COLUMBUS Magazin Frühjahr 2026

JAPANS GESTERN & HEUTE

Uralte Tempel zwischen hochmodernen Hochhäusern, Tradition neben Zukun ! svision. Was ergibt das? Ein Land voll spannender Kontraste, das immer wieder begeistert. U nter all den Besonderheiten, die Ja- pan als Reiseland so spannend ma- chen, sticht eine hervor: Hier steht das Neue nicht im Widerspruch zum Alten, sondern quasi gleich dane-

Spaziergang, um in eine andere Zeit zu kippen: Der Meiji-jing ū -Schrein ist zwar „erst“ über hundert Jahre als, liegt aber im buntesten Teil der Stadt, Shibuya. Mitten in einem dichten Wald fühlt man sich hier meilenweit entfernt von der Geräuschkulisse und den au % ällig ge- kleideten jungen Menschen, die gleich neben- an den Bahnhof Harajuku bevölkern. „Japan ist ein Land voller Widersprüche“, schreibt auch Judith Brandner in ihrem Buch „Japan – Inselreich in Bewegung“. „Alles, was ich sage, stimmt und stimmt doch auch nicht. Jemand anderer würde Ihnen sofort das Gegenteil er- zählen.“ Die renommierte Autorin und Japan- expertin weiß eben, wie unterschiedlich man als Besucher dieses Land wahrnimmt und bei jeder Reise anders erlebt. Das gilt natürlich nicht nur für den urbanen Bereich, sondern auch weniger bekannte ländliche Regionen. DER GROSSE BUDDHA WARTET Abseits und etwas südlich der Großstadt To- kio, in Kamakura, wird es plötzlich stiller. Der Große Buddha sitzt unter freiem Him- mel, monumental und irgendwie lässig. Mit einer Höhe von knapp 14 Metern ist die 121

ben. Ein hochmoderner gläserner Turm wir ! seinen Schatten auf einen Schrein aus Zedern- holz, Neonlichter " ackern neben jahrhunder- tealten Tempelmauern, und ruhige Innenhöfe verstecken sich wie kleine Oasen mitten in pulsierenden Metropolen. In Tokio beispiels- weise beginnt das Spiel der Kontraste beson- ders eindrucksvoll. Im futuristischen Stadtteil Odaiba spannt sich die Tokyo Rainbow Bridge über die Bucht, dahinter wachsen Hochhäu- ser wie Hightech-Skulpturen in den Himmel. Dennoch sind friedlich dahinschlummernde Tempel wie T ō zenji oder Sengaku-ji, die im 17. Jahrhundert errichtet wurden, nur einen Steinwurf entfernt. Stets genügt hier ein kurzer

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