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Oraler Impfstoff gegen Ileitis: Effektiv und praktisch
Ein Mitarbeiter bedient die Ileitispumpe, die die Impfstoffstammlösung innerhalb von sechs Stunden in die Tränkwassertröge dosiert – so nehmen die Schweine den Impfstoff selbständig über das Tränkewasser auf.
Oraler Impfstoff seit 20 Jahren im Einsatz Seit über 20 Jahren gibt es einen oralen Lebend- impfstoff gegen Ileitis, der über das Maul verabreicht wird. Der große Vorteil: Der Impfstoff nimmt denselben Weg wie der Erreger und wirkt direkt im Darm – dort, wo das Immunsystem ihn braucht. Damit regt ein oral verabreichter Impfstoff genau die Stellen des großen Darmimmunsystems an, die später eine Feldinfektion ab- wehren müssen. So wird eine gezielte lokale Immunität aufgebaut. Die Impfung reduziert Darmschäden, Leistungs- einbußen und sogar das Risiko für andere Erkrankungen wie Salmonellen oder Verhaltensstörungen. Außerdem wird durch die Ileitisimpfung der Bedarf an Antibiotika, insbe- sondere Tylosin, deutlich reduziert. Oral vs. intramuskulär Die orale Impfung bietet mehrere Vorteile gegenüber einer traditionellen klassischen intramuskulären Methoden:
Anwendungsbeobachtung auf einem Mastbetrieb Die Impfung gegen Ileitis ist heute fester Bestandteil in Impfkonzepten. Angesichts steigender Betriebsgrößen und Arbeitskräftemangel ist eine einfache und schnelle Impfstoffverabreichung wichtig. Impfstoffe gibt es als Mono-, Fertig- oder Kombinationspräparate. Um die beste Kombination zu finden und die Ileitis-Impfung ins Impfkon- zept zu integrieren, führte eine Tierarztpraxis auf einem Betrieb eine Anwendungsbeobachtung durch. Ziel war es, die Anwenderfreundlichkeit und den Nutzen verschiedener Impfstoffkombinationen in der Vierfachimpfung gegen PCV2, M. Hyo, PRRSV und Ileitis zu testen. Dieser nordwestdeutsche Betrieb (geschlossenes Sys- tem) impfte bereits gegen Mycoplasmen, Circovirus und PRRS-Virus. Aufgrund von Arbeitskräftemangel war der Tierhalter zögerlich bei der Ileitis-Impfung, obwohl der Tierarzt sie empfohlen hatte. Für die Anwendungsbeob- achtung wurde gruppenweise auf Impfstoffe unterschied- licher Hersteller gewechselt. Lediglich der PRRS-Impfstoff wurde während der gesamten Testphase beibehalten. Details zu den Testgruppen und Ergebnissen finden Sie auf der nächsten Seite. Fazit Die zusätzliche orale Ileitis-Impfung brachte mess- bare Vorteile: Sie ist effektiver und besser verträglich als der intramuskuläre Impfstoff. Die Anwendung ist zeitsparend und gut in bestehende Impfprogramme integrierbar. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Impfung gegen Ileitis nicht nur zur Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Schweinebestände bei- trägt, sondern auch zur Nachhaltigkeit der Schweine- haltung. Durch die Reduktion des Antibiotikaeinsatzes und die Förderung des Tierwohls erfüllt sie die Anfor- derungen moderner Verbraucher und trägt zum Um- weltschutz bei – ein Gewinn für Tiere, Landwirte und Verbraucher gleichermaßen.
Direkte Immunisierung am Infektionsort: Der Impfstoff stimuliert das Immunsystem direkt in der Darmschleimhaut, wo Lawsonia intracellularis angreift, und moduliert das Darmmikrobiom. Stressfreie, zeitsparende Anwendung: Die Verabreichung erfolgt über Trinkwasser, Trog, Flüssigfutter oder Drench, was den Stress für die Tiere minimiert und Arbeits- zeit einspart. Verbesserte Leistung: Studien zeigen, dass geimpfte Schweine eine bessere Wachstumsrate, eine ver- kürzte Mastdauer und geringere Verluste aufweisen.
Der orale Lebendimpfstoff enthält lebende, nicht krank- machende Lawsonien, die im Tier den Weg des Erregers nehmen können – bis hin zur Darmzelle. Er wirkt direkt an der Infektions- stelle und zeigt laut Studien und langjähriger Praxiserfahrung deutlich bessere Ergebnisse. Der orale Impfstoff enthält kein öliges Adjuvans und ist dadurch sehr gut verträglich.
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