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AZA 4125 Riehen 1

20. JANUAR 2017

Riehener Zeitung DI E WOCHENZE I TUNG FÜR R I EHEN UND BETT INGEN

96. Jahrgang | Nr. 3

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Besucherrekord: Das Spielzeugmuseum hat ein erfreuliches 2016 erlebt SEITE 2

Verkehr: Umleitung Richtung Basel mit Optimierungsbedarf

Bilderseite: Riehen ist auch im weissen Schneekleid bezaubernd SEITE 9

Unihockey: Freude und Frust bei den Junioren des UHC Riehen

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WINTERGÄSTE RELOADED Szenische Lesung von Dylan Thomas’ Hörspiel «Unter dem Milchwald» in der Reithalle des Wenkenhofs Unter dem Wenkenberg

Christian Heller, Emilia Haag, Sibylle Mumenthaler, Angela Buddecke und Stefan Saborowski verkörperten mehrere Rollen spielend.

Fotos: Philippe Jaquet

Die erste Lesung der Reihe «Wintergäste reloaded» in der Reithalle des Wenkenhofs war ein Erfolg auf der ganzen Linie. Das Wetter hätte gar nicht passender sein können. Dicht fielen die Schnee- flocken auf die bereits unter einer weissen Decke liegende Winterland- schaft, als die erste Riehener Ver- anstaltung der diesjährigen Reihe «Wintergäste reloaded» anstand. Die winterlichen Gäste stapften durch den Wenkenpark in Richtung Reit- halle, suchten sich dort einen Stuhl, wenn sie nicht zu den Ersten gehörten, und lauschten Maria Iselins Begrüs- sungsworten. Die Präsidentin des Basler Vereins Wintergäste, der die Lesungen ge- meinsam mit dem Werkraum Schöpf- lin in Lörrach durchführt, freute sich ausserordentlich über das zahlreich erschienene Publikum. Sie begrüsste speziell die Mitglieder des Vereins als Michèle Faller

schen bei genauerer Betrachtung etwas schrullig? Und Dylan Thomas hat sehr genau beobachtet. Mittlerweile ist es Tag geworden, der Ton ändert sich sofort und das Traumwandlerische ist zunächst ver- schwunden. Nicht aber das Poetische. Hatte man zu Beginn noch etwas Mühe, die vielen Personen auseinan- derzuhalten, lernt man die Bewohne- rinnen und Bewohner von Llareggub je länger je besser kennen. Dass dies für die Gäste in der Reithalle zum Literatur-Hochgenuss wird, ist dem Ensemble um Dramaturgin Marion Schmidt-Kumke und seiner Erzähl- kunst zu verdanken. Chantal Le Moign als Erzählerin und Christian Heller, Emilia Haag, Sibylle Mu- menthaler, Angela Buddecke sowie Stefan Saborowski, die mühelos und immer dezent zwischen ihren zahl- reichen Rollen hin- und herwechseln. Es dämmert unter demMilchwald, und als es wieder Nacht wird, haben der Text und die szenische Lesung ein Ende. Doch die Darbietung klingt noch nach, lange, nachdem man wie- der in die unwirkliche Schneeland- schaft hinausgetreten ist.

«Kern der Wintergäste», erinnerte sich an ihre Zeit als Riehener Gemeinde- rätin und hielt fest: «Es war immer schwierig, Leute in den Wenkenhof zu kriegen – Sie haben es geschafft!» Das mag umso mehr erstaunen, als die Reithalle des Wenkenhofs ein neu- er Spielort von «Wintergäste reloaded» ist. Die sieben weiteren Lesungen fan- den und finden in der Druckereihalle im Ackermannshof in Basel, im Werk- raum Schöpflin in Lörrach und in der Fondation Beyeler in Riehen statt. Überraschende Sprache Nun betreten sechs Personen die Bühne, setzen sich und beginnen ab- wechselnd zu lesen. Es dauert nicht lange und man ist völlig gebannt von dieser blumigen und fantasievollen Sprache, von den üppigenWortschöp- fungen, die ein komplexes und doch ziemlich klares Bild von den Dingen und Menschen geben. Gebannt von den überraschenden Wendungen, wenn es etwa heisst: «Die Häuser sind blind wie Maulwürfe, aber die Maul- würfe sehen gut heut Nacht.» Und man ist gebannt von diesen Stimmen, von der Erzählkraft nicht nur des

Autors, sondern auch der vier Schau- spielerinnen und zwei Schauspieler, die in ihren privaten Kleidern vor den Mikrofonen sitzen; als einzige Ins- zenierung je eine Whiskyflasche mit einem Glas vor sich. Llareggub ist überall Es ist Nacht, eine Frühlingsnacht. Alle Bewohner der kleinen Stadt schlafen und schlaftrunken wirkt auch die Sprache, in der alles be- schrieben wird. Die nächtlichen Sehn- süchte etwa des verliebten Tuchhänd- lers oder der Traum der zweimal verwitweten Besitzerin der Pension «Seeblick», die es gerne so sauber hat, dass sie gar keine Gäste beherbergen möchte. Das Hörspiel «Unter dem Milchwald» des walisischen Dichters Dylan Thomas, das im Mai 1953, ein halbes Jahr vor dessen Tod, urauf- geführt wurde, spielt im Küstenort Llareggub, könnte aber überall statt- finden. Die Figuren heissen Lord Kristallglas, Boyo Nichtsnutz, Mary Ann Seefahrer und Orgel-Morgan und wie ihre Namen sind auch sie in ihrer Schrulligkeit etwas überzeich- net. Aber sind nicht die meisten Men-

Chantal LeMoign fesselte das Pub- likum als allwissende Erzählerin.

Reklameteil

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EINWOHNERRAT Vor der Januarsitzung des Gemeindeparlaments

JETZT: Hackbraten Aargauer und Walliser Art

FONDATION BEYELER 22. 1.– 28. 5. 2017

Uneinigkeit über Grendelgasse-Projekt

und zu einer Variante, bei der die Gemeinde selber baue und die Immo- bilienbewirtschaftung selber über- nehme. Eine Kommissionsminderheit be- urteilt das Projekt als richtige Unter- stützung für den Mittelstand, geplant mit der richtigen Genossenschaft, und befürwortet das Geschäft. In Erfüllung eines von der SVP eingebrachten Planungsauftrages legt der Gemeinderat dem Parlament aus- serdem einen Parkplatzkataster für ganz Riehen vor. Weitere Berichte betreffen Durchgangsverkehr, Abfall- gebühren, Zweckverband Regio-S- Bahn, Tourismusinformation, Sicher- heit und Tagesferien.

rs. Mit einer Überbauung an der Gren- delgasse soll die dortige Baulücke ge- schlossen werden. Das Grundstück gehört der Gemeinde, die das Land im Baurecht an die Bau- und Wohnge- nossenschaft Höflirain abtreten will. Gegenstand der Vorlage, die am kom- menden Mittwoch im Einwohnerrat behandelt wird, ist der Abschluss ei- nes partnerschaftlichen Baurechts- vertrags mit der Bau- und Wohnge- nossenschaft Höflirain zur Erstellung von sieben Reiheneinfamilienhäu- sern an der Grendelgasse 20 sowie die Gewährung eines verzinslichen Darlehens an die Genossenschaft. Das Projekt ist in der Sachkom- mission Publikumsdienste, Behörden

und Finanzen umstritten, weshalb eine Kommissionsmehrheit die Rück- weisung der Vorlage an den Gemein- derat beantragt. Der vorgesehene Mietbetrag von rund 3000 Franken bedinge ein Familieneinkommen, für das es auf dem freien Markt ge- nügend Wohnraum zu finden gebe, heisst es im Kommissionsbericht. Der Mehrheit der Kommission fehl- ten Varianten, um einen fundierten Entscheid treffen zu können. Insbe- sondere fehlten detaillierte Angaben zum Projekt mit zwei Wohnblöcken, das anfangs ebenfalls verfolgt wor- den sei. Ebenso wünsche eine Kom- missionsmehrheit genaue Angaben zu einem möglichen Landverkauf

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