Von Architekten bestaunt, von Statikern gefürchtet und von Musikern gemieden: Der Bau von Sydneys ikonischer Oper war von gewaltigen Hürden geprägt. Bis zum Happy End, an dem auch ein heimisches Unternehmen beteiligt war. SYMPHONIE IN ZWEI AKTEN
Die Vision hinter der markanten Architektur von Sydneys Oper: vom Wind geblähte Segel, die sich elegant in die Skyline erheben.
W eiße Segel vor tie ! lauem Was- ser, umringt vom Hafentrei- ben, und im Hintergrund die Skyline einer Großstadt: Sieht man dieses moderne Bauwerk, weiß man sofort, wo es sich be " ndet, denn kaum ein Gebäude steht so sehr für ein gan- zes Land wie das Sydney Opera House. Und kaum eines hatte einen so holprigen Weg von der Idee zur Ikone. Erfunden wurde dieses Architekturwunder von einem Mann, dessen Name damals niemandem etwas sagte: Jørn Utzon, ein dänischer Architekt, Sohn eines Yachtkonstrukteurs. Vielleicht erklärt das die Inspiration, denn Utzon dachte nicht in
Mauern und Fassaden, sondern in Bewegung. Seine berühmten Dachschalen sollten an auf- geblähte Segel erinnern, an Wellen und den Rhythmus des Hafens. Als Utzon 1957 einen internationalen Architekturwettbewerb ge- wann – gegen unzählige andere Entwürfe aus 28 Nationen –, reichte er im Grunde nur eine Vision ein, denn die spektakuläre Skizze war technisch kaum umsetzbar. Was folgte, war ein architektonisches Abenteuer, das drei Jahre Planung erforderte, bevor man überhaupt mit dem Bau beginnen konnte. Die Statik der ge- schwungenen Dachschalen stellte Ingenieure vor enorme Probleme. Die Geometrie des Da- ches wurde ein Dutzend Mal neu berechnet,
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