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FREITAG, 31.5.2019 98.Jahrgang | Nr.22

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Ausstellung: Rudolf Stingels Werkserien in der Fondation Beyeler SEITE 2

Klima: Kontroverse Diskussionen an den Wenkenhofgesprächen

Sport: Erfolgreicher TV Riehen an kantonaler Leichtathletikmeisterschaft SEITE 17

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BRUT- UND SETZZEIT Noch bis Ende Juli ist in den Naherholungsgebieten besondere Rücksichtnahme angebracht Respektvolles Naturerlebnis

MEINUNG Inkonsequenz

Die Art und Weise, wie sich der Gemein- derat offiziell zu einem Bau- vorhaben an der Inzlinger- strasse 39 geäussert hat, wirft Fragen auf (siehe

Wer den Wildtieren grösst- mögliche Ruhe während der Aufzucht ihrer Jungen bieten möchte, bleibt auf den Wegen und sorgt dafür, dass der eigene Hund dies auch tut. Frühling – die schönste Zeit, umdraus­ sen zu sein. Die einen bevorzugen ei- nen Waldspaziergang, andere eine kleine Velotour und wieder andere ein ausgedehntes Picknick. Doch aufge- passt: Wir Menschen sind nicht die ein- zigen, die sich imWald und in der Natur aufhalten. Anfang April hat die Brut- und Setzzeit begonnen, die noch bis Ende Juli andauert. Die Wildtiere zie- hen jetzt ihre Jungen auf und sind auf unsere Rücksichtnahme angewiesen. Wer seine Freizeit gerne draussen verbringt, hat es sicher schon be- merkt. Zwar bleiben die Wildtiere sel- ber am liebsten für den Menschen unsichtbar, doch Tafeln machen dar- auf aufmerksam, dass in der Wiese­ ebene und am Dinkelberg Rehe, Feld- hasen sowie verschiedene Vogelarten und auch Füchse leben. Im Frühling und Sommer, wenn die Wildtiere brü- ten oder ihre Jungen grossziehen, sind sie besonders anfällig auf Störungen, die nicht nur Stress verursachen, son- dern auch lebensbedrohlich sein kön- nen. Das einfachste Mittel, um den Tieren zu dienen, steht zuoberst auf den von der Gemeindeverwaltung Riehen aufgestellten Tafeln: «Verlas- sen Sie die Wege nicht.» Michèle Faller

Berichterstattung auf Seite 9). Natürlich hat der Gemeinderat in der Sache im Prinzip Recht, wenn er feststellt, ein Eigentümer dürfe auch durch Gestaltungsrichtlinien nicht in seinen nach Zonenplan sowie Bau- und Planungsgesetz geltenden Grundeigentumsrechten eingeschränkt werden. Doch damit negiert er in seiner heutigen Zu- sammensetzung, dass der Gemein- derat 1995 in seiner damaligen Zusammensetzung genau das getan hat. Das Argument, die 1995 erlassenen Gestaltungsrichtlinien bezögen sich ausschliesslich auf einen Dachausbau und nicht auf einen Anbau, sticht nicht. Es ist offen- sichtlich, dass ein Anbau im Jahr 1995 geradezu undenkbar war und der Dachausbau, der nach dem Willen des Gemeinderats wesent- lich unter den Möglichkeiten der damals schon geltenden Zone 2 zu bleiben hatte, als einzige Mög- lichkeit angesehen wurde, über- haupt die Wohnfläche vergrössern zu können, ohne das ursprüng­ liche Gesamtbild der Siedlung zu gefährden. Vom Gemeinderat darf erwartet werden, dass er die Rolle des da- maligen Geimeinderats zur Kennt- nis nimmt und gegebenenfalls auch kritisch hinterfragt. Oder aber – und das wäre die sympathi- schere weil historisch gesehen kon- sequentere Variante – der Gemein- derat müsste auf der Einhaltung seiner eigenen Gestaltungsricht­ linien bestehen. Und diese sehen innerhalb der Siedlung an der Inzlingerstrasse 11–45 keinen Anbau vor. Wie dies heute gerichtlich zu be­ urteilen ist, hat den Gemeinderat dabei nicht zu kümmern, denn das ist nicht seine Aufgabe. Historische Tatsachen auszublenden und eine langjährige Praxis von sich aus zu ändern, ist inkonsequent und birgt die Gefahr, dass eine längerfristige Verlässlichkeit von Gemeinderats- entscheiden infrage gestellt wird.  Rolf Spriessler-Brander

Rehkitze verharren meist unbewegt im Gras und sind daher kaum sichtbar.

Foto: zVg

können, trifft dies nicht zu. Die Nester der Bodenbrüter etwa seien völlig un- auffällig, meist durch ein Gebüsch verdeckt, um Raubvögeln die Einsicht zu erschweren, und befänden sich oft nur etwa anderthalb Meter von einem Waldweg entfernt, erklärt der Jagd- aufseher. «Es kann passieren, dass man ein Gelege zertritt, ohne es zu merken.» Nicht nur Biker und Hundebesitzer Es zählt also nicht, sich als Spazier- gänger von der Regel auszunehmen, nur weil man nicht mit einem Moun- tainbike oder seinem vierbeinigen Gefährten unterwegs ist. «Auf jeden Fall. Das geht alle an, nicht nur Biker und Hundebesitzer», bestätigt Stiege- ler. Natürlich dürfe ein Hund nicht jagen oder wildern und müsse unter der Kontrolle seiner Besitzerin oder seines Besitzers sein. Was bei nicht angeleintenHunden aber nicht so ein- fach sei, da diese trotz guter Erziehung zuweilen nicht gegen ihren Instinkt ankämen. Etwas grösser als Eier oder junge Vögel in einem gut versteckten Nest am Boden, und doch sehr unschein- bar, ist ein Rehkitz, das in einer Wiese oder einem Feld liegt. «Setzzeit» kommt von «setzen», was so viel wie gebären heisst. Deshalb wirft ein Reh nicht, sondern es setzt ein Junges, weiss der Jagdaufseher. Allerdings setzt eine Rehgeiss ihr Junges auch später, wenn es bereits umherspazie- ren kann, allein in eine Wiese, wo es dann sitzenbleibt. «Das Kitz hat am Anfang keinen Eigengeruch, was es vor anderen Tieren schützt», erklärt Stiegeler. Deshalb entferne sich die Mutter immer ein Stückweit vom Jun- gen, um es nicht in Gefahr zu bringen. Wenn man auf den Wegen bleibt und nicht in ein Feld oder eine Heu- matte hineingeht – was man aus Res- pekt vor den Landwirten ja generell nicht tun sollte –, dürfte man die zu- sammengerollten oder kauernden Rehkitze also kaum bemerken. Treffe man doch eines an, sei es ganzwichtig, dieses einfach dort zu lassen. «Nicht jedes Jungtier ohne Mutter ist verlo- ren.» Im Gegenteil seien die Eltern –

Das betont auch Walo Stiegeler, Jagdaufseher der Gemeinde Riehen. Im gleichen Atemzug sagt er: «Man soll rausgehen und diese tolle Zeit ge- niessen. Aber mit Respekt und Ver- nunft.» Auch wenn der Gedanke na- heliegend ist, sich mit etwas Sorgfalt auch abseits der Wege aufhalten zu

auch von Jungvögeln – in der Nähe, um die Jungen regelmässig zu füttern, und in stetem Kontakt mit ihnen. Gefähr- lich für die Kitze ist das Mähen. Denn sogar wenn ein Mähdrescher direkt auf ein junges Reh zukommt, bewegt es sich nicht von der Stelle. Es sei qua- si so programmiert, erklärt Stiegeler, das sei seine Überlebensstrategie. Deshalb wird vor einem Mähtermin das Gelände entweder abgesucht oder das Wild wird «verblendet»: Ein Fremdkörper, etwa ein Stock mit dar- an befestigten Tüchern oder Alufolie wird ins Gebiet gestellt, um die Rehe zu beunruhigen. Diese holen ihre Jun- gen dann kurzfristig weg. Genuss und gesunder Menschenverstand Auf nächtlicheMountainbike-Tou- ren durch den Wald angesprochen, stellt der Jagdaufseher klar, dass dies – nicht zuletzt wegen der Lampen – das ganze Jahr hindurch schlecht sei, aber momentan ganz besonders. Ver- bote gebe es nicht viele, doch er appel- liere an den gesunden Menschenver- stand: «Man muss sich nur ein bisschen zurücknehmen und von den Wegen aus geniessen – mehr braucht es nicht.»

Achtung: Brut- und Setzzeit!

Der LandschaftsparkWiese ist Lebensraum für viele einheimische Tierarten wie Rehe, Feldhasen und Vögel. Sie alle sind während der Brut- und Setzzeit von Anfang April bis Ende Juli besonders anfällig auf Störungen.

→ Verlassen Sie die Wege nicht. Meiden Sie insbesondere weglosenWald,Waldränder, Uferstreifen, Gebüsche, Wiesen und Äcker. → Lassen Sie auch Ihre Hunde nicht abseits der Wege in die Wiesen, Äcker und Gehölze laufen.

Herzlichen Dank für Ihr Verständnis. Gemeindeverwaltung Riehen

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FONDATION BEYELER 26. 5. –6. 10. 2019

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Im Landschaftspark Wiese und am Dinkelberg machen momentan Tafeln auf die sensible Tierwelt aufmerksam. Grafik: zVg

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