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Birsfelder Anzeiger

Freitag, 20. November 2020 – Nr. 47

Sport

Einem durchzogenen Auftritt

Basketball NLA

folgt eine starke Reaktion Die Starwings verlieren auch Spiel 5 und 6 der neuen Saison – gegen Monthey mit 60:76, gegen Genf mit 78:86. Dazu eine Trefferquote von 76,6 Prozent bei den Freiwürfen.

gesetzt werden – und zeigte in vie- len Phasen, dass er, gesund und motiviert, zu den besten Akteuren der Liga gehören wird. Man würde sich mehr Spielzeit für den Youngster Safet Haile (20, 200 Zentimeter) wünschen, damit Center Cheikh Sane zu mehr Pau- sen kommt. Der 207 Zentimeter lange Senegalese holte zwar viele Rebounds (gegen Genf gleich 12), hatte aber immer noch zu viele Ei- genfehler. Aber die vier Profispieler ergänzen sich gut und lassen dem Trainer eine Rotation zu, um den Rhythmus hoch zu halten. Versprechen für die Zukunft Eine sehr gute Partie zeigte VidMi- lenkovic (25), der seine 6. Partie auf höchstem Level bestritt. Seine un- aufgeregte, ruhige Spielweise tut der Equipe wohl und die Nomina- tion für die Stammfünf war ein richtiger Entscheid. Schade, dass Ilija Vranic weiterhin ein Schatten seiner selbst (aus der letzten Spiel- zeit) ist, wobei es beim Zürcher zu bedenken gilt, dass er sehr lange krank war und noch nicht in Best- form sein kann. Sébastien Davet konnte derweil in der kurzen Spiel- zeit nicht aufzeigen, dass auch er ein ganz valabler NLA-Spieler sein müsste. Und Genf? Das sind zehn Profis, vier hochkarätige Ausländer (wo- bei der Serbe Ive Ivanov und der Litauer Donatas Sabeckis keine Faktoren waren), zwei Doppelbür- ger (alle mit Schweizer Lizenz) und vier Schweizer Nationalspieler. Und wer von der Bank mit Roberto Kovac und Michel-Ofik Nzege zwei Leute bringen kann, die schon mal in der Stammfünf der Natio- nalmannschaft gespielt haben, muss die Meisterschaft gewinnen. Nervenf lattern am Schluss Dass es in der Endphase noch enger hätte werden können, spricht nicht für die Genfer Löwen. Krill und Burns vergaben drei Freiwürfe und

leisteten sich zwei stupide Ballver- luste. Hinzu kam ein diskutabler Pfiff (frei nach demMotto: In dubio für den Grossen). Diese Faktoren liessen es nicht zu, dass die Star- wings zu denGenfern aufschliessen konnten. Schade. Sollte es jemals den Spieltag ge- ben, an dem alle Spieler, inklusive Routinier Joël Fuchs (31), fit und einsatzfähig sind (ohne Blessuren, Krankheiten und sonstigen Unbill), so ist dieseMannschaft in der Lage, gegen mindestens die Hälfte der Rivalen zu gewinnen. Nur gerade der Vorzeigeklub Fribourg Olym- pic hatte den Genfern bei der 63:70-Niederlage ähnlich starken Widerstand geleistet wie die Birs- felder. Mit der Leistung vom Sams- tag hätten die «Wings» gegen Lu- gano, Monthey und wohl auch in Boncourt gewonnen. Aber eben … Ausfälle, Krankheiten und Verlet- zungen sind seit Jahren die steten, treuen Begleiter der Starwings.

Matthew Milon, der in Lugano mit 29 Punkten brilliert hatte, konnte nicht an die Leistung der Vorwoche anknüpfen. Alles, was der Amerikaner machte, war falsch. Er warf, wenn er hauteng gedeckt war und so einige Male geblockt wurde. Er zögerte, als er «offen» für einenDistanzwurf war. Nathan Krill begann gut, hielt die Gastgeber zu Beginn im Spiel, doch mit der Zeit baute er immer mehr ab. Aber der Mann, der in der letz- ten Saison in einer viel stärkeren Liga (in Holland) überzeugt hatte, ist weiterhin leicht angeschlagen. Das alles führte dazu, dass man den Wallisern mit 60:76 unterlag. Aber nur 72 Stunden nach der Nie- derlage zeigten dieMannschaft von Cheftrainer Dragan Andrejevic eine starke Reaktion. Dass es eine weitere Niederlage absetzte, ist eine Randbemerkung, denn auf der Darbietung gegen Les Lions de Mit der Rückkehr von Deondre Burns verfügten die Starwings über einen guten Spielmacher, der zwar seine Verletzung weiterhin spürt, aber dennoch quicklebendig war und aufzeigte, dass er vieles ordentlich gut kann. Bereits nach 25 Minuten war Burns aber mit vier Fouls belas- tet und konnte nur noch dezidiert eingesetzt werden und keine aggres- sive Verteidigung mehr spielen. Eine Schrecksekunde gab es nach 23Minuten, alsMatthewMi- lon – statt zu werfen – gegen den Korb zog und von drei Genfer Zwei-Meter-Spielern «abgeräumt» wurde und sich dabei verletzte. Er konnte danach, sichtlich gehemmt und nicht mehr im gleichen Rhyth- mus, weiterspielen. Nathan Krill, bereits seit einem Jahr in Europa, ist krankheitsbedingt vielleicht auf 60 Prozent seiner Möglichkeiten. Auch er kann nur sporadisch ein- Genève lässt sich aufbauen. Burns’ gutes Comeback

Von Georges Küng

«Seit Jahren umgibt die Starwings ein toxisches Umfeld.» Der dies sagt, ist ein Birsfelder Basketball- Insider, der selbst viele Jahrzehnte im Umfeld der «Wings», in allen erdenklichen Funktionen, tätig war. Ja, die Starwings werden seit Jahren vom Schicksal gebeutelt. Im Basketball ist der Playmaker der Denker und Lenker. Jener, der organisiert, die Systeme ansagt, den am besten postierten Mitspie- ler einsetzt – und im optimalen Falle auch skoren kann. Deondre Burns, der US-Profi, könnte dies recht gut machen. Er kann es aber nicht zeigen, weil er sich in Lugano verletzt hat und ausfällt. Und so durfte Branislav Kostic 40 Minu- ten, von der ersten bis zur letzten Sekunde, durchspielen. Mit seinen knapp 180 Zentimetern gehört er schon zu den Kleinsten im nationa- len Basketball. Und dennoch schafft er es, in gebückter Haltung, schleppend und ohne Rhythmus- wechsel während 18 bis 20 Sekun- den den Ball zu monopolisieren. Die Folge: Die Starwings spielen statischen und stehenden Basket- ball. Minutenlang ohne Punkt Trauriger Höhepunkt imHeimspiel gegenMonthey war das dritte Vier- tel, in dem man sieben Minuten lang nicht punktete, nachdem man kurz vor der Pause an die Walliser, welche erst ihre zweite Meister- schaftspartie austrugen, herange- kommen war. Enttäuschend waren auch die «Langen» Ilija Vranic und Cheikh Sane. Wenig Ballgefühl, keine Bewegungen unter demKorb.

Telegramm Starwings – BBC Monthey 60:76 (38:40)

Sporthalle. – 50 Zuschauer. – SR Michaelides/Novakovic/Vitalini. Starwings: Kostic (8), Milon (6), Milenkovic (4), Krill (14), Sane (18): Vranic (2), Davet (3), Haile (5); Fasnacht, Pausa, Weibel. Bemerkungen: Starwings ohne Burns und Fuchs (beide verletzt). – Mit fünf Fouls ausgeschieden: 32. Krill. Starwings – Les Lions de Genève 78:86 (34:36) Sporthalle. – 50 Zuschauer. – SR Marmy/Mazzoni/Oberson. Starwings: Burns (21), Milon (12), Milenkovic (11), Vranic (3), Sane (9); Haile (2), Krill (15), Kostic (5), Davet; Fasnacht, Pausa, Weibel. Bemerkungen: Starwings ohne Fuchs (verletzt) – Mit fünf Fouls ausgeschieden: 39. Milenkovic.

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