TUM 02/2025

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Mastitis schmerzt im Euter und im Tank

Leitkeim zur Bestimmung der Maßnahme Bei der Behandlung von Mastitis ist das Ziel, sowohl das Wohlbefinden als auch die Produktivität der Kuh schnell wiederherzustellen und zu verhindern, dass sich die Masti- tiserreger weiter in der Herde ausbreiten. Es ist wichtig, den oder die vorherrschenden Erreger in der Herde zu kennen, den sogenannten Leitkeim. Zum einen, um die richtigen Vorsorgemaßnahmen treffen zu können bzw. die entspre- chenden Risikobereiche zu kontrollieren. Zum anderen, um bei einer Behandlung den passenden Wirkstoff auszuwäh- len. Um Veränderungen im Erregerspektrum oder auch im Resistenzprofil schnell zu erkennen, sind regelmäßige Milchprobenuntersuchungen unerlässlich und auch ge- setzlich gefordert. Trockenstehzeit nutzen In der Zeit des Trockenstehens ist die Selbstheilung des Eutergewebes sehr aktiv. Nur wenn man den Leitkeim auf dem Betrieb kennt, kann man durch den Einsatz des passenden antibiotischen Trockenstellers unterstützen. Hier muss die Auswahl der eingesetzten Präparate nach dem Erreger- und Resistenzspektrum auf dem Betrieb erfolgen. Während der Trockenstehzeit können sowohl gram-positive (zum Beispiel Streptokokken und Staphylo- kokken) als auch gram-negative (zum Beispiel E. coli) Erre- ger eine Rolle spielen. Zellzahlerhöhung verursacht Kosten und reduziert die Leistung Mastitis ist die Milchkuherkrankung mit den höchsten wirtschaftlichen Verlusten. Diese Einbußen entstehen vor allem durch den Milchverlust: Die veränderte Milch sowie

die Milch während der Wartezeit nach Behandlungen müssen verworfen werden. Auch nach einer überstandenen Ent- zündung bleibt die Milchleistung oft verringert. Je höher die Zellzahl in der Milch, desto geringer ist die Milchleistung. Kühe erreichen ihre höchste Leistung, wenn die Zellzahl zwischen 25.000 und 50.000 Zellen/ml liegt. Bei einer Zell- zahl von 250.000/ml ist die Milchleistung bereits um etwa 1,6kg pro Tag und Kuh reduziert. Weitere Berechnungen zeigen, dass bei einem durchschnittlichen Zellgehalt von 220.000/ml mehr als 4 % der Milchleistung verloren gehen – das entspricht bei einer Jahresleistung von 8.700 kg fast 400 kg pro Kuh! Die Verluste sind umso größer, je früher in der Laktation die Kuh erkrankt und die Zellzahlen steigen. Zudem sinken mit steigender Zellzahl auch der Fett- und Eiweißgehalt der Milch, was die Milchzusammensetzung beeinflusst.

Fazit

Hohe Zellzahlen verursachen Verluste, die Kuh hat eine geringere Milchleistung und eine geringere Fut- tereffizienz – es lohnt sich also, rechtzeitig Gegen- maßnahmen zu ergreifen und die Eutergesundheit zu verbessern bzw. im Idealfall auf einem guten bis sehr guten Niveau zu halten!

Mastitis: Erregerübersicht und ihre hauptsächliche Herkunft

Erreger

Herkunft

Färbung

gram- positiv

Staphylococcus aureus

kuhassoziiert

Staphylokokken

KNS (koagulase-negative Staphylokokken)

Hautbesiedler

Streptococcus agalactiae Streptococcus dysgalactiae

kuhassoziiert

kuhassoziiert und umweltassoziiert

Streptokokken

Streptococcus uberis

umweltassoziiert

aeskulin-positive Streptokokken

Enterokokken/ Fäkalstreptokokken

umweltassoziiert

A. pyogenes

umweltassoziiert

gram- negativ

E.coli

umweltassoziiert

Klebsiellen

umweltassoziiert

Coliforme

andere coliforme Erreger

umweltassoziiert

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