WACHSTUMSMÄRKTE
Wo wächst die Wirtschaft besonders stark? Jährliche Wachstumsrate des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) in ausgewählten Ländern weltweit (Prognose, in Prozent)
6,46,4
2026 2027
5,6 5,8
5,4
5,1 5,1
4,7
4,5
4,5
4,4 4,2
4,4
4,34,3
4,2 4,1
4,1
4,04,0
4,0
3,6
3,3 3,2
3,5
2,7
2,3
1,6
1,5
1,1
QUELLE: IMF, WORLD ECONOMIC OUTLOOK UPDATE, JANUARY 2026
Fahrzeugtechnik sowie Logistik- und Intralogistiklösun- gen. In der Industrie steigen zudem Bedarf und Budgets für Prozessdigitalisierung, Industrie-IT und Qualitätssi- cherung. Viele polnische Industrieunternehmen erweitern ihre Kapazitäten und rücken im Zuge von Nearshoring- Strategien stärker in europäische Wertschöpfungsketten – ein Pluspunkt für Zulieferer, Serviceanbieter und Techno- logiepartner. Besonders investitionsgetrieben sind drei Felder: Erstens die Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft. Polen erhöht seine Verteidigungsausgaben in Richtung 5 Prozent des BIPs und baut Produktions- und Instandhaltungskapazi- täten aus; zusätzliche Impulse kommen aus dem EU-SAFE- Programm mit bis zu 43,7 Milliarden Euro an Finanzie- rungsrahmen. Zweitens die Energiewende: Der nationale Energie- und Klimaplan setzt stärker auf erneuerbare Er- zeugung, Netzausbau und Speicher; mittelfristig soll auch Kernkraft eine größere Rolle spielen. Drittens Infrastruktur und Digitalisierung – von Schienen- und Straßenprojekten bis zur Modernisierung öffentlicher Leistungen. Für den Mittelstand ergibt sich daraus ein breites Projekt- und Partnerfeld mit kurzen Lieferwegen und EU-Rahmenbe- dingungen. GTAI/IHK
innerhalb der Europäischen Union. Der IWF erwartet für 2026 ein reales BIP-Wachstum von rund 3,5 Prozent, für 2027 etwa 2,7 Prozent. Damit hebt sich Polen deutlich vom europäischen Durchschnitt ab. Treiber sind vor allem staatliche Investitionen – gestützt durch eine zügigere Umsetzung von EU-finanzierten Programmen – sowie ein robuster Arbeitsmarkt. Nach den inflationsbedingt schwierigen Jahren 2022 und 2023 hat sich das makro- ökonomische Umfeld spürbar stabilisiert. Gleichzeitig steigt der staatliche Finanzierungsbedarf unter anderem durch höhere Verteidigungs- und Sozialausgaben. Für deutsche Unternehmen ist Polen längst Kernmarkt und Fertigungsstandort zugleich – und ein wichtiger In- dikator für die enge Verflechtung ist der Handel: 2025 exportierte Deutschland Waren im Wert von knapp 100 Milliarden Euro, rund 7 Prozent mehr als 2024. Damit liegt das Nachbarland auf Platz 4 der wichtigsten deut- schen Exportmärkte. Die Nachfrage konzentriert sich auf Investitions- und Vorleistungsgüter, etwa aus Maschinen- und Anlagenbau, Automatisierungs- und Elektrotechnik,
Informationsquellen
INFO
International Monetary Fund (IMF) – World Economic Outlook, January 2026: imf.org/en/publications/weo/issues/2026/01/19/world- economic-outlook-update-january-2026 AHK World Economic Outlook, Herbst 2025 dihk.de/de/newsroom/ahk-world-business-outlook- herbst-2025-entwicklungen-risiken-und-chancen-fu- er-deutsche-firmen-weltweit-157702 Germany Trade & Invest (GTAI) – Wirtschaftsausblick gtai.de/de/trade/unser-service/wirtschaftsausblick
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