RZ_KW17_2019

Riehener Zeitung 

Freitag, 26. April 2019

Nr. 17

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Stimmrechtsausweis ist neu zweiteilig rz. Für die Abstimmung vom 19. Mai kommt imKantonBasel-Stadt einneu- er, zweiteiliger Stimmrechtsausweis zum Einsatz. Die Staatskanzlei hat unter www.bs.ch/bs-tv einen Video­ beitrag erstellt, der zeigt, wie die kor- rekte Stimmabgabe funktioniert. Die Stimmunterlagen, die alle Stimmberechtigten in Kürze erhalten werden, erscheinen in einem neuen Design. Wie die Staatskanzlei mitteilt, gilt das Couvert nicht mehr wie bisher als Stimmrechtsausweis, es wird nur noch als Rücksendecouvert bei der brieflichen Stimmabgabe benötigt. Der Stimmrechtsausweis ist neu se- parat in den Unterlagen enthalten. Er ist farbig und zweiteilig. Je nach Stimmkanal müssen die Stimmberechtigten den entsprechen- den Abschnitt abtrennen: Bei der brieflichen Stimmabgabe wird der blaue Abschnitt zusammen mit dem Stimmzettel ins Couvert gesteckt; das Adressfenster mit der Rücksende­ adresse muss dabei sichtbar sein. Bei der persönlichen Stimmabgabe wird der grüne Abschnitt des Stimmrechts- ausweises im Wahllokal abgegeben. Anschliessend wird wie bisher der Stimmzettel in die Urne geworfen. Die Neuerungen beim Stimm­ material seien aufgrund veränderter Anforderungen bei der Verarbeitung der Briefpost notwendig geworden, schreibt die Staatskanzlei. Die Bettinger Dorfvereinigung (BDV) traf sich kurz vor Ostern zur Früh- jahrs-Mitgliederversammlung imRes­ taurant Baslerhof. Abgesehen von unterschiedlichen Traktanden wurde der Vorstand für die kommenden drei Jahre neu gewählt. Nebst den Bis­ herigen – Eva Biland, Präsidium; Beat Fehr, Sekretariat; Christian Morath, Kassier; Dieter Grieshaber, Beisitz – wurden neu einstimmig Gaby Walker als Vizepräsidentin sowie Daniel Schoop als Marketingverantwort­ licher in den Vorstand gewählt. Die beiden neuen Vorstandsmitglieder möchten sich künftig vermehrt in das politische Leben in Bettingen ein­ bringen und vor allem das gesell- schaftliche Miteinander unter den Mitgliedern fördern sowie das Netz- werk im Dorf pflegen. Als Dank für seine langjährigen Verdienste und sein noch immer- währendes aktives Engagement für die Bettinger Dorfvereinigung wur- de Willi Bertschmann, ehemals Gründungsmitglied der BDV, unter grossem Applaus aller anwesenden Mitglieder zum Ehrenpräsidenten ernannt. Ein besonderer Dank wur- de auch der demnächst abtretenden Gemeinderätin Belinda Cousin aus- gesprochen. Für ihre vertrauens­ würdige und kompetente Arbeit im Namen der BDV während der ver­ gangenen acht Jahre als Gemeinde- rätin in den Bereichen Sport/Frei- zeit, Bildung und Finanzen wurde ihr ein spezielles Präsent überreicht. Die Mitglieder liessen den Abend bei einem Schlummertrunk und dem legendären «Wellblech» aus der Küche des Baslerhofs ausklingen. Eva Biland Die BDV erweitert ihr Präsidium

NATURMÄRT Nicolas Lüscher über Milch- und Königskutschen, Gespräche mit Pferden und geeignete Orte für ein Kutschenmuseum

Lebendige Kutschengeschichte(n) Zu einem beliebten Bestandteil des morgigen Naturmärts in Riehen ha- ben sich die vom Verein Hü-Basel organisierten Kutschenfahrten im Dorfkern entwickelt. Gegründet wur- de der Verein von seinem heutigen Präsidenten Nicolas Lüscher aus Rie- hen, nachdem 2011 die Schliessung des Kutschenmuseums in den Meri- angärten in Brüglingen drohte. Trotz einer durch Hü-Basel initiierten er- folgreichen Wiederbelebung schloss das «Museum für Pferdestärken», wie es ab 2014 hiess, im Herbst 2016 end- gültig seine Tore. Seitdem ist der Ver- ein auf der Suche nach einer geeigne- ten Liegenschaft.

Arbeitsstellen im Erlenmattquartier oder sind integriert eingeschult. Die Leiter selbst können auf langjährige Pfadierfahrung, auch in leitender Funktion, zurückblicken. «Alles, was zählt, ist die Freude am Pfadimachen mit Kindern und Jugendlichen mit speziellen Bedürfnissen», erklärt Ab- teilungsleiterin Catherine Gürber/ Simba. Neben ihr besteht das Leiter- team aus drei Leiterinnen (Mimuia, Akela, Oyara) und drei Leitern (Liqui- do, Picaro, Naruto). Die speziellen Herausforderungen der PTA versuchen die Leiter zu um- schiffen, indem sie kürzere Wegstre- cken einplanen, eine Aktivität nach immer demselben Rhythmus (Rituali- sierung) abhalten und gezielt Motiva- toren wie zum Beispiel beliebte Spiele einbauen. Dabei muss aber immer mit der Unvorhersehbarkeit der Teilneh- mer gerechnet werden. Deren Tages- verfassung und persönlichen Pläne spielten eine grosse Rolle, betont Simba. Weitere Stolpersteine seien die Mobilität und die körperlichen Voraussetzungen der Teilnehmer. Das Preisgeld werde selbstver- ständlich in den Aktivbetrieb der PTA investiert, versichert die Abteilungs- leiterin. Denn so sei die Nachhaltig- keit am ehesten gewährleistet. Dank einer Pfadi Trotz Allem erhielten Kin- der und Jugendliche die Möglichkeit, dabei zu sein, mit allen Ecken und Kanten akzeptiert zu werden und die Welt zu erforschen. Kurz: zu leben. Thomas Mühlemann für die Lokale Agenda 21 Wie soll das Kutschenmuseum der hoffentlich nahen Zukunft werden? Unsere Vision ist die einer lebendigen Kutschen- und Wagengeschichte – von den damaligen Kleidern übers Reisegepäck bis zu Wegelagerern. Übrigens besitzen allein die Vereins- mitglieder und Sammlerpartner von Hü-Basel 350 Gefährte, mit denen wir in den nächsten 20 Jahren mühelos zwei Wechselausstellungen jährlich realisieren könnten. Wir müssen das bieten, was das Smartphone nicht vermitteln kann: handfeste Objekte, Kommunikation, Emotionen, Empa- thie mit den Lebewesen. Empathie mit den Pferden? Genau. Die Leute, die eine Kutschen- fahrt mitmachen, sind oft überrascht, dass ich mit den Pferden spreche. Solange sie nichts erschreckt, geht es ihnen gut. Deshalb muss ich alles, was sie erschrecken könnte, mit ihnen üben. Es gibt übrigens bereits seit dem 19. Jahrhundert klare Vor- schriften über Tierschutz, Unfall­ prävention und Ethik des Kut­ schenfahrens. In der Fahrlehre des berühmten Benno von Achenbach steht etwa, dass der Kutscher «bis in den Tod» für seine Pferde ver­ antwortlich sei. In was für Kutschen kann am Natur- märt eingestiegen werden? In drei historische Schweizer Kut- schen, die auf technisch modernste Art funktionell restauriert wurden und damit sicher und pferdegerecht sind. Stefan Oser, Viktor Senn und ich fahren mit unterschiedlichen Wagen; ich selber komme mit meinen zwei Lewitzer Ponys und einer eher länd­ lichen Kutsche – es müssen ja mög- lichst viele Fahrgäste Platz haben! Interview: Michèle Faller und ausserdem kreative Upcycling- Ideen. Zum Thema Wasser informie- ren die Gemeinde Riehen, der Land- schaftspark Wiese mit der IWB und demneuenRanger sowie verschiedene Vereine. Man kann auch selber aktiv werden – beim Forschen, Basteln, Ma- len, Pflanzen und Bräteln. Abgerundet wird der Markt mit feinem Essen, dem Gesang der Stadt-Jodler Basel-Riehen und gemütlichen Kutschenfahrten durch den Riehener Dorfkern zwi- schen 10.30 und zirka 15 Uhr.

RZ: Was hat zur Gründung des Ver- eins Hü-Basel geführt? Nicolas Lüscher: Als das Historische MuseumBasel 2011 bekannt gab, dass das Kutschenmuseum wegen Spar- massnahmen schliesse, war mir klar, dass etwas gehen musste. Ich hatte damals schon eigene Pferde und fuhr Kutschen. Also sprach ich beimDirek- tor vor und überzeugte ihn davon, die bereits vorbereiteten Briefe an die Leihgeber wegzuwerfen und darauf zu vertrauen, dass ein paar begeister- te Kutschenliebhaber es schaffen würden, das Museum zu beleben und ihm zu neuem Erfolg zu verhelfen. 2012 gründete ich mit Gleichgesinn- ten den Verein «Hü-Basel, die Freunde des Basler Kutschenmuseums». Er zählt heute sechs Vorstandsmitglie- der und etwa 80 Mitglieder, darunter Historiker, Sattler, Vertreter von ande- ren alten Berufen, Kutschenfahrer und Nachkommen berühmter Fuhr- haltereien. Wie haben Sie es geschafft, die Schliessung des Museums zu ver­ hindern? Wir haben das Historische Museum Basel sowohl ideell als auch finanziell unterstützt. Unser Verein hat gross­ zügige Spenden erhalten und sogar eine ganze Kutschensammlung an­ geboten bekommen. Mit Zeitungs­ artikeln, Theaterstücken, einer Klet- terkutsche zum Betreten sowie ins- besondere fahrenden statt stehenden Kutschen hat Hü-Basel das Museum belebt, worauf sich die Besucherzahl mehr als verdoppelte. Ein wichtiger Teil war «Living History». Kutschen wurdenvonMenschen inhistorischen Kostümen bevölkert und besonders schön war eine Szene, in der zwei Kutschen miteinander sprachen.

Nicolas Lüscher mit seinen beiden Scheckenponys Cherry und Nesse, die auch am Naturmärt dabei sein werden. Foto: zVg

Trotzdem mussten die rund 50 Fahr- zeuge vor knapp drei Jahren die Scheune in Brüglingen verlassen. Warum und was geschah seither? Die Christoph Merian Stiftung kün- digte den Vertrag der kostenlosen Nutzung der Merianscheune wegen Eigenbedarfs. Die Leihgaben wurden zurückgegeben und die zirka 30 Kut- schen des Historischen Museums in einem Depot in Pratteln eingelagert. Seither sucht der Verein Hü-Basel einen geeigneten Raum in der Region. Wir haben eine gute Vereinskasse und haben bereits über 20 Lokalitäten umfassend evaluiert. Vieles muss stimmen: die Grösse, vor allem jene der Türen, aber auch die Einbettung in ein Kultursystem. Gerade in Riehen gibt es verschiedene Gebäude mit einer sehr alten Pferdetradition – mal abgesehen vom bekanntesten Bei- spiel Wenkenhof. Warum ist die Basler Sammlung so speziell? Um 1900 gab es eine grosse und inter- national bekannte Basler Kutschen­ industrie. Vieles wurde auch hier er- funden, etwa der Stossdämpfer für Pferde sowie Bremssysteme, was alles in die Autoindustrie überging. In der

Sammlung und im Besitz der Vereins- mitglieder sind prominente Beispiele wie die Fluchtkutsche Napoleons und die letzte Milchkutsche des ACV. Auch speziell ist die gute Dokumenta- tion. Im Gegensatz zu anderen euro- päischen Ländern herrschte in der Schweiz kein Krieg und die Dokumen- te blieben unversehrt. Ausserdem ist die Basler Sammlung repräsentativ für die bürgerliche Bevölkerung. Im internationalen Vergleich gibt es ja auch Königskutschen, die nur von einem sehr kleinen Teil der Bevölke- rung benutzt wurden.

Natur, Garten und Nachhaltigkeit rz. Morgen Samstag zwischen 9 und 16 Uhr findet rund um den Dorfplatz der von der Lokalen Agenda 21 Riehen organisierte Naturmärt unter dem Motto «Wasser – mehr als nur H 2 O»

statt. Um 11 Uhr überreicht Gemein- depräsident Hansjörg Wilde den zweiten LA21-Nachhaltigkeitspreis. Die 32 Stände präsentieren eine ab- wechslungsreiche Mischung aus Setzlingen, Wildstauden, Samen und lokalen sowie regionalen Garten-, Dinkel- und Hochstammprodukten

LOKALE AGENDA 21 Der Nachhaltigkeitspreis geht dieses Jahr an die Pfadi Trotz Allem

«Alles, was zählt, ist die Freude am Pfadimachen» Der Nachhaltigkeitspreis der Lokalen Agenda 21 der Gemeinde Riehen wird dieses Jahr an die Pfadi Trotz Allem (PTA) verliehen. Die Ehrung findet morgen Samstag um 11 Uhr am Na- turmärt statt. Nach gründlichen Dis- kussionen hat die gemeinderätliche Kommission beschlossen, diese

Gruppe junger Erwachsener für ihr vorbildliches Engagement zugunsten von Kindern und Jugendlichen mit ei- ner geistigen, körperlichen oder seeli- schen Beeinträchtigung auszuzeich- nen. Nachstehende Zitate zeigen, wie die Leiterinnen und Leiter ihren Ein- satz und ihre Motivation sehen: «Ich freue mich zu sehen, wie die Teil- nehmer persönliche Fortschritte er- zielen und stetig selbstständiger wer- den. Alles, was zählt, ist die Freude am Pfadimachen.» (Simba) «Es ist für mich sehr bereichernd zu sehen, wie die Teilnehmer die Samsta- ge geniessen, wie offen sie auf uns Lei- ter zukommen und wie viel wir von ihnen zurückbekommen.» (Oyara) «Die Pfadi auch für Kinder und Ju- gendliche mit Beeinträchtigung er- lebbar zumachen und ihnen eineWelt voller Freundschaft und Abenteuer zu zeigen, die mir selbst so viel gegeben hat, ist meine grösste Motivation.»  (Mimuia) «Weshalb ich bei der PTA dabei bin? Um die Erlebnisse, Erfahrungen und Freundschaften, die mir in der Pfadi

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie das Leiterteam haben bei den PTA-Aktivitäten sichtlich Spass. Foto: zVg

Zusammenhalt ausstrahlen können. Es ist inspirierend, ihren Lebensmut und ihren Optimismus zu erfassen.»  (Akela) Die PTA Pfadi Riehen wurde am 19. November 2015 gegründet. Seither finden regelmässig Aktivitäten statt. Die Teilnehmer wohnen in Riehen und Basel und gehen im Schul- und Förderzentrum Wenkenstrasse (bis- her Sonderschulheim zur Hoffnung) zur Schule, arbeiten in geschützten

zuteilwurden, auch Kindern und Ju- gendlichen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung zu ermög- lichen. Und um eine Umgebung für unsere Teilnehmer zu schaffen, wo sie sich ausserhalb der Schule, Familie und Institutionen wohlfühlen und Grenzen austesten können.» (Picaro) «Mich fasziniert an der Arbeit mit Kin- dern zu sehen, wie derart verschiede- ne Charaktere zu einer Gruppe zu- sammenwachsen und einen starken

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