Informationen rund um Schwein und Rind
02 2025
Tiergesundheit und mehr Informationen rund um Schwein und Rind
Gezielte Trockenstell-Therapie für Risikotiere Oraler Ileitis-Impfstoff für Schweine
Life forward
Tiergesundheit und mehr | 02 2025
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Inhalt
Rind Gezielte Therapie beim Trockenstellen Mastitis schmerzt im Euter und im Tank Neues Impfkonzept bringt fast 8 kg schwerere Kälber Schwein Oraler Impfstoff gegen Ileitis: Effektiv und praktisch Starke Ferkel, stabile Herden: Mischbare Impfung gegen PRRS und PCV2 schützt doppelt – einfach und wirksam
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
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Die deutsche Rinder- und Schweine- produktion befindet sich trotz einiger Herausforderungen in einer stabilen Lage und zeigt positive Ansätze für die Zukunft. Während die Rinderbestände in den letzten Jahren leicht zurückgegangen sind, bleibt die Milchproduktion dank verbesserter Leistungsfähigkeit der Tiere auf hohem Niveau. Die Schweineproduktion in Deutsch- land befindet sich im Wandel und wird sich langfristig erfolgreich den neuen Anforderungen annehmen. Nachhaltig- keit, Tierwohl und Innovationen bieten der Branche vielversprechende Möglich- keiten, ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Die deutsche Schweinehaltung wird weiterhin eine bedeutende Rolle in der europäischen Fleischproduktion einneh- men, wobei der Fokus auf einer hohen Tiergesundheit für eine hochwertige Lebensmittelqualität und modernen Produktionsstandards liegt. Unsere Artikel sollen einen Beitrag dazu leisten.
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Ihre Ansprechpartner zum Thema Schweinegesundheit Norddeutschland Herbert Heger, 01 78 – 2 90 50 20 herbert.heger@boehringer-ingelheim.com Süddeutschland Markus Hellenschmidt, 01 51 – 68 96 79 79 markus.hellenschmidt@boehringer-ingelheim.com Ihre Ansprechpartner zum Thema Rindergesundheit Dr. Andreas Steinbeck, 01 51 – 68 94 67 11 andreas.steinbeck@boehringer-ingelheim.com Sebastian Hofsommer, 01 51 – 17 95 50 78 sebastian.hofsommer@boehringer-ingelheim.com
Viel Spaß beim Lesen!
Ihre Kim Schulze
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Wie Risikotiere gesund aus der Trockenstehzeit kommen – Gezielte Therapie beim Trockenstellen
Wie Risikotiere gesund aus der Trockenstehzeit kommen Gezielte Therapie beim Trockenstellen
Mastitis ist eine häufige Erkrankung der Milchkühe. Besonders die subklinische Mastitis wird oft während der Trockensteh- phase mit Antibiotika behandelt. D er Einsatz von Antibiotika wird im Rahmen der Antibiotikaerfassung und -minimierung stark kon- trolliert und mit Kennzahlen belegt. Landwirte sind deshalb verunsichert. Tierarzt Winfried Schön aus Betzigau im Allgäu erklärt, worauf zu achten ist und warum der gezielte Einsatz wirksamer Produkte bei bestimmten Tieren dennoch unverzichtbar ist. Herr Schön, Sie sind Tierarzt im Allgäu. Wie stellt sich in Ihrer Region aktuell die Mastitislage dar? Mastitis gibt es in nahezu jedem Stall, das ist hier im All- gäu nicht anders als in anderen Teilen Deutschlands. Es ist eine ständige Herausforderung, diese Faktorenerkrankung zu bekämpfen. An Management und Haltung wird gearbeitet,
Tierarzt Winfried Schön aus Betzigau im Allgäu hat mit seinen Betrieben (nicht nur) die Eutergesundheit genau im Blick. Dazu gehört, wenn nötig, auch eine gezielte und wirksame Behandlung zum Trockenstellen.
Tiergesundheit und mehr | 021 2025
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Welche Erreger machen hauptsächlich Probleme? Haupterreger sind bei uns die Umweltstreptokokken, da ist vor allem Streptococcus uberis zu nennen. Hautpsäch- lich im Sommer tritt er auf und sorgt leider für höhere Abgangsraten. Staphylococcus aureus ist ebenfalls noch da und Streptococcus agalactiae , also der Galterreger, kommt auch noch vor und seit zwei Jahren stellen wir ein vermehr- tes Auftreten von Hefen fest. Hier wissen wir noch nicht genau wo das herkommt. Wie läuft das Trockenstellen in der Regel ab? Wir orientieren uns an einem übersichtlichen Dia- gramm aus der RAST-Studie. Eine Kuh, die in den letzten drei Milchleistungsprüfungen unter 100.000 Zellen lag, stellen wir ohne Antibiotika trocken, sofern der Schalm- test oder auch eine Milchprobe vor dem Trockenstellen unauffällig sind. Bei Kühen mit höheren Zellzahlen und/oder einer auffälliger Milchprobe bzw. Schalmtest können wir auf das Antibiotikum oft nicht verzichten. Ein Tier mit Strep. uberis-Nachweis und hoher Zellzahl wird immer anti-
immer mehr Betriebe lassen sich zertifizieren (z. B. Weide- haltung, Haltungsform 3 u. a.). Parallel nehmen die Vorgaben für den Einsatz von Antibiotika zu, Stichwort Antibiotika- monitoring und Antibiotikaminimierung.
Welche Rolle spielt hier das selektive Trockenstellen?
Die Trockenstehphase ist die entscheidende Zeit für die Erholung und gegebenenfalls Ausheilung des Eutergewe- bes. Die Frage ist, wie dabei Antibiotika eingesetzt werden. Biobetriebe stellen ja grundsätzlich antibiotikafrei trocken. Wenn sie Antibiotika einsetzen, dann nur bei einem Erreger- nachweis. Selektives Trockenstellen wird auch in konventi- onellen Betrieben immer mehr eingesetzt. Dafür hat nicht zuletzt das RAST-Projekt gesorgt, welches das Thema seit 2018 für die Landwirte praxisnah untersucht hat. Als ein Ergebnis des Projektes ist ein Entscheidungsbaum entstan- den, der sehr hilfreich ist. Seitdem wollen es viele Betriebe versuchen und wir leisten dabei gerne Hilfestellung. Und natürlich steht der Therapieindex mehr im Fokus, diesbe- züglich herrscht viel Unsicherheit unter den Landwirten.
Welche Kriterien nutzen Sie beim selek- tiven Trockenstellen? Entscheidungskriterien sind für uns die Ergebnisse der Milchleistungsprüfung, ein Schalmtest, die Erregersituation auf dem Be- trieb und die Resistenzlage der gängigen Anti- biotika. Wir arbeiten viel mit bakteriologischen Untersuchungen der Milchproben über den Tiergesundheitsdienst. In Bayern werden diese Proben über die Tierseuchenkasse erstattet. Das erhöht eindeutig die Motivation, öfter als es der Gesetzgeber vorschreibt, Proben zu nehmen und auf Erreger untersuchen zu las- sen. Wir haben Landwirte, die wirklich bei jeder Kuh über 100.000 Zellen vor dem Trocken- stellen eine Milchprobe nehmen. Das ist aber gut so, denn damit sichern wir uns auch bei der Wirkstoffwahl ab. Einfach pauschal einen Trockensteller verwenden, das war gestern. Die Wahl, wie und mit welchem Produkt die Kuh trockengestellt wird ist jeweils eine indivi- duelle Entscheidung für jede Kuh.
Ob eine Kuh antibiotisch trockengestellt wird, muss individuell entschieden werden.
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Wie Risikotiere gesund aus der Trockenstehzeit kommen – Gezielte Therapie beim Trockenstellen
„60% der von uns betreuten Betriebe verwenden par- allel zum antibiotischen Trockenstellen auch einen Zitzenversiegler. “
Zitzenversiegler mit kurzer Spitze helfen bei der korrekten Applikation.
Therapieindex und antibiotisches Trockenstellen – wie passt das zusammen? Natürlich muss man den Therapieindex (THI) im Blick haben. Die Anwendung von antibiotischen Trockenstellern beeinflusst ihn stark. Durch selektives Trockenstellen können wir ihn aber senken, und wichtig ist: behandlungswürdige Risikotiere müssen während der Trockenstehphase ausheilen. Dafür müssen wir gezielt einen passenden antibiotischen Trockensteller nutzen. Wir treffen deshalb die Entschei- dung für den geeigneten Trockensteller strikt nach Erre-
biotisch trockengestellt, denn Strep. uberis ist auf Herden- ebene und bei der Tankmilchzellzahl der problematischste Erreger. 60% der von uns betreuten Betriebe verwenden parallel zum antibiotischen Trockenstellen auch einen Zitzenversiegler. Das ist auch gut so, denn am Anfang wirkt der Trockensteller und fördert die Ausheilung und später schützt der Zitzenversiegler mit mechanischer Barriere vor Neuinfektion. Und wenn wir ohne Antibiotikum trocken- stellen, ist der Zitzenversiegler ebenfalls ein sehr guter Schutz, vor allem, weil wir hier ein Braunviehgebiet haben mit einer gerne 10 bis 14 Tage längeren Trockenstehzeit.
gervorkommen und Wirksamkeit der enthaltenen Antibiotika, nicht nach der Bewertung der Kennzahl. Der erwähnte penicillinhaltige Trockensteller z. B. ent- hält eine Kombination aus zwei Penicilli- nen und einem weiteren antibiotischen Wirkstoff und geht deshalb zusätzlich
„Wenn man schon ein Antibiotikum einsetzen muss, dann muss es das am besten passende sein.“
Was muss ein guter Trockensteller leisten? Da bei uns aktuell die umweltassozi- ierten Erreger wie Strep. uberis die größ-
ten Probleme machen und es bei der Verwendung eines nicht passenden Wirkstoffes häufig zu Rückfällen kommt, brauche ich einen Trockensteller, der gegen diese Erreger sehr gut wirkt und hohe Ausheilungsraten aufweist. Wir nutzen deshalb gerne einen penicillinhaltigen Trockensteller mit zwei verschiedenen Penicillinkomponenten und einem weiteren Wirkstoff. Wir sind mit der Wirksamkeit sehr zufrie- den und die Wartezeit von 37 Tagen passt gut ins Konzept. Vor kurzem mussten wir aufgrund von Lieferengpässen auf diesen gut wirksamen Trockensteller verzichten. Als Alternative mussten wir Produkte mit anderen Wirkstoffen einsetzen, vor allem Cloxacillin – und Cephalosporine. Die Folge war, dass wir vor allem bei den Umweltstreptokokken deutlich schlechtere Ausheilungsraten hatten. Also gerade bei den Tieren, bei denen wir durch die Diagnostik wussten, dass der Erreger Strep. uberis ist. Wir haben versucht, das mit einer Vorbehandlung zu kompensieren, aber dadurch ist der Antibiotikaverbrauch natürlich insgesamt nicht weniger geworden. So hat das Fehlen des geeigneten penicillinhal- tigen Trockenstellers zu einem vermehrten Einsatz von Anti- biotika geführt und damit zu einem höheren Therapieindex.
mit dem Wichtungsfaktor 2 in den Therapieindex ein. Wir riskieren mit seinem Einsatz somit einen höheren Thera- pieindex, als wenn ich ein Monopräparat nehme. Wir set- zen ihn aber gezielt bei den Tieren ein, die ihn nachweislich brauchen und entsprechend der belegten Erreger- und Resistenzsituation, also nach wissenschaftlichen Kriterien und kontrollieren auch das Ergebnis der Behandlung. Wenn man schon ein Antibiotikum einsetzen muss, dann muss es das am besten passende sein. Sonst riskiert man, dass man nochmals nachbehandeln muss und spart so keine Antibiotika und erhöht den THI. Der THI berücksichtigt auch nicht die eingesetzte Wirkstoffmenge, was uns auch zu kurz gedacht scheint. Daher raten wir unseren Betrieben, den Therapie- index im Auge zu behalten, aber dafür zu sorgen, dass die Tiere, die eine Behandlung benötigen, diese auch gezielt bekommen. Denn nur so können wir wirksam behandeln und wo möglich auf den Einsatz von Antibiotika verzichten.
Herr Schön, vielen Dank für das Gespräch! Weitere Informationen unter https://www.lfl.bayern.de/RAST
Tiergesundheit und mehr | 02 2025
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Mastitis schmerzt im Euter und im Tank
Bei einer Euterentzündung leidet die Kuh – und der Mensch. Es muss nicht nur die veränderte Milch verworfen werden, oft bleiben die Zellzahlen länger erhöht und damit sinkt die Milchleistung. E uterentzündungen werden durch verschiedene Erreger verursacht. Aus einer Auswertung von über 1.000 Milchproben geht hervor, dass die häufigs-
ten Erreger Strep. uberis, E. coli und coliforme Bakterien, Staph. aureus, Strep. dysgalactiae sowie Koagulase-nega- tive Staphylokokken (KNS) sind. Diese fünf Erreger machen zusammen 65% der Nachweise aus. Die Rangliste unter- streicht die Bedeutung von Umwelterregern und hebt die Wichtigkeit einer guten Stallhygiene hervor, um Euterent- zündungen vorzubeugen. Unsichtbare Probleme Auch wenn die Kuh klinische Symptome zeigt, lassen sich bei etwa der Hälfte der Proben von Euterentzündungen keine Erreger nachweisen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Manche Erreger sind bereits abgestorben, wenn die Probe entnommen wird, und die Entzündungssymptome werden nur noch durch ihre Toxine aufrechterhalten. Zudem werden nicht alle Erreger immer mit der Milch ausgeschieden. Wenn die Entzündung bereits einige Tage besteht, bevor die Probe genommen wird, können bestimmte Bakterien einen Biofilm im Euter bilden. Aus diesem Biofilm werden die Bakterien nur sporadisch freigesetzt, was dazu führt, dass in der Milch unterschiedliche Bakterienmengen ent- halten sind – manchmal so wenige, dass sie nicht nachweis- bar sind. Typisch für solche, oft chronischen Fälle, sind auch stark schwankende Zellzahlgehalte.
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Mastitis schmerzt im Euter und im Tank
Leitkeim zur Bestimmung der Maßnahme Bei der Behandlung von Mastitis ist das Ziel, sowohl das Wohlbefinden als auch die Produktivität der Kuh schnell wiederherzustellen und zu verhindern, dass sich die Masti- tiserreger weiter in der Herde ausbreiten. Es ist wichtig, den oder die vorherrschenden Erreger in der Herde zu kennen, den sogenannten Leitkeim. Zum einen, um die richtigen Vorsorgemaßnahmen treffen zu können bzw. die entspre- chenden Risikobereiche zu kontrollieren. Zum anderen, um bei einer Behandlung den passenden Wirkstoff auszuwäh- len. Um Veränderungen im Erregerspektrum oder auch im Resistenzprofil schnell zu erkennen, sind regelmäßige Milchprobenuntersuchungen unerlässlich und auch ge- setzlich gefordert. Trockenstehzeit nutzen In der Zeit des Trockenstehens ist die Selbstheilung des Eutergewebes sehr aktiv. Nur wenn man den Leitkeim auf dem Betrieb kennt, kann man durch den Einsatz des passenden antibiotischen Trockenstellers unterstützen. Hier muss die Auswahl der eingesetzten Präparate nach dem Erreger- und Resistenzspektrum auf dem Betrieb erfolgen. Während der Trockenstehzeit können sowohl gram-positive (zum Beispiel Streptokokken und Staphylo- kokken) als auch gram-negative (zum Beispiel E. coli) Erre- ger eine Rolle spielen. Zellzahlerhöhung verursacht Kosten und reduziert die Leistung Mastitis ist die Milchkuherkrankung mit den höchsten wirtschaftlichen Verlusten. Diese Einbußen entstehen vor allem durch den Milchverlust: Die veränderte Milch sowie
die Milch während der Wartezeit nach Behandlungen müssen verworfen werden. Auch nach einer überstandenen Ent- zündung bleibt die Milchleistung oft verringert. Je höher die Zellzahl in der Milch, desto geringer ist die Milchleistung. Kühe erreichen ihre höchste Leistung, wenn die Zellzahl zwischen 25.000 und 50.000 Zellen/ml liegt. Bei einer Zell- zahl von 250.000/ml ist die Milchleistung bereits um etwa 1,6kg pro Tag und Kuh reduziert. Weitere Berechnungen zeigen, dass bei einem durchschnittlichen Zellgehalt von 220.000/ml mehr als 4 % der Milchleistung verloren gehen – das entspricht bei einer Jahresleistung von 8.700 kg fast 400 kg pro Kuh! Die Verluste sind umso größer, je früher in der Laktation die Kuh erkrankt und die Zellzahlen steigen. Zudem sinken mit steigender Zellzahl auch der Fett- und Eiweißgehalt der Milch, was die Milchzusammensetzung beeinflusst.
Fazit
Hohe Zellzahlen verursachen Verluste, die Kuh hat eine geringere Milchleistung und eine geringere Fut- tereffizienz – es lohnt sich also, rechtzeitig Gegen- maßnahmen zu ergreifen und die Eutergesundheit zu verbessern bzw. im Idealfall auf einem guten bis sehr guten Niveau zu halten!
Mastitis: Erregerübersicht und ihre hauptsächliche Herkunft
Erreger
Herkunft
Färbung
gram- positiv
Staphylococcus aureus
kuhassoziiert
Staphylokokken
KNS (koagulase-negative Staphylokokken)
Hautbesiedler
Streptococcus agalactiae Streptococcus dysgalactiae
kuhassoziiert
kuhassoziiert und umweltassoziiert
Streptokokken
Streptococcus uberis
umweltassoziiert
aeskulin-positive Streptokokken
Enterokokken/ Fäkalstreptokokken
umweltassoziiert
A. pyogenes
umweltassoziiert
gram- negativ
E.coli
umweltassoziiert
Klebsiellen
umweltassoziiert
Coliforme
andere coliforme Erreger
umweltassoziiert
Tiergesundheit und mehr | 02 2025
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Neues Impfkonzept bringt fast 8 kg schwerere Kälber Auf dem Lehr- und Versuchsgut IDEN, in Sachsen-Anhalt (Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG)), erfassen Mitarbeiter regelmäßig präzise Daten aus der Kälberaufzucht. So lassen sich die Gesundheits- und Leistungs parameter der Tiere gezielt überwachen und stets optimieren. D ie Standarderfassung ab Geburt der Tiere doku- mentiert: Kolostrumqualität, -aufnahme und Zeitpunkt der Tränken, Gewichte und Wiegedaten,
strukturierte Herangehensweise und präzise Dokumentation ermöglichen eine umfassende Analyse von Gesundheits- status und Leistungsverlauf der Kälber. Gleichzeitig lassen sich eingeführte Managementmaßnahmen gezielt bewer- ten – wie es auch in der folgenden Studie gezeigt wurde.
Futteraufnahme, Erkrankungen, klinische Auffälligkeiten und Managementmaßnahmen, wie z.B. Impfungen. Diese
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Neues Impfkonzept bringt fast 8 kg schwerere Kälber
Bisherige Erfahrungen zeigen, dass in den Herbst- und Wintermonaten Kälber trotz der eingeführten intranasalen Impfung immer mal wieder klinisch an Rindergrippe erkrankten. Für die Studie wurden insge- samt 49 weibliche Holstein-Friesian-Kälber (HF) per Zufall- sprinzip in zwei Versuchsgruppen aufgeteilt. Ziel war es, die Immunstabilisierung mit einer Prime-Boost-Impfstrategie im Vergleich zu einer rein intranasal verabreichten frühen Impfung zu untersuchen. Die Prime- Boost-Impfung startet mit einer intranasalen Lebendimpfung in die Nasenlöcher gegen BRSV und PI3V für einen schnellen, lokalen Schutz auf den Schleimhäuten und wird durch einen inaktivierten Injektionsimpfstoff geboostert, der dieselben Stämme bei BRSV und PI3V enthält, sowie zusätzlich gegen Mannhei- mia haemolytica schützt. Die Ergebnisse der Studie tragen Gewicht: Die Prime- Boost-Gruppe zeigte eine um 50 Gramm höhere durch- schnittliche Tageszunahme im Vergleich zur Kontrollgruppe. Zudem waren in dieser Gruppe deutlich weniger Tiere klinisch auffällig, was auf eine stabilere Gesundheit hindeutet – die Zahl der auf- fälligen Tiere war 1,5-mal geringer. Auch das Absetzgewicht war in der Prime- Boost-Gruppe um 1,8 Kilogramm höher zum Absetzzeitpunkt, was auf eine deutlich bessere Wachstumsleistung schließen lässt. Im Alter von fünf Mona- ten wogen die Kälber aus der Prime-Boost-Gruppe durch- schnittlich 7,9 Kilogramm mehr. Diese Ergebnisse unterstreichen die gewichtigen Vor- teile einer gezielten Impfstrategie in der Kälberaufzucht. Sollten die Infektionen zu einem späteren Zeitpunkt bzw.
erneut auftreten, dann muss über einen zusätzlichen, langan- haltenden und breiten Schutz nachgedacht werden. Die
positiven Effekte der Prime-Boost-Impf- strategie spielen eine wichtige Rolle in der nachhaltigen Kälberhaltung, um sowohl die Tiergesundheit, als auch die Wirtschaftlichkeit der Betriebe zu verbessern. Aktuelle Studienergebnisse aus der Literatur zur Kälberaufzucht zeigen außer-
Die Prime-Boost-Gruppe zeigte eine um 50 Gramm höhere durchschnittliche Tageszunahme im Vergleich zur Kontrollgruppe.
dem, dass Kälber mit einem höheren Absetzgewicht in der ersten Laktation eine bessere Leistung erbringen. Bei jedem Anstieg des Absetzgewichtes um 1kg traten 25,5kg höhere Milchleistung und verbesserte Milchqualität (Eiweiß-Gehalt/ Fettgehalt) auf (McFarland et al., 2024).
Entwicklung der Kälber im Zeitverlauf
Lebendmasse zum Zeitpunkt 5 Monate
Lebendmasse zum Zeitpunkt 70.– 85. Lebenstag (Absetzalter)
200
119
190
118
180
117
160
116
160
115
Intranasal
Prime-Boost
Intranasal
Prime-Boost
1,8 kg mehr in der Prime-Boost Gruppe +
7,9 kg mehr in der Prime-Boost Gruppe +
Tiergesundheit und mehr | 02 2025
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Oraler Impfstoff gegen Ileitis: Effektiv und praktisch D er Erreger Lawsonia intracellularis , der Ileitis verursacht, ist in fast allen Schweinebeständen zu finden. Die Infektion schädigt die Darmschleimhaut und beeinträchtigt das Immun-
system sowie das Darmmikrobiom der Tiere. Das führt zu schlechterer Nährstoffaufnahme, höherer Krankheitsanfälligkeit mit daraus resultie- renden Behandlungskosten und Problemen wie Caudophagie (Schwanz- beißen). Oft verläuft die Krankheit unbemerkt (subklinisch), verursacht aber dennoch erhebliche Darmschäden und in der Folge führt sie zu höheren Kosten für Therapie und Leistungsdepressionen.
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Oraler Impfstoff gegen Ileitis: Effektiv und praktisch
Ein Mitarbeiter bedient die Ileitispumpe, die die Impfstoffstammlösung innerhalb von sechs Stunden in die Tränkwassertröge dosiert – so nehmen die Schweine den Impfstoff selbständig über das Tränkewasser auf.
Oraler Impfstoff seit 20 Jahren im Einsatz Seit über 20 Jahren gibt es einen oralen Lebend- impfstoff gegen Ileitis, der über das Maul verabreicht wird. Der große Vorteil: Der Impfstoff nimmt denselben Weg wie der Erreger und wirkt direkt im Darm – dort, wo das Immunsystem ihn braucht. Damit regt ein oral verabreichter Impfstoff genau die Stellen des großen Darmimmunsystems an, die später eine Feldinfektion ab- wehren müssen. So wird eine gezielte lokale Immunität aufgebaut. Die Impfung reduziert Darmschäden, Leistungs- einbußen und sogar das Risiko für andere Erkrankungen wie Salmonellen oder Verhaltensstörungen. Außerdem wird durch die Ileitisimpfung der Bedarf an Antibiotika, insbe- sondere Tylosin, deutlich reduziert. Oral vs. intramuskulär Die orale Impfung bietet mehrere Vorteile gegenüber einer traditionellen klassischen intramuskulären Methoden:
Anwendungsbeobachtung auf einem Mastbetrieb Die Impfung gegen Ileitis ist heute fester Bestandteil in Impfkonzepten. Angesichts steigender Betriebsgrößen und Arbeitskräftemangel ist eine einfache und schnelle Impfstoffverabreichung wichtig. Impfstoffe gibt es als Mono-, Fertig- oder Kombinationspräparate. Um die beste Kombination zu finden und die Ileitis-Impfung ins Impfkon- zept zu integrieren, führte eine Tierarztpraxis auf einem Betrieb eine Anwendungsbeobachtung durch. Ziel war es, die Anwenderfreundlichkeit und den Nutzen verschiedener Impfstoffkombinationen in der Vierfachimpfung gegen PCV2, M. Hyo, PRRSV und Ileitis zu testen. Dieser nordwestdeutsche Betrieb (geschlossenes Sys- tem) impfte bereits gegen Mycoplasmen, Circovirus und PRRS-Virus. Aufgrund von Arbeitskräftemangel war der Tierhalter zögerlich bei der Ileitis-Impfung, obwohl der Tierarzt sie empfohlen hatte. Für die Anwendungsbeob- achtung wurde gruppenweise auf Impfstoffe unterschied- licher Hersteller gewechselt. Lediglich der PRRS-Impfstoff wurde während der gesamten Testphase beibehalten. Details zu den Testgruppen und Ergebnissen finden Sie auf der nächsten Seite. Fazit Die zusätzliche orale Ileitis-Impfung brachte mess- bare Vorteile: Sie ist effektiver und besser verträglich als der intramuskuläre Impfstoff. Die Anwendung ist zeitsparend und gut in bestehende Impfprogramme integrierbar. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Impfung gegen Ileitis nicht nur zur Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Schweinebestände bei- trägt, sondern auch zur Nachhaltigkeit der Schweine- haltung. Durch die Reduktion des Antibiotikaeinsatzes und die Förderung des Tierwohls erfüllt sie die Anfor- derungen moderner Verbraucher und trägt zum Um- weltschutz bei – ein Gewinn für Tiere, Landwirte und Verbraucher gleichermaßen.
Direkte Immunisierung am Infektionsort: Der Impfstoff stimuliert das Immunsystem direkt in der Darmschleimhaut, wo Lawsonia intracellularis angreift, und moduliert das Darmmikrobiom. Stressfreie, zeitsparende Anwendung: Die Verabreichung erfolgt über Trinkwasser, Trog, Flüssigfutter oder Drench, was den Stress für die Tiere minimiert und Arbeits- zeit einspart. Verbesserte Leistung: Studien zeigen, dass geimpfte Schweine eine bessere Wachstumsrate, eine ver- kürzte Mastdauer und geringere Verluste aufweisen.
Der orale Lebendimpfstoff enthält lebende, nicht krank- machende Lawsonien, die im Tier den Weg des Erregers nehmen können – bis hin zur Darmzelle. Er wirkt direkt an der Infektions- stelle und zeigt laut Studien und langjähriger Praxiserfahrung deutlich bessere Ergebnisse. Der orale Impfstoff enthält kein öliges Adjuvans und ist dadurch sehr gut verträglich.
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Oraler Impfstoff gegen Ileitis: Effektiv und praktisch Details zu Testgruppen und Ergebnisse
Die getesteten Impfstrategien Der Betrieb testete vier Impfstrategien bei 7.150 Schweinen in 10 Gruppen:
Gruppe B: Mit intramuskulärem Ileitis-Totimpfstoff (PCV2-M. hyo RTU-B, gemischt mit Ileitis- Totimpfstoff)
Gruppe C: Mit oralem Ileitis-Lebend impfstoff in Kombination mit den PCV2- und M. hyo-Impfstoffen aus Gruppe A (PCV2-Mono-A, M. hyo-Mono-A und oraler Ileitisimpfstoff).
Gruppe A: Ohne Ileitis-Impfung (PCV2-Mono-A, M. hyo-Mono-A, keine Ileitisimpfung)
Gruppe D: Mit oralem Ileitis-Lebend impfstoff in Kombination mit dem PCV2 und dem M.hyo-Impfstoff dessel- ben Herstellers (M.hyo- PCV2-D, frisch gemischte Kombination plus oraler Ileitisimpfstoff)
Ergebnisse: Oral schlägt intramuskulär Vergleich der vier Impfkonzepte in Bezug auf Produktionsparameter
durchschn. Einstallgewicht [kg]
Mast- zuwachs [kg]
tägliche Zunahme [g/Tag]
Ileitis- Impfstoffe keine verabreicht Ileitis- Totimpfstoff oraler Ileitisimpfstoff oraler Ileitisimpfstoff
PCV2- und M.hyo- Impfstoffe
Mortalität [%]
Gruppe
n
beide Mono-A
A
1.473
40,2
85,27
918
3,3
RTU-B gemischt mit Totimpfstoff
B
1.766
39,7
82,43
901
2,6
beide Mono-A
C
1.547
36,3
86,82
927
2,3
beide frisch gemischt
D
2.364
32,7
89,28
943
2,2
Auf einen Blick: • Vierfachimpfung inkl. Ileitis verbessert Tiergesundheit und Leistung. • Produkte von Boehringer Ingelheim (ora- ler Impfstoff) waren besser verträglich. • Die Applikationsart (oral) war entschei- dend, nicht das Antigen selbst. Quelle: Benefits and convenience of different vaccines in standard vaccination programs in Germany R. Bischoff 1 , J. Aundrup 1 , R. Jansen 2 , R. Deitmer 2 , ESPHM Kon- gress in Bern 2025. 1 Tierärztliche Gemeinschaftspraxis Melle, Melle, Germany; 2 Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH, Ingelheim, Germany.
Die Sterblichkeit war am niedrigsten in den Gruppen mit oraler Impfung (2,2 – 2,3 %) , höher bei intramuskulärer Impfung (2,6 %) und am höchsten ohne Ileitis-Impfung (3,3 %).
Die Tageszunahmen lagen bei 943 g (oral) vs. 901 g (intramuskulär).
Die für die Impfung notwendige Arbeitszeit war bei der oralen Impfung deutlich kürzer (1 Person, 0,6 Std.) als bei intramuskulärer Impfung (3 Personen, je 3 Std.).
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Starke Ferkel, stabile Herden: Mischbare Impfung gegen PRRS und PCV2 schützt doppelt – einfach und wirksam
Starke Ferkel, stabile Herden: Mischbare Impfung gegen PRRS und PCV2 schützt doppelt – einfach und wirksam
Seit über 30 Jahren stellt das Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome (PRRS) die Schweineindustrie vor große Herausforderungen und verursacht welt- weit erhebliche wirtschaftliche Verluste. D as PRRS-Virus nutzt Immunabwehrzellen (Makro- phagen) in der Lunge als Wirtszellen und breitet sich über das lymphatische Gewebe im gesam- ten Körper aus. Dies führt zu einer Beeinträchtigung des Immunsystems und weitere Erreger haben leichtes Spiel. Gerade bei PRRS kann die Schwere der Klinik sehr unter- schiedlich und abhängig von der Pathogenität des vorlie- genden Erregers sein. Das Virus ist für seine Variabilität bekannt. Immer wieder treten Mutationen und Rekombi- nationen auf. Diese können, wie die neue PRRS-Variante Rosalia in Spanien, massive Probleme verursachen und sind hochpathogen. Rosalia führt zu höheren Mortalitäts- und Fertilitätsproblemen bei Sauen, totgeborenen Ferkeln und Mortalität bei Ferkeln sowie Mastschweinen. PRRS- und Circoviren verstärken sich gegenseitig Oftmals kommen neben PRRS-Infektion auch Infektio- nen mit porzinen Circoviren (PCV) vor. Diese werden mit zahlreichen Krankheitsbildern in Verbindung gebracht, u.a. mit schweren systemischen Erkrankungen wie Abma- gern und Kümmern (Postweaning Multisystemic Wasting Syndrom, PMWS), Erkrankungen der Darmgesundheit, Hautveränderungen (PDNS) Lungenentzündungen sowie Störungen der Fruchtbarkeit. Verschiedene Studien haben
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Mischbare Einmalimpfung spart Zeit Da Infektionen der Ferkel mit PRRS und PCV häufig zu- sammen auftreten und sich verstärken, empfehlen Tier- ärzte beide Impfungen. Es stehen dazu Einzelimpfstoffe zur Verfügung, die praktischerweise auch als mischbare Kombination zugelassen sind, so dass beide Impfungen zeitgleich mit einer Injektion verabreicht werden können. Dieses bietet Flexibilität und erleichtert die Arbeitsabläufe maßgeblich. Diesen Vorteil bekräftigt auch Dr. Henning Lindhaus: „Neben der bekannten Wirksamkeit beider Impf- stoffe vereint die Kombination auch die Arbeitswirtschaft- lichkeit und Verträglichkeit.“ Die Impfung in der Mischung schützt die Ferkel zuver- lässig und verursacht keine Nebenwirkungen beim Ferkel, wie Dr. Christian Strauß von der gleichnamigen Tierarzt- praxis bestätigt: „Es ist wichtig, dass die Impfung sehr gut verträglich ist. In einem Betrieb konnte der Landwirt nach Umstellung auf die mischbaren Impfstoffe gegen PRRS und PCV bis zu 300 g höhere Absetzgewichte feststellen und das nur, weil die Ferkel durchgängig weiter Milch von der Sau abgerufen haben und nicht matt im Ferkelnest lagen. Auch hatte dieser Betrieb zuvor Probleme mit Laktations- rauschen, das ist seit der Umstellung kein Thema mehr.“ Die gemischte Einmalimpfung schützt die Ferkel zuver- lässig bis zum Mastende, was Tierarzt Alexei Gerstner in seiner Praxis bestätigt: „Wir konnten außerdem beobach- ten, dass in den Betrieben die Streptokokken-Problematik deutlich zurück gegangen ist, seitdem wir die Einmalimp- fung gegen PRRS und Circo einsetzen.“ Das Mischen der beiden Impfstoffe ist denkbar leicht: Der gesamte Inhalt des Circo-Impfstoffes wird einfach in die Flasche mit dem PRRS-Impfstoff überführt – schon ist die Einmalimpfung fertig und impfbereit. Wichtig: Diese Mischung ist nur mit den Impfstoffen von Boehringer Ingelheim zugelassen. Die Mischung der beiden Einzelimpfstoffe ist eine her- vorragende Kombinationsmöglichkeit, um die Ferkel ohne zusätzlichen Arbeitsschritt vor gleich zwei wichtigen Erkrankungen zu schützen!
nachgewiesen, dass vor allem die zwei Erreger PCV2 und PRRS häufig gemeinsam auftreten und sich dann gegensei- tig potenzieren. Die Folge sind schwere Atemwegsinfekti- onen im Rahmen des Porcine Respiratory Disease Complex (PRDC). Als PRDC wird das Zusammenspiel von Atem- wegserkrankungen und vermindertem Wachstum junger Schweine bezeichnet. Das Geschehen ist multifaktoriell bedingt. Aus einer ursprünglich meist viralen Infektion ent- wickelt sich unter Beteiligung von bakteriellen Erregern ein komplexes Krankheitsgeschehen, welches sich durch einen schlechten Immunstatus der Tiere und ungünstige Haltungsbedingungen verschlimmern kann. Schweine durch Impfungen schützen Die Impfungen gegen PRRS und PCV2 sowie umfang- reiche Biosicherheitsmaßnahmen ermöglichen es, die durch diese Viren ausgelösten Krankheiten und Verluste zu redu- zieren. Auch aus dem Hause von Boehringer Ingelheim gibt es Impfstoffe gegen beide Viruserkrankungen, die sehr gut wirksam gegen alle relevanten Stämme von PCV2 und PRRS sind. Die PRRS-Sauenimpfung senkt den Infektions- druck in der Herde, so dass die Sauenherde PRRS-stabil und vor PRRS-bedingten Reproduktionsstörungen geschützt ist. Das Ziel der Sauenimpfung ist auch die Gebärmutter „abzudichten“, um eine PRRS-Infektion der Ferkel im Uterus zu vermeiden. Ergänzend werden auch die Ferkel gegen PRRS geimpft, um sie bis Mastende zu schützen. Dabei stellt sich immer wie- der die Frage, wann der richtige Impfzeitpunkt für die Ferkel ist. Bei Ferkelimpfungen in der ersten Säugewoche besteht die Gefahr, dass die Ferkel noch nicht ausreichend immun- kompetent sind. Zudem kann die Wirksamkeit der Impfung eingeschränkt sein, da Wechselwirkungen zwischen mater- nalen Antikörpern und der Immunantwort der Ferkel auftre- ten können. Daher hat sich als geeigneter Impfzeitpunkt für eine Prophylaxe der Zeitraum kurz vor dem Absetzen der Fer- kel bewährt. Zu diesem Zeitpunkt in der 3. Säugewoche wer- den die Ferkel auch gegen Circo geimpft. Diese Ferkelimp- fung gegen Circo ist in Deutschland schon lange Standard.
Auf einen Blick: Schutz vor PRRS und PCV2 • D oppelter Schutz: Kombinierbare Impfstoffe ermögli- chen die gleichzeitige Impfung gegen PRRS und PCV2 – ohne zusätzlichen Arbeitsschritt.
• Einzige am Markt zugelassene Mischung von PRRS (Lebendimpf-
• Gesündere, leistungsstärkere Ferkel: Die mischbare Impfung reduziert klinische Symptome, steigert Absetz- gewichte und verbessert die Vitalität der Ferkel. • S tabile Herden – weniger Sekundärinfektionen: Immuni- sierung der Ferkel schützt vor schweren Atemwegser- krankungen und senkt das Risiko für zusätzliche Erreger wie etwa Streptokokken.
stoff) und PCV2 (Totimpfstoff). • Durch spezielles Herstel-
lungsverfahren nachgewiesene Stabilität und Wirksamkeit der Mischung über mehrere Stunden.
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# Typisch Rind
# Typisch Schwein
08.01.2026 | Typisch Fruchtbarkeit • Neue Erkenntnisse, neue Empfehlungen • Geburtsmanagement und Herausforderungen von der Besamungsanalyse bis zum Absetzen 15.01.2026 | Typisch Fruchtbarkeit • Grundlagen zu Impfungen • Stallneubau, was ist zu beachten? 22.01.2026 | PRRS und PCV2 • Kalter Kaffee oder heißes Eisen? • Ursachen und Lösungen anhand von Fallbeispielen 27.01.2026 | Darmgesundheit • Sauer macht nicht nur lustig – Darmgesundheit ökonomisch bewerten
14.10.2025 • Kuhsignale für Einsteiger und Fortgeschrittene • 6 Freiheiten der Weide, Schmerzen bei Rindern, Fit for Cows der HSWT 18.11.2025 • BTV – Eine never ending Story? • Erkenntnisse aus 2024/25, Ist-Situation und Ausblick 09.12.2025 • Atemwege: Was bringt die Impfung von Kälbern im Aufzuchtbetrieb? • Atemwegserkrankungen bei Kälbern, Impfkonzepte, Versuchsergebnisse 20.01.2026 • Wasser, das unterschätzte Futtermittel • Wasserhygiene und Tränketechnik in der Praxis 10.02.2026 • Impfen, ganz praktisch • Welche Impfstoffe und welche Applikationswege gibt es? Darf der Landwirt selbst impfen?
Anmeldung: typischschwein.de Beginn jeweils 19:00 Uhr
Anmeldung: typischrind.de Beginn jeweils 19:30 Uhr
Inklusive
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ITW-/ATF- Bescheinigung
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Impressum
Herausgeber: Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH –
Auflage: 25.000 Stück
Vertrieb Großtierpraxis – 55216 Ingelheim/Rhein www.tiergesundheitundmehr.de
© Oktober 2025, Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH
Anfragen bitte nur schriftlich an Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH, 55216 Ingelheim Alle Informationen werden sorgfältig auf gearbeitet, eine Haftung wird ausgeschlossen. Beiträge von Autoren geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder. Alle Rechte vorbehalten, Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.
Verantwortlich für den Inhalt: Kim Schulze
Layout: in puncto design GmbH
Druck: Druckerei Zarbock GmbH & Co KG 60386 Frankfurt am Main
Titelfoto: Boehringer Ingelheim
Das neue Standardwerk für Ferkelerzeuger: Typisch Fruchtbarkeit
In „Typisch Fruchtbarkeit“ finden Sie die Themen, die für den langfristigen Erfolg entscheidend sind: Jungsaueneingliederung: Isolation und Adaption, der „Ping-Pong-Effekt“ und hormonelle Eingliederung Wartebereich: Gruppenbildung, Konditionsunterschiede sowie Trächtigkeits untersuchung und Nachkontrolle Absetzen: Fütterung, Ferkelmanagement beim Absetzen und Ferkelimpfungen Besamungsstall: Einstallung, Besamung und Trächtigkeitsuntersuchung Abferkelstall: Geburtsvorbereitung, Milchbildung und Säugphase
Die „Typisch“-Reihe von Boehringer Ingelheim hat sich in der Branche längst als unverzichtbares Nachschlagewerk etabliert. Mit einem klaren Fokus auf die entscheidenden Erfolgsfaktoren der Schweinehaltung bietet sie Landwirten, Tierärzten, Universitäten und Schulen praxis- nahes Wissen, das sich direkt umsetzen lässt. Die bisherigen Ausgaben – „Typisch Schwein“, „Typisch Saugferkel“, „Typisch Ökonomie“ und „Typisch Lüftung“ – haben bereits zahlreiche Schweineprofis überzeugt.
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Mit „Typisch Fruchtbarkeit“ wird diese Erfolgs- geschichte nun fortgesetzt und um wertvolles Wissen rund um die Fruchtbarkeit ergänzt. Fruchtbarkeit ist ein zentraler Erfolgsfaktor in der Schweinehaltung. Mit „Typisch Fruchtbarkeit“ widmet sich Boehringer Ingelheim diesem essen- ziellen Thema und bietet wertvolle Einblicke und praxisnahe Informationen sowohl für erfahrene Schweinehalter als auch Neueinsteiger.
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