Mittelmeer. Es wird die erfolgreichste U-Boot-Feindfahrt aller Zeiten. In den folgenden drei Wochen versenkt U 35 fast jeden Tag eines oder mehrere Schiffe. Als das Boot am 20. August wieder in Cattaro einläuft, hat es nicht nur alle Torpedos und Sprengmittel verbraucht, sondern auch seinen ge- samten Vorrat an 8,8-cm-Granaten verschossen. Die Erfolgsbilanz beträgt 29 Dampfer und 25 Segelschiffe mit mehr als 90.000 BRT. „Zahm und langweilig“ Doch während die Propaganda dies als spektakulären Erfolg bejubelt, bleibt Arnauld bescheiden: „Ich habe die Er- fahrung gemacht, dass die bedeut- samsten Ereignisse gleichzeitig die am wenigsten aufregenden waren. So war meine Rekordfahrt zum Beispiel ganz zahm und langweilig. Wir ver- senkten 54 Schiffe – eine Höchstleis- tung für eine Fahrt. Als U 35 in den Kriegshafen von Pola einlief, wurde der ganze Hafen wild. Trotzdem hat- ten wir keinerlei besondere Aben- teuer erlebt. Alles hatte sich routine- mäßig abgespielt.“
Aufregender ist aus Arnaulds Sicht die nächste Feindfahrt, die am 14. Sep- tember 1916 beginnt. U 35 soll einen Geheimauftrag ausführen, nämlich den deutschen Agenten Wilhelm Ca- naris und zwei seiner Begleiter aus Spanien abholen. Nach mehreren Fehlversuchen gelingt die Aktion. Am 2. Oktober befindet sich U 35 be- reits auf dem Rückmarsch, als ihm der französische U-Boot-Jäger Rigel vor die Rohre läuft.Wieder handelt es sich um eine Sloop mit einer Wasser- verdrängung von 1.250 Tonnen und erneut erweist sich dieser Schiffstyp als besonders standfest. Obwohl Ar- nauld die Rigel mit einem Torpedo trifft, fährt sie weiter. LI Fechter berichtet: „Die Schiffe dieser Klasse müssen eine tadellose Schotteneinteilung besitzen, denn mit einem Torpedotreffer sinken sie nicht, das hatten wir schon bei der Versenkung der ‚Primula‘ festgestellt. Und dieser gar hat sein Loch an Back- bord bekommen, fällt nach Steuer- bord um und fährt ruhig mit Kurs Nord weiter.“ Allerdings gelingt es Arnauld, der Rigel durch geschickte Kursberech-
Im neutralen Spanien: 0¦QQHUYRQ8JU¾¡HQ YRU&DUWDJHQDHLQVSDQLVFKHV3DVVDJLHUVFKLɃ
In Galauniform: $UQDXOGZLUGUHDNWLYLHUW NRPPWHUEHLHLQHP)OXJ]HXJDEVWXU]XPV/HEHQ
ZUR PERSON Lothar von Arnauld de la Perière ƉƐƋƉƐƐƎ Geburt in Posen ƉƌƉƑƈƋ Eintritt als Seekadett in die Kaiserliche Marine ƊƐƑƉƑƈƎ Beförderung zum Leutnant zur See ƊƏƋƉƑƈƑ
Oberleutnant zur See; zu dieser Zeit Dienst bei der II. Torpedoboots-Division Versetzung als Torpedo-Offizier auf den Kleinen Kreuzer Emden
ƉƌƉƑƉƉ
ƉƑƉƋóƉƑƉƍ ƉƎƉƊƉƑƉƌ ƉƌƉƑƉƍ ƉƐƉƉƉƑƉƍ ƉƉƉƈƉƑƉƎ ƉƐƍƉƑƉƐ ƉƑƉƑƇƉƑƊƈ ƋƉƍƉƑƊƈ
Adjutant des Chefs des Admiralstabs der Marine
Beförderung zum Kapitänleutnant
Beginn der Ausbildung zum U-Boot-Kommandanten in Eckernförde
Übernahme des Kommandos von S.M. U 35 Auszeichnung mit dem Orden Pour le Mérite
Übernahme des Kommandos von S.M. U 139 Kapitänleutnant Schwieger Bataillonsführer in der Marinebrigade Loewenfeld (Freikorps)
Eintritt in die Reichsmarine
ƉƌƉƑƊƊ Beförderung zum Korvettenkapitän ƉƑƊƌóƉƑƊƎ Dienst als Navigationsoffizier auf den Linienschiffen Hannover und Elsaß ƉƉƉƉƑƊƐ Fregattenkapitän, kurz danach Kommandant des Leichten Kreuzers Emden ƉƉƈƉƑƋƈ Beförderung zum Kapitän zur See ƋƈƑƉƑƋƉ Abschied aus der Reichsmarine ƉƑƋƊóƉƑƋƐ Nach Eintritt in die türkische Marine Lehrer an der Marineakademie in Istanbul ƊƍƉƉƑƋƏ Charakter als Konteradmiral a.D. )HEƉƑƋƑ Rückkehr nach Deutschland ƉƑƐƉƑƋƑ Charakter als Vizeadmiral a.D. ƉƑƉƑƋƑ Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs Reaktivierung für die Kriegsmarine ƉƑƌƈƇƌƉ Marinebefehlshaber (u. a. in Belgien und den Niederlanden, Westfrankreich) ƉƎƉƑƌƈ Patent als Konteradmiral z.V. (zur Verfügung) ƉƊƉƑƌƉ Beförderung zum Vizeadmiral z.V. ƊƌƊƉƑƌƉ Tod bei Flugzeugabsturz; Beisetzung auf dem Invalidenfriedhof in Berlin
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