RZ_KW29_2017

AZA 4125 Riehen 1

Freitag, 21. Juli 2017

Riehener Zeitung DI E WOCHENZE I TUNG FÜR R I EHEN UND BETT INGEN

96. Jahrgang | Nr. 29

Redaktion und Inserate: Riehener Zeitung AG Schopfgässchen 8 , Postfach 198 , 4125 Riehen 1 Telefon 061 645 10 00 , Fax 061 645 10 10 www.riehener-zeitung.ch Erscheint jeden Freitag Preis: Fr. 2.– , Abo Fr. 80.– jährlich

Schmetterlinge: Vorsicht vor Verwechslungen: Nicht alle Bläulinge sind blau Seite 5

Sommerhitze: Wasser kühlt ab – auch wenn es nur auf Fotos fliesst

Pfadi: Zweiwöchiges Sommerlager für Abenteurer und Entdecker Seite 9

Leichtathletik: Silvan Wicki läuft über 200 Meter persönliche Bestzeit Seite 9

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Stimmen-FeStival Stiller Has mit Endo Anaconda am Mikrofon begeisterten wie immer ihr Publikum in der Reithalle des Wenkenhofs Phönix im entzauberten Märchenland

Vor ausverkauften Rängen fand das dritte Riehener Stimmen- Konzert in der Reithalle statt.

Ein passender Ort für den angeblichen Pferdenarren Endo Anaconda.

Michèle Faller

Die Reithalle des Wenkenhofs ist voll. Als die Band die Bühne betritt, be- ginnt das Klatschen und begeisterte Johlen, das sich noch steigert, als der Mann mit dem Hut die Bühne betritt. «Tralali, tralala…» beginnt er zu der geheimnisvollen, fast unheimlichen Melodie und singt tatsächlich nicht nur von einer Welt ohne Märchenhaf- tes, sondern – unbehaglicher noch – von einer ganz und gar entzauberten Märchenwelt. Der Wolf hat die sieben Geisslein gefressen, Schneewittchen ist für immer tot und sogar der Hans im Glück hat Depressionen und spritzt Rauschgift. Das ist urkomisch und bitterböse zugleich, doch wenigs- tens im Refrain kommt noch das Bekenntnis: «Aber i gloube immer no a Märli…» Leben in der Sprache Endo Anaconda mit Stiller Has, den das Stimmen-Festival nach 13 Jahren wieder gewinnen konnte, fes- selte sein Publikum wie gewohnt von Anfang bis Ende und seine Be- grüssung könnte keine treffendere Umschreibung seiner unvergleich- lichen Texte sein: Er singe auf Bern- deutsch, weil man dieser Sprache anhöre, dass er gelebt hat. Und das glaubt man dem gewichtigen Poeten mit der rauen Stimme sofort. Der von unschuldiger Jugendliebe genau so überzeugend singen kann wie von Julischka, die ein bisschen ein Luder war. Von tiefen melancholischen Ge- fühlen genauso wie von knisternder Erotik, von Menschen, die zu viel und lange reden genauso wie von der Ab- surdität des Daseins zwischen Alltag und Kriegskatastrophen. «Hier kommen alte Traumata auf, sie haben mir nie ein Pferd gekauft.» Diese Ankündigung bezog sich auf den Song «Lee van Cleef» und auf den Ort des Geschehens, die Reit- halle. Voller Inbrunst besang Ana- conda den berühmten Westerndar- steller, der so elegant wie niemand andere Leute umlegte, der nun auch tot ist, und den er sich im TV nur anschaue, weil sonst nichts läuft, für eine Handvoll Dollar, im Hotel

Bassist Andreas Wyss, Keyboarder Roman Wyss, Schlagzeuger Andi Pupato und Gitarrist Boris Klecic sind die perfekten Weggefährten von Sänger Endo Anaconda. Selbst mit den neuen Musikern bleibt Stiller Has einzigartig. Fotos: Philippe Jaquet

Jugendliebe, das davon berichtet, wie man dank dem titelgebenden Kau- gummi zu seinem ersten Kuss kom- men kann.

Rebstock nach dem Konzert. «Alli Ching wünsche sich Ponys, aber i bruuche es Ross.» Nach dieser abgründigen Poesie, dieser Vielschichtigkeit, die nie auf- gesetzt wirkt, sondern einfach so dem Leben entnommen, folgt das Liebeslied «Flieder». Wunderschön und traurig singt Anaconda von den tiefsten Gefühlen und schafft es, nie, aber auch gar nie nur einen Hauch von Kitsch aufkommen zu lassen. Auch bei grossen Gesten wirkt er nie pathetisch, wenn er davon singt, nie mehr in fremden Armen liegen zu wollen. Das selbe gilt für das wunder- bare Lied «Chätschgummi» über eine

Tatar-Festival rassiges Rind, raffinierter Lachs und Zwiebelmett vom Freilandsäuli! zum köstlichen «Furt», das die erfolg- reiche Flucht eines Abwarts in ein neues Leben besingt, geht das Konzert seinem Ende zu. «Viele werden die Texte nicht verstanden haben», sagte Anaconda am Schluss auf Hoch- deutsch, im Bewusstsein, dass auf- grund des grenzüberschreitenden FestivalsvieleZuschauerausDeutsch- land anwesend waren. «Aber ich ver- stehe meine Texte selber nicht.» Das war kaum Koketterie, sondern bestä- tigte vielmehr den Eindruck, denman bei Anaconda immer wieder hat: nämlich dass seine Texte voller Poesie und absurder Komik nur so aus ihm herausbrechen. Reklameteil

Roman Wyss, dem Schlagzeuger Andi Pupato und demGitarristenBoris Kle- cic zu verdanken. Und natürlich dem Sänger: Wie Anaconda bei «Chliine Tod» den Kopf zurückwirft, wie er die Soli seinerMusiker geniesst und in der Musik zu versinken scheint oder bei «Witwe/Julia», das von der Melodie her zuweilen wie eine Mischung aus poppiger Schnitzelbank und Kinder- lied klingt, mit derMusikmitgeht. Wie er den Kopf im Takt schüttelt und sei- ne kratzbürstige Stimme plötzlich laut und noch leidenschaftlicher wird, all das ist unvergleichlich. Nach ungezählten Highlights, von dem bekenntnishaften «Phönix» bis

Unvergleichliche Bühnenpräsenz

Natürlich würde es – umdie Gross- artigkeit von Stiller Has zu beschrei- ben – reichen, ein Zitat neben das an- dere zu setzen, aber dabei darf nicht die phänomenale Bühnenpräsenz des «Endosaurusrex» – neues Alter Ego und zugleich der Titel des neuen Al- bums – und die stimmungsvolle Mu- sik vergessen gehen. Das ist dem Bas- sisten Andreas Wyss, demKeyboarder

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kanton baSel-Stadt Aktuelles Bevölkerungsszenario

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Stetiges Wachstum der Bevölkerung rz. Das in den letzten Jahren beobach- tete Bevölkerungswachstum im Kan- ton Basel-Stadt setzt sich gemäss dem aktuellenMittleren Bevölkerungssze- nario in den nächsten Jahren fort. Das Statistische Amt rechnet für das Jahr 2040 mit rund 214’000 Einwohnern. Gleichzeitig steigt das Verhältnis der Personen im Alter von über 64 Jahren zu jenen im erwerbsfähigen Alter an. Aufgrund der steigenden Geburtenra- ten erhöht sich auch die Zahl der Kin- der und Jugendlichen. ser Entwicklung liegt die Annahme zugrunde, dass Basel-Stadt als Kanton zum Wohnen und Arbeiten weiterhin attraktiv bleibt und somit eine ent- sprechende Nachfrage nach Wohn- raum besteht und durch den Bau von neuen Wohnungen auch angeboten wird. Die Bautätigkeit ist vor allem im Kleinbasel erheblich, womit dort das Bevölkerungswachstum mit rund 13 Prozent am stärksten ausfällt. In Rie- hen und Bettingen wird mit einem Wachstum der Bevölkerung von rund neun Prozent gerechnet.

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Bis ins Jahr 2040 dürfte die Bevöl- kerungszunahme rund acht Prozent oder 16’000 Einwohner betragen. Die-

Die Bevölkerungsszenarien Basel- Stadt werden jährlich aktualisiert.

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