IHK-Global Business Ausgabe 3/2026

MENA/AFRIKA

MAROKKO Mehr Investitionen in Medizintechnik

2030 wird ein nominales Wachstum von rund 7 Prozent jährlich erwartet. Dabei gewinnen Digital-Health-Programme an Bedeu- tung, darunter Telemedizin und E‑Health zur besseren Versorgung ländlicher Gebiete. Initiativen wie Maroc Digital sowie internationale Veranstaltungen wie die GITEX Future Health Africa 2026 stärken Marokkos Rolle als interessanten Innovationsstandort. Zudem verändern zentrale Investitionsprogramme das Marktumfeld nachhaltig. Dazu gehören der Neubau mehrerer Universitätskliniken in Rabat, Agadir, Laâyoune, Béni Mellal, Guelmim und Errachidia. Bis 2027 entstehen zusätzlich 44 lokale Krankenhäuser, während 91 Einrich- tungen modernisiert werden. Hinzu kommen 49 regio- nale Gesundheitszentren, ausgestattet mit Technik zur Grundversorgung und mobile Medizin wie Rettungs- und Transporteinheiten. Diese Programme sichern eine stabile Nachfrage über nahezu alle Geräteklassen hinweg. Konjunkturell entwickelt sich die Branche dynamisch. Der medizinisch-pharmazeutische Sektor erzielte 2025 rund 1,82 Milliarden Euro Umsatz. Für deutsche Hersteller ergeben sich attraktive Perspektiven. Rund 90 Prozent der Medizintechnik werden importiert. Wichtige Lieferländer sind China, Deutschland und die USA. Zugleich gilt ein striktes Importverbot für gebrauchte Geräte, wodurch ein hoher Bedarf an fabrikneuer Technik entsteht. Besonders gefragt sind Systeme der bildgebenden Diagnostik, Inten- siv- und Überwachungstechnik, Labordiagnostik, Notfall- ausstattung sowie Onkologie und Dialyse. Regulatorisch ist der Marktzugang klar strukturiert. Seit 2026 erfolgt die zentrale Zulassung über die Agence Maro- caine du Médicament et des Produits de Santé (AMMPS). Hersteller und Händler müssen strenge technische An- forderungen erfüllen, bevor Produkte in Verkehr gebracht werden dürfen. Europäische Standards wie CE‑Marking, ISO‑13485 und EU‑Konformitätsbewertungen werden aber anerkannt. GTAI/IHK

Moderne Medizintechnik gefragt: Die Ausweitung der staatlichen Krankenversicherung und Investitionen in Digitalisierung und Kliniken lassen den Bedarf drastisch steigen.

Der marokkanische Medizintechnikmarkt befindet sich in einer Phase beschleunigten Wachstums und struktureller Modernisierung. Treiber sind Gesundheitsre- formen, steigende staatliche Ausgaben und der Ausbau medizinischer Infrastruktur. Das staatliche Gesundheits- budget steigt 2026 auf 4,24 Milliarden Euro und liegt rund 30 Prozent über dem Vorjahr. Etwa 1,45 Milliarden Euro fließen in Medizintechnik, Verbrauchsmaterial und digitale Anwendungen. Parallel wird die allgemeine Krankenver- sicherung auf nahezu die gesamte Bevölkerung ausgewei- tet, was die Nachfrage nach diagnostischer und therapeuti- scher Technologie erhöht. Öffentliche Ausschreibungen erreichten 2025 ein Volumen von 744 Millionen Euro; bis

EU-UMFRAGE

Welche Interessen haben Sie in der MENA-Region? Die EU-Kommission will Unternehmen stärker in Nordafrika und dem Nahen Osten einbinden. Mit einem offenen Interessensaufruf sammelt die Generaldi- rektion MENA dafür Markteinschätzungen aus der

In einem Factsheet sind die wichtigsten Aspekte für Firmen zusammengefasst. GTAI/IHK Zum Interessenaufruf der EU-Kommission: north-africa-middle-east-gulf.ec.europa.eu/what- we-do/global-gateway-mediterranean/publication- general-call-expressions-interest-mena-market- intelligence-mapping-eu-private-sector_en

Wirtschaft. Dies soll helfen, künftige EU-Instrumente im Rahmen von Global Gateway sowie des Pakts für das Mittelmeer besser auszurichten. Europäische Firmen können sich online auf Englisch an der Umfrage beteiligen.

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IHK Global Business 03/2026

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