Angkor Wat ist mehr als ein Tempel: Es ist eine ganze Welt, in der Was- ser, Kanäle und kosmische Architektur eine uralte Symphonie spielen. Das Highlight Kambodschas ist eine echte „Smart City“. GENIALE WASSERWUNDER D ie uralte Tempelanlage Angkor Wat o ! enbart ihre Geheimnisse nicht auf den ersten Blick, auch nicht auf den zweiten. Dafür muss man schon tiefer gehen. Unter den gigantischen aus Stein und Wasser. Und das lange bevor moderne Städtebaukonzepte existierten.
SYMBOLTRÄCHTIGE BAUTEN Angkor Wat ist die größte religiöse Anlage der Welt, mit rund 163 Hektar größer als der Vatikan. Die Tempelanlage wurde dabei wie ein kosmisches Modell des Universums ge- baut. Fünf majestätische Türme stehen für den mythischen Berg Meru, die konzent- rischen Galerien für die umgebenden Ge- birgsketten, der breite Wassergraben symbo- lisiert den endlosen kosmischen Ozean. Wer hier durch die Säulenhallen schlendert, läu # quasi mitten durch eine dreidimensionale Sternenkarte. Die Bauweise allein gibt bis heute Rätsel auf: Tonnenschwere Sandstein- blöcke wurden ohne Mörtel passgenau gesta-
Sandsteinblöcken und " ligranen Reliefs ver- birgt sich ein visionäres Wasser- und Kanal- system, das wie ein unsichtbares Rückgrat die gesamte Tempelstadt zusammenhält. Regenzeit, Trockenzeit oder Überschwem- mung in der Monsunlandscha # Südostasiens – nichts konnte dem Reich der sogenannten Khmer in Kambodscha etwas anhaben, denn die visionären Ingenieure des 12. Jahrhun- derts hatten alles durchdacht. Ein Netzwerk aus Stauseen, Gräben und Kanälen regulierte Wasser, stabilisierte Fundamente und mach- te Angkor Wat zu einer lebendigen Stadt
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