IHK-Global Business Ausgabe 3/2026

AMERIKAS

PERU Bergbautechnologie gefragt

Perus Bergbau boomt: Derzeit stehen Bau- und Erweiterungs- arbeiten an zwölf Minen mit einem Gesamtvolumen von über 11 Milliar- den US-Dollar (US$) an. Zu den größten Vorhaben zählen die Kupfer- minen Tía María und Zafranal. Der Trend zu Nachhaltigkeit eröffnet deutschen Unternehmen neue Chancen – etwa bei Technologien zur Reduzierung des Wasserverbrauchs, Lösungen für den Sekundärbergbau sowie bei erneuerbaren Energien. Nachhaltige Wassernutzung wird wichtiger Ein Großteil der weltweiten Produk- tion von Kupfer, Gold, Eisenerz und Zink findet in Gebieten mit starker Wasserknappheit statt. Unterneh- men versuchen daher, nachhaltiger mit Wasser umzugehen. So kündigte Southern Copper, der Investor des Kupferprojekts Tía María, an, dass die Mine eine Meerwasserentsalzungs- anlage erhalten soll. Auch die lokale Bevölkerung, auf deren Akzeptanz der Bergbau angewiesen ist, haben die Unternehmen im Blick. So investiert Newmont knapp 30 Millionen US$ in Trinkwasserbrunnen und -speicher für Gemeinden in Cajamarca. Deut- sche Technologie, die den Wasserver- brauch senkt und effizienter gestaltet, hat daher gute Chancen. Potenzial im Sekundärbergbau Der Fokus auf Nachhaltigkeit spie- gelt sich auch im Umgang mit Berg- baurückständen wider. Über 1.200 Abraumhalden gelten in Peru als Umweltbelastung. Mehrere Projekte zur Wiederverwertung laufen bereits. So will Cerro de Pasco Resources aus den Halden in Quiulacocha Silber, Zink, Blei und Gallium und poten- ziell Kupfer, Gold und Pyrit zurück- gewinnen. Wer Technologie für den Sekundärbergbau und die Schließung von Minen anbietet, trifft auf Ab- satzchancen: Laut Ministerium für

Steigende Weltmarktpreise und eine robuste Nachfrage: Der peruanische Bergbau expan- diert. Mehrere Großprojekte winken mit Marktchancen für deutsche Unternehmen.

von Herrenknecht minimieren die Betriebsrisiken. Schlüsseltechnologie von deutschen Anbietern Deutsche Firmen sind wichtige Lie- feranten und weiten ihre Aktivitäten im Land aus. Ein Beispiel ist Bosch Rexroth: Das Unternehmen eröffnete 2025 ein neues Servicezentrum in Arequipa. Auch das Ingenieurbüro DMT sieht enormes Potenzial. Der Nachholbedarf bei der Exploration ist groß, da die Reserven schrumpfen und die globale Nachfrage steigt. Der Eschborner Spezialist CMC Instru- ments wiederum erkennt Chancen für seine Ölsensorik, die die Nachhaltig- keit von Prozessen verbessert. Auch innovative Produkte für Laugungs- prozesse der Firma CHT sind gefragt, denn das Verfahren kennt bislang kaum Konkurrenz. Motoren von MTU treiben die wichtigsten Minen an, und Samson lieferte für die Quellaveco- Mine hunderte Regelventile. GTAI/IHK

Energie und Bergbau haben Betreiber im Land über 2,8 Milliarden US$ an finanziellen Garantien zugesagt, um eine verantwortungsvolle Schließung ihrer Minen zu gewährleisten. Effizienz und Sicherheit im Fokus Neu entdeckte Lagerstätten liegen heute tiefer, was die Erschließung technisch und finanziell anspruchs- voller macht. In vielen Minen sinkt zudem der Kupferanteil und somit die Produktivität. Industrie 4.0, Digitalisierung und Nachhaltig- keit sind daher die entscheidenden Wettbewerbsfaktoren. In diesem Bereich haben deutsche Firmen im peruanischen Bergbau wichtige Alleinstellungsmerkmale. Um die Betriebskosten zu senken, setzen die Betreiber auf effizienzsteigernde Technologien, so etwa auf intelligen- te Druckluftkompressoren von Kaeser aus Coburg. Und Monitoring-Systeme von Netzsch, SEW Eurodrive und Bosch Rexroth sowie Bohrtechnik

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IHK Global Business 03/2026

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