SafetyCompanion 2019 Deutsch

Passive Sicherheit

Kinderschutz im Frontal- und Seitenaufprall - Aktuelle und zukünftige Anforderungen Beschreibung

Kursziele Ziel dieses Seminars ist es, ein Verständnis für die spezifischen Problemstellungen der Kindersicherheit zu vermitteln und Ansätze zum Kinderschutz aufzuzeigen, mit denen die unter- schiedlichen Anforderungen erfüllt werden können. Wer sollte teilnehmen? Das Seminar spricht Einsteiger und Experten an, die sich mit der Entwicklung und Auslegung von Kinderrückhaltesystemen und deren Integration in Insassenschutzsysteme befassen. Inhalte „ „ Einleitung: Historische Entwicklung der Kindersicherheit, Unfallstatistik, Nutzungsquote von Kinderschutzsystemen, Verletzungs-Biomechanik „ „ Kinder-Dummys: P-Serie, Q-Serie „ „ Gesetzliche Anforderungen: UN R44, R129 u. a., Schlittentests, Full-Size-Tests Frontal und Seite mit speziellen Anforderungen hinsichtlich Kinderschutz, Verbraucherschutztests, andere Tests, Harmonisierung: Euro NCAP, NPACS, ISO-Vorschlag Seitenaufprall, AMS, ADAC, ... „ „ Kinderschutzsysteme: Typen und Klassifizierungen, Standards, ISOFIX, Top Tether, Ease of Use / Misuse, neueste Entwicklungen UNECE

Zur Mitnahme und Sicherung von Kindern in Pkw werden seit den 70er Jahren Kinderschutzsysteme (KSS) angeboten, deren Qualität und Wirksamkeit aber erst nach der Einführung der Europäischen Prüfregelung UN R44 im Jahre 1980 einen für diese Zeit diskutablen Mindeststandard erreichten. Weiter- entwicklungen der gesetzlichen Regelungen zusammen mit zusätzlichen Tests verschiedener europäischer Verbraucher- schutzorganisationen - wie z. B. Stiftung Warentest, ICRT (International Consumer Research and Testing; Dachver- band der europäischen Warentester), Öko Test - und auch der Motorpresse (auto motor und sport, ADAC, Auto Bild, ÖAMTC) führten schließlich zu einem signifikanten Rückgang der Unfallopfer unter den Kindern. Leider unterscheiden sich die angewandten Versuchsdesigns und Ratingverfahren der Schlittenversuche für Kinderschutzsysteme zum Teil erheblich und führen zu teilweise deutlich divergierenden Ergebnissen, was zu einer Verunsicherung sowohl der Verbraucher als auch der Hersteller und Entwickler führt. Euro NCAP testet ebenfalls von Beginn an Kinderschutz­ systeme bei den durchgeführten Full-Size Front- und Sei- tenanprallversuchen mit und hat seit 2003 ein Test- und Assessment Protokoll zur Bewertung der Schutzwirkung von KSS eingeführt. Hierbei werden jedoch nur vom Hersteller empfohlene KSS getestet. Eineweitere bedeutende Entwicklung auf europäischer Ebene kann in den Forschungs- und Harmonisierungsbemühungen des von 2002 bis 2008 bestehenden, teilweise durch die EU geförderten, New Programme for the Assessment of Child Restraint Systems (NPACS) gesehen werden. Mitglieder von NPACS waren u. a. ICRT, ADAC und einige europäische Regie- rungen. Im Rahmen von NPACS wurde zumindest erreicht, dass die Testverfahren von ADAC und ICRT harmonisiert und unabhängige Testprotokolle entwickelt wurden. Euro NCAP hat das Kinderschutzbewertungsverfahren grund- legend geändert. 2013 erfolgte zumeinen die Umstellung von P- auf Q-Dummies. Zum anderen wurde ein neuer Kindersitz- Installationstest eingeführt und die fahrzeugbezogene Bewer- tung geändert. Seit 2016 werden die dynamischen Tests mit dem 6 und 10 jährigen Q-Dummy durchgeführt, um hier statt des KSS das Gurtsystem des Fahrzeuges bewerten zu können.

Britta Schnottale (Bundesanstalt für Straßenwesen) ist bei der Bundesanstalt für Straßen- wesen (BASt) im Referat F2, Passive Fahrzeugsicherheit und Biomechanik, als wissenschaftliche Angestellte beschäftigt. Hier ist sie zuständig für Fragen der Sicherheit von Kindern in Fahrzeugen. Dies beinhaltet neben nationalen Forschungsprojekten auch die Mitarbeit in EU-Projekten zur Kindersicherheit (CHILD, CASPER). Sie war deutsches Mitglied der NPACS Working Group. Weiter ist Frau Schnottale Secretary der EEVC Arbeits- gruppe 18 (Kindersicherheit) sowie Mitglied der Euro NCAP Child Safety Working Group.

DATUM KURS ID

ORT

DAUER PREIS

SPRACHE

15.11.2019

45/3435

Alzenau

1 Tag 790,- EUR bis 18.10.2019, danach 940,- EUR

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