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Mastitis schmerzt im Euter und im Tank
Leitkeim zur Bestimmung der Maßnahme Bei der Behandlung von Mastitis ist das Ziel, sowohl das Wohlbefinden als auch die Produktivität der Kuh schnell wiederherzustellen und zu verhindern, dass sich die Masti- tiserreger weiter in der Herde ausbreiten. Es ist wichtig, den oder die vorherrschenden Erreger in der Herde zu kennen, den sogenannten Leitkeim. Zum einen, um die richtigen Vorsorgemaßnahmen treffen zu können bzw. die entspre- chenden Risikobereiche zu kontrollieren. Zum anderen, um bei einer Behandlung den passenden Wirkstoff auszuwäh- len. Um Veränderungen im Erregerspektrum oder auch im Resistenzprofil schnell zu erkennen, sind regelmäßige Milchprobenuntersuchungen unerlässlich und auch ge- setzlich gefordert. Trockenstehzeit nutzen In der Zeit des Trockenstehens ist die Selbstheilung des Eutergewebes sehr aktiv. Nur wenn man den Leitkeim auf dem Betrieb kennt, kann man durch den Einsatz des passenden antibiotischen Trockenstellers unterstützen. Hier muss die Auswahl der eingesetzten Präparate nach dem Erreger- und Resistenzspektrum auf dem Betrieb erfolgen. Während der Trockenstehzeit können sowohl gram-positive (zum Beispiel Streptokokken und Staphylo- kokken) als auch gram-negative (zum Beispiel E. coli) Erre- ger eine Rolle spielen. Zellzahlerhöhung verursacht Kosten und reduziert die Leistung Mastitis ist die Milchkuherkrankung mit den höchsten wirtschaftlichen Verlusten. Diese Einbußen entstehen vor allem durch den Milchverlust: Die veränderte Milch sowie
die Milch während der Wartezeit nach Behandlungen müssen verworfen werden. Auch nach einer überstandenen Ent- zündung bleibt die Milchleistung oft verringert. Je höher die Zellzahl in der Milch, desto geringer ist die Milchleistung. Kühe erreichen ihre höchste Leistung, wenn die Zellzahl zwischen 25.000 und 50.000 Zellen/ml liegt. Bei einer Zell- zahl von 250.000/ml ist die Milchleistung bereits um etwa 1,6kg pro Tag und Kuh reduziert. Weitere Berechnungen zeigen, dass bei einem durchschnittlichen Zellgehalt von 220.000/ml mehr als 4 % der Milchleistung verloren gehen – das entspricht bei einer Jahresleistung von 8.700 kg fast 400 kg pro Kuh! Die Verluste sind umso größer, je früher in der Laktation die Kuh erkrankt und die Zellzahlen steigen. Zudem sinken mit steigender Zellzahl auch der Fett- und Eiweißgehalt der Milch, was die Milchzusammensetzung beeinflusst.
Fazit
Hohe Zellzahlen verursachen Verluste, die Kuh hat eine geringere Milchleistung und eine geringere Fut- tereffizienz – es lohnt sich also, rechtzeitig Gegen- maßnahmen zu ergreifen und die Eutergesundheit zu verbessern bzw. im Idealfall auf einem guten bis sehr guten Niveau zu halten!
Mastitis: Erregerübersicht und ihre hauptsächliche Herkunft
Erreger
Herkunft
Färbung
gram- positiv
Staphylococcus aureus
kuhassoziiert
Staphylokokken
KNS (koagulase-negative Staphylokokken)
Hautbesiedler
Streptococcus agalactiae Streptococcus dysgalactiae
kuhassoziiert
kuhassoziiert und umweltassoziiert
Streptokokken
Streptococcus uberis
umweltassoziiert
aeskulin-positive Streptokokken
Enterokokken/ Fäkalstreptokokken
umweltassoziiert
A. pyogenes
umweltassoziiert
gram- negativ
E.coli
umweltassoziiert
Klebsiellen
umweltassoziiert
Coliforme
andere coliforme Erreger
umweltassoziiert
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