IHK-Global Business Ausgabe 3/2026

ASIEN-PAZIFIK

THAILAND Nachfrage nach Medikamenten steigt

Der thailändische Pharmamarkt steht vor einer Phase kräftigen Wachstums. Laut einer aktuellen Analyse von Krungsri Research wird für die Jahre 2026 und 2027 jeweils ein Umsatzplus zwischen 6 und 7 Prozent erwartet. Das dynamische Branchenwachstum übertrifft damit deutlich das gesamtwirtschaftliche Wachstum des Landes, das mit rund 2 Prozent im regionalen Vergleich verhalten ausfällt. Treiber dieser Entwicklung sind mehrere strukturelle Faktoren. Zum einen verändert der demografische Wandel die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen: Das Median- alter der thailändischen Bevölkerung liegt inzwischen bei 41 Jahren und hat damit europäisches Niveau erreicht. Gleichzeitig sorgt das staatliche Universal Coverage Sche- me (UCS) für einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung, von dem immer mehr Menschen profitieren. Hinzu kommen gesundheitliche Belastungen durch Urba- nisierung, Umweltverschmutzung und Veränderungen der Lebensgewohnheiten in den Städten. Obwohl das Königreich über ein vergleichsweise gut ent- wickeltes Gesundheitssystem verfügt, bleibt die Arzneimit- telproduktion ein Schwachpunkt. Die heimische Industrie konzentriert sich vorwiegend auf die Herstellung von Ge- nerika, deren Grundstoffe zu rund 90 Prozent importiert werden – vor allem aus China und Indien. Diese Medika- mente decken primär den Inlandsbedarf, kleinere Mengen gehen in Nachbarländer innerhalb der ASEAN-Region. Bei innovativen und höherwertigen Arzneimitteln ist Thailand hingegen auf Importe angewiesen. Jährlich

In Thailand gibt es rund 22.000 Apotheken. Sie erwirtschaften etwa 20 Prozent der gesamten Pharmaverkäufe und setzen dabei überwiegend frei verkäufliche Arzneimittel ab.

werden Medikamente im Wert von über 3 Milliarden US- Dollar eingeführt. Zu den wichtigsten Lieferländern zählen Deutschland und die USA. GTAI/IHK

NEUSEELAND Neues Energiepaket setzt auf Gas

die die erneuerbaren Energien bis 2030 auf 100 Prozent des Strommix anheben wollte. So wird auch das geplante Pumpspeicherwerk am Lake Onslow gestrichen. Im Jahr 2025 hatte die Regierung bereits das Verbot der Offshore- Öl- und Gasförderung aufgehoben und stellte insgesamt rund 102 Millionen Euro über vier Jahre für neue und bestehende Gasfelder bereit. Langfristig sollen jedoch auch erneuerbare Energien ausgebaut werden, unter anderem im Offshore Wind-Be- reich. Gemäß des neuen Energiepakets soll die Produktion aller Erneuerbaren bis 2050 verdoppelt werden. Wie genau bleibt vage. Für deutsche Unternehmen ergeben sich Chancen in den Bereichen LNG Infrastruktur, Netzmodernisierung, Ener- giespeicher, Marktüberwachungssoftware und Prognose Tools für Gas- und Stromdaten-Reporting sowie Turbinen und Fundamente für Offshore-Wind-Anlagen. GTAI/IHK

Die neuseeländische Regierung beschloss Ende 2025 ein neues Energiepaket. Die zwei Hauptziele sind Energiesicherheit (technologieoffen) und die Stärkung des Strommarkts. Darüber hinaus sollen Investitionsanreize geschaffen werden. Zu den kurzfristigen Maßnahmen im Paket zählt unter anderem ein geplanter LNG-Import Terminal. Zudem wird die staatliche Strombehörde mehr Macht für die Preisüber- wachung erhalten und bei Marktversagen einschreiten. Ebenso sollen Informationen zu Reserven und Produk- tion von Erdgas transparenter werden, um klare Signale für Investitionen in Energieerzeugung und -speicher zu setzen. Die Regierung will hier einen klaren und binden- den Rahmen für die Datenerhebung und -veröffentlichung einführen. Die konservativ-liberale Landesführung nimmt zudem weiter Abstand von den Zielen der Vorgängerregierung,

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IHK Global Business 03/2026

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