergangenen Jahr unter anderem Silversea, Cunard Line und Chile im Mittelpunkt. In persönlicher Atmosphäre gab es gebün- delte Information, neue Impulse und spannende Einblicke rund um eine Destination oder eine Reederei – kompakt, hochwertig und aus erster Hand. Das zweite Format ist als Abend im Stil eines „Tages der o & enen Tür“ auf- gebaut: COLUMBUS lädt mehrere Partner zu einem gemeinsamen Schwer- punkt ein, sodass unsere Kund:innen an einem einzigen Abend viele Neu- igkeiten, Inspirationen und konkrete Informationen erhalten. In diesem Rahmen fanden 2025 erstmals die Cruise Days sowie der erste Studienrei- sen-Abend im Haus des Reisens statt. Unterschiedliche Partner präsentier- ten ihre Highlights, aktuelle Programme und Trends zu diesem ausgewähl- ten % ema – ideal, um sich umfassend zu informieren. Auch für das heurige Jahr sind weitere Kundenabende in Planung. Unter anderem ein Afrika Abend am 15.04.2026 sowie erneut unsere Cruise Days, die sich – wie bereits 2025 – über mehrere Tage von 13.10.–17.10.2026 er- strecken und geballte Reiseinspiration an mehreren Terminen bieten.

Informationen und Anmeldemöglichkeiten 1 Monat vor Veranstaltung auf unserer Homepage: www.columbus.at.

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BILDWELTEN FRANKREICH

ZWISCHEN FLUT UND FELSEN Die Gezeiten vor der Küste der Normandie sind ein Schauspiel der Extreme: Bis zu 15 Meter Höhenun- terschied verwandeln die Bucht rund um die Felsen- insel immer wieder in ein bewegtes Geschehen. Hier thront das Kloster Le Mont-Saint-Michel, eines der bekanntesten Wahrzeichen Frankreichs. Im Jahr 708 ließ Bischof Aubert von Avranches nach Visionen des Erzengels Michael eine Kapelle errichten, die im Lau- fe der Jahrhunderte wuchs: Kriege und Belagerungen überstand sie, zeitweise diente sie als Gefängnis, und 1874 wurde sie zum nationalen Denkmal erklärt. Heute zieht das UNESCO-Welterbe jährlich rund drei Millionen Besucher an, die über gepflasterte

Wege und steile Treppen bis zur imposanten Abtei „La Merveille“ wandern. Sie lassen die Kraft von Geschichte und Architektur spürbar werden.

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BILDWELTEN PORTUGAL

ZEIT FÜR EIN MÄRCHEN Hoch über der Stadt Sintra in Portugal erhebt sich auf einem Felsrücken der Palácio da Pena. Weit blickt man auf den Atlantik. Die leuchtend gelben und roten Fassaden konkurrieren mit dem grauem Granit der Felsen, dem dichtem grünen Wald. Einst befand sich genau hier, am höchsten Gipfel der Serra de Sintra ein mittelalterliches Kloster. Bis der spektakuläre Palast von König Ferdinand II. im 19. Jahrhundert zu einer romantischen Sommerresidenz umgestaltet wurde. Dabei bediente er sich ver- spielter Architektur aus maurischen, neogotischen und manuelinischen Elementen; mit Türmen, Zinnen und Kuppeln. Trotz politischer Umbrüche blieb der Bau als markante Silhouette erhalten. Heute ist der Palast Teil der UNESCO-Welterbestätte Kulturland- schaft Sintra und gilt als Symbol eines romantisie- renden Bildes Portugals – ein einzigartiges Zusam- menspiel von Natur und Architektur.

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MARMOR DER LIEBE

Wie ein leuchtender Kristall am Ufer des Yamuna-Flusses erhebt sich das Taj Mahal aus weißem Marmor, besetzt mit Halbedelsteinen. Indiens Großmogul Shah Jahan ließ es 1631 für seine Frau Mumtaz Mahal errichten. Symmetrisch bis ins Detail, nur das Grab des Kaisers bildet die einzige Ausnahme. Es verschmelzen persische, islamische und indische Stilelemente zu einem Gesamtkunstwerk, an dem 20.000 Handwerker und über 1.000 Elefanten mitgewirkt haben. Die vier Minarette neigen sich leicht nach außen, damit sie im Falle eines Erdbebens nicht auf das

Hauptgebäude stürzen. Heute verzaubert dieses UNESCO- Welterbe mit seiner perfek- ten Harmonie Menschen aus aller Welt.

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BILDWELTEN INDIEN

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EUROPA ITALIEN

KURZ EINMAL WEG Gladiatorenarena, Geheimgänge und große Seeschlachten: Roms Kolosseum ist ein Ort, an dem Geschichte lebendig bleibt und jeder Besuch neue Überraschungen bereithält.

LUST AUF ROM BEKOMMEN?

5 TAGE ROM GENIESSEN Alle Wege führen nach Rom, heißt es, und diese Studiosus- Reise führt Sie mit Kunstver- stand und Insiderwissen durch die Ewige Stadt – ins antike Rom, zu Michelangelos Fres- ken im Vatikan, ins Rom der Genießer und Lebenskünstler und immer wieder zu beson- deren Plätzen und grandiosen Ausblicken. HIGHLIGHT: SCHATZKAMMER VATIKAN Der Vatikan ist keineswegs nur für religiöse Menschen span- nend: Überall verstecken sich wahre Juwelen aus Kunst und Kultur. Diese Schatzkammer begeistert einfach jeden! Städtreise 5 Tage / 4 Nächte Termine: zahlreiche Termine Mai bis

Nachdem seine Zeit als Arena endete, diente das Kolosseum unter anderem als Friedhof, Kultstätte, Werkstatt, Ordenssitz, Festung und schließlich als Touristenattraktion.

R om ist wie ein liebgewonnenes, immer wieder überraschendes Buch. Man glaubt, seine Geschichte zu kennen, und entdeckt doch beim zweiten und dritten Mal Lesen immer noch etwas Neues. In Rom erzählt eben jede Straßenecke, jeder Platz Geschichten, die älter sind als so mancher Staat. Und mittendrin ragt das Ko- losseum empor. Beinahe zweitausend Jahre alt, aber immer noch nicht langweilig. Ob man die Arena zum ersten Mal betritt oder nach Jahren wiederkommt: Die gewaltigen Bögen, die Stufen, die Schatten und Lichtspie-

le im Inneren wirken wie ein Zeitfenster ins antike Leben. Hier hat jede Nische, jede Mau- er etwas zu berichten. Mal entdeckt man eine alte Inschri ! , mal einen Blick auf die unter- irdischen Gänge, das sogenannte Hypogäum. In diesem komplizierten Netzwerk aus Tun- neln und Kammern warteten Gefangene, Gla- diatoren und auch wilde Tiere einst auf ihre spektakulären Kämpfe. Gänge führten hinaus in die Arena, durch versteckte Falltüren konn- ten Bühnenelemente während den Shows ein- gesetzt werden und wieder verschwinden. Kaum zu glauben, aber in seinen Anfängen veranstaltete man im Kolosseum sogar „Nau- machia“, inszenierte Seeschlachten, bei denen der ganze Komplex mit Wasser ge " utet wurde. Kurios, aber gerade dieses be- rühmte Bauwerk wurde Teil der römischen Spolien-Architektur: Im Mittelalter wur- den Travertinblöcke und Marmor aus dem Kolosseum für Paläste, Kirchen und an- geblich sogar den Petersdom verbaut. Rom recycelte also sein eigenes Wahrzeichen. Doch auch nach all diesen Spektakeln, Um- nutzungen und Jahrhunderten steht das Mo- nument immer noch, zumindest teilweise. EWIGE VERSUCHUNG Rom lässt sich zwar gut an einem Wochenen- de erleben, man sieht aber immer nur einen Bruchteil seiner ganzen Schönheit. Die ewige Stadt heißt eben nicht umsonst so, denn bei jedem Besuch entdeckt man in ihr neue Über- raschungen. Somit kommt man gerne wieder. Und wieder und wieder und wieder.

November 2026 Ab € 1.130 p. P.

Ob Forum Romanum, Pantheon oder Fon- tana di Trevi – bei so viel Sightseeing darf eines nicht zu kurz kommen: die nötige Stärkung.

UNSERE EXPERTIN

Alexandra Damberger

alexandra.damberger@columbus.at 0316/902 202

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NACH SHANGHAI: SEI DABEI!

„ARCHITEKTUR IST DIE DREIDIMENSIONALE DARSTELLUNG EINER GESELLSCHAFT“

Was macht ein Bauwerk außergewöhnlich? Warum ziehen uns manche Bauten in ihren Bann, andere nicht? Wolf dPrix von Coop Himmelb(l)au gilt als Rockstar der internationalen Architekturwelt. Der perfekte Gesprächspartner also, um über visionäre Architektur, große Denkfehler und besondere Häuser zu sprechen.

ÜBER WOLF d PRIX

Geboren: 13. Dezember 1942 in Wien Studium: Architektur an der TU Wien, Architectural Association London und SCI-Arc Los Angeles Gründung: 1968 Coop Himmelb(l)au mit Helmut Swiczinsky und Michael Holzer Bekannte Bauten: Dachausbau Falkenstraße (Wien), BMW Welt (München), PANEUM (Asten), UFA-Palast (Dresden), Europäische Zentralbank (Frankfurt), Musée de Con ! uences (Lyon)

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INTER VIEW

GILT DAS AUCH FÜR IKONISCHE BAUWERKE, DIE ZU WELTWEITEN REISEZIELEN WERDEN, ETWA DIE OPER VON SYDNEY? Natürlich. Sydney ist für mich eine merkbare Stadt – gerade wegen solcher Bauten. Die Oper spielt da eine große Rolle, sie prägt mein visuelles Gedächtnis. Interessant ist ja, dass viele Ikonen nicht nur durch ihre Architektur, sondern auch durch ihre Geschichte berühmt werden: Kon % ikte, Prozesse, Skandale gehören zum „Leben“ eines Bauwerks. Ich liebe es etwa, wenn unsere Projekte Spitznamen bekommen – die kommen von den Bewohnern und Besuchern, nicht vom Marketing. Das ist die höchste Form der Aneignung. BEDEUTET DAS, EIN BESONDERES BAUWERK MUSS GAR NICHT WELTBERÜHMT SEIN, UM GROSSARTIG ZU SEIN? Genau. Es kann in einem ganz kleinen Kontext besonders sein. Für ein Kulturbauwerk schadet es allerdings nicht, wenn es weltberühmt ist, weil das zeigt: Diese Gesellscha ! investiert in Kultur – und Menschen reisen dorthin, um genau das zu erleben. Aber entscheidend ist der Charakter, nicht die PR. WIE ENTSTEHT DIESER CHARAKTER KONKRET IM ENTWURFSPROZESS? GIBT ES EINEN MOMENT, IN DEM SIE SPÜREN: DAS WIRD ETWAS BESONDERES? Es gibt keine Rezeptur. Am Anfang steht o ! eine Skizze, ein Gespräch, eine vage Idee. Die übersetzen wir in Modelle, bauen physische, dreidimensionale Studien und legen immer wieder Hand an. Dieser Prozess wiederholt sich, bis das Projekt im Maßstab 1:1 steht. TROTZ KI UND DERGLEICHEN BRAUCHT ES ALSO IMMER VOR ALLEM AUCH UNSER „BRAIN“? Es braucht Kopf und Hand. „Begreifen“ heißt im Deutschen zweierlei: verstehen und mit der Hand erfassen. Ein 3D-Modell am Bildschirm können Sie drehen und wenden, aber Sie können es nicht körperlich begreifen. Gestalt im eigentlichen Sinn entsteht erst, wenn Sie ein Modell in die Hand nehmen, darunter durchschauen, es seitlich prüfen, es im Raum fühlen. Das gibt einem Gebäude seinen Charakter. KANN KÜNSTLICHE INTELLIGENZ ARCHITEKTUR IN IHREM SINNE ÜBERHAUPT HERVORBRINGEN? KI kann Varianten generieren, schnell rechnen, Muster sortieren, das ist alles hilfreich. Aber es gibt immer den Moment, in dem jemand – oder ein Team – eingrei !

W olf dPrix ist ein Architekt, der Architektur nicht als schöne Hülle, sondern als schonungslose Übersetzung der Gesellscha ! in drei Dimensionen versteht. Im Gespräch erklärt der Gründer von Coop Himmelb(l)au, warum ein Bauwerk erst dann zur Architektur wird, wenn es Charakter entwickelt. Er spricht über Ikonen wie die Oper von Sydney, seine persönlichen Lieblingsbauten und darüber, warum Spitznamen aus der Bevölkerung das größte Lob darstellen. Und er zeigt, wie sehr Mut, Zufall und eine o " ene Gesellscha ! darüber entscheiden, welche Häuser wir einmal als beliebte Reiseziele feiern.

DIESES

MAGAZIN

WIDMET

SICH

DEN

BEEINDRUCKENDSTEN DER MENSCHHEIT – ALS ZIELE FÜR REISEN, ABER AUCH ALS SPIEGEL IHRER ZEIT. WAS MACHT FÜR SIE EIN BAUWERK ZU EINEM BESONDEREN BAUWERK? BAUWERKEN Wolf dPrix: Ein Bauwerk wird erst dann zur Architektur, wenn es eine Metaebene erreicht. Wenn es also mehr kann, als nur sein Programm – Wohnhaus, Oper, Museum – funktional zu erfüllen. Wenn es eine besondere Konstruktion hat und wenn es eine unverwechselbare Gestalt ausbildet. Dann wird aus einem Gebäude Architektur mit Charakter. WAS VERSTEHEN SIE HIER NUN UNTER CHARAKTER? Charakter beginnt mit Identi # zierbarkeit. Wenn ich in der Stadt sagen kann: „Das schiefe, rote Haus dort, da wohne ich“, dann hat dieses Gebäude eine Gestalt, die sich gegen das anonyme Raster der Stadt behauptet. Architektur drückt in der dritten Dimension das visuelle Gedächtnis einer Gesellscha ! aus. Eine Gesellscha ! , die Mut hat, baut anders als eine, die verängstigt oder konservativ ist. KANN MAN ALSO DEN ZUSTAND EINER GESELLSCHAFT AN IHREN BAUTEN ABLESEN? Sehr direkt sogar. Wenn eine Gesellscha ! fad ist, dann ist die Architektur fad. Ist sie konservativ, dann baut sie klassizistisch. Eine Gesellscha ! , die ihr Selbstvertrauen verloren hat, baut Parlamente wie griechische Tempel. Eine, die vor dem Klimaschock vor allem Angst hat, produziert grüne Kasernen und Nachhaltigkeitsfestungen. Daran sehen Sie das Bedürfnis nach Rückzug und Abwehr. Eine Gesellscha ! im Au $ ruch leistet sich dagegen mutigere Bauten, neue Typologien, neue Räume.

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und aus der anonymen Struktur eine Gestalt formt. Und dafür brauchen Sie nicht nur Rechenleistung, sondern Haltung, Erfahrung, Körperlichkeit. Im Englischen gibt es für „Gestalt“ kein tre " endes Wort. Es ist eben mehr als Form: Es ist eine geistige, manuelle und körperliche Operation. WELCHE ROLLE SPIELEN ZUFALL UND GLÜCK IN DIESEM PROZESS? Eine große. Schauen Sie in die Natur: Kein Ingenieur malt dem Schmetterling den roten Fleck auf den Flügel, er entsteht zufällig und setzt sich durch, wenn er sich bewährt. So ist es auch in der Architektur. Man probiert, verwir ! , korrigiert. Eine o " ene Gesellscha ! erlaubt diesen Prozess. Eine ängstliche versucht, ihn zu reglementieren – mit Normen, Komitees, Abstimmungen. Dann wird Architektur schnell zum Mittelmaß. KOMMT DAHER IHRE ANSAGE, EVOLUTIONÄR, NICHT REVOLUTIONÄR ZU ARBEITEN? Das bedeutet: Trial and Error. Architektur verschiebt Grenzen Schritt für Schritt – „pushing the envelope“, wie es im Englischen heißt. Was das verhindert, ist der vorauseilende Gehorsam. Viele Architektinnen und Architekten rechnen schon beim Entwerfen mit der Ablehnung: „Diese Kurve wird die Behörde nie bewilligen, das ist sicher zu teuer.“ Der Entwurf wird dann im Kopf kastriert, bevor er überhaupt existiert. Dazu kommt der verinnerlichte Zwang: Was man früher hässlich fand, erscheint nach ein paar gescheiterten Projekten plötzlich akzeptabel, weil man sonst beru % ich verhungert. SO ENTSTEHEN DANN ABER KEINE IKONEN, VON DENEN WIR SPRECHEN WOLLEN. WAS ALSO UNTERSCHEIDET FÜR SIE EINE BLOSS AUFFÄLLIGE ARCHITEKTUR VON EINEM IKONISCHEN BAUWERK? Au " älligkeit ist leicht zu haben: ein bisschen schräge Form, bunte Fassade, vermeintliches „Design“. Design kann man reproduzieren, Architektur nicht. Ikonische Architektur hat Charakter – sie ist räumlich, nicht bloß gra # sch. Man erlebt sie in der Zeit, indem man durch sie hindurchgeht: Treppen, Räume, Übergänge. Und sie lässt sich aneignen. Mich stört es überhaupt nicht, wenn in unseren Wohnbauten Kinderwägen auf den Balkonen stehen oder Wäsche hängt. Im Gegenteil: Wenn ein Gebäude so einladend ist, dass die Menschen es sich wirklich zu eigen machen, ist das ein Qualitätsmerkmal.

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INTER VIEW

„Vorauseilender Gehorsam und verinnerlichter Zwang sind die größten Feinde der Architektur“

GILT DAS AUCH FÜR FREI NUTZBARE RÄUME, DIE NICHT STRENG PROGRAMMIERT SIND? Absolut. Wir haben immer versucht, Freiräume zu scha " en, die nicht vorgewidmet sind – kein „Fernsehzimmer“, kein „Multifunktionsraum“, sondern o " ene Flächen. In vielen Kulturen, in denen das ö " entliche Leben eine große Rolle spielt, werden solche Räume sofort in Besitz genommen: Man stellt einen Fernseher für das Fußballspiel hinein, man grillt im Hof, man feiert. Jüngere Generationen in unseren Städten holen sich diese Freiheit zunehmend zurück. Da merken Sie, wie stark Architektur Au " orderungs- oder Abwehrcharakter haben kann. HABEN SIE EIN PERSÖNLICHES LIEBLINGSBAUWERK AUF DIESER WELT – LOSGELÖST VON IHREN EIGENEN PROJEKTEN? Eigentlich zwei. Zum einen La Tourette von Le Corbusier, ein Kloster in der Nähe von Lyon. Dort beeindruckt mich die Viel- falt der Formen, die Art, wie Räume, Licht und Proportionen durchdekliniert werden. Das Gebäude ist prototypisch für viele Ide- en, die später bewusst oder unbewusst von anderen Architekten übernommen wurden. Zum anderen ein Bau von Frederick Kiesler, ein geschwungener Raum, in dem die Tora au $ ewahrt wird – dort stimmen Form und Inhalt in einer Weise überein, die mich bis heute fasziniert. UND UNTER IHREN EIGENEN BAUTEN: WELCHE KOMMT IHREN IDEALEN VON ARCHITEKTUR AM NÄCHSTEN? Ein Museum in China, das als räumliches Kon- tinuum funktioniert – mit einem großen Aus- stellungssaal, vielen kleineren Räumen und Wegen, die sich anfühlen wie ein Spaziergang durch einen Garten. Dann die BMW-Welt in München, die als ö " entlicher Erlebnisraum funktioniert und mehr Besucher im Jahr hat als viele klassische Museen. Und das Paneum, die „Wunderkammer des Brotes“ in Asten in Österreich: außen eine freiformige Holz- struktur, innen eine arkadenartige Spirale,

die eine Sammlung von Objekten aus 9.000 Jahren Brotkultur inszeniert.

UNSER MAGAZIN VERSTEHT GROSSE ARCHITEKTUR AUCH ALS EINLADUNG ZUM REISEN. MUSS EIN BAUWERK, DAS HEUTE ENTSTEHT, IMMER SCHON SEINE ZUKUNFT MITDENKEN? Unbedingt. Wenn Sie heute einen großen Flughafen entwerfen, wird er vielleicht in zehn Jahren erö " net, und niemand weiß genau, wie Fliegen dann organisiert sein wird, wie sich Passagierströme, Sicherheitsanforderungen oder Antriebstechnologien verändern. Ein Gebäude braucht Flexibilität, um auf Entwicklungen reagieren zu können – das wird viel zu selten verstanden. Planung hat etwas mit Ahnung zu tun: mit dem Versuch, das Kommende zu antizipieren. APROPOS FLEXIBILITÄT: SIE HABEN EINMAL SCHERZHAFT VORGESCHLAGEN, DEN METER ZU „DEHNEN“. WAS STECKT DAHINTER? Ich habe gesagt, wir müssten den Meter um drei Zentimeter dehnen. Ein Meter wäre dann 103 Zentimeter. Im Volumen wird das Gebäude dadurch um rund 15 Prozent größer – und auch teurer. Rechnen Sie mit einer jährlichen In % ation von fünf Prozent, müssen Sie ein solches Gebäude nur drei Jahre früher bauen, um beim gleichen Geld zu landen. Die Pointe ist: Innovation kostet am Anfang etwas, zahlt sich aber langfristig aus. Das gilt räumlich, funktional und gesell- scha ! lich. WENN WIR ZUM SCHLUSS AUF DIE GROSSEN BAUWERKE DER MENSCHHEIT BLICKEN: KÖNNEN EINZELNE BAUTEN DIE GESELLSCHAFT IN IRGENDEINER WEISE VERÄNDERN? Architektur ist in erster Linie die dreidimensionale Darstellung einer Gesellscha ! , kein Erziehungsinstrument. Ein Museum macht aus niemandem automatisch einen gebildeteren Menschen. Aber ein gutes Museum – ich denke etwa an unser Haus in Lyon – erzeugt eine Atmosphäre, in der man sich wohlfühlt und darum gerne wiederkommt.

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WELTWEIT BRÜCKEN

Brücken sind mehr als reine Verkehrswege. Sie machen das scheinbar Unmögliche möglich, lassen uns gigantische Gewässer und schwindelerregende Abgründe überwinden. Ob historisches Juwel oder imposantes Beispiel moderner Technik: Diese fünf Brücken sind mit Sicherheit eine Reise wert. GRÖSSER, HÖHER, WEITER: DIE 5 SPEKTAKULÄRSTEN BRÜCKEN

TOWER BRIDGE: DIE QUEEN DER BRÜCKEN 1

Sie ist ein Meisterwerk viktorianischer Inge- nieurskunst und gehört zu London wie Buck- ingham Palace und Big Ben: die Tower Bridge.

1894 erö ! net, verbindet sie als brückengewordener Problemlöser die Stadtteile To- wer Hamlets und Southwark, ohne dadurch die Schi ! fahrt auf der " emse zu be- hindern. Wenn sie hochklappt, hält der Straßenverkehr kurz inne. Am eindrucks- vollsten lässt sich das Spektakel 34 Meter über der Fahrbahn mitverfolgen: durch den Glasboden des Fußgängerstegs. Schwindelfreiheit vorausgesetzt.

C`ÂU VÀNG: DIE GÜLDENE 2

Die vietnamesische „C ầ u Vàng“-Brücke trägt ihre Besucher im wahrsten Sinne des Wortes auf Händen. Gefertigt aus Stahl und Fiberglas, ragen die skulpturalen Körperteile nahe

der Stadt Da Nang aus dem Fels. Dazwischen schlängelt sich eine goldene Fußgän- gerbrücke durch – oder viel mehr über – die Landscha $ . Schon die Anreise ist ein Erlebnis. Rund 20 Minuten geht’s per Seilbahn hinauf zur Brücke – atemberauben- der Ausblick auf den Regenwald inklusive.

HUAJIANG-GRAND-CANYON-BRÜCKE:

In unglaublichen 625 Metern Höhe führt die Huajiang-Grand- Canyon-Brücke über die gleich-

DIE REKORDHALTERIN 3

namige Schlucht im Süden Chinas. Sie ist damit in etwa so hoch wie der höchste Wolkenkratzer der Volksrepublik: der Shanghai Tower. Seit ihrer Fertigstellung 2025 hält sie den Rekord als höchste Brücke der Welt. Autofahrer dür $ en den Abschluss der dreijährigen Bauphase herbeigesehnt haben, denn die moderne Hängebrücke verkürzt die Wegzeit von einer Seite der Huajiang-Schlucht zur anderen von zwei Stunden auf wenige Minuten.

BIXBY CREEK BRIDGE: DIE ART-DÉCO-IKONE 4

Die legendäre Küstenstraße Highway 1 zählt jähr- lich für Millionen Touristen zu den Fixpunkten ihres Kalifornien-Roadtrips. Viele von ihnen legen

an der Bixby Creek Bridge einen Zwischenstopp ein. Dank der spektakulären Aussicht auf den tosenden Pazi % k eignet sich die 1932 erö ! nete Bogenbrücke perfekt für ein instataugliches Erinnerungsfoto. Ihre 218 Meter Länge und 79 Meter Höhe im Art- déco-Stil machen auch die Bixby Creek Bridge selbst zu einem beliebten Fotomotiv.

CANOPY WALKWAY:

Mitten im Dschungel des westafrikanischen Ghana be % ndet sich der Kakum-Nationalpark. Seine ge- samte Fläche wird von tropischem Regenwald ein-

DIE NATÜRLICHE 5

genommen. Wagemutige Naturfreunde können das üppige Grün mitsamt reicher Tierwelt auch von oben bestaunen: In bis zu 45 Metern Höhe bietet der Canopy Walkway einen beeindruckenden Ausblick über die Baumwipfel. Die sieben einzel- nen Hängebrücken sind so schmal, dass sie nur im Gänsemarsch betreten werden können. Eine wackelige Angelegenheit, aber das Abenteuer lohnt sich.

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UGA RESORTS

Zwischen Reisfeldern und san ! en Hügeln des Hochlands, zwischen Regenwald und o " enen Küsten des Indischen Ozeans entfaltet Sri Lanka eine stille Intensität. Uga grei ! diese Landscha ! en nicht nur auf, sondern lässt sie als Resonanzräume für Ruhe, Begegnung und die Rückkehr zum Wesentlichen spürbar werden. V on goldenen Stränden über sattgrüne Teeplantagen bis hin zu ur- sprünglicher Wildnis: Mit den Resorts von Uga entdecken Sie die Vielfalt Sri Lankas auf besonders stilvolle Weise – im Einklang mit der Natur und mit einem klaren Bekenntnis zu Nachhaltig- keit und kultureller Authentizität. Individuell gestaltete Aus & üge, frische regionale Küche und echte Begegnungen lassen die Insel in all ihren Facetten erlebbar werden. UGA ULAGALLA Im Herzen des kulturellen Dreiecks, umgeben von Reisfeldern, heiligen Stätten und üppiger Vegetation, thront Uga Ulagalla rund um ein histori- sches Herrenhaus. Die 25 großzügigen Pool-Villen mit Blick über grüne Landscha $ en verkörpern Ruhe und Weite – während sich für Entdecker eine Vielzahl an Aktivitäten erö ! net. UGA GHIRI Im Sommer ö ! net Uga Ghiri die Pforten – ein neues Juwel in Sri Lankas zentralem Hochland, eingebettet in die üppigen Terrassen der Teeplan- tagen von Ella. Mit 15 freistehenden Villen, Blick auf die legendäre Nine Arch Bridge und einem restaurierten Manor House als kulinarischem Zentrum bietet Uga Ghiri eine faszinierende Verbindung aus Natur, De- sign und gehobener Gastlichkeit. UGA PRAVA An der sonnenverwöhnten Küste von Tangalle setzt Uga Pr ā va neue Massstäbe minimalistischer Eleganz. Mit nur sieben Suiten und einem In % nity-Pool, der scheinbar nahtlos ins Meer übergeht, ist dieser Rück- zugsort ein Stillpunkt für alle, die in tropischer Gelassenheit Kra $ tan- ken möchten. UGA CHENA HUTS An der Südküste, wo savannenartige Landscha $ auf Monsunwälder und den Indischen Ozean tri ( , bietet Uga Chena Huts eine einzigartige Kom- bination aus Wildnis-Abenteuer und Luxus. Inmitten du $ ender Natur stehen die 18 modernen Cabins mit privaten Pools, nur wenige Schritte von den Highlights der Umgebung entfernt – darunter Pirschfahrten im Yala Nationalpark oder romantische Sonnenuntergänge am Meer. EINZIGARTIGE MOMENTE Ob Sie die ursprüngliche Natur im Safari-Habitat erleben, die Stille der Reisfelder aufsaugen oder am Meer in einer Hängematte schaukeln – bei Uga tri ( eleganter Komfort auf authentische sri-lankische Lebensfreude. Jedes Resort erzählt seine eigene Geschichte und ö ! net Türen zu unver- gesslichen Erinnerungen. ZURÜCK ZUR NATUR MIT

DIE KRAFT DER LÖWENINSEL – LESERREISE MIT UGA RESORTS Erleben Sie Sri Lanka zwischen heiligen Kra ! orten, wilder Natur und stilvollen Uga Retreats. Reisedetails und Buchung unter go.falsta " .com/srilanka

Wie eine 660 Tonnen schwere Kugel den 508 Meter hohen Taipei 101-Tower in Taipeh vor Erdbeben und Taifunen schützt ! – und gleichzeitig zum Besuchermagneten macht. DIE FASZINATION STECKT IN DER KUGEL

M it 508 Metern und 101 Stock- werken war der „Taipei 101“ von 2004 bis 2009 das höchste Ge- bäude der Welt. Erst die Fertig- stellung des Burj Khalifa ließ ihn quasi „schrumpfen“. Heute rangiert er als el ! höchstes Gebäude global und dominiert Taipehs Skyline. Dennoch: Der Grund, war- um der beeindruckende Tower jährlich Mil- lionen Touristen aus aller Welt anzieht, ist weder seine Höhe noch die schnellsten Auf- züge der Welt (bis 60 km/h) oder seine un- fassbar spektakuläre 360-Grad-Aussichts- plattform. Vielmehr ist es seine 660 Tonnen schwere gigantische Kugel, die tief in seinem Inneren für internationales Staunen sorgt. TECHNISCHES MEISTERWERK Diese goldglänzende Kugel, liebevoll „Damper Baby“ genannt, ist ein Tuned Mass Damper (TMD) – ein technisches Meisterwerk der Ingenieurskunst. Sie hängt wie ein mächtiges Pendel zwischen der 87. und 92. Etage, umge- ben von einer Glasfront, die Besuchern einen atemberaubenden Blick gewährt. Mit einem Durchmesser von 5,5 Metern besteht sie aus 41 Lagen hochfestem Stahl, geschützt von einer goldenen Farbschicht. An acht 42 Meter lan-

gen Seilen aufgehängt, kann sie sich bis zu 1,5 Meter seitwärts bewegen, gedämp ! durch spe- zielle Gummipu " er. Ihr Zweck: Schwingungen durch Erdbeben oder Taifune abzufangen. Taipeh liegt im Paci # c Ring of Fire, einer der erdbebenreichsten Regionen der Welt. Bei starkem Wind oder seismischen Erschütte- rungen beginnt der schlanke Turm mit sei- ner bambusartigen Form zu schwanken – die Eigenfrequenz liegt bei etwa sechs Sekun- den. Hier kommt die Kugel ins Spiel: Abge- stimmt auf genau diese Frequenz, bewegt sie sich gegensinnig zum Gebäude, wandelt die kinetische Energie in minimale Wärme um und reduziert die Amplituden um bis zu 40 Prozent. Ohne sie würde der Turm bei einem Beben der Stärke 7+ oder Taifunwinden bis 220 km/h gefährlich vibrieren. Die Baukosten für dieses Wunderwerk beliefen sich auf rund vier Millionen US-Dollar – eine Investition in Sicherheit und eine gehörige Portion Show. Denn Besucher können den Damper live von der Aussichtsetage aus erleben. Bei einem Erd- beben der Stärke 7,4 im April 2024 etwa pen- delte die Kugel sichtbar hin und her, während der Turm stabil blieb – Videos davon gingen

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TAIWAN TAIPEH

LUST AUF TAIWAN BEKOMMEN?

HOCH HINAUS MIT EVA AIR

INSEL VOLLER KONTRASTE

EVA Air dominiert die Lü " e als sauberste Fluggesellscha " der Welt und überzeugt mit Top- Platzierungen in internationalen Rankings. Sie führt mit dem besten Economy-Class-Catering weltweit sowie Platz 3 beim Flughafenservice und Kabinenpersonal an – ideal für entspanntes Reisen. Premium Economy (Top 5) und Familienfreundlichkeit (Top 9) runden das Premium-Er- lebnis ab, ergänzt durch Top-3-Catering insgesamt. Perfekt für Genießer auf langen Strecken!

Isla Formosa – „Die Schöne Insel“, wie Taiwan einst von portugiesischen Seefahrern getau " wurde – fasziniert mit einer Vielzahl an grandiosen Landscha " sszenerien und kulturellen Höhepunkten. HIGHLIGHT: BEZAUBERNDER SEEBLICK Der Sonne-Mond-See be- sticht durch seine traumha " e Lage inmitten der Bergwelt Taiwans. Die Altstadt von Tainan wiederum wartet mit einer faszinierenden Mischung aus dem alten China und dem modernen Taiwan auf.

GUT GEREIST MIT EVA AIR

Royal Laurel Class . Die Business Class von EVA Air (Royal Laurel Class) bietet Luxus pur in 1-2-1-Kon # guration mit 193 cm $ achem Bett für erholsamen Schlaf. Exklusives Giorgio-Arm- ani-Amenity-Kit, Jason-Wu-Pyjamas und 18-Zoll-HD-Screen sorgen für Wellness-Feeling. Premium Economy. Die Premium Economy glänzt mit 2-3-2-Sitzen, 42-Zoll-Abstand und Wiegefunktion (8 Zoll Neigung) für ultimativen Komfort. Hunter-Amenity-Kit, 15,6-Zoll-Mo- nitor mit Privacy-Paneelen und Leder-Details inklusive USB/Strom.

viral. Ähnlich bei Taifunen oder dem Beben 2022: Die Kugel bewegt sich san ! , fast hyp- notisch, und fasziniert Zuschauer. „Es ist wie der Herzschlag des Gebäudes“, schwärmt ein Ingenieur. Kombiniert mit der Luxus-Mall im Sockel, Restaurants und Silvester-Feuerwer- ken wird Taipei 101 zum Multitalent. Die Kugel jedenfalls symbolisiert Taiwans Hightech-Spirit: Tradition tri $ Moderne, Bambus % exibilität tri $ Stahlpräzision. Wer Taipeh besucht, sollte nicht nur die Skyline bewundern, sondern ins Innere pilgern – dort schlägt das wahre Herz des Towers.

Mit Innovation punktet übrigens auch seit jeher jene Fluglinie, die von Österreich aus besonders entspannt Taipeh an % iegt: EVA Air war schließlich die erste, die verstanden hat, dass es ein Zwischending aus Business- und Economy-Class braucht. Die daraus entwi- ckelte „Evergreen Deluxe“ – heute Premium Economy Class – machte die Airline fast so berühmt wie der Damper des Taipei 101. Tat- sache ist: Wer auf einem Langstrecken % ug wie einem nach Taiwan das perfekte Verhältnis aus Reisekomfort und Preis erleben möchte, wird mit den Premium Economy-Angeboten von EVA Air vor Glück buchstäblich abheben.

Rundreise 9 Tage / 6 Nächte

Termine: zahlreiche garantierte Abfahrten von Mai bis

Dezember 2026 Ab € 2.390 p. P.

UNSER EXPERTE

Konstantin Kozlik

konstantin.kozlik@columbus.at 01/505 23 86

Der Taipei 101-Tower ist einem Bambus nachempfunden. Wer darin steht überblickt die halbe Welt: Von der Spitze sieht man 80 km weit!

COLUMBUS MAGAZIN 23

COLUMBUS MAGAZIN 23

Jetzt ist sie o ! ziell die höchste Kirche der Welt. Und trotzdem fühlt sich Antoni Gaudís Sagrada Família immer noch an wie ein ungelöstes Rätsel. FERTIG? VON WEGEN.

Die Sagrada Família erreicht mit ihrem zentralen Turm 172,5 Meter – bewusst niedriger als der Hausberg Montjuïc, denn Antoni Gaudí wollte, dass kein Bauwerk die Natur überragt.

D ie Sagrada Família hat 2026 ihre endgültige Höhe erreicht – fertig ist sie trotzdem nicht. Mit dem vollen- deten Hauptturm wirkt sie erstmals wie ein abgeschlossenes Bauwerk, doch zentrale Teile wie die sogenannte Glo- ria-Fassade fehlen weiterhin. Die berühm- teste Baustelle der Welt bleibt also genau das: eine Baustelle. Sie ist aber noch viel mehr, zum Beispiel das vielleicht größte Suchbild der Architekturwelt. EIN LEBENDIGES BAUWERK Man könnte Barcelonas Wahrzeichen wohl auch ein Rätselbuch aus Stein nennen. Figu- ren, Zahlen, Symbole: Wer genauer hinsieht, merkt, dass hier nichts zufällig ist. Und jetzt

hat dieses Buch ein neues, ziemlich spektaku- läres Kapitel bekommen. Mit der Fertigstel- lung des zentralen Turms hat die Kirche ihre endgültige Höhe von 172,5 Metern erreicht. Ganz oben: ein begehbares Kreuz aus Stahl und Glas, das die Skyline Barcelonas neu de- ! niert. Währenddessen erzählen die berühm- ten Fassaden Bibelgeschichten wie ein Co- mic, Zahlenfelder wirken wie mathematische Codes, und im Inneren wächst ein Wald aus bis zu 22 Steinsorten in Richtung eines Ster- nenhimmels aus Licht und Farbe. SCHAU GENAU Ein paar Beispiele zeigen, wie tief dieses visu- elle Spiel geht: An der Passionsfassade ! ndet sich ein scheinbar unscheinbares Zahlenqua-

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SPANIEN BARCELONA

5 TAGE, VIELE EPOCHEN Willkommen in der Stadt, in der Gotik, Jugendstil und Avantgarde nahtlos ineinan- der übergehen. Vom Spazier- gang über den Passeig de Grà- cia bis zu den verwinkelten Gassen des Barri Gòtic zeigt sich die katalanische Metropo- le herrlich abwechslungsreich. HIGHLIGHT: GAUDIS WERK Parc Güell als auch die Sagrada Família werden aus- führlich erforscht. Ebenso ein- drucksvoll: ein Abstecher ins moderne Picasso-Museum. LUST AUF BARCELONA BEKOMMEN?

Über 140 Jahre Bauzeit und doch ist die Sagrada Família kein statisches Werk, sondern ein Mosaik verschiedener Epochen, das wunderbar zeigt, dass hier Generationen weitergebaut haben.

Oben: Die Einweihung des letzten und höchsten Turms ist für Juni 2026 (Gaudís 100. Todestag) geplant. Unten: Innen wirkt die Kirche wie ein lebendiger Wald samt Sternenhimmel.

drat – jede Reihe, jede Spalte ergibt die Zahl 33, das Alter Jesu bei der Kreuzigung. Auf der Geburtsfassade dagegen wimmelt es von Tieren, die mehr sind als Dekoration: Die Schildkröten am Ende der Säulen stehen für Beständigkeit, Bienen für Fleiß, die Tauben symbolisieren Frieden, und sogar ein Chamä- leon versteckt sich im Stein – als Symbol für Wandel und Anpassung. Dazwischen tauchen immer wieder in Stein gemeißelte Bibelzitate in verschiedenen Sprachen auf. EIN EWIGES PROJEKT Als Antoni Gaudí das Projekt Anfang der 1880er-Jahre übernahm, glaubte er zunächst, die Kirche innerhalb eines Jahrzehnts voll- enden zu können. Was aus diesem optimisti- schen Plan wurde, wissen wir heute alle. Der Visionär war kein klassischer Architekt, son- dern eher ein besessener Tü " ler mit Hang zur Naturbeobachtung. Statt Baupläne im heuti- gen Sinn zu zeichnen, arbeitete er mit Mo-

dellen, Schnüren und Gewichten, um Krä " e sichtbar zu machen. Es war eine Art analoge Statikberechnung, lange bevor Computer das übernahmen. Gegen Ende seines Lebens zog er sich immer mehr zurück, lebte fast aske- tisch und widmete sich nahezu ausschließlich der Sagrada Família. Doch im Jahr 1926 kam Gaudí tragischerweise bei einem Straßen- bahnunfall ums Leben, in einem Armenhos- pital, da man ihn zunächst nicht erkannte. Man erkannte ihn aber bald wieder und Bar- celona erwies ihm eine große Ehre: Er wurde in "seinem" Bauwerk beigesetzt, dem er prak- tisch bis zu seinem Tod sein Leben widmete. Was nach 140 Jahren Bauzeit bleibt, ist keine klassische Kathedrale, sondern ein Wimmelbild, das sich ständig erweitert, so- gar über Generationen hinweg. Oder, um es weniger ehrfürchtig zu sagen: Die Sagrada Fa- mília ist eines der wenigen Gebäude der Welt, bei dem man wohl bis in alle Ewigkeit das Ge- fühl hat, sie sei noch lange nicht fertig.

Studiosus CityLights 5 Tag/4 Nächte Termine: 14.05.–18.05.2026

10.09.–14.09. / 24.09.–28.09. 08.10.–12.10./ 22.10.–26.10. Ab € 1.600 p.P

Die berühmte Geburtsfassade ist der einzige Teil, der noch weitgehend zu Lebzeiten des Architekten Gaudís entstand.

UNSER EXPERTE

Thomas Ebenauer

thomas.ebenauer@columbus.at 01/889 28 28

COLUMBUS MAGAZIN 25

COLUMBUS MAGAZIN 25

HOLLYWOOD-IKONE AUS STAHL

Kaum ein Gebäude wurde so schnell errichtet, so lange belächelt und so o ! ge " lmt wie das Empire State Building. Zwischen riesigen A # en, geplatzten Lu ! schi $ räumen und spektakulärer LED-Beleuchtung liegt die farbenfrohe Geschichte dieses tragenden Wahrzeichens der New Yorker Skyline.

FILIGRANES SCHWERGEWICHT Rund 60.000 Tonnen Stahl bilden das tragende Skelett des Empire State Buildings, ergänzt durch etwa 10 Millionen Ziegel, 200.000 Kubikfuß Kalk- stein und Granit sowie 730 Tonnen Aluminium und

IN REKORDZEIT HOCHGEZOGEN Das Empire State Building wurde in erstaunli- chen 13 Monaten gebaut: von 1930 bis 1931, auf dem Höhepunkt der Weltwirtscha ! skrise. Mög- lich war das vor allem, weil alles dafür Notwen- dige verfügbar war: Arbeitskrä ! e, Material und Zeit. New York baute sich buchstäblich aus der Krise heraus – und das in Rekordzeit.

Edelstahl. Klingt massiv, ist es im Vergleich aber gar nicht. Der Stahl- rahmen macht den Wolkenkratzer für seine Größe er- staunlich leicht und erlaubt die elegante schmale Silhouette.

AUS DER TRAUM VOM LUFTSCHIFFHAFEN Unglaublich, aber wahr: Die Spitze des Gebäudes sollte einmal als Anlege- mast für Zeppeline die- nen. Passagiere hätten per Gangway direkt ins Ge- bäude steigen sollen. Die Idee klang gut, scheiterte aber an der Realität: zu windig, zu gefährlich, zu unkontrollierbar. Mehrere Tests scheiterten. Geblie- ben ist eine der kurioses- ten Fußnoten der Archi- tekturgeschichte.

HOLLYWOOD PRÄGTE DAS IMAGE Ob „King Kong“, „Wonder Woman“ oder Rom- Coms wie „Schla " os in Seattle“: Das emotiona- le Image des Gebäudes ist vor allem ein Produkt des Kinos. 1983 sollte das 50. Jubiläum von „King Kong“ mit einer riesigen au # lasbaren Kong-Fi- gur an der Spitze gefeiert werden. Der 1,3 Tonnen schwere Ballona $ e machte aber Ärger, und seine pannenreiche Installation ging in die Geschichte ein. 2024 ahmte man den Stunt mit einem riesigen Drachen zu Ehren der Serie „House of Dragon“ nach – diesmal erfolgreich und ohne Hoppalas.

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USA NEW YORK CITY

DER TEUERSTE LEERSTAND DER STADT Baukosten waren enorm, Mieten hoch, die Nachfrage gering, und die Weltwirtscha ! skrise machte repräsentative Büros zur Neben- sache. Zeitweise standen nach der Erö $ nung mehr als zwei Drittel der Flächen leer, was dem Gebäude den spöttischen Spitz- namen „Empty State Building“ einbrachte. Nach Jahren erst be- gann sein Aufstieg zur Sehens- würdigkeit: Die Aussichtsplatt- form zog Besucher an, Filme machten es berühmt. Erst im Laufe der 50er-Jahre wurde es pro % tabel.

LUST AUF NEW YORK BEKOMMEN? UNSERE HOTEL-TIPPS: ! e Beekman . Dieses elegante und luxuriöses Boutiquehotel in Lower Manhattan beeindruckt mit ikonischem neunstöckigem Atrium, historischer Architektur aus dem 19. Jahrhundert und eleganten Zimmern. Nine Orchard . Im ikonischen Lower East Side-Landmark gelegen, hat Nine Orchard die hundert Jahre alte Jarmulowsky Bank sorgfältig restauriert und in ein elegantes Hotel und kulinarisches Ziel verwandelt. UNSERE LOKAL-TIPPS Katz's Delicatessen. Das vielleicht legendärste jüdische Deli in New York! Berühmt für sa ! ige Pastrami- Sandwiches auf Roggenbrot, Corned Beef und die berüchtigte Szene aus dem „Harry und Sally“-Film. Mario's. Das ikonische italienisch- amerikanisches Restaurant in der Bronx wurde schon 1919 von der Fa- milie Migliucci erö # net. Längst ist es für seine neapolitanischen Gerichte bekannt und Familientradition über fünf Generationen.

ES SPRICHT MIT LICHT Seit den 70er-Jahren nutzt das Empire State Building seine Beleuchtung als Sprachrohr und kann dank moderner LED-Technik in über 16 Millionen Farben erstrahlen. Im Pride Month leuchtet der Turm in Regenbogenfarben, in US-

Wahlnächten wech- seln Blau oder Rot die Spitze, zum St. Patrick’s Day wird das Gebäude selbst- verständlich grün. Auch Sportevents oder Gedenktage be- kommen ihre eigene Farbkombination.

(HÖHEN)SIEGER DER HERZEN Den Titel als höchstes Gebäude hat das Empire State Building längst eingebüßt. 1970 verlor es erstmals an das World Trade Center, später an den Sears Tower (heute Willis Tower) in Chicago und schließlich an immer höhere Wolkenkratzer rund um den Globus. Heute rangiert es höhen- mäßig weit hinten, ist in Sachen Beliebtheitsgrad aber immer noch ganz vorne dabei.

UNSER EXPERTE

Christoph Toth

christoph.toth@columbus.at 01/869 87 88

COLUMBUS MAGAZIN 27

VERLASSEN – UND WIEDERENTDECKT Man nennt sie „Lost Places“: verlassene, o ! auch vergessene Orte, die auf viele Menschen eine besondere Faszination aus- üben. Mit der Expertin Christiane Brandenburg haben wir über das Wiederentdecken dieser Orte gesprochen.

W ohnhäuser, Fabriken, Vergnü- gungsparks, Krankenhäuser, militärische Anlagen … Es gibt sie überall auf der Welt, die von Menschen gescha ! enen Bau- werke, die irgendwann nicht mehr genutzt, gebraucht oder schlicht nicht mehr gewollt wurden. Und die danach – als verlassene Orte – von der Natur Stück für Stück zurückerobert werden. Allgemein als Lost Places bekannt, werden sie gerade in Zeiten von Social Me- dia und In " uencern allerdings neuerlich zum Anziehungspunkt – einerseits für sogenannte Urban Explorer (kurz Urbex), andererseits für Touristen. Kurz: für Menschen, auf die verlas- senen Orte aller Art eine eigene Faszination ausüben. Doch hinter dieser Faszination steckt mehr. Und auch hinter diesen Orten steckt mehr als lediglich ein verfallenes Gebäude oder Gelände. Viel mehr, wie Christiane Branden- burg weiß. Als außerordentliche Professorin an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien beschä # igt sie sich seit Jahren mit urba- nen Grünräumen und hat unter anderem eine Masterarbeit über Lost Places betreut. LOST PLACES ZU BESUCHEN, STELLT MITTLERWEILE AUCH BEI REISENDEN EINEN REGELRECHTEN TREND DAR. WARUM WOLLEN SO VIELE DIESE ORTE QUASI WIEDERENTDECKEN? Christiane Brandenburg: Vorweg muss man den Namen „Lost Places“ hinterfragen. Für wen sind diese Orte verloren? Wann ist ein Ort „verloren“ – vor allem vor dem Hintergrund, dass die Lost Places jetzt ja überall wiederent-

deckt werden? Im Englischen nennt man sie „Abandoned Places“, also „Verlassene Orte“ statt „Verlorene Orte“, was viel tre ! ender ist. WARUM ABER WERDEN MENSCHEN DAVON ANGE- ZOGEN? Für manche ist es sicher der Wunsch nach einer Teilhabe am Geschehen der Vergangen- heit, sozusagen ein authentisches Erleben der Vergangenheit. Man fragt sich, wer hat hier gelebt, und wie hat man diesen Platz genutzt? Wobei viele Leute sich gar nicht bewusst sind, was teilweise für fürchterliche Dinge an vielen dieser Orte passiert sind – wie beispielsweise in aufgelassenen Kinderheimen oder Kran- kenhäusern. ÜBT ALSO DAS VERLASSENE GENERELL SO EINE GROSSE FASZINATION, JA EHRFURCHT AUS? Meines Erachtens ist es für viele Menschen keine Ehrfurcht vor einem bestimmten Ort, sondern der Wunsch nach einem besonderen Erlebnis; man könnte sagen, es ist ein bisschen die Sensationslust, die gesucht wird. Um dann hinterher – und zwar mittels Wort und Bild – berichten zu können: Ich habe etwas ganz Besonderes erlebt. Und vielleicht zeigt gerade dieses Suchen nach einem besonderen Erlebnis auch auf, dass wir eigentlich viel zu wenig Plätze haben, wo wir noch etwas entdecken können, wo wir die kleinen Abenteuer $ nden. Wie Kinder früher am Kinderspielplatz, wo es ein Gebüsch gab, in dem sie sich verstecken konnten. Die Alltagsräume, in denen wir frei entdecken können, sind rar geworden.

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