WELTWEIT BAHNHÖFE
Im Jahr 1898 errichtet, wurde der Bahnhof auf Japans zentraler Insel Honshu 2005 sehr modern umgebaut. Am Osteingang empfängt seitdem ein riesiges Holztor die Reisenden, inspiriert von den Handtrommeln der Geishas. Dahinter ö $ net sich ein futuristisches Atrium aus Glas und Stahl, das Licht wie Wasserströme durch die Halle " ießen lässt. Das Tor aus japanischer Douglastanne, genannt „Tsuzumi-mon“, ist nicht nur dekorativ: Es soll japanische Handwerkskunst verkörpern und symbolisiert Kanazawa als Tor zu Kultur und Geschichte. Die vergleichsweise weniger bekannte Stadt ist dabei nur maximal drei Stunden mit dem Hochgeschwindigkeitszug von beliebten Städten wie Tokio oder Kyoto entfernt. 3 BAHNHOF KANAZAWA
Über 1.000 Züge bewegen sich täglich in Mumbais UNESCO-Weltkulturerbe, doch die Architektur lässt Passanten dennoch regelmäßig innehalten. Viktorianische Neogotik tri # hier auf indische Ornamentik. Wer am Chhatrapati Shivaji Terminus ankommt, wird quasi sofort Teil des pulsierenden, farbenfrohen Treibens der Stadt. Zwischen Menschenmassen und dem Pfeifen der Züge laden einfache Imbissstände zu kurzen Verschnaufpausen ein, während der Blick immer wieder an den ! ligranen Steinmetzarbeiten der Fassaden hängenbleibt. Jeder Moment vor dem historischen Gebäude verstärkt den Eindruck, dass Architektur hier – passend zum urbanen Raum Indiens – tatsächlich lebendig ist. 4 CHHATRAPATI SHIVAJ
5 MADRID ATOCHA
Der Bahnhof Atocha liegt im Stadtzentrum, an der Plaza Emperador Carlos V, nahe dem Museo del Prado. Als die Einführung von Hochgeschwin- digkeitszügen eine deutlich größere Bahnsteighal- le erforderte, bekam das wunderschöne alte Ge- wölbe einen neuen, überraschenden Nutzen: Wo früher Hektik herrschte, gedeiht heute ein dichter Palmengarten mit Wasserplätschern, Biotop und exotischen P " anzen. Einkaufs- und Erfrischungs- angebote vervollständigen diese kurze Auszeit im tropischen Mikroklima, mitten in der Stadt.
Im Inneren lässt die Kombination aus massiven Steinbögen und ! ligranen Details jeden Besu- cher staunen. Aber den schönsten Blick erhascht man de ! nitiv erst, wenn man sich ein wenig vom Gebäude entfernt. Man muss den Amsterdamer Hauptbahnhof durch den Haupteingang verlassen und ein paar Schritte entlang des Wassers gehen, um auf die ganze Pracht von Pierre Cuypers’ Back- steinbau blicken zu können. Türme, Reliefs und Naturstein ! guren erzählen von niederländischer Handel- und Seefahrtsgeschichte. 6 AMSTERDAM CENTRAAL
COLUMBUS MAGAZIN 49
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