CHICHÉN ITZÁ – DER CODE DER PYRAMIDE 365 Stufen, wandernde Schatten, sprechender Stein: Wer die Maya-Stätte Chichén Itzá betritt, merkt schnell, dass diese Pyramide ausgeklügelte Architektur darstellt. E s beginnt mit einem Geräusch. Ein
Addiert man die Plattform an der Spitze, ergibt sich eine Zahl, die vertraut wirkt – 365. Ein Sonnenjahr also, festgehalten in Stein. Zwei- mal im Jahr, zur Tag-und-Nacht-Gleiche im März und September, passiert hier noch dazu etwas, das Chichén Itzá weltberühmt gemacht hat: Die Sonne wir # dreieckige Schatten auf die Nordtreppe, diese verbinden sich optisch mit dem steinernen Schlangenkopf am Fuß der Py- ramide, und plötzlich scheint Kukulkán selbst die Stufen hinabzugleiten. Das Schauspiel ist real, aber es ist kein übernatürliches Wunder, sondern ein bewusst geplanter E $ ekt aus Licht, Geometrie und astronomischem Wissen.
einzelnes Klatschen vor der Pyrami- de, und aus dem massiven Stein ant- wortet ein heller, fast vogelartiger Ruf. Wer hier zum ersten Mal steht, schaut unwillkürlich nach oben zur Spitze, als hät- te das Bauwerk selbst mit einem gesprochen. Chichén Itzá und seine Bauwerke verstehen es bis heute, Besucher in ihren Bann zu ziehen. Denn diese Stadt im Dschungel der Halb- insel Yucatán war immer schon mehr als eine Ansammlung steinerner Bauwerke. Sie war Machtzentrum, Kultstätte und ein architek- tonisches Statement, das bis heute fasziniert. EIN KALENDER AUS KALKSTEIN Die berühmte Stufenpyramide „El Castillo“ ist das Highlight der uralten Stadt und trägt o ! zi- ell den Namen Tempel des Kukulkán, benannt nach der ge " ederten Schlange, einer der wich- tigsten Gottheiten der Maya. Was sie so beson- ders macht, ist weniger ihre Höhe als ihre Prä- zision: Jede der vier Treppen zählt 91 Stufen.
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