ASIEN-PAZIFIK
VIETNAM Textilindustrie will unabhängig werden
Die vietnamesische Bekleidungsindustrie ist mit rund 7.000 Unternehmen und über 3 Mil- lionen Beschäftigten ein zentraler Pfeiler der Wirt- schaft. Die Branche gehört auch international zu den wichtigsten Akteuren. Die Branche will nun auch die lokale Wertschöp- fung erhöhen und Abhängigkeiten von importierten Vorprodukten reduzieren. Derzeit stammen rund drei Viertel dieser Materialien aus dem Ausland. Betrof- fen sind Baumwolle, PET-Pellets für Polyesterfasern, Stoffe und Garne sowie Knöpfe, Reißverschlüsse und andere Accessoires. Allein etwa 50 Prozent der Stoffe kommen aus China. Vietnam muss also mehr Zwischenprodukte wie Stoffe, Garne und Zubehör selbst erzeugen, und mehrere Vorhaben zeigen in diese Richtung. Dazu gehören auch das Recycling von Stoffen oder die Nutzung alternativer Materialien aus nachwachsenden biologischen Ressourcen. US-Abnehmer drängen nun darauf, weniger Mate- rialen aus China einzusetzen. Für Lieferungen in die EU ist ebenfalls die Nutzung lokaler Stoffe entschei- dend, um die Ursprungsregeln des Freihandelsab- kommens zwischen der EU und Vietnam zu erfüllen. Die Ursprungsregeln verlangen, dass die verwendeten Stoffe aus Vietnam, der EU oder einem anderen Land stammen, mit dem die EU ein Freihandelsabkom- men hat. Derzeit erfüllen nur etwa 30 Prozent der vietnamesischen Bekleidungsexporte in die EU diese Bedingung. GTAI/IHK
Mehr lokale Wertschöpfung: Vietnam weitet die Produktion von Textilien aus, um Importabhängigkeiten zu senken und mehr Exporte zu ermög- lichen.
INDONESIEN Lieferchancen in maritime Sicherheit
Nationale Plattform für Beschaffungen und Ausschrei- bungen ist das Portal „Pencarian LPSE Indonesia“. Eine Teilnahme an Ausschreibungen ist ausschließlich lokal registrierten Unternehmen möglich. Zudem gelten Vorga- ben zur lokalen Wertschöpfung, weshalb für ausländische Anbieter die Zusammenarbeit mit indonesischen Partner- unternehmen entscheidend ist. Im internationalen Kontext setzt Indonesien auf ein breit angelegtes Netzwerk von Partnerschaften, um im Krisen- fall nicht von einzelnen Staaten abhängig zu sein. Diese Kooperationen sollen zugleich den Transfer von Technolo- gien und Know-how in den heimischen Schiffbau und die maritime Wirtschaft fördern. GTAI/IHK
Die indonesische Regierung verfolgt ehrgeizige Ziele im maritimen Bereich. Neben der Verbesserung der Ernährungssicherheit durch den Ausbau von Fischereiflot- ten und Kühlketten stehen die Bekämpfung illegaler Fischerei, Schmuggel und Piraterie im Vordergrund. Auch der Ausbau von Frühwarnsystemen soll helfen, die Bevölkerung besser vor Überschwemmungen und Naturka- tastrophen zu schützen. Trotz eines allgemeinen Sparkurses wird der maritime Sektor vorrangig gefördert. Nach Expertenschätzungen belaufen sich die staatlichen Investitionen auf rund 4 bis 5 Milliarden US-Dollar. Ausschreibungen werden über- wiegend von staatlichen Organisationen wie der Marine und insbesondere der Küstenwache Bakamla durchgeführt. Letztere ist direkt dem Präsidenten unterstellt und koor- diniert die verschiedenen maritimen Sicherheitsbehörden des Landes.
Portal „Pencarian LPSE Indonesia” (nur auf Indonesisch):
spse.inaproc.id
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IHK Global Business 03/2026
ihk.de/rhein-neckar
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