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FILMDREH-WORKSHOP IN COVID-19-ZEITEN: DER NUFF-2020-ONLINE-WORKSHOP

AUTORIN: MARION BOUVIER – TVIBIT | ÜBERSETZUNG: MARTINA LINGNAU

NUFF ist ein Filmfestival für junge Leute, das jedes Jahr im nördlichen Teil Norwegens, in Tromsø, stattfindet. Das Festival besteht aus zwei Teilen: Teil eins ist ein sechs Tage andauernder Workshop mit etwa 40 jungen Filmschaffenden, die einen Film von der Idee bis zum Dreh des Films entwickeln. Dabei werden sie von Mentor(inn)en unterstützt. Der zweite Teil ist ein Filmfestival, bei dem Filme von Jugendlichen im Alter von 13 bis 26 Jahren vorgeführt werden. In den letzten 17 Jahren reisten die Workshop-Teilnehmenden aus unterschiedlichsten Ländern der Welt nach Tromsø und blieben dort für eine Woche, um ihre Filme zu drehen. Aber COVID-19 veränderte 2020 alles. Somit musste das NUFF-Filmfestival hauptsächlich online organisiert werden.

Erklärtes Ziel des Workshops ist es, den Teilnehmenden die unmittelbare Erfahrung eines Filmdrehs in einem kleinen Team von Gleichaltrigen zu ermöglichen. Dabei sammeln sie praktische Erfahrungen und können ihre kreativen Begabungen weiterentwickeln. Für die Durchführung des Online-Workshops anstelle eines analogen Workshops wurden fünf digitale Tools verwendet: Discord ( k S.32), Mozilla Hubs ( k S.31), Facebook ( k S.55), Zoom ( k S.31 ), und Vimeo-Live­ streaming ( k S.52 ). Discord wurde mit Abstand am häufigsten verwendet. Das Tool ermöglichte den Workshop-Teilnehmenden, sich während der gesamten Workshop-Woche regel- mäßig auszutauschen. Dabei wurden vorrangig die Textchat-Funktion und die Voice- und Videochat-Funk - tion verwendet sowie gelegentlich die Funktion zum Versenden von Dateien. Ein NUFF-Discord-Server wurde für den Workshop erstellt, der verschiedene Kanäle, die wie folgt aufgebaut sind, enthielt:

Außerdem hatten die NUFF-Mitarbeitenden Zugang zu allen Kanälen, einschließlich zu jenen der Workshop- Teilnehmenden und Mentor(inn)en, um sich somit bei jedem melden zu können und dort Unterstützung anzu - bieten, wo es erforderlich war. Jede Workshop-Gruppe arbeitete anders. Einige waren täglich mit der Voice-, Video- oder der Textfunktion über Discord im Chat, andere trafen sich nicht so häufig und arbeiteten eher getrennt voneinander. Insgesamt hatten die meisten Teilnehmenden den Ein - druck, dass Discord leicht anzuwenden ist. Einige hatten bereits damit gearbeitet, andere hatten den Dreh schnell raus. Der wesentliche Vorteil von Discord war, dass das Tool den Teilnehmenden viel Freiheit ließ (die Möglichkeit, in einen Text-Chat, in ein Voice- oder Video - meeting reinzugehen und wieder rauszugehen, ohne ein Meeting im Voraus planen zu müssen). Die gesamte Verwendung ist für Teilnehmende kostenfrei und nut - zerfreundlich. Der Hauptnachteil bei der Verwendung von Discord, im Vergleich zu persönlichen Treffen in Workshops, besteht in der fehlenden Nachvollziehbar- keit der von den Teilnehmenden geleisteten Fortschrit- te. Manche Teilnehmenden verließen den Workshop auch sofort im Anschluss an die Einführungsveran - staltung über Zoom, was bei einer Reise nach Tromsø natürlich nicht der Fall wäre, da sie sich dann mit der gesamten Gruppe vor Ort befänden. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es schwieriger ist, die Motivation und den Elan der Teilnehmenden aufrecht zu erhalten, wenn sie zu Hause alleine vor ihrem eigenen Computer oder Smartphone sitzen.

» einen allgemeinen Kanal mit einem Helpdesk, An- kündigungen und allgemeiner Information;

» einen Kanal für jede Teilnehmenden-Gruppe und den/die Mentor/-in;

» einen privaten Kanal für Mentor(inn)en;

» einen Raum nur für die NUFF-Mitarbeitenden.

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Beiträge aus der Praxis

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