Tiergesundheit und mehr | 02 2025
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Mastitis schmerzt im Euter und im Tank
Bei einer Euterentzündung leidet die Kuh – und der Mensch. Es muss nicht nur die veränderte Milch verworfen werden, oft bleiben die Zellzahlen länger erhöht und damit sinkt die Milchleistung. E uterentzündungen werden durch verschiedene Erreger verursacht. Aus einer Auswertung von über 1.000 Milchproben geht hervor, dass die häufigs-
ten Erreger Strep. uberis, E. coli und coliforme Bakterien, Staph. aureus, Strep. dysgalactiae sowie Koagulase-nega- tive Staphylokokken (KNS) sind. Diese fünf Erreger machen zusammen 65% der Nachweise aus. Die Rangliste unter- streicht die Bedeutung von Umwelterregern und hebt die Wichtigkeit einer guten Stallhygiene hervor, um Euterent- zündungen vorzubeugen. Unsichtbare Probleme Auch wenn die Kuh klinische Symptome zeigt, lassen sich bei etwa der Hälfte der Proben von Euterentzündungen keine Erreger nachweisen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Manche Erreger sind bereits abgestorben, wenn die Probe entnommen wird, und die Entzündungssymptome werden nur noch durch ihre Toxine aufrechterhalten. Zudem werden nicht alle Erreger immer mit der Milch ausgeschieden. Wenn die Entzündung bereits einige Tage besteht, bevor die Probe genommen wird, können bestimmte Bakterien einen Biofilm im Euter bilden. Aus diesem Biofilm werden die Bakterien nur sporadisch freigesetzt, was dazu führt, dass in der Milch unterschiedliche Bakterienmengen ent- halten sind – manchmal so wenige, dass sie nicht nachweis- bar sind. Typisch für solche, oft chronischen Fälle, sind auch stark schwankende Zellzahlgehalte.
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