COLUMBUS Magazin Frühjahr 2026

AUSTRALIEN SYDNEY

In den 2010er-Jahren wurde die mangelhafte Akustik der Konzert- und Opernsäle verbessert, u .a. mit Hilfe eines österreichischen Unternehmens.

Auch der Blick hinaus sollte das Gefühl vermitteln, in einem luftigen, lichtdurch- fluteten Komplex zu sein – als wäre man in einem Schiff auf See.

LUST AUF AUSTRALIEN BEKOMMEN?

mit Lochkarten gesteuerte Computer brauch- ten allein schon 18 Monate, um die Statik aller Dächer zu gewährleisten, 44 Zeichner waren rund um die Uhr beschä $ igt. Dann, von 1959 bis 1973, konnte endlich gebaut werden. Die Kosten für diese 14-jährige Bauzeit drohten von ursprünglich geplanten sieben Millionen auf rund 100 Millionen australische Dollar zu explodieren. Man zog die Reißleine und entzog Utzon 1966 sein eigenes Meisterwerk, noch bevor es fertig war. Und doch: Die Vision wurde Wirklichkeit, die 67 Meter hohen Segel blieben, stabil und verkleidet mit 1,1 Millio- nen glasierten Keramik % iesen, importiert aus Schweden. Innen dagegen sorgten Akustik- probleme und ungünstige Saalau $ eilungen jahrzehntelang für Kritik von Musikern und Regisseuren. Ironischerweise war das Gebäu- de, das für Opern entworfen wurde, akustisch nicht ideal. Die Kosten- und Zeiteinsparungen hatten sich tatsächlich gerächt. EIN NEUANFANG Seit 2016 wurde das Gebäude Schritt für Schritt modernisiert, technisch aufgerüstet und akustisch neu gedacht. Eine Schlüssel- rolle spielte dabei übrigens ein Unternehmen

aus Wien. Waagner-Biro Stage Systems liefer- te bereits zur Erö & nung 1973 die Bühnenma- schinerie und wurde später erneut beau $ ragt: zunächst für das Joan Sutherland ' eatre, danach für den weltberühmten Konzertsaal. Heute arbeiten dort hochpräzise Systeme mit Winden und Kettenzügen, verstellbaren Bühnenpodien, beweglichen Sitzsystemen und einer komplexen Akustiklandscha $ aus Re % ektoren und Bannern. Ziel war es, das Haus nicht zu verändern, sondern es end- lich so klingen zu lassen, wie es immer ge- dacht war. Der Erfolg gibt den Erneuerungen recht: Das Opernhaus zieht heute jährlich über zehn Millionen Besucher an, zählt zu den meistbesuchten Bauwerken der Welt und wurde 2007 als eines der bedeutendsten ar- chitektonischen Werke des 20. Jahrhunderts zum UNESCO-Welterbe erklärt. Das Sydney Opera House ist ein mutiges Gebäude, das gescheitert ist, sich neu erfunden hat und heute besser funktioniert als je zuvor. Jørn Utzon betrat zwar nie wieder australischen Boden, wurde als Zeichen der Wiedergutma- chung aber 1999 eingeladen, sich als Berater bei der Renovierung und Neuausstattung der Innenräume zu beteiligen.

ZWISCHEN OZEAN & OUTBACK

„Down Under“ in all seinen Facetten: Von der Metropole Perth mit ihren Wildtieren und dem entspannten Flair von Rottnest Island über die Weingenüsse des Barossa Valley bis hin zu den welt- berühmten Wahrzeichen Sydneys. HIGHLIGHT: SUNDOWNER AM ULURU Der weltgrößte Monolith erhebt sich majestätisch aus dem ! achen umgebenden Buschland und hat eine tief- greifende kulturelle Bedeu- tung für die Aborigines des Northern Territory.

25 Tage/22 Nächte Termin: 18.10. – 11.11.2026 Ab € 13.780 p. P.

Auch wenn Utzons Vision lange an der Umsetzung scheiterte, brachte sein Werk die vormals eher unspektakuläre Stadt Sydney auf die internationale Architektur-Bühne.

service@reisethek.at 0800 560 080

COLUMBUS MAGAZIN 43

COLUMBUS MAGAZIN 43

Made with FlippingBook flipbook maker