Seminarprogramm 2022

Begabtenförderung

Programm 2022

www.kas.de

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Begabtenförderung

Programm 2022

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Inhalt

Inhalt

Vorwort

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Seminarprogramm

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Grundlagenseminare

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Aufbau- und Kompaktseminare

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Politik, Gesellschaft und Medien Wirtschaft, Technik und Forschung Kunst, Kultur, Bildung und Religion

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Europäische und Internationale Zusammenarbeit Landesseminare: Deutschland und seine Nachbarn

Qualifizierungs- und Orientierungsseminare

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Orientieren

105 113 115 119

Reden

Reflektieren

Führen

Journalistische Nachwuchsförderung

123

Pflichtprogramm Wahlpflichtbereich

124 131

Netzwerke und Initiativen

139

Altstipendiatinnen und Altstipendiaten Stipendiatinnen und Stipendiaten

141 151 152 154

Stipendiatenbeirat Bildungskommission

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Inhalt

Senkrechtstarter Elternnetzwerk

155 156 157

Netzwerk Internationale Stipendiaten (NIS)

Organisatorische Hinweise

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Pflichtenkatalog

162 162 163 164 165 165 166 166 168

Anmeldung

Teilnahmebeiträge

Stornierungsbedingungen Teilnahme mit Kindern

Anteilige Fahrtkostenerstattung

Unterbringung

Teilnahmebedingungen Journalistische Nachwuchsförderung

Veranstaltungskürzel

Kalendarium

171

Impressum

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Das Jahresprogramm finden Sie auch unter: http:// www.kas.de /begabtenfoerderung/seminarprogramm

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Vorwort

Liebe Stipendiatinnen und Stipendiaten,

der Drang nach Erneuerung ist überall zu spüren, der Wunsch wird lauter: nicht so weitermachen wie bisher! Neue Ideen, neue Themen, neue Gesichter – so scheint in unserer Gesellschaft wie auch in unserem politischen Umfeld die Botschaft zu lauten. Profil ist gefragt, aber Profil bildet sich vor allem in einer Liaison des Neuen mit den Grundlagen der Tradition. Klimaneutrale Industriepolitik, soziale Digital- wirtschaft, konservative Integrationspolitik könnten Schlag- worte sein, die die Phantasie in diese Richtung beflügeln.

Unser Seminarprogramm für 2022 gibt vielerlei Anlass, über neue The- men, bewährte Grundsätze und die Verbindung beider nachzudenken und daraus neue Ideen zu entwickeln. Die Prinzipien von Personalität, Subsidiarität und Solidarität, die zu unserer politischen DNA gehören wie das Christliche Menschenbild, sind für uns Leitlinien und Kriterien in der Abwägung konkreter Lösungen. Oftmals belächelt, vielfach unbedacht verwendet, hat der Begriff „Christliches Menschenbild“ doch in seinem Kern starke Bindungskräfte. Ob wir uns selbst als religiöse Menschen verstehen oder nicht: Menschenwürde, besonders wo sie der Diskriminie- rung ausgesetzt ist, und Nächstenliebe, wo sie nicht dem Wohlfühlfaktor entspringt, sondern Anstrengung abverlangt, sind Wertvorstellungen, die aus starken persönlichen Erfahrungen erwachsen sind. Und genau das ist mit unserem Menschenbild gemeint: nicht dass wir theoretische Vorstel- lungen vom Menschen haben, sondern dass es für uns Unveräußerliches gibt, für das wir eintreten: dass die Menschheit eine Familie und ein Teil der zu bewahrenden und zu gestaltenden Schöpfung ist, dass wir uns nicht uns selbst verdanken und endlich sind, dass wir schuldig werden und Vergebung erfahren können, dass wir scheitern können und damit das letzte Wort dennoch nicht gesprochen ist, und dass Heimat, Sprache und Kultur Ahnungen von Größerem geben und dennoch selbst keine Verabsolutierung dulden. Viele Themen liegen auf der Straße, die es wert sind auf dieser Grund- lage bearbeitet zu werden: Klimapolitik und Generationengerechtigkeit, Diskriminierung von Minderheiten und identitätspolitische Festlegungen,

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Vorwort

das Verhältnis von Freiheit und Verantwortung, das in der Pandemie auf die Probe gestellt wurde, um nur einige Schlaglichter zu geben. Viele technisch und pragmatisch solide Lösungen können entwickelt werden. Für diejenigen, die sich den christlich-demokratischen Werten verpflichtet wissen, geht es aber um mehr: die Frage nämlich, ob die jeweiligen poli- tischen Konzepte einer inneren Haltung entsprechen, ob diese Konzepte aus unseren Grundprinzipien abgeleitet und damit erklärt werden und zugleich unserer gesamten Gesellschaft einen guten Ordnungsrahmen geben können. Ich danke allen, die zur Erstellung dieses Seminarprogramms beigetragen haben: den Kolleginnen und Kollegen, aus der eigenen wie den anderen Hauptabteilungen der Stiftung, den Stipendiatinnen und Stipendiaten, die selbst Seminare vorbereiten und durchführen oder uns anderweitig Impulse liefern, den Vertrauensdozentinnen und Vertrauensdozenten wie den Altstipendiatinnen und Altstipendiaten, die auf Seminaren referieren, dem Vorstand des ASeV | Altstipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V., der die Abschlussseminare unter dem Titel „Führen und Verantwor - tung“ finanziell und personell unterstützt, ebenso wie dem Beirat des Generationenfonds, der die Cadenabbia-Conference fördert, und schließ- lich allen Kooperationspartnerinnen und -partnern. Liebe Stipendiatinnen und Stipendiaten, ich wünsche Ihnen, dass Ihnen das endlich wieder in Präsenz stattfindende Seminarprogramm persön - lich wie politisch die richtigen Anregungen gibt und Sie motiviert, mit an den Ideen von morgen zu arbeiten!

Ihre

Dr. Susanna Schmidt Leiterin der Hauptabteilung Begabtenförderung und Kultur

Seminarprogramm

Danach schließt sich im Normalfall das Aufbauseminar an, das anhand einer aktuellen Fragestellung ein Basisthema näher beleuchtet und durch ein Rhetorik-, Argumentati- ons- bzw. Medientraining oder eine Exkursion vertieft wird. Schließlich folgen die zwei- bis mehrtägigen Kompaktseminare zu spezifischen Fragen, die zum Teil von Stipendiat- innen und Stipendiaten organisiert werden. Manche dieser Seminare finden auch im Ausland statt mit dem Ziel, die internationale Begeg- nung zu fördern. Die Qualifizie- rungsseminare wenden sich an Stipendiatinnen und Stipendiaten höherer Semester, die den Eintritt ins Berufsleben vor Augen haben. Änderungen des Programms sind im Verlauf des Jahres möglich.

Das Seminarprogramm lädt Sie ein, Ihre Interessen zu vertiefen, aber auch Neuland zu erschließen. Sei es im wahrsten Sinne des Wortes, sei es um neue Fragestellungen zu erkunden oder auch die eigene Persönlichkeit auszuloten! An das Grundlagenseminar im ersten Förderjahr schließt sich das Auf- bauseminar an, Kompaktseminare im In- und Ausland und Qualifizie- rungsseminare folgen. Die Semi- nare im Pflichtprogramm der Jour- nalistischen Nachwuchsförderung (JONA) sind JONA-Stipendiaten vor- behalten, die Seminare im Wahl- pflichtbereich stehen auch anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten offen. Im ersten Jahr nach der Aufnahme steht das Grundlagen- seminar an, das einen Überblick über politische, gesellschaftliche und historische Basisthemen aus christlich-demokratischer Sicht gibt und auch der Entwicklung personaler Kompetenzen dient.

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1. Jahr

Grundlagenseminare

› Politische Grundlagen › Selbstverständnis der Konrad-Adenauer-Stiftung › Persönlichkeitsentwicklung

Ab 1./2. Jahr

Aufbauseminare

› Aktuelles Thema|Grundlagenbezug › Rhetoriktraining › Argumentationstraining

› Medientraining › oder Exkursion

Ab 2./3. Jahr

Kompaktseminare

› Aktuelle Themen › z. T. von Studierenden / Promovierenden durchgeführt

Ab 2./3. Jahr

Qualifizierungsseminare › Wege in den Beruf

› Führen und Verantwortung › Reden und Netzwerken

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Grundlagenseminare

Wer auf den Namen von Konrad Adenauer ein Stipendium erhält, muss wissen, wie die Geschichte mit dem ersten Bundes- kanzler der Bundesrepublik verwoben ist, wie die Entstehung des Grundgesetzes, die Soziale Marktwirtschaft, die Westbin- dung, das christliche Menschenbild und die parlamentarische Demokratie Deutschland bis heute prägen. In unseren Grund- lagenseminaren geben wir einen Überblick und stellen die heute wichtigen Fragen, etwa nach der Zukunft von Sozialstaat und europäischer Integration, deutscher Außenpolitik und westlicher Demokratie angesichts autoritärer Tendenzen und populisti- scher Herausforderungen. Sie dienen auch der Entwicklung von personalen Kompetenzen. Bitte melden Sie sich für ein Seminar an, das möglichst innerhalb der sechs Monate nach Ihrer Aufnahme stattfindet und das möglichst von dem Referenten bzw. der Referentin geleitet wird, der oder die für Ihren Betreuungsbereich verant- wortlich ist (siehe „Aufgaben und Personen“).

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Grundlagenseminare

GS01 14.02. – 20.02.22 in Gersfeld Leitung: Dr. Dominika Borowicz – bevorzugt für Stipen- diatinnen und Stipendiaten der Studienförderung aus dem Betreuungsbereich Schwaben – Bayern – Oberpfalz GS02 14.02. – 20.02.22 in Bad Honnef Leitung: Nadine Bergner – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipendiaten aus dem Betreuungsbereich Nieder­ sachsen – Bremen GS03 21.02. – 27.02.22 in Lambrecht Leitung: Dr. Tanja Buchholz – bevorzugt für Stipen- diatinnen und Stipendiaten aus dem Betreuungsbereich Oberrhein – Pfalz – Saar GS04 21.02. – 27.02.22 in Gersfeld Leitung: Dr. Katharina Hamdorf-Rosenberg – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienförde- rung aus dem Betreuungsbereich Berlin – Brandenburg – Mecklenburg-Vorpommern – Spanien – Portugal GS05 07.03. – 13.03.22 digital Leitung: Dr. Dominika Borowicz – bevorzugt für Stipen- diatinnen und Stipendiaten der Studienförderung aus dem Betreuungsbereich Schwaben – Bayern – Oberpfalz GS06 07.03. – 13.03.22 in Gersfeld Leitung: Dr. Katharina Hamdorf-Rosenberg – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienförde- rung aus dem Betreuungsbereich Berlin – Brandenburg – Mecklenburg-Vorpommern – Spanien – Portugal GS07 14.03. – 20.03.22 in Georgsmarienhütte Leitung: N. N. – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipen- diaten der Studienförderung aus dem Betreuungsbereich Nordrhein/Ruhr

Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienförderung

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR für Präsenzseminare

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Grundlagenseminare

GS08 14.03. – 20.03.22 in Gersfeld Leitung: Dr. Nora Wirtz – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienförderung aus dem Betreuungs- bereich Nordwürttemberg – Bodensee – Schweiz – Italien – Frankreich GS09 18.07. – 24.07.22 in Königswinter Leitung: N. N. – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipen- diaten der Studienförderung aus dem Betreuungsbereich Nordrhein/Ruhr GS10 18.07. – 24.07.22 in Georgsmarienhütte Leitung: Anika Mester – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienförderung aus dem Betreuungs­ bereich Münsterland – Westfalen – Niederlande – Belgien GS11 25.07. – 31.07.22 in Lambrecht Leitung: Alexander Prill – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienförderung aus dem Bereich Sachsen – Sachsen-Anhalt – Ober- und Mittelfranken GS12 01.08. – 07.08.22 digital Leitung: Dr. Muriel Schmitz – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienförderung aus dem Betreuungs­ bereich Rheinland GS13 01.08. – 07.08.22 in Gersfeld Leitung: Daniela-Maria Mariș – bevorzugt für Stipendia- tinnen und Stipendiaten der Studienförderung aus dem Betreuungsbereich Hessen – Thüringen – Unterfranken GS14 08.08. – 14.08.22 in Georgsmarienhütte Leitung: Anika Mester – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienförderung aus dem Betreuungs­ bereich Münsterland – Westfalen – Niederlande – Belgien

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Grundlagenseminare

GS15 15.08. – 21.08.22 in Königswinter Leitung: Dr. Nele Glang – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienförderung aus dem Betreuungs­ bereich Südwürttemberg/Baden GS16 15.08. – 21.08.22 in Georgsmarienhütte Leitung: Anna Lederer – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienförderung aus dem Betreuungs- bereich Hamburg – Schleswig-Holstein – Großbritannien – Irland – Skandinavien – Baltikum GS17 22.08. – 28.08.22 in Lambrecht Leitung: Dr. Tanja Buchholz – bevorzugt für Stipen- diatinnen und Stipendiaten aus dem Betreuungsbereich Oberrhein – Pfalz – Saar GS18 29.08. – 04.09.22 in Königswinter Leitung: Dr. Muriel Schmitz – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienförderung aus dem Betreuungs­ bereich Rheinland

GS28 29.08. – 04.09.22 in Gersfeld Leitung: N. N.

GS29 05.09. – 11.09.22 in Gersfeld Leitung: N. N.

GS19 05.09. – 11.09.22 in Bad Honnef Leitung: Anna Lederer – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienförderung aus dem Bereich Hamburg – Schleswig-Holstein – Großbritannien – Irland – Skandinavien – Baltikum GS20 12.09. – 18.09.22 in Königswinter Leitung: Alexander Prill – bevorzugt für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienförderung aus dem Bereich Sachsen – Sachsen-Anhalt – Ober- und Mittelfranken

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Grundlagenseminare

GS21 12.09. – 18.09.22 in Gersfeld Leitung: Daniela-Maria Mariș – bevorzugt für Stipendia- tinnen und Stipendiaten der Studienförderung aus dem Betreuungsbereich Hessen – Thüringen – Unterfranken

GS22 09.05. – 15.05.22 in Georgsmarienhütte Leitung: Dr. Stefan Schatz

Stipendiatinnen und Stipendiaten der Promotionsförderung

GS23 22.08. – 28.08.22 in Königswinter Leitung: Dr. Michael Schmitz

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

GS24 28.11. – 04.12.22 in Gersfeld Leitung: Dr. Stefan Schatz

GS25 28.02. – 06.03.22 in Georgsmarienhütte Leitung: Dr. Kerim Kudo

Stipendiatinnen und Stipendiaten der Ausländerförderung

GS26 28.02. – 06.03.22 in Bad Honnef Leitung: N. N.

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

GS27 08.08. – 14.08.22 in Königswinter Leitung: N. N.

Aufbau- und

Kompaktseminare

Die Aufbauseminare gehen aktuellen und grundlegenden Fragestellungen nach, die heute zur Diskussion stehen und neuer Antworten und Interpretationen bedürfen. Sie richten sich vor allem an Stipendiatinnen und Stipendiaten im zweiten Förderjahr (nach absolviertem Grundlagenseminar). Sie wollen zugleich personale Kompetenzen – für eine wirksame und aufmerksame Gesprächsfähigkeit – vermitteln. Deshalb differenzieren sie sich in Aufbauseminare mit Rhetorik-, Argu- mentations- bzw. Medientraining oder Exkursion aus. Die Kompaktseminare sind kürzer angelegt und werden zum Teil von Stipendiatinnen und Stipendiaten organisiert. Liegt die Leitung in den Händen unserer Stipendiatinnen und Sti- pendiaten, werden keine Teilnehmergebühren erhoben und keine Fahrtkosten erstattet. Finden diese von Stipendiaten organisierten Seminare im Ausland statt, ist – neben den selbst zu tragenden Kosten für die Anreise – mit der Erhebung eines Eigenbeitrags zu rechnen, der unmittelbar von den Organisa- toren erhoben wird und der in der Regel zwischen 100,- und 200,- Euro liegt. Die Aufbau- und Kompaktseminare sind inhaltlich in vier Bereiche gegliedert: › Politik, Gesellschaft und Medien › Wirtschaft, Technik und Forschung › Kunst, Kultur, Bildung und Religion › Europäische und Internationale Zusammenarbeit

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Aufbau- und Kompaktseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

Politik, Gesellschaft und Medien

Die Konrad-Adenauer-Stiftung setzt sich weltweit für die Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie für eine Verwirklichung der Menschenrechte ein. Voraussetzung einer lebendigen und wehrhaften Demokratie ist die aktive Teilhabe. Zugleich gilt es sicherzustellen, dass die wesentlichen „Lebensfragen“ der Gesellschaft transparent und innerhalb der dafür vorgesehenen demokratischen Institutionen vorbereitet, diskutiert und entschieden werden. Mit unserem Seminarpro- gramm wollen wir einen Beitrag zur ständigen Überprüfung der unserer parlamentarischen Demokratie zugrundeliegenden Partizipations- und Repräsentationsprozesse leisten und für das konstitutive Element unserer demokratischen Ordnung, die Freiheit, sensibilisieren. In diesem Sinne wollen wir in den Seminaren unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten für die Übernahme von Verantwortung für das Gemeinwohl – nicht zuletzt in den demokratischen Institutionen – gewinnen. Die Auseinandersetzung mit aktuellen politischen sowie zeithis- torischen Themen, mit Fragen des gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalts wie auch der Verantwortung der Medien als „Vierter Gewalt“ leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

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Aufbauseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

Suchmaschinen, Algorithmen und Meinungsmacht

Zwischen Hate Speech und Verschwörungserzählungen: Wie umgehen mit der neuen Debattenkultur im Netz? Der Ton im Netz ist rau. Trotz verschärfter Gesetze bleibt digitale Gewalt oft ungeahndet. Die Debattenkultur verän- dert sich; immer häufiger schlägt gesellschaftlich Engagierten Hass entgegen. Nicht ohne Folgen für die Gesellschaft: Men- schen ziehen sich zurück aus politischen Debatten im Netz oder sogar aus dem gesellschaftspolitischen Engagement. Auch das Risiko „analoger“ Gewalt steigt. Die Verbreitung von Desinformation und Verschwörungserzählungen, verstärkt durch Algorithmen, lässt Filterblasen entstehen und Fronten verhärten. Wir diskutieren, wie digitale Gewalt unsere Gesell- schaft verändert, welche Rolle Fake News spielen und was Politik und Zivilgesellschaft dem entgegensetzen können. Ein Medientraining zum Umgang mit Hate Speech und zur Stär- kung einer offenen Debattenkultur rundet das Seminar ab. Zeitungen, Hörfunk und Fernsehen beeinflussen seit lan- ger Zeit die öffentliche Wahrnehmung. Doch besonders die digitalen Medien bestimmen zunehmend unseren Alltag und unsere Meinungsbildung. Wie genau soziale Medien, wie Facebook und Co., unsere Wahrnehmung steuern, ist noch immer nicht gänzlich bekannt: Inwieweit prägen Fake News, Social Bots oder digitale Algorithmen unseren Stand- punkt? Wer oder was bildet Meinung? Und wie können wir es schaffen, aus der Informationsflut den eigentlichen Kern und Wahrheitsgehalt von einzelnen Nachrichten heraus- zufiltern? In diesem Seminar lassen wir „Meinungsmacher“ aus TV, Presse, Social Media und IT zu Wort kommen, stel- len dar, wie sich die Medienlandschaft verändert hat, und zeigen, wie Fake News enttarnt werden können.

ASR 03 mit Rhetoriktraining 21.02. – 27.02.2022 Gersfeld

Leitung: Felix Franke

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

AS 05 mit Medientraining 07.03. – 13.03.2022 Bad Honnef

Leitung: Jasmin Heermann

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

Aufbauseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

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Gesellschaftliche Vielfalt – Herausforderungen und Potenziale für den soziokulturellen Zusammenhalt in Deutschland Welche Herausforderungen und Potenziale birgt die sozio- kulturelle (religiöse, kulturelle, ethnische etc.) Vielfalt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland? Dieser Frage widmet sich das Seminar, in dem wir zentrale (Werte-) Orientierungen der Gesellschaft beleuchten und diskutieren werden – mittels einer interdisziplinären Herangehensweise und vor dem Hintergrund zunehmend sichtbar werdender gesellschaftlicher Pluralität in Deutschland. In den Fokus rücken dabei insbesondere Fragen nach der Verbundenheit mit dem Gemeinwesen, nach dem Vertrauen in (politische) Institutionen sowie nach Identifikationen mit der deutschen Gesellschafts- und Staatsordnung. Kern der Demokratie – oder: Die rationale Argumentation als Abgrenzung zum politischen Populismus Was bedeutet Demokratie? Was macht sie aus, und ab wann können wir nicht mehr von einer Demokratie spre- chen? Jede Zeit hat ihre eigene Antwort darauf gefunden. Doch welche können wir im 21. Jahrhundert geben? Einfach scheint es zumindest nicht zu sein: Die Pandemie hat in Deutschland zeitweise zu einer Verschiebung der Macht- verhältnisse geführt. Verordnungen traten an die Stelle von Parlamentsbeschlüssen, und Grundrechte wurden massiv eingeschränkt. Doch würden wir ernsthaft behaupten, die Demokratie habe sich überlebt? Wohl kaum. Während popu- listische Kräfte in der Bundesrepublik aus fatalistischen Narrativen ihren Profit schlagen wollen, möchten wir uns dem Kern der Demokratie nähern und überlegen, wie er gestärkt werden kann.

AS 06 mit Argumentations­ training und Exkursion 14.03. – 20.03.2022 Gersfeld

Leitung: Dr. Kerim Kudo

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

AS 07 mit Argumentations­ training 14.03. – 20.03.2022 Berlin

Leitung: Alexander Prill

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

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Aufbauseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

Wissenschaftskommunikation – Formen, Akteure, Möglichkeiten und Grenzen

Die Forderung nach Bürgerbeteiligung geht einher mit einer verantwortungsvollen Aufklärung und Berichterstattung, auch im Hinblick auf die Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Aber wie kann die Wissenschaft sinnvoll und effektiv in der Mitte der Gesellschaft Platz und Aufmerksam - keit finden? Was können wir aus den Jahren 2020 und 2021 lernen? Welche Folgen hatte Wissenschaftskommunikation für das Verständnis des Pandemiegeschehens? In unserem Seminar wollen wir Antworten auf diese Fragen finden, Kon - takte zu den verschiedenen Dialogpartnern (BMBF, Wissen- schaft im Dialog, Journalistinnen und Journalisten) knüpfen und die Möglichkeit geben, Anregungen und Handlungsstra- tegien für eine Öffentlichkeitsarbeit zur eigenen Forschung zu erwerben und zu erproben.

AS 09 mit Medientraining 28.03. – 03.04.2022 Berlin

Leitung: Dr. Nora Wirtz

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

Konstruktiver Journalismus: Only good news are good news! Die Macht der positiven Worte

„Only bad news are good news!“ – dieser Satz galt lange Zeit in vielen Redaktionen. Inzwischen ist klar: ausschließlich „bad news“ hinterlassen ein Gefühl von Hilflosigkeit. Das hat zur Folge, dass sich Menschen von den Medien abwen- den. Der „konstruktive“ oder lösungsorientierte Journalismus vermittelt ein breiteres Bild der Wirklichkeit. Er berichtet über Probleme und geht einen Schritt weiter: Lösungsan- sätze werden kritisch beleuchtet und erhalten mehr Raum in der Berichterstattung. Das Seminar untersucht, welche psychische Wirkung „bad news“ auf uns haben, und stellt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Konzept des konstruktiven Journalismus vor. Anschließend sollen diese unter Anleitung lösungsorientierte Geschichten in Form eines kurzen Hörfunkbeitrags umsetzen.

ASR 12 mit Rhetoriktraining 25.07. – 31.07.2022 Königswinter

Leitung: Felix Franke

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

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„Auch in ungewissen Zeiten bleiben die zentralen Aufgaben der Konrad-Adenauer-Stiftung: Zukunftsthemen bearbeiten, Entwicklungen vorausdenken, analysieren und beraten. Denn wir wissen, dass unsere Demokratie vom politischen Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger lebt – das zu vermitteln und junge Menschen dazu zu motivieren, sich auf der Grundlage demokratischer Werte einzubringen, ist der Kern unserer Arbeit.“

Prof. Dr. Norbert Lammert

Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. Bundestagspräsident a. D.

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Aufbauseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

Demokratische Teilhabe durch Bürgerräte – ein Modell für die Zukunft? Im Juni 2020 beschloss der Ältestenrat des Deutschen Bundestages die Durchführung eines Bürgerratsverfahrens. Frankreich und Irland praktizieren ein solches bereits auf nationaler Ebene. Bürgerinnen und Bürger werden zufällig ausgelost und sind eingeladen, an Debatten teilzunehmen, ihre Meinung einzubringen und Politik mitzugestalten. Eine aktive Partizipation aus der Mitte der Gesellschaft heraus stärkt unsere demokratischen Strukturen, andernfalls droht ein „Verlust der politischen Gleichheit“. Wir beleuchten die Potenziale und Grenzen des Modells „Bürgerräte“ vor dem Hintergrund eines demokratietheoretischen Referenzrah- mens. Mit dessen Hilfe möchten wir analysieren, welche Legitimitätsgewinne Bürgerbeteiligung auch im Kontext der repräsentativen Demokratie schaffen kann.

ASR 16 mit Rhetoriktraining 08.08. – 14.08.2022 Saarbrücken

Leitung: Dr. Tanja Buchholz

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

West-Östlicher Klima(n) – braucht Europa einen neuen Orientalismus?

Die arabischen Länder sind Europas unmittelbare Nachbarn. Allein der deutsche Warenaustausch mit ihnen hat sich im vergangenen Jahrzehnt auf mehr als 40 Mrd. Euro verdop- pelt. Mit der Greater Arab Free Trade Area hat sich längst eine ernst zu nehmende Freihandelszone etabliert. Die arabi- schen Länder haben mit mehr als 280 Mio. Einwohnern nicht nur einen großen Absatzmarkt zu bieten, wenn es gelingt Sicherheit und Stabilität voranzutreiben. Sie könnten auch eine wichtige Rolle bei einer klimaneutralen Energieversor- gung spielen. Schon längst glitzern gigantische Solaranlagen und Windparks in den Wüsten vor Dubai, Marrakesch und vielleicht auch bald vor NEOM? Deutsche Wirtschaftsvertre- ter fordern schon länger, hier nicht hintanzustehen. Könnte arabischer Fortschritt den Europäern ein Vorbild sein?

AS 18 mit Medientraining 15.08. – 21.08.2022 Königswinter

Leitung: Marcus Schoft

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

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Aufbauseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

Das christliche Menschenbild im 21. Jahrhundert

Welchen Stellenwert hat das „C“ bei der CDU? Mit Blick auf die Amtszeiten von Adenauer, Kohl und Merkel differieren die zeitgeschichtlichen und politikwissenschaftlichen Einschät- zungen. Gemein ist allen, dass mit dem „C“ nicht nur eine Form der Religiosität, sondern auch Moralvorstellungen und Haltungen verknüpft sind, die von Vorbildern gelebt werden müssen. Welche Werte sind es, die die Christlich Demokrati- sche Union bestimmen und wie werden sie gelebt? Gerade angesichts des Fehlverhaltens einzelner Abgeordneter wäh- rend der Pandemie stellt sich die Frage nach unserem Werte- kompass und dem „C“ in der just angebrochenen Dekade.

AS 21 mit Argumentations­ training 29.08. – 04.09.2022 Leipzig

Leitung: Alexander Prill

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

„Staatsbürger in Uniform“: Die Rolle der Streitkräfte für die „wehrhafte Demokratie“

Das Konzept der „Inneren Führung“ bildet die zentrale Wertegrundlage für das Verhältnis zwischen Bundeswehr, Demokratie und Zivilgesellschaft und bindet die Bundes- wehr fest in die streitbare Demokratie ein. Erst seit der Gründung der Bundeswehr ist die Rolle der Soldatinnen und Soldaten als „Staatsbürger in Uniform“ im Grundgesetz verankert. Im Seminar sollen unter anderem die Geschichte und das Selbstverständnis des deutschen Militärs in den Blick genommen werden, wobei vor allem das Verhältnis zwischen Militär und Zivilgesellschaft, die Bedeutung der Streitkräfte für die „wehrhafte Demokratie“ und aktuelle Fragen zur inneren und äußeren Sicherheit eine Rolle spie- len. Auch die Binnenstruktur und das Traditionsverständnis der Bundeswehr werden im Seminar thematisiert.

ASR 22 mit Rhetoriktraining 05.09. – 11.09.2022 Königswinter

Leitung: Anika Mester

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

„Es gehört zum christlichen Menschenbild und zur freiheit- lichen Gesellschaft, das Recht auf Gleichberechtigung, auf Teilhabe, auf Gehör im öffentlichen Diskurs nicht abhängig zu machen von Geschlecht, Herkunft oder Hautfarbe eines Menschen. Diese Haltung zu verteidigen gegen rechte wie linke Umdeutungen ist noch wichtiger geworden.“

Michael Thielen

Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V.

Aufbauseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

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Glaubwürdig kommunizieren in der Krise – Erkenntnisse aus zwei Jahren Corona-Pandemie Die Corona-Pandemie hat das gesellschaftliche Leben in Deutschland stärker als jede andere Krise seit dem Zweiten Weltkrieg getroffen. Rund zwei Jahre nach Ausbruch der Krise kann eine erste Zwischenbilanz gezogen werden: Ist es der Presse gelungen, verantwortungsvoll zu informieren – auch in Situationen großer Unsicherheit? Konnten Politikerinnen und Politiker die Bevölkerung auf Einschnitte vorbereiten, ohne Panik auszulösen? Haben es Unternehmen geschafft, ihre Mitarbeiter zu motivieren, ohne den Ernst der Lage zu verkennen? In diesem Seminar erlernen die Stipendiatinnen und Stipendiaten die Grundlagen der Krisenkommunikation, diskutieren über ethische Herausforderungen und analysie- ren Kriseninterviews. Anschließend schlüpfen sie selbst in die Rolle der Akteure und üben sich in der Krisenkommunikation. Pizzagate, QAnon, Stop the Steal – Verschwörungstheorien und die Rolle von Bildung Verschwörungstheorien schossen in den vergangenen zehn Jahren aus dem Boden – Pizzagate, QAnon, Stop the Steal, um nur ein paar zu nennen. Wer sind die Menschen, die diese Theorien mittragen? Gehören sie, wie gerne ange- nommen wird, einer ungebildeten und frustrierten Bevölke- rungsschicht an? Welche Rolle spielt der Bildungsstand eines Menschen beim Schutz vor Verschwörungstheorien? In die- sem Seminar prüfen wir, ob ein Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und dem Glauben an Verschwörungstheorien existiert. Wenn nicht Bildung der ausschlaggebende Faktor für die Anfälligkeit gegenüber Verschwörungstheorien sein sollte, welche Faktoren sind es dann, und wie kann unsere Gesellschaft sich gegen staatsverachtende Verschwörungs- theoretikerinnen und -theoretiker behaupten?

AS 25 mit Medientraining 12.09. – 18.09.2022 Dresden

Leitung: Dr. Vandad Sohrabi

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

ASR 26 mit Rhetoriktraining 19.09. – 25.09.2022 Bad Honnef

Leitung: Dr. Nele Glang

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

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Promotionskolleg

„Demokratien in Europa. Transformationen nach 1990“

Im November 1990 erhoffte die von 32 Staaten unterzeich - nete Charta von Paris ein „neues Zeitalter der Demokratie, des Friedens und der Freiheit“. Demgegenüber sehen wir uns heute vor Herausforderungen, welche die Zukunftsfähigkeit des liberal-demokratischen Ordnungsmodells auf den Prüf- stand stellen: die scheinbaren Erfolge staatskapitalistischer und „illiberaler“ Systemalternativen, das Erstarken populis - tischer und antisystemischer Bewegungen, eine sinkende Akzeptanz der Parteiendemokratie, um nur einige zu nennen. Auf welche Ursachen sind die aktuellen Krisenerscheinungen zurückzuführen? Aus welchen Gründen verlief der postkommu- nistische Systemwandel zum Teil anders als erwartet? Das Pro- motionskolleg „Demokratien in Europa. Transformationen nach 1990“ setzt sich zum Ziel, diese und weitere Grundfragen der historisch-politikwissenschaftlichen Transformationsforschung im internationalen Vergleich zu analysieren. Hierbei sollen neue Erkenntnisse über die Verläufe von Transformationsprozessen, insbesondere in Deutschland und den mittelosteuropäischen Staaten, erarbeitet und somit ein Beitrag zum besseren Ver- ständnis der Gegenwartsprobleme in Europa geleistet werden. Von dieser Zielsetzung ausgehend, wird das Kolleg › regelmäßige Kolloquien durchführen, in welchen die Kollegiatinnen und Kollegiaten ihre Projekte mit renommierten Wissenschaftlern besprechen; › den Austausch der Kollegiatinnen und Kollegiaten mit Praktikern aus Politik, Wirtschaft, Recht, und Kultur ermöglichen;

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› Exkursionen vor allem in den mittel- und osteuropäischen Raum organisieren, die weiterführende Erkenntnisse zu den Forschungsthemen des Kollegs liefern sollen; › die Kollegiatinnen und Kollegiaten beim beruflichen Einstieg unterstützen. Das Kolleg richtet sich insbesondere an Promovierende in den Fächern Zeitgeschichte und Politikwissenschaften, deren Arbeit durch ein reguläres Stipendium der Hauptabteilung Begabten- förderung und Kultur gefördert wird. Die Kollegiatinnen und Kol- legiaten werden von einem wissenschaftlichen Beirat unter der Leitung von Prof. Dr. Dominik Geppert und Prof. Dr. Barbara Zehnpfennig betreut. Das Promotionskolleg wird in Zusammenarbeit mit der Haupt- abteilung Wissenschaftliche Dienste/Archiv für Christlich-Demo­ kratische Politik ausgerichtet. Geschäftsführer des Promotionskollegs (bis 30.11.2021): Dr. Simon Backovsky • Ausländerförderung/Promotionsförderung Klingelhöferstr. 23 | D-10785 Berlin T: +49 30 / 269 96-3659 Simon.Backovsky@kas.de

Sachbearbeitung: Elisabeth Geisthardt • Promotionsförderung Klingelhöferstr. 23 | D-10785 Berlin T: +49 30 / 269 96-3890 Elisabeth.Geisthardt@kas.de

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Aufbau- und Kompaktseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

Werte als Handlungsmaßstab (nicht nur) in der Politik

Im Jahr 1946 schrieb George Orwell: „Das Schlimmste, was man mit Wörtern anstellen kann, ist es, sich diesen zu ergeben (…). Die Bedeutung hat das Wort zu bestimmen und nicht umgekehrt.“ Sein Aufruf verliert in Zeiten steigender identitätspolitischer Polarisierung, Komplexität und Beschleu- nigung kaum an Dringlichkeit. Auch der diskursive Rückgriff auf die Hauptbegriffe des christlich-demokratischen Werteka - nons erweckt oft den Eindruck der Beliebigkeit: Was bedeutet es, für die Demokratie einzustehen? Oder ein überzeugter Europäer zu sein? Welche Einstellungen verbergen sich hinter den Termini Konservatismus oder Liberalismus? Das Seminar lädt zur Reflexion dieser und weiterer Begriffe im Kontext der aktuellen politischen Herausforderungen ein.

AS 27 mit Argumentations­ training 10.10. – 16.10.2022 Saarbrücken

Leitung: Dr. Simon Backovsky

Teilnahmebeitrag: 110,- EUR

Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland

Vom Rechtsextremismus geht für die öffentliche Sicher - heit in Deutschland eine große Bedrohung aus. Nach dem Mord an Walter Lübcke und nach den rechtsterroristischen und rassistischen Anschlägen in Halle/Saale und Hanau hat die Bundesregierung im Mai 2021 den Abschlussbericht des Kabinettsausschusses beschlossen: Bis 2024 werden insgesamt mehr als eine Milliarde Euro für die Umsetzung von Maßnahmen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus bereitgestellt. In unserem Seminar wollen wir ein Bewusstsein für das Phänomen Rechtsextremismus schaffen bzw. stärken und uns der Gedankenwelt von Rechtsextremisten sozialpsychologisch nähern. Außerdem betrachten wir regionale Lösungsan- sätze und fragen uns, welche Handlungsmöglichkeiten wir als Zivilgesellschaft haben.

KS 06 04.03. – 06.03.2022 Berlin

Leitung: Dr. Christoph von Hehl, Martin Ziegenhagen (Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.)

Teilnahmebeitrag: 60,- EUR

In Kooperation mit „Gegen Vergessen – Für Demokra- tie e. V.“ und mit Stipen - diatinnen und Stipendiaten der Stiftung Begabtenför - derung berufliche Bildung (SBB).

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Kompaktseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

Zukunftswerkstatt – Demokratie neu denken

Die Corona-Pandemie hat Stärken, aber auch Schwächen unseres Staatswesens aufgezeigt. Insbesondere der Föde- ralismus und die Entscheidungsbefugnisse der Länder sind dabei in den Fokus geraten. Anhand des Corona-Manage- ments lassen sich zentrale Fragen des Staatswesens der nächsten Jahrzehnte beleuchten: Sind parlamentarische Ver- fahren und Abstimmungen in der Form, wie wir sie kennen, noch zeitgemäß? Vertrauen Teile der Gesellschaft – auch in deren Mitte – diesen Verfahren noch? Welche Lehren ziehen wir aus der Pandemie für die öffentliche Verwaltung und für die Digitalisierung? Vorschläge, um Deutschland zu refor- mieren und zu modernisieren, gibt es viele. Das Seminar will mögliche Zukunftsszenarien entwerfen, wie ein fortschritt- liches Deutschland in Bezug auf moderne demokratische Strukturen aussehen könnte.

KS 15 25.03. – 27.03.2022 digital

Leitung: Dr. Tanja Buchholz

Sicherheit und Innere Führung – Kooperationsseminar mit der Bundeswehr

Das Seminar bietet eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Sicherheitsfragen vor allem aus Sicht der Bundes- regierung. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Rolle der Bundeswehr bei der Herstellung der Sicherheit für Bürgerin- nen und Bürger sowie auf dem Verhältnis zwischen unserem Staat und seiner Armee. Das Konzept der „Inneren Führung“ bildet die zentrale Wertegrundlage für dieses Verhältnis, welche die Bundeswehr in die demokratische Grundordnung einbindet. Inhalte des Seminars sind die Grundlinien deut- scher Sicherheitspolitik, das Konzept der „Inneren Führung“, die Rechtsgrundlage für das Handeln von Soldatinnen und Soldaten und die Vermittlung der Struktur, Geschichte und des Wandels der deutschen Streitkräfte. Ein Truppenbesuch rundet das Seminar entsprechend ab.

KS 16 28.03. – 01.04.2022 Koblenz

Leitung: Anika Mester

Teilnahmebeitrag: 60,- EUR

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Kompaktseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

Von „Cancel Culture“ und „kultureller Aneignung“: Eine Auseinandersetzung mit Denkfiguren linker Identitätspolitik Vertreter linker Identitätspolitik stellen sich in die Tradition antirassistischer, feministischer und postkolonialistischer Bürgerrechtsbewegungen. Sie kritisieren die Benachteili- gung von Gruppen aufgrund ihres Geschlechts, Herkunft oder Phänotyps. Eine Politik, die Gruppenidentitäten fokussiert, sei notwendig, um die politische Teilhabe margi- nalisierter Gruppen zu forcieren. Kritikerinnen und Kritiker führen dagegen an, dass die identitäre Linke die soziale Spaltung in Opfer und Täter vorantreibt. Sie teile den Anti- pluralismus der extremen Rechten und verlasse den Boden der freiheitlich-demokratischen Verfassungsordnung. Inwie- fern treffen die Argumente beider Seiten zu? Diese Fragen werden im Seminar u. a. an Beispielen der „cancel culture“ und der Konflikte um die „kulturelle Aneignung“ behandelt.

KS 22 07.04. – 10.04.2022 Königswinter

Leitung: Dr. Simon Backovsky

Teilnahmebeitrag: 80,- EUR

Zukunftswerkstatt 2022: Debatten – Lebenselixier der Demokratie

Debatten bilden das Lebenselixier der Demokratie. Doch was, wenn diese Debatten nicht mehr sachlich und auf Augenhöhe geführt werden? Durch die Verlagerung in den digitalen Raum sind viele Diskussionen schärfer geworden, Fake News sowie Hate Speech haben rasant zugenommen. Gemeinsam wollen wir einen Blick darauf werfen, was eine angemessene Debat- tenkultur digital und analog auszeichnet, trainieren, wie wir aus dem Ruder gelaufene Debatten wieder auf eine sachliche Ebene holen, und Wege finden, wie wir Stipendiatinnen und Stipendiaten unseren Teil zu gelungenen Debatten in der Stiftung, aber vor allem auch in der Gesellschaft, beitragen können.

KS 23 08.04. – 10.04.2022 Berlin Leitung: Siegfried Adelhoefer, Julian Gerwers, Anja Hußmann, Isabell Sophie Koch, Lukas Kugler, Sophie Marxen (Stipendiatenbeirat)

Beratung: Dr. Tanja Buchholz

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Kompaktseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

„Der Ton macht die Musik“ – über die Bedeutung der Gewaltfreien Kommunikation für einen harmonischen Umgang miteinander Anonyme Kommunikation in einer digitalisierten Welt ermöglicht Diskriminierung und Verurteilung, Hass und Hetze. Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Einfühlungs- vermögen scheinen keine Priorität mehr zu haben. Wir wollen Perspektiven für eine respektvolle und gleichwertige Kommunikation entwickeln. Die Gewaltfreie Kommunika- tion (GFK) als ein Konfliktlösungsprozess kann in diesem Zusammenhang einen wesentlichen Beitrag zu einer fried- vollen Welt leisten. Diese Art des Kommunizierens ist die Basis für eine einfühlsame Verbindung mit uns selbst und anderen. In diesem Seminar werden die Methoden der GFK eingeübt, um eine wertschätzende, verantwortungsvolle Kommunikation führen zu können.

KS 33 20.05. – 22.05.2022 Bonn Leitung: Simon Mputu Ngimbi, Gereon Thönnissen, Caroline Stumm (HSG Bonn 06)

Beratung: Dr. Muriel Schmitz

Antiziganismus in Deutschland: Sinti und Roma begegnen

In diesem Seminar werden wir uns mit der Problematik des Antiziganismus auseinandersetzen und ins Gespräch mit unseren Mitmenschen der Sinti und Roma kommen. Dabei wollen wir die Herausforderungen, denen Sinti und Roma heute in Deutschland begegnen, verstehen und ihre Kultur und Geschichte kennenlernen. Zudem wollen wir lernen, wie wir Antiziganismus erkennen und ihm aktiv entgegen- treten können. Geplant sind daher unter anderem Besuche im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg und des RomnoKher Kulturhauses in Mannheim. Darüber hinaus werden wir uns mit der Thema­ tik der politischen Repräsentation der Sinti und Roma in Deutschland beschäftigen.

KS 37 27.05. – 29.05.2022 Heidelberg

Leitung: Berit Haupt, Melanie Thut, Lisa Marie Brinkmann (HSG-übergreifend)

Beratung: Daniela-Maria Mariș

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Kompaktseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

Vertrauen in der Krise

Können wir überhaupt noch vertrauen? Politik, Wissenschaft und Kirche sind nur einige Schauplätze der sich akkumulie- renden Vertrauenskrisen. Was geschieht genau, wenn wir vertrauen? Wann wird Vertrauen enttäuscht? Wie können wir Vertrauen stiften, wie solches gewinnen? Was kann uns ein biblischer, ein soziologischer, ein politikwissenschaft- licher Begriff wie auch die Neuropsychologie über das Ver - trauen lehren? In einem interdisziplinären Seminar wollen wir mit Hilfe der vorgestellten Perspektiven die Rolle des Vertrauens in einer funktionierenden Demokratie beleuch- ten – denn schon Kafka sagte: „Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt.“ Studieren und Promovieren mit Kind(ern) – Treffen des Elternnetzwerks der Konrad-Adenauer-Stiftung Wir möchten den Eltern in der Begabtenförderung die Möglichkeit geben, zusammenzukommen, um sich über die Erfahrungen mit der Vereinbarkeit von Familie und Stipen- dium auszutauschen. Studium oder Promotion, Ehrenamt, Aktivitäten in der Hochschulgruppe und die Aufgaben als Mutter oder Vater lassen sich nur mit guter Organisation vereinbaren. Die Möglichkeiten, diese Vereinbarkeit zu leben, sind so vielfältig und unterschiedlich wie die Lebensum- stände der stipendiatischen Eltern selbst. Bei gemeinsamen Aktivitäten mit Kindern und Partnern haben die Eltern die Gelegenheit, sich kennenzulernen, auszutauschen und die Arbeit des Elternnetzwerkes voranzutreiben. Während dieser inhaltlichen Einheiten ist die Betreuung der Kinder durch eine Begleitperson erforderlich.

KS 42 10.06. – 12.06.2022 München Leitung: Katharina Csik, Ariane Krüger, Benedikt Ronge, Elisa Hoffmann, Jonathan Schmalzridt, Martin Kudla (verschiedene HSG)

Beratung: Elvira Giebel-Felten

KS 44 17.06. – 19.06.2022 Essen Leitung: Freya Wanierke, Kathrin Albrecht, Bianca Cornean

Beratung: Dr. Tanja Buchholz

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Kompaktseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

Diskussion, Partizipation und Werte

Über welche Werte definieren wir uns und damit unsere Diskussionskultur? Wie regen wir den schwindenden gesell- schaftlichen Austausch zwischen und innerhalb der ver- schiedenen Milieus, Parteien, Regionen und Religionen an? Unsere besondere Verantwortung als Stipendiatinnen und Stipendiaten erfordert die Auseinandersetzung mit Werten und unserem politischen Denken und Handeln sowie dem kontinuierlichen Einsatz für eine gute Diskussionskultur. Verschiedene Meinungen zu entwickeln und sie zu akzeptie- ren, ist essenziell für unsere Demokratie. Wir beschäftigen uns mit Werten, politischen Argumentationsstrategien und coachen in effektiver Diskussionsleitung, um Gespräche trag - fähig zu gestalten und einen gewinnbringenden Austausch zu ermöglichen.

KS 48 01.07. – 03.07.2022 Berlin Leitung: Maximilian Kiss, Sebastian Maier, Florentin Siegert, Abdullah Abed, Dennis Barasch, Philipp Dillmann (verschieden HSG)

Beratung: Dr. Muriel Schmitz

Resilienz als Kernkompetenz für die Zukunftsgestaltung

Wir erleben einen gesellschaftspolitischen Wandel, der durch die Pandemie noch stärker beschleunigt wird. Um sich den damit einhergehenden Entwicklungen und Anfor- derungen stellen zu können, ist ein hohes Maß an Resilienz gefragt. Dabei wird Resilienz nicht nur als die Fähigkeit, Krisen und Herausforderungen zu bewältigen, erfasst, son- dern als eine Ressource für ein proaktives Handeln und für Gestaltungskraft verstanden. Im Rahmen des Seminars wer- den wir „Resilienz“ und ihre Bedeutung für eine aktive poli - tische Partizipation und gesellschaftspolitische Zukunfts­ gestaltung im disziplinübergreifenden Kontext diskutieren.

KS 55 29.07. – 31.07.2022 digital

Leitung: Dr. Dominika Borowicz

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Kompaktseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

Sexuelle Identität in Deutschland

Im Rahmen des Seminars werden wir die Frage nach der gesellschaftspolitischen Akzeptanz geschlechtlich-sexueller Vielfalt und der sexuellen Identität in Deutschland stellen. Untersuchen werden wir Möglichkeiten für die Partizipa- tion und Repräsentation sexueller Minderheiten in unserer Gesellschaft wie auch in den politischen Parteien. Ausge- hend von der historischen Perspektive, zu der nicht zuletzt das Problem der Diskriminierung zählt, setzen wir uns mit demokratischen Instrumenten zum Schutz der Rechte sexueller Minderheiten und zur Förderung ihrer Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen auseinander. Dabei wollen wir auch ein identitätspolitisches Repräsentationsver- ständnis kritisch hinterfragen, in dem gesellschaftliche Grup- pen nur durch eigene Angehörige vertreten werden dürfen. Rassismus in Deutschland: Reflexionen zu alltäglicher Diskriminierung, strukturellen Gegebenheiten und individuellem Handeln Unser Initiativseminar lädt dazu ein, vortrags- und work- shopgestützt das eigene Verständnis verschiedener Formen von Rassismus und Antisemitismus in Deutschland wissen- schaftlich und intersektional zu reflektieren. Wir ergründen in diesem Seminar die historischen Wurzeln verschiedener Rassismen und hören Sichtweisen von Betroffenen. Wir erarbeiten, wie diese Rassismen als strukturelle und instituti- onelle Benachteiligungen in der Gegenwart wirksam bleiben und als alltägliche Vorurteile verinnerlicht sind. Aufgrund der Emotionalität des Themas verbinden wir Wissensinputs mit selbstreflexiven Einheiten und Moderation. Weiterhin werden Workshops zu Allyship, eigener Positioniertheit und zu antirassistischer Sprache zeigen, wie wir das theoretische Wissen in praktisches Handeln übersetzen können.

KS 56 12.08. – 14.08.2022 Berlin

Leitung: Dr. Dominika Borowicz

Teilnahmebeitrag: 60,- EUR

In Kooperation mit LSU – Lesben und Schwule in der Union

KS 59 25.08. – 28.08.2022 Berlin

Leitung: Armanc Yildiz, Domenic Teipelke, Paula Alejandra Gonzalez, Rinuccia La Ruina, Johannes Hilling (HSG-übergreifend)

Beratung: Dr. Dominika Borowicz

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Kompaktseminare › Politik, Gesellschaft und Medien

Fußball zwischen gesellschaftlicher Solidarität und Kommerz – ein Vorbild in und nach der Pandemie? Die integrative Kraft des Fußballs verbindet – insbesondere auch während der Pandemie – nicht nur unterschiedliche Kulturen und Milieus, sondern entfacht bei Jung und Alt eine Begeisterung, die über Vereinsfarben hinausgeht. Der Fuß- ball gilt häufig als Spiegelbild der Gesellschaft, um soziale Probleme, wie Rassismus, Diskriminierung und Ausgren- zung nicht nur zu thematisieren, sondern ihnen auch zu begegnen. Gemeinsam mit aktiven und ehemaligen Funk- tionärinnen und Funktionären, Professorinnen und Profes- soren sowie Politikerinnen und Politikern möchten wir die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Perspektive des Fußballs diskutieren, Lösungsansätze erarbeiten und eruieren, inwiefern sich der Fußball zurecht eine vermeint- liche Sonderrolle herausnimmt und als Vorbild kategorisiert werden kann.

KS 64 08.09. – 10.09.2022 Frankfurt/Main Leitung: Marvin Grabowski, Dominic Behde, Marcel Böker, Robin Kannengießer, Jonah Heidbrink, Philipp Geissel (verschiedene HSG)

Beratung: Alexander Prill

Ein Argument in 280 Zeichen – Diskussionen auf dem Bildschirm beherrschen lernen

Trolle, Hetzer, Bots. Der öffentliche Diskurs im Internet scheint unübersichtlicher denn je. Wer spricht, wer schreibt, wer hört zu? Und dann gilt es auch noch, die Technik zu über- listen. Klassische Argumentationstechniken kommen hier schnell an ihre Grenzen. Oder doch nicht? Wer mit seinen Argumenten nicht nur die Diskussionsteilnehmer überzeu- gen, sondern auch die Algorithmen von Facebook, Twitter und Co. auf seiner Seite wissen will, muss zwar nicht tief in die Trickkiste greifen, ein grundsätzliches Verständnis der Technik gehört allerdings zum Erfolgsrezept. Und natürlich hilft auch weiterhin ein gut aufgebautes Argument. Training kann hier nicht schaden.

KS 70 15.09. – 18.09.2022 Königswinter

Leitung: Marcus Schoft

Teilnahmebeitrag: 80,- EUR

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