IHK-Global Business Ausgabe 3/2026

WACHSTUMSMÄRKTE

gewinnt Indien im Bereich der Elektronikfertigung rapide an Bedeutung und ist dabei, in die Halbleiterproduktion einzusteigen. Indiens exportstarker Dienstleistungssektor wächst deut- lich schneller als die Industrie. Als wettbewerbsfähiger IT-Standort zieht das Land verstärkt digitale Forschungs- zentren, Global Capability Centers für konzerninterne Dienste und moderne Rechenzentren an. Malaysia: Solides Wachstum trotz schwierigem Umfeld Die malaysische Wirtschaft zeigt sich weiterhin robust. Der IWF prognostiziert für 2026 und 2027 ein reales BIP-Wachstum von jeweils rund 4,3 Prozent. Auch die verarbeitende Industrie, die rund 15 Prozent zur Wirtschaftsleistung beiträgt, dürfte in ähnlichem Tempo expandieren. Zu den wichtigsten Wachstumsbranchen zählen die Elektro- und Elektronikindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau, Medizintechnik, Chemie sowie die erneuerba- ren Energien. Malaysia ist zudem ein global bedeutender Standort für die Halbleiterfertigung und baut seine Posi- tion entlang der Wertschöpfungskette weiter aus – insbe- sondere in den Bereichen „Advanced Manufacturing“ und Automatisierung. Die staatlich geförderte Transformation hin zu einer grüneren Wirtschaft schafft zusätzliche Chan- cen in Sektoren wie Energieeffizienz, Wasseraufbereitung und nachhaltige Mobilität. Für deutsche Unternehmen ist Malaysia hinter Singapur der zweitgrößte Absatzmarkt in Südostasien. Darüber hinaus sind über 700 deutsche Unternehmen bereits vor Ort aktiv. Die Mitgliedschaft im ASEAN macht Malaysia zu einem attraktiven Produktionsstandort und erleichtert den Zugang zu einem Markt mit über 685 Millionen Einwohnern. Es ergeben sich vielfältige Ansatzpunkte. Deutsche Tech- nologie genießt einen hervorragenden Ruf, insbesondere in Bezug auf Qualität, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit. Mittelständische Unternehmen finden in Malaysia nicht nur Absatzmärkte, sondern auch Möglichkeiten für lokale Produktion. Förderprogramme, Industrieparks und Inves- titionsanreize erleichtern den Markteintritt zusätzlich. Ein weiterer positiver Impuls ist die Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Malaysia. Seit Februar 2026 befindet sich die Europäische Kommission mit dem malaysischen Handels- ministerium in der dritten Verhandlungsrunde. Kerninhal- te des Abkommens umfassen Marktzugang für Dienstleis- tungen, Investitionen, der Schutz des geistigen Eigentums und geografischer Angaben, das öffentliche Beschaffungs- wesen sowie Klimaschutz. Saudi-Arabien: Wirtschaftliche Realität und stabiles Wachstum Das Königreich Saudi-Arabien festigt seine Position als zentraler Wachstumsmarkt in der Golfregion. Nach einer Phase des massiven Aufbruchs setzt die Regierung nun auf eine gezielte Priorisierung: Während symbolträchtige Megaprojekte wie NEOM zeitlich gestreckt

Pulsierendes Wirtschaftsleben: Kuala Lumpur ist mit rund 2 Mil- lionen Einwohnern Malaysias politisches und ökonomischen Zent- rum. Zahlreiche deutsche Unternehmen sind bereits vor Ort aktiv.

werden, rücken ökonomisch tragfähige Vorhaben in den Fokus. Insbesondere die Vorbereitungen für die Expo 2030 in Riad und die Fußball-WM 2034 treiben die Nachfrage nach Infrastruktur und urbanen Lösungen massiv voran. Für 2026 prognostiziert der IWF ein reales BIP-Wachstum von 4,5 Prozent, für 2027 von weiteren 3,6 Prozent. Dieser Aufschwung wird nicht nur durch die Erholung der Öl- fördermengen, sondern maßgeblich durch einen robusten Nicht-Öl-Sektor getragen. Saudi-Arabien investiert massiv in die Diversifizierung seiner Wirtschaft – ein Feld, in dem deutsche Qualitätstechnologie besonders gefragt ist. Die aktuellen Außenhandelszahlen untermauern diese Dynamik: Die deutschen Ausfuhren stiegen 2024 um

Mehr als Öl- und Gas: Mit dem Programm „Vision 2030“ treibt Saudi-Arabien die Diversifizierung seiner Wirtschaft voran. Der Markt für Hochtechnologie und damit verbundenen Services wächst stetig.

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IHK Global Business 03/2026

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